Kategorie: TIPP

Säuglingstod im Auto-Kindersitz

Der plötzliche Kindstod scheint auch im Zusammenhang mit Auto-Kindersitzen häufiger vorzukommen. Deswegen haben sich die Forscher Peter LiawRachel Y. MoonAutumn Han and Jeffrey D. Colvin aus Kansas City in einer Studie mit dieser Frage befasst.

Sie untersuchten über den Zeitraum von 2004 bis 2014 genau 11.729 schlafbezogene Todesfälle bei Säuglingen. Es zeigte sich, dass 348 (3.0%) der Todesfälle in einem Kindersitz auftraten, allermeist (62.9%) in einem Autokindersitz. Interessant ist, dass aber weniger als 10% dieser Todesfälle im Rahmen einer Autofahrt vorkamen. Über die Hälfte der Todesfälle im Auto-Kindersitz (51.6%) traten zuhause auf. Somit raten die Autoren, den Autokindersitz nur während der Autofahrt zu benutzen und nicht zuhause einzusetzen.

Nebenbei stellte sich heraus, dass die Todesfälle häufiger auftraten bei „health care provider“ (was man ungefähr als „medizinische Fachkräfte“ umschrieben könnte) – fast 2.8 mal so oft. Auch bei Kindern im Autositz, die von Babysittern beaufsichtigt wurden, war die Todesrate doppelt so hoch. Warum, das konnten die Autoren nicht abschließend klären.

Also, der Kinder-Autositz ist sinnvoll. Aber nur bei der Fahrt im Auto.

TIPP: Was tun bei Vergiftung mit Reinigungsmittel

Vergiftungen mit Reinigungsmittel gehören zu den häufigsten Gründen, warum Eltern Rücksprache mit einer Vergiftungszentrale halten.

In Ihrem Jahresbericht von 2014 (eine neuere Version ist nicht online) wurden in der für Baden-Württemberg wichtigen Vergiftungszentrale in Freiburg 22.247 Notrufe betreffend Vergiftungen entgegengenommen. Die weitaus häufigsten Probleme traten bei Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren auf. Besonders betroffen war – wie auch in anderen Vergiftungszentralen – die Altersgruppe von 1-4 Jahren, Kinder, die die Welt erobern. Das ist das Alter, in dem Kinder die Garderobe hochklettern, die Herdplatte anfassen und alle Schubladen öffnen. Und eben auch Erde essen, Blätter kauen und aus allen Flaschen trinken: Die Zeit der Unfälle und Vergiftungen.

Art und Häufigkeit der Vergiftungen Quelle: Jahresbericht VZ Bonn

Welche Vergiftungen besonders bedeutsam sind zeigt die nebenstehende Graphik der Vergiftungszentrale Nordrhein-Westfalen der Universität in Bonn. Neben den Medikamenten – „Omas Herztablette“ – und Pflanzen sind die Wasch- und Reinigungsmittel im Haushalt besonders bedeutsam. In diese Gruppe fallen sehr verschiedene  Produkte, die für den Laien zunächst in ihrer Bedeutung kaum zu beurteilen sind. Man unterscheidet im Wesentlichen 2 Gruppen:

  • ätzende Produkte (Backofen‑, Grill- und Rohrreiniger, industrielle Reiniger, Stein- und Fliesen- reiniger u.a.)
  • reizende Produkte (Handspülmittel, Waschmittel, Weichspüler, Glasreiniger, Spülmaschinentabs)

Die erste Gruppe der ätzenden Substanzen müssen zunächst als Notfall eingestuft werden, wenn ein Kind davon getrunken hat. Oft ist unklar ob und wie viel es davon abbekommen hat. Weil jedoch die Folgen sehr schwerwiegend sein können, sollte auch bei Beschwerdefreiheit der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden. Folgende Informationen sind wichtig:

  • Wer hat die Substanz eingenommen? Alter/ Geschlecht/ Gewicht/ Vorerkrankungen
  • Wann hat das Kind mutmaßlich die Substanz getrunken!? Uhrzeit merken.
  • Welche Substanz war es? Am besten Originalverpackung mitbringen
  • Wann traten ggf. erste Symptome auf und welche?
  • Adresse und Telefonnummer der Familie (für. ggf. Rückfragen)

Das Kind darf schluckweise etwas Flüssigkeit zur Spülung der Schleimhäute zu sich nehmen. Diese sollte, wenn möglich, zunächst ausgespuckt werden, um den Mund von Substanzen zu befreien. Auch Trinken von Wasser (!) ist erlaubt. Weitere Maßnahmen sollten bis zum Arztbesuch unterbleiben.

Die reizenden Produkte sind in der Regel weniger gefährlich. Sind die Kinder symptomfrei kann etwas Flüssigkeit (Wasser/ Tee) gegeben werden. Weiteres sollte nach Rücksprache mit dem Kinder- und Jugendarzt bzw. mit der Vergiftungszentrale abgeklärt werden.

Detaillierte Informationen zu Vergiftungen finden Sie hier auf der Homepage der deutschen Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Im akutem Vergiftungsnotfall – wenn Sie Ihren Arzt nicht erreichen können – im Südwesten bitte die Vergiftungszentrale in Freiburg anrufen: Die anderen Vergiftungszentralen in Deutschland haben übrigens die gleiche Durchwahlnummer mit der entsprechenden Vorwahl.

Giftzentrale Freiburg           0761  19240

Giftzentrale Charité Berlin   030  19240

Giftzentrale Bonn                   0228   19240

Giftzentrale München           089   19240

 

Vergiftung: Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

In den Alpen sowie den Mittelgebirgen Europas finden sich manche hübsche Pflanzen. Den Wanderern fällt ob seiner Schönheit der blaue Eisenhut sofort auf. Das ist auch gut so. Denn er ist hochgiftig und so kann diese Information an vielleicht neugierige Kinder weitergegeben werden. Bevorzugte Standorte sind feuchte und oftmals überdüngte Böden. Und was schön ist findet sich gerne auch in Gärten.

Der blaue Eisenhut ist 0.5 bis 1.5 Meter hoch. Auf seinem aufrechten und nackten Stengel stehen die violett-blauen Blüten in dichten Trauben. Blütezeit ist Juni bis August.

Giftig machen ihn Diterpen- und Esteralkaloide, die sich in allen Bestandteilen der Pflanze finden. Wenige Gramm des Pflanzenmaterials sind schon giftig. Die Giftaufnahme erfolgt auch durch die intakte Haut (und Schleimhaut), so dass bereits das Spiel mit den Blüten zur Vergiftung bei Kindern führen kann.

Symptome

Erste Symptome setzen erst nach 10 bis 20 Minuten ein. Dann setzen Brennen und Kribbeln im Mund ein. Diese Empfindungen breiten sich über die gesamte Haut aus bis zur völligen Gefühllosigkeit. Daneben tritt heftiges Erbrechen, kolikartiger Durchfall auf. Es folgen Lähmung der Muskulatur, Sehstörungen. Nach einem Herzrhythmusstörungen und Atemlähmungen kann der Tod eintreten.

Therapie

Sofort die nächste Kinderklinik aufsuchen.

Ist eine Sitzerhöhung für ältere Kinder als Beifahrer ausreichend?

Für Kinder sind in Deutschland Kindersitze beim Mitfahren im Auto gesetzlich vorgeschrieben. Das trägt dazu bei, dass die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland wie den Nachbarländern von Jahr zu Jahr sinkt.

Zahl der Verkehrstoten bis 2018 Deutschland  Foto: Statista

Die gesetzlichen Vorgaben sind verpflichtend. Aber sie bieten manches Mal nicht den Schutz, der heute machbar und somit sinnvoll ist. Im letzten Heft der Stiftung Warentest (Februar 2020) wurde diese Tatsache nochmals deutlich rausgestellt. Die Stiftung betont, dass insbesondere ein Sitzerhöhung zwar einen Schutz bei frontalen Zusammenstößen biete, aber nicht beim seitlichen Aufprall. Wenn Kinder im Auto einschlafen, sacken sie meist zur Seite weg und hängen dann förmlich in den Seilen, also in diesem Fall im Sicherheitsgurt. Das kann gefährlich werden. Deswegen sei immer auch eine Rückenlehne erforderlich.

Eine gute Zusammenfassung aller Sicherungssysteme bietet der DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat). In der folgenden Broschüre sind wichtige Details hierzu übersichtlich dargestellt.

Stiftung Warentest betont, dass Kinder erst ab einer Größe von 1,5 Meter auch ohne Sitzerhöhung und Rückenlehne ausreichend gesichert sind.

Mobbing in der Schule

Das Thema Mobbing (engl. to mob: schikanieren) ist besonders in Schulen bedeutsam. Trotz langer Diskussionen mit Schülern und deren Eltern (auch an Elternabenden) sind die Bemühungen, Mobbing zu verhindern oder wenigstens einzuschränken, begrenzt. Das belegt auch die PISA-Studie 2017 die zeigt, dass etwa jeder sechste 15-jährige Schüler in Deutschland von Mobbing betroffen ist. Seit Jahren wird das Thema durch das zunehmende Cybermobbing, das sich häufig in der Anonymität versteckt, verstärkt. Kinder- und Jugendärzten ist dieses dramatische Problem aus dem Alltag gut bekannt.

Nun gibt es von der Techniker-Krankenkasse (TK) und der „Beratungsstelle Gewaltprävention“ der Behörde für Schule und Berufsbildung in Hamburg das Programm „Gemeinsam Klasse sein“ als Anti-Mobbing-Projekt. Bundesweit. Damit können Schulen kostenfrei Materialen nutzen, die sich für die Jahrgangsstufen fünf bis sieben eignen.

Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Programm gut angenommen wird. Von Lehrern, denen als sog. Multiplikatoren viel Vorarbeit ins Haus steht. Von Eltern, deren Mitarbeit enorm bedeutsam ist. Und insbesondere natürlich von den Schülern in den Kassen, die durch das Programm zu Experten in der Abwehr von Mobbing werden. Schüler sind die Experten, die ihre Eltern aufklären.

Wo über Mobbing geredet wird darf man hoffen, dass es weniger oft vorkommt.

Finanzielle Unterstützung für Schüler

Kinder sind uns teuer, sie liegen uns am Herzen. Und teuer sind sie meist auch, trotz des Kindergeldes. Besonders wenn es um die Ausbildung geht. Da kann schon manche Rechnung auf dem Tisch landen, die Eltern Kopfzerbrechen bereitet.

Aber es gibt Unterstützung. Meist kommt die finanzielle Unterstützung von Stiftungen. Fleißige Menschen wollen etwa 400 verschiedene Programme ausgemacht haben. Drei davon wollen wir kurz vorstellen. Sie werden bald merken, ob etwas für Ihr Kind dabei ist oder werden auf andere Programme stoßen. In jedem Fall lohnt es sich, hier zu forschen. Das kann den Geldbeutel von Eltern oft wirkungsvoll entlasten.

Reemtsma Begabtenförderungswerk

Nach eigenen Angaben „unterstützt das Reemtsma Begabtenförderungswerk schon seit 1957 Schüler und Studenten aus einkommensschwachen Familien. Denn eine fundierte Ausbildung junger Talente sollte niemals allein vom Einkommen der Eltern abhängig sein….. Für eine Förderung ….. können sich Schülerinnen und Schüler der Oberstufe… bewerben“. die monatliche Unterstützung für Schüler beträgt 150 €, für Studenten bis zu 200 €. Weitere Informationen hier: https://reemtsma-stipendium.de/

Talent-im-Land

Für  das Programm Talent-im-Land, das es in ähnlicher Form auch in Bayern gibt, können sich Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 bewerben. Die Bewerbung ist ab Anfang Februar bis zum 15. März möglich. „Das Stipendienprogramm Talent im Land unterstützt begabte Schülerinnen und Schüler aus Baden-Württemberg, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft Hürden zu überwinden haben, auf ihrem Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife. Finanzielle Förderung, ein begleitendes Seminarprogramm und individuelle Beratung helfen den Jugendlichen dabei, die eigenen Begabungen zu entfalten und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.“ Für weiter Informationen: https://talentimland.de/

Start-Stiftung

Diese Stiftung gehört zur bekannten Hertie-Stiftung. Ihr Ziel: »Wir wollen herausragende junge Menschen mit Migrationserfahrung in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten und fördern.« Weitere Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 14 Jahren, der Besuch einer Schule in einem deutschen Bundesland und Deutschkenntnisse (mindestes B1). Auch hier besteht bis zum 16. März die Möglichkeit sich zu bewerben. Weitere Informationen kann man hier finden: https://www.start-stiftung.de/stiftung/

Diese drei Programme sind ein minimaler Ausschnitt. Wer weitere Möglichkeiten sucht muss sich letztlich im Internet durchzappen. Um einen ersten Überblick zu bekommen eignet sich der Studienloste https://www.stipendienlotse.de/ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Je nach Erfahrung können Lehrer gut weiterhelfen. Dabei sollte man immer beachten, dass besonders Kinder mit spezieller Begabung und/oder finanzieller Bedürftigkeit die besten Chancen haben eine finanzielle Unterstützung zu bekommen.

Tablets sind ein Risiko für Kinder

In einer vor kurzem veröffentlichten Studie legten Forscher erstmals Daten vor, die sich mit der Mediennutzung von Kleinkindern beschäftigen.

Die Forscher um John S. Hutton und sein Team vom  Cincinnati Children’s Hospital Medical Center untersuchten dabei eine Gruppe von 47 Kleinkindern im Alter von 3 bis 5 Jahren. Diese absolvierten verschiedene kognitive Tests und eine MRT (diffusionsgewichtet). Deren Eltern wurden mit Hilfe des ScreenQ-Fragebogens über das Nutzungsverhalten ihrer Kinder in Bezug auf Smartphones und Tablets befragt. Zum Vergleich für kindgerechtes Verhalten gegenüber diesen Medien wurden die Empfehlungen der American Academy of Pediatrics (AAP) herangezogen. Die AAP schlägt Eltern beispielsweise vor, Kindern zwischen zwei und fünf Jahren nicht länger als eine Stunde am Tag vor einem Display sitzen zu lassen.

Im Ergebnis fanden die amerikanischen Forscher Veränderungen in der weißen Hirnsubstanz bei den Kindern, die ein hohes Nutzungsverhalten für die neuen Medien aufwiesen. Bereiche des Gehirns, die eng mit Sprache und dem Erlernen von Schreiben und Lesen verbunden sind, waren deutlich weniger strukturiert.

Diese Studie kann nur ein Anfang sein, Einflüsse neuer Medien auf unsere Kinder besser zu verstehen. Weitere Untersuchungen sind erforderlich. Der Studienleiter John S. Hutton fasst kurz zusammen: „Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig es ist, die Effekte von Smartphone- und Tablet-Nutzung auf das Gehirn zu untersuchen“.

Bis dahin ist es sich nicht falsch, Kleinkinder von den Medien fernzuhalten. Oder noch besser: Kinder sollten angeregt werden, die Natur zu genießen: Spiele im Freien, Schneebälle werfen, wenn es mal kurzzeitig die Chance dazu gibt. Und wenn’s draußen mal richtig stürmt basteln oder „Mensch-ärgere-Dich-nicht“ spielen. Die Zeit rausgehen zu dürfen wird im Leben mit den Jahren immer kürzer. Und ob’s bald noch Schnee gibt? Also los geht’s!

Und wenn Sie in Bezug auf das Coronavirus auf dem aktuellen Stand bleiben wollen: Hier im praxisblättle finden Sie die neuesten Informationen. Ganz am Ende des Beitrags steht ein Link zur interaktiven Karte von Bloomberg – sehr informativ (aber in Englisch).

FSME – Die Zecke kommt bald wieder

Klirrender Winter. Die beste Zeit, um sich auf die nächste Zeckensaison vorzubereiten. Denn mit der ersten Wärme werden auch die Zecken wieder auftauchen. Und FSME heißt ja Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis. Und der beginnt mancherorts im Ländle bereits im März.

FSME-Erkrankungen pro Jahr in der Schweiz Foto: bag.admin.ch

Tatsache ist, dass die Zahl der zecken-verursachten Erkrankungen in Mitteleuropa zunehmen. Das hat vermutlich mit den höheren Temperaturen zu tun und also auch mit dem Klimawandel. Für die benachbarte Schweiz gibt es Zahlen. Die nebenstehende Graphik zeigt die gesicherten Erkrankungen an FSME pro Jahr, wobei die Zahlen des Jahres 2019 nur den Zeitraum bis Oktober wiedergeben. Der Trend ist mit einem Blick zu erkennen.

FSME-Meldungen 2019 nach Landkreisen, Stand 14.11.2019 Foto: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg

In Deutschland lässt sich ein vergleichbarer Trend beobachten, in Baden-Württemberg ebenso. Hier fällt jedoch auf, dass die Unterschiede nach Landkreis deutlicher ausfallen als erwartet. Besonders stark betroffen sind die Bodensee-nahen Landkreise. Dennoch, alle Kreise im Ländle sind als FSME-Risikogebiete eingestuft. Die Tatsache, dass etwa aus Wertheim weniger Erkrankungen im Jahr 2019 gemeldet wurden besagt nicht, dass dies in diesem Jahr auch so sein müsste.

Aus ärztlicher Sicht gibt es also ausreichend Informationen, die eine Impfung gegen FSME  sinnvoll erscheinen lassen. Es ist jedoch bekannt, dass es innerhalb der Bevölkerung unterschiedliche Risikogruppen für die Erkrankung an FSME gibt: Männer erkranken häufiger als Frauen an einer FSME, Erwachsene sind ebenfalls häufiger betroffen als Kinder. Ob somit ein Kleinkind von 15 Monaten geimpft werden sollte, muss im Einzelnen abgewogen werden.

Zu dieser Frage liegen Empfehlungen des Landesgesundheitsamtes vor. Weitere Hinweise kommen vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin, von den Gesundheitsbehörden der Schweiz und Österreich (mit denen wir Süddeutsche das Risiko für FSME teilen) und von den Impfstoff-Herstellern. Und auch im praxisblättle finden Sie hierzu Beiträge. Letztlich sollten Eltern die Frage der Impfung mit ihrer/m Kinderärztin/arzt individuell besprechen.

Zur Zeit sind bei der Schuleingangsuntersuchung in Hoch-Risikogebieten (nach den neuesten Karten des RKI ist ganz Baden-Württemberg ein Risikogebiet) nur 39% aller Kinder geimpft. In den restlichen Risikogebieten sind es nur 28%.

Wann sollten sich Kinder und Jugendliche (und Erwachsene :)) gegen FSME impfen lassen? Am Besten bald. Denn der Frühsommer beginnt schneller als wir zu hoffen wagen. Siehe oben.

Vergiftung: Einblatt (Spathiphyllum)

Das Einblatt, auch Friedenslilie und Scheidenblatt genannt – lateinisch Spathiphyllum –  ist eine typische Zimmerpflanze in deutschen Wohnungen. Kaum einer kennt ihren Namen, aber jeder erkennt sie auf einem Bild. Sie gilt als luftreinigend, soll also Gifte wie Ammoniak oder Benzol aus der Raumluft entfernen.

Das Einblatt enthält Oxalate, die sich häufig als nadelförmige Kristalle anordnen und bei Druck aus Zellen „herausschießen“ können. Dabei führen sie zu Gewebsreizungen.

Symptome

Nach Aufnahme von Pflanzenteilen kann es zu vermehrtem Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen sowie nachfolgend Bauchschmerzen und Durchfall kommen. Lokaler Kontakt der Haut kann zu Blasenbildung führen. Bei Augenkontakt ist die Wirkung besonders unangenehm: Bindehautentzündung mit kräftiger Reizung

Therapie

Da die Reizung der Kontaktstelle im Vordergrund steht, ist eine umgehende Anwendung von Wasser günstig. Besonders am Auge: das sollte mit lauwarmem Wasser gespült werden, ebenso betroffene Hautstellen. Eine Mundspülung mit Wasser vermindert die lokale Reizung.

Sollten die Augen betroffen sein, ist sicherheitshalber eine Vorstellung beim Augenarzt sehr zu empfehlen.

Nasenbluten

In den Wintermonaten stellt Nasenbluten ein relativ häufiges Thema in der ärztlichen Praxis dar. Immerhin sind von diesem Problem 60% aller Menschen in Deutschland irgendwann einmal im Leben betroffen. Meist sind es ältere Personen (vorwiegend Männer). Kinder und Jugendliche machen 6% aller Patienten mit Nasenbluten aus.

Ursache für das Nasenbluten sind meist Manipulationen in der Nase, wenn Kinder beispielsweise mit dem Finger die Nase erkunden. Ein Risikofaktor kann auch die trockene Luft sein, die in den Wintermonaten in den Räumen vorherrscht. Meist ist bei Kindern die Region des sog. Locus Kiesselbachi im vorderen Nasenabschnitt betroffen.

Was ist als Erstes zu machen?

Bei Kindern ist zunächst einmal die Beruhigung wichtig, denn der Blutfluss erschreckt sie meist sehr stark. Am besten legen sie sich kurz hin, das senkt den allgemeinen Blutdruck, womit oft vielen geholfen ist.

  • Kompression (Druck) des betroffenen Nasenflügels, indem dieser der Nasenscheidewand für wenige Minuten – zart – angelegt wird.
  • Kälteanwendung. Dazu kann ein kühler Lappen oder auch ein cool-pack auf die Stirn oder in den Nacken gelegt werden.
  • Eiswürfel – sofern Kinder damit einverstanden sind – lutschen; alternativ auch Speiseeis. Das schmeckt gut und hellt die Stimmung wieder auf. Und: Der durch die Aufregung höhere Blutdruck sinkt wieder ab.
  • Vorsicht: Erwachsene neigen dazu, das „schmutzige“ Blut sofort abwischen zu wollen. Diese Manipulation um die Nase herum ist in den ersten 10 – 15 Minuten nicht günstig. In der Ruhe liegt die Kraft 🙂

Was tun wenn die Blutung sehr lange anhält?

Das kommt tatsächlich bei Kindern und Jugendlichen eher selten vor. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt können recht sicher abschätzen, ob eine Blutungsstörung (z.B. von Willebrand-Syndrom) vorliegt. Das ist eher selten. Deswegen erfolgt häufig eine Überweisung zu einer/m HNO-Ärztin/arzt. Diese Nasen-Spezialisten untersuchen die Nase genau und schauen, ob vielleicht ein Fremdkörper die Ursache für die Blutung ist und andere Blutungsursachen abzuklären sind. Darüber hinaus kann sie/er spezielle therapeutische Maßnahmen zur Blutstillung anwenden.

Und wenn das Nasenbluten immer wieder auftritt?

Aufbau der Nase. Der Locus Kiesselbachi liegt in der Nasenspitze. Foto: www.nasenbluten-hilfe.de

Dann liegt meist eine Schwellung am Locus Kiesselbachi vor. Am Locus Kiesselbachi besteht ein sehr enges Netz an Blutgefässen, die teilweise sehr oberflächlich liegen und durch kleinste Reize oder oft auch ohne ersichtlichen Grund zum platzen kommen. Das kann vom HNO-Arzt durch Verätzung recht schnell behandelt werden.

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