Was geht rum? 02. Oktober 2021

Bald wieder nötig: Gummistiefel. Foto: ptw

Nicht so selten: Corona-Komplikationen bei Kindern 

Bald mRNA-Grippe-Impfstoff?

Krupphusten und Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Meningokokken-Meningitis im Kongo

Morgens erwachen viele mit Nebel vor der Haustüre. Der Herbst hat uns wieder. Die Zeit der Infekte beginnt bald. Auch wenn die Zahl der Neuerkrankungen mit COVID-19 schwanken ist klar, dass uns eine Welle in den kommenden Monaten bevorsteht. Was bedeutet das aber für Kinder? Etwa jedes hundertste Kind in Deutschland muss stationär behandelt werden. Ein Grund dafür ist das PIMS (Pädiatrische Inflammatorische Multiorgan-Syndrom), eine schwere entzündliche Erkrankung, die einer Coronainfektion folgen kann und die bei einem von 1000 – 5000 Kindern auftritt. Das PIMS betrifft besonders Schüler (9-13 Jahre) und endet – gemessen an den Zahlen aus den USA – in fast 1% der Fälle tödlich.

Der amerikanische Konzern Pfizer und die deutsche BioNTech haben einen mRNA-Impfstoff gegen die Grippe entwickelt. Momentan startet einen Studie an 600 Menschen im Alter von 65 bis 85 Jahren. Bisherige Impfstoffe gegen die Grippe haben nur eine Wirksamkeit um 50%, während die mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus die Krankheit zu etwa 95% verhindern konnten. Es besteht Hoffnung auf einen verbesserten Schutz gegen die Influenza.

Die Pollen verabschieden sich in diesen Tagen. Am Bodensee und Oberrhein gibt es noch eine minimale Konzentration von Gräserpollen, die aber vermutlich für keinen Allergiker mehr spürbar ist. Die Erkältungsinfekte der letzten Wochen halten an, in den kommenden Wochen muss wieder mit dem Krupphusten gerechnet werden. Alle Eltern von betroffenen Kindern sollten jetzt überprüfen, ob Notfallmedikamente zuhause verfügbar sind. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit hat saisonal wieder Einzug gehalten. Ausgelöst wird sie häufig durch Coxsackie A-16-Viren, die als Komplikation zu Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) führen können – wie das Coronavirus oder in seltenen Fällen auch die Impfung gegen das Coronavirus mit dem mRNA-Impfstoff.

Was geht in der Welt rum? Die Entzündung der Hirnhäute – medizinisch Meningitis – kann durch verschiedene Erreger erfolgen. Zu den gefährlichsten gehören die Meningokokken. In der Demokratischen Republik Kongo ist es in den letzten Wochen zu einem Ausbruch mit über 600 Verdachtsfällen gekommen, 161 Menschen sind an der Meningokokken-Meningitis verstorben. Das Kongobecken gehört zum „Afrikanischen Meningitisgürtel“, einer Kette von Ländern, in denen es zur Trockenzeit von Dezember bis April häufiger zu schweren Ausbrüchen kommt. Eigentlich gibt es gegen die meisten Erreger dieser Meningitis hervorragende Impfstoffe. Diese werden leider häufig erst dann eingesetzt (Abriegelungsimpfung) , wenn Ausbrüche erfolgt sind. Im Impfplan der STIKO erhalten Kinder im Alter von 12 Monaten (bei der U6) eine Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C.

Ich hoffe Sie haben Zeit, dieses herrliche Wochenende mit strahlender Sonne zusammen mit Ihrer Familie zu genießen, ganz  herzlich Ihr

 

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