Unser letztes „Was geht rum?“ (09. Oktober 2021) – Tschüss :)

... und tschüss! Machen Sie's gut. Foto: pixabay, Stefan Beckmann-Metzner

Impfgegner: Warum diese Gruppe so angewachsen ist. Einige Anmerkungen

Enormer Anstieg von Klinikaufnahmen bei Kindern wegen Corona

Infekte? Eigentlich nichts Neues. Zum Glück

Tschüss: Das praxisblättle verabschiedet sich heute

 

Arbeiten Sie im Schichtdienst? Dann spüren regelmäßig Sie am eigenen Körper was es bedeutet, zu unterschiedlichen Tageszeiten präsent zu sein. Und sie stellen jede Woche fest, wie belastend es ist, sich nicht spontan mit Freunden treffen zu können, weil sie mal in der einen mal in der anderen Schicht eingeplant sind. Auf Intensivstationen sind inzwischen 90% der Corona-Patienten Ungeimpfte. Wie kann das sein? In meinen 35 Jahren in der Pädiatrie habe ich manche Impfgegner kennengelernt. Das waren zumeist empfindsame Eltern, die Sorge um ihr Kind hatten, wenn es darum ging fremde Substanzen in deren Körper zu bringen. Und sie machten unter allen betreuten Kindern vielleicht 2% aus. Heute verweigern fast 25% der Deutschen die Corona-Impfung. Wie kann das sein? Plötzlich 10 Mal so viele Impfgegner? Die Gruppe der Impfgegner ist offensichtlich um Menschen angewachsen, die – so macht es den Eindruck – ihre persönliche Unzufriedenheit auf die Impfung (und den Staat) sowie Trotz zum Ausdruck bringen. Daneben gibt es vermutlich viele Mitläufer. Mit ihrem Verhalten bedrohen sie die Gesundheit unserer Kinder. Und sie strapazieren die Zufriedenheit von Medizinpersonal in den Kliniken, die tägliches rund-um-die-Uhr Engagement für Menschen aufbringen, die einfach mal so eine Impfung ablehnten. Ich mache mir Sorgen, dass mehr Krankenschwestern, Krankenpfleger und ÄrztInnen in naher Zukunft ihren Beruf aufgeben werden.

Zahl der Kinder, die in einer Klinik in den USA wegen Coronainfektionen behandelt wurden. GRAU Kinder von 5-17 Jahren, OCKER Kinder von 0-4 Jahren.   Foto CDC

Die Ungeimpften bedrohen die Gesundheit der Kinder, die nicht geimpft werden können (alle unter 12 Jahren). Für die USA zeigt sich, dass die Zahl der Coronaerkrankungen von Kindern mit stationärem Behandlungbedarf im September auf höchste Werte anstieg. Ob Ungeimpfte das beeindruckt?

Bei den Infekten gibt es kaum Neuigkeiten. Die Erkältungsviren breiten sich weiter aus, nachdem der Mund-Nasen-Schutz weniger häufig angewandt wird. Fürs Immunsystem ist das günstig – es will sich mit seiner Umgebung (Viren, Bakterien) auseinandersetzen. Bei Kindern führt das „nebenbei“ zu Erkältungskrankheiten, die aber meist nicht schlimm sind. Aber auch die Erwachsenen dürften in diesem Winter von mehr Infekten geplagt werden, als die letzten 18 Monate. Bleibt zu hoffen, dass – besonders für Kinder – das RS-Virus nicht zu vielen schweren Verläufen führt und dass auch das Influenza-Virus (Grippe) sich nicht allzu heftig vermehrt.

Bei den Kinderkrankheiten bleibt alles recht ruhig: wenige Erkrankungen in der vergangenen Woche an Keuchhusten (7) und Windpocken (43) in ganz Baden-Württemberg. Weiterhin seit März 2020 (!) keinerlei Masern-Erkrankungen. Auch die Zahl der Mumps-Erkrankungen ist überschaubar (14 in diesem Jahr im Ländle).

Was geht in der Welt rum? In Madagaskar schreitet die Pest-Saison weiter. Im Hochland um die Hauptstadt Antananarivo bestehen 42 Verdachtsfälle, 22 Personen sind bislang sicher erkrankt. Bereits 8 Menschen sind seit August an der Pest verstorben.

Heute, nach 28 Jahren, verabschiedet sich das praxisblättle von Ihnen, geneigter LeserInnen. Wir hoffen, dass Sie in den letzten Jahren interessante Informationen fanden, die Ihnen bei der Einschätzung von Krankheiten Ihrer Kinder weitergeholfen haben. Im Rummel oberflächlicher Angebote mit Ratschlägen wie „Trinken Sie viel“ haben wir versucht, wissenschaftliche Informationen in Ihren Alltag zu transportieren. Ohne marktschreierische Effekte. Und ohne Werbung. In Zeiten von marketinggesteuerten „Informationen“, deren manipulativer oder allenfalls magerer Inhalt sich erst beim zweiten Lesen als Schmu entpuppt waren wir manchmal etwas trocken. Aber immer echt.

Als verantwortlicher Autor des praxisblättle wünsche ich Ihnen und ihrer Familie Gesundheit, Freude im Alltag und Zuversicht in spannenden und gelegentlich mühsamen Zeiten. Machen Sie’s gut!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.