Kategorie: Was tut gut?

Buggy – eine Hilfe für ausgedehnte Spaziergänge

Wenn Eltern mit ihren Kleinkindern mal so richtig lange Strecken zurücklegen wollen, ist der Buggy eine große Hilfe. So können Kinder, die dem Kinderwagen entwachsen sind, einfach transportiert werden ohne die Frage: „Wann sind wir endlich da?“

Die Stiftung Warentest hat sich im Septemberheft diesen Fahrgeräten gewidmet. Die Ergebnisse sind eher ernüchternd. In der nachfolgenden Tabelle haben wir die Modelle mit Noten bis 2,5 aufgeführt.

Name Note Preis Anmerkung
Smiloo Happy + 2,0 250 € für Kinder ab 6 Monate bis 3 1/2 Jahre geeignet
Joie Mytrax 2,2 215 € bis 3 Jahre geeignet, leicht zusammenzuklappen
Kinderkraft Grande 2020 2,4 159 € bis 2 1/2 Jahre geeignet
Thule Urban Glide 2 2,3 600 € bis etwa 4 Jahre; Räder für Waldboden geeignet
Mountain Buggy Terrain 3.0 2,5 700 € bis etwa 3 Jahre geeignet

Wie immer kann diese Tabelle nur ein „Gruß aus der Testküche“ sein, also eine Anregung, sich mit den Buggys mit all ihren Facetten auseinanderzusetzen. Wir möchten Sie ermuntern, sich im Testheft selbst kundig zu machen. Übrigens: Der Preis für die digitale Ausgabe des Testheftes liegt für ein Halbjahres-Abo bei 29,99 €.

Was geht rum? 18. September 2021

RSV-Infektionen: Prophylaxe ist bereits ab Oktober empfohlen

Coronaausbrüche in KiTas

Malaria in Afrika: Bessere Therapie für Kinder in Aussicht?

Tigermücke in Baden-Württemberg: Oberrhein, Stuttgart und nun Heilbronn

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen gehen langsam zurück. Wir nähern uns also den Infektzeiten. Das stimmt nicht so ganz, denn eigentlich sind wir mittendrin. Die RSV-Infektionen haben in vielen Regionen der nördlichen Hemisphäre besonders Kleinkinder infiziert. So auch in Baden-Württemberg. Dementsprechend sind manche Richtlinien für die (passiven) Schutzimpfungen – man spricht besser von einer Prophylaxe –  gegen dieses Virus geändert und vorgezogen worden. Für Deutschland sollen die ersten RSV-Prophylaxen ab Anfang Oktober verabreicht werden. Schwere Verläufe der RS-Viren gibt es insbesondere für Kinder in den ersten beiden Lebensjahren und da ganz besonders bei Kindern mit Risiken (z.B. Frühgeborene, herzkranke Kinder). Nähere Einzelheiten erläutert ein Merkblatt der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Eine neue Strategie gegen Malaria (in Englisch) zeigt gute Erfolge. Wie aus Burkina Faso und Mali bekannt wurde, konnte in einer Studie mit 6000 Kindern über 17 Monate die Häufigkeit an Malaria durch die Kombination eines Anti-Malaria-Mittels mit eine Malariaimpfung um 70% gesenkt werden.

In der letzten Woche kam es in 13 KiTas im Ländle zu Ausbrüchen von Corona-Infektionen. Davon waren zwischen 2 bis 9 Personen in den Institutionen betroffen. Unter den Schulen meldete nur ein einzige einen Ausbruch (mit 3 Infizierten).

Asiatische Marionetten. Foto: pixabay, Martine Auvray

Der Wahlkampf zum Bundestag findet zunehmend in medialen Arenen statt, mehr Show als Diskurs um politische Themen. Nun hat der Sender ProSieben eine Linie überschritten, als er 11-jährige Kinder als Interviewer einsetzte. An sich wäre das okay. Diesen Kindern aber Erwachsenen-Fragen über das Knöpfchen im Ohr zuzuschieben macht Kinder zu Marionetten. Als Erwachsene sollten wir Kinder in jedem Alter ernst nehmen. Respekt ist ein Wort, das im Wahlkampf häufiger fiel. Vielleicht sollten deswegen dem Sender und den Eltern der beiden Kinder die Frage gestellt werden, warum sie so entwürdigend handelten.

Was geht in der Welt rum? Die TigermückeAedes albopictus – ist längst nicht nur mehr in den Tropen anzutreffen. In Europa ist sie nicht nur in den Küstenregionen von Frankreich, Italien und Spanien sowie auf Sardinien und Korsika anzutreffen. In Deutschland wurde sie erstmals 2011 in Baden-Württemberg gesichtet. Am Oberrhein gibt es mehrere Populationen dieser gestreiften Mücke, die Erkrankungen wie das Dengue-Fieber verbreiten kann. So zum Beispiel im Stadtgebiet von Stuttgart, Ludwigsburg und – erstmals in diesem Jahr – auch in Heilbronn. Im Moment ist das Risiko von Krankheitsübertragungen durch die Tigermücke noch gering. Aber wärmere Wintermonate und heiße Sommer könnten das in den nächsten Jahren ändern. Der Klimawandel hat viele Gesichter.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein entspanntes Wochenende, ganz herzlich grüßt Sie Ihr

Kopfgneis

Der Kopfgneis ist eine Auffälligkeit, die bei vielen Säuglingen beobachtet und fälschlicherweise oft als „Milchschorf“ bezeichnet wird. Sie betrifft die Haut des – vielleicht noch nicht – behaarten Kopfes. Der Kopfgneis ist medizinisch unbedenklich, kein Notfall, aber dennoch lästig. Ohne Behandlung klingt er, nachdem er in den ersten Lebenswochen aufgetaucht ist, meist bis zum Alter von 9 Monaten von sich aus ab. Er ist medizinisch eine Form des sog. seborrhoischen Ekzem des Säuglings und zeigt sich als fettig-gelbliche, festhaftende Schuppenschicht im Bereich des behaarten Kopfes (siehe nebenstehendes Bild). Entgegen anderslautender Gerüchte hat er nichts mit einer Allergie zu tun, selbst die Häufigkeit von Allergien ist beim Gneis nicht höher.

Soll man den Kopfgneis entfernen?

In der Regel nein. Wie gesagt, der Kopfgneis ist medizinisch unbedenklich und die Entfernung hat keinerlei Einfluss auf die Gesundheit oder das Wohlbefinden des Säuglings. Oft jedoch fühlt sich jedoch die Umgebung (der Erwachsenen) wohler, wenn kein Gneis zu sehen ist. In extremen Fällen mit dicken schuppigen Belägen kann die Entfernung auch einmal sinnvoll sein, um Infektionen der – unter dem Belag geröteten – Haut zu vermeiden.

Welche Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung?

(1)  Meist wird abends der Kopfgneis mit Olivenöl eingerieben und somit aufgeweicht. Dann kann am nächsten Morgen mit leichten Reibbewegungen der Gneis langsam und vorsichtig entfernt werden. Bei dieser Methode gelingt es nicht, den Gneis vollständig zu entfernen. Oft findet in den kommenden Wochen auch eine gewisse Neubildung statt.

(2)  In schwierigen Fällen, kann durch niedrig konzentrierte Anwendung von Salicylsäure ein guter Erfolg erzielt werden. Die Art und Konzentration der Anwendung sollte mit dem Arzt abgesprochen und nicht auf eigene Faust eingeleitet werden.

(3)  Es soll wohl von manchen Ärzten in Einzelfällen auch Cortisonsalbe angewendet werden. In unserer Praxis war dies noch nie nötig. Bei Abwägung der unerwünschten Wirkungen ist mit dieser Methode kein vertretbarer Nutzen zu erkennen.

(4)  Als weitere Option wird die Anwendung von BabyBene® Gel beschrieben. Dieses Gel enthält u.a. Oliven- und Jojoba-Öl und ist von der Zusammensetzung her unproblematisch.

Fazit: Eine Behandlung des Kopfgneis‘ ist medizinisch nicht erforderlich. Versuche zuhause mit Olivenöl oder dem BabyBene® Gel scheinen gerechtfertigt.

Babywindeln

Seit Jahren geht die Diskussion: Was ist besser, Stoffwindeln oder Einwegwindeln? Besser fürs Kind, die Eltern oder die Umwelt? Jeder Kinderarzt weiß, dass Eltern mit dem ersten Baby sehr oft mit Stoffwindeln zur Vorsorge U3 (4.-6. Lebenswoche) kommen – mit nochmals großen Unterschieden bezüglich Stadt- und Landbevölkerung. Klar ist auch, dass mit jedem weiteren Kind und mit dem zunehmenden Alter (der Kinder, nicht der Eltern!) die Stoffwindeln immer seltener werden.

Die Stiftung Warentest hat sich in ihrem August-Heft wieder diesem Thema gewidmet. Das Ergebnis überrascht nicht. Wie immer sind die Pampers Sieger. Aber nun zu den einzelnen Bewertungen der Einmalwindeln (alle bezogen auf die Größe 4):

Name Note Preis pro Windel Anmerkung
Pampers Premium Protection 1,4 26 cent nachts sehr gut
Pampers Baby-Dry 1,5 21 cent nachts sehr gut
dm Babylove Premium-Windeln 1,7 12 cent
Hipp Baby Sanft Extra weiche Windeln 1,7 23 cent
Lillydoo Windeln 1,9 38 cent
Lidl Lupilu soft&dry 2,0 12 cent
Edeka Elkos Baby Glück Premium W 2,1 13 cent

Die Bewertungen liegen recht nahe beieinander, die Preise jedoch nicht. Aber manchmal lassen sich Eltern es etwas kosten, wenn die feucht-schwere Windel am Morgen allen Urin der Nacht auffangen konnte und kein Feuchtigkeitsfleck im Bett zurückbleibt.

Wie immer der Hinweis: Diese Tabelle kann nur eine grobe Orientierung sein. Im Testheft der Stiftung Warentest (August 2021) werden noch viele weitere praktische Tipps gegeben, die sich zu lesen lohnen.

Sonnenschutzmittel

Kurz vor dem Sommerurlaub hat sich die Stiftung Warentest wie jedes Jahr der Bewertung von Sonnenschutzmitteln gewidmet. In diesem Jahr wurden die Cremes und Lotiones spezielle für Kinder – übrigens alle mit einem Lichtschutzfaktor von 50+ – nicht erneut getestet. Es liegt jedoch eine Zusammenstellung der getesteten Kindercremes des letzten Jahres vor. In der folgenden Tabelle listen wir die besten auf:

Name LF Note Preis/ ml Anmerkung
Lidl Cien Sun Kids Sonnencreme 50+ 1,4 2,25 / 100 Kinder-Test von Juli 2020
Müller Lavozon Kids Med Sonnenmilch 50+ 1,4 5,75 / 200 Kinder-Test von Juli 2020
Rossmann Sunozon Kids Sonnenspray 50+ 1,5 6,00 / 250 Kinder-Test von Juli 2020
dm Sundance Sensitiv Sonnenbalsam 30 1,4 3,45 /200 NEU
Sun D’Or Sonnenmilch 50 1,4 4,30 / 200 NEU
Müller Lavozon Sonnenmilch 30 1,5 2,45 / 200 NEU
Rossmann Sunozon Sonnenspray 30 1,5 3,50 / 200 NEU

Wichtig wie immer: Die Cremes und Sprays sollten regelmäßig und großzügig angewendet  werden. Im Wasser werden sie teilweise abgewaschen, so dass nach jedem Baden / Abtrocknen der Sonnenschutz neu aufgetragen werden sollte.

Auch im Wasser ist der Sonnenschutz enorm wichtig. Die UV-Strahlung dringt zu über 80% in Tiefen von einem Meter Wassertiefe ein. Gerade Kinder und Jugendliche sollten also mit ausreichend Sonnenschutz ins Wasser steigen.

Wie immer lohnt es sich, den gesamten Test der Stiftung mit den vielen praktischen Details im Einzelnen zu lesen.

Fluorid zur Kariesvorbeugung

Seit Jahrzehnten ein Klassiker und immer wieder in der Diskussion ist die Frage zur kindlichen Karies: Wer braucht wann wieviel Fluorid? Und, sind damit auch negative Wirkungen verbunden?

Karies ist eine chronische Erkrankung, die das Zahnhartgewebe angreift. Ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren begünstigt diesen Prozess:

  • Bakterien im Mundraum wie z.B. Streptokokkus mutans.
  • Kohlenhydrate wie Zucker.
  • der Faktor Zeit.

Im Zusammenspiel dieser Bakterien mit Kohlenhydraten entstehen Säuren, die die Calcium-Phosphate aus dem Zahnschmelz lösen. Das führt zu Demineralisation, die fortschreitet und eine kariösen Zahn hinterlässt.

Fluoride haben Wirkungen, die diesem Prozess entgegenwirken:

  • sie fördern die Re-Mineralisation
  • die verringern die De-Mineralisation
  • die bremsen den Stoffwechsel der Bakterien und führen hierdurch zu einer geringeren Säureproduktion

Diese Effekte können die Fluoride auf zwei unterschiedlichen Wegen entwickeln:

  • systemisch: wenn sie also dem Körper als ganzes (wie z.B. in Tablettenform) zugeführt werden.
  • topisch:  wenn sie auf die Zahnoberfläche aufgebracht werden – sei es als Zahnpasta oder als Lack.

Aber was bedeuten diese Erkenntnisse für den Alltag von Säuglingen, Klein- und Schulkindern?

Das große Dilemma ist, dass Eltern widersprüchliche Empfehlungen präsentiert werden. Die kinderärztlichen Gesellschaften empfehlen seit Jahrzehnten die Gabe von Vitamin D in Kombination mit Fluor (z.B. als D-Fluoretten© 500) beginnend ab dem 10. Lebenstag. Die Kinderzahnärzte betonten derweil immer, dass die regelmäßige Zahnpflege mit Zahnpasta ab dem ersten Zahn sinnvoller sei. Dieser Widerspruch von systemischer Therapie (Kinderärzte) und topischer Therapie (Zahnärzte) könnte sich dieser Tage langsam auflösen. Bald soll eine neue Leitlinie hierzu erscheinen, eine Überarbeitung der alten soll in Bälde vorliegen.

Aus den USA liegt die neueste Empfehlung der amerikanischen Kinderärzte (AAP) gerade vor, die in Pediatrics erschienen ist. Darin steht (verkürzt zusammengefasst):

  • Zahnpasta ab Durchbruch des ersten Milchzahns (zunächst mit reiskorngroßer Menge = etwa 0,1 mf Fluorid)
  • Fluoridlack ab Zahndurchbruch alle 3-6 Monate (bei hochwertiger Zahnpflege kann darauf verzichtet werden)
  • Orales Fluorid, wenn das Trinkwasser nicht fluoridiert ist. Bei Fluoridgehalt von <0,3ppm Zufuhr ab 6 Monaten mit 0,25 mg/ Tag beginnen

Dabei fällt auf, dass in den ersten 6 Monaten kein Fluorid überhaupt gegeben wird. Daneben ist keine Rede von „Kinderzahnpasta“ – die Menge des Fluorids wird also über die Menge an der auch für Erwachsenen üblichen Zahnpasta gesteuert.

Typisch amerikanisch: Klare und einfache Regeln. Wir dürfen sicher sein, dass die deutschen Regeln deutlich komplizierter ausfallen. Die Frage ist, was am Schluss mehr Erfolg hat. Dieser Unterschied ist ja gerade auch für alle bei den Coronaimpfungen zu sehen: Deutschland stellt beste, komplex ausgefeilte Regeln auf – die im Alltag permanent umgangen werden. Ob wir das beim Thema Kariesprophylaxe besser machen werden?

Medien- und Internetabhängigkeit – Ein Problem von Kindern und Jugendlichen?

Von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es einige Daten, die sich mit Sucht bei Kindern und Jugendlichen befassen. Das umfasst Studien zum Rauchen, zum Konsum von Alkohol und zu Drogen.

Zum Thema einer exzessiven Mediennutzung gibt es Studiendaten erst seit 10 Jahren. Kürzlich erschein die BZgA-Studie zum Thema „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019 – Teilband Computerspiele und Internet„, die im Internet zum Download bereitsteht.

Grundlage war die Drogenaffinitätsstudie 2019, für die – ähnlich wie vier Jahre zuvor – 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt wurden. Die Befragung ergab, dass 12- bis 17-Jährige Computerspiele und Internet wöchentlich im Durchschnitt 22,8 Stunden, die Älteren (18- bis 25-Jährige) durchschnittlich 23,6 Stunden nutzten.

Von einer computerspiel- oder internetbezogenen Störung gehen die Autoren bei 8.4% der befragten Jugendlichen und 5.5% der jungen Erwachsenen aus. Interessanterweise sind bei den Jugendlichen mehr Mädchen (10%) als Jungen (7%) davon betroffen. Seit der ersten Untersuchung im Jahre 2011 sowie der Nachfolgeuntersuchung 2015 zeigt sich eine Zunahme dieser Störung.

App bei Lese-Recht-Schreibschwäche (LRS)

Die Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) ist betroffene Kinder und Eltern ein Problem, das im praktischen Umgang sehr mühsam ist. Es beginnt meist in den ersten Klassen, wenn es um die Bewertung und Benotung von Aufsätzen geht. Da sehen Kinder sehr oft den Rotstift und Noten, die ihrem Können oft nicht gerecht werden.

Oft noch schwieriger ist es TherapeutInnen zu finden, die im Umgang mit der LRS weiterhelfen können. Manches Mal geht es um sehr lange Fahrtwege, häufig geht es ums Geld, denn die Bezahlung der Therapien werden von den Krankenkassen meist nur teilweise erstattet.

Da stellt eine App einen Lichtstrahl dar. Linguisten, Informatiker und Psychologen der Universität Tübingen und des Tübinger Insti­tuts für Lerntherapie (TIL) haben ein digitales Lernspiel mit dem Namen Prosodiya entwickelt.

„Viele Kinder mit einer LRS haben Probleme, den Sprachrhythmus wahrzunehmen und die Betonungen der Wortsilben zu erkennen“, erläutert Heiko Holz, einer der Entwickler der App. Das sei ein echter Hemm­­schuh beim Schreibenlernen.

Mithilfe von „Prosodiya“ üben die Kinder, einzelne Wörter in Silben einzuteilen, die betonten Silben zu er­kennen und lange und kurze Vokale zu unterscheiden. Das hilft dabei die Rechtschreiberegeln leichter umzusetzen.

Die App kann von den Kindern selbst ohne Mithilfe der Eltern angewendet werden. Angedacht ist, dass Kinder über zehn Wochen drei bis fünf Mal in der Woche jeweils über 15 Minuten  Prosodiya anwenden.

Die App kann momentan kostenlos heruntergeladen werden kann. Sie wurde im Rahmen eines vom Bundesminis­terium für Bildung und Forschung geförderten Projekts entwickelt und durch die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Zum Ende des Schuljahres wird die App vermutlich kostenpflichtig sein.

Baukindergeld schnell beantragen

Nur wenige Eltern wird es betreffen. Aber noch können Anträge auf das Baukindergeld gestellt werden. Aber nur noch bis zum 31. März 2021.

Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich?

  • zu versteuerndes Einkommen des Haushaltes liegt unter 90.000 €/ Jahr (Grundlage: Einkommen des vorletzten und vorvorletzten Jahres)
  • im Haushalt lebt mindestens 1 Kind unter 18 Jahren
  • bei mehreren Kindern: Pro Kind geht die Einkommensgrenze um 15.000 € nach oben
  • nur für die erste und einzige Wohnimmobilie
  • der Bauantrag bzw. Kaufantrag für die Immobilie muss bis 31.März.2021 gestellt sein

Welche Vergünstigung ist damit verbunden?

  • Familien erhalten für 10 Jahre einen jährlichen Zuschuss
  • pro Kind und Jahr 1200 € – somit 12.000 €/ Kind insgesamt

Weitere Informationen können Sie hier nachlesen.

Weniger Neurodermitis auf dem Bauernhof

Das Leben auf dem Bauernhof ist in vielen Beziehungen günstig für ein gesundes Leben von Kindern. Studien aus Europa haben dies für die Entstehung von Allergien schon mehrfach belegt. So wurde bereits vor 10 Jahren im Rahmen der PASTURE-Study gezeigt, dass frühe Kontakte zu Tieren auf dem Bauernhof bei vielen Kindern das Auftreten von Neurodermitis verhindern kann.

Zusammenhang von der Häufigkeit von Neurodermitis (AD) mit der Anzahl und Diversität von Tieren in der Umgebung. Quelle: JACI, Steiman et al, 2020

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie über das Auftreten von Neurodermitis im Vergleich von Müttern und Kindern, die in den USA auf einem Bauernhof leben. Darin untersuchten Cheryl A. Steiman und Mitarbeiter von der University of Wisconsin in Madison das frühe Auftreten von Neurodermitis (early-onset AD (atopic dermatitis)) bei Müttern, die bereits in der Schwangerschaft auf dem Bauernhof lebten.

Es zeigte sich, dass eine frühe und damit tendenziell schwere Neurodermitis deutlich seltener auftrat, wenn zwei Bedingungen erfüllt waren:

  1. Ständige und enge Kontakte zu Tieren auf dem Bauernhof.
  2. Auf dem Bauernhof lebten viele unterschiedliche Tiere (Diversität).

Dabei spielt schon die Schwangerschaft eine günstige Rolle. Wenn also schwangere Bäuerinnen eng in die Arbeit mit Tieren eingebunden waren, trat bei ihren Kindern später seltener die – eher schwere – Frühform einer Neurodermitis auf.

Das enge Zusammenleben mit verschiedenen Tieren ist also auch in Bezug auf die Verhinderung einer Neurodermitis günstig. Für einzelne Tiere wie Katzen oder Hunde ließ sich dieser Effekt bisher nicht belegen.