Kategorie: Was tut gut?

Das Geschäft mit dem Wunsch nach Gesundheit: Schüßler-Salze ?

Gesundheit ist das wichtigste, sagen fast alle Menschen, denen ich begegne. Dazu schweige ich meistens. Zu oft steht die Hoffnung auf immerwährende Gesundheit am Anfang des Selbstbetrugs.

Ein seit Jahren beliebter Weg seine Gesundheit zu erhalten sind die Schüßler-Salze. Sie wurden im 19. Jahrhundert vom Homöopathen Wilhelm Heinrich Schüßler (1821 – 1898) so zusammengestellt. Dabei berief er sich zum einen auf die Forschungen des Pathologen Rudolf Virchow, der an der Berliner Charité Zellforschungen durchführte sowie des holländischen Physiologen Jakob Moleschott, der sich mit der Bedeutung der Mineralstoffwechsels beschäftigte. Selbst Homöopath, störte ihn in dieser Lehre die Vielfalt der angewendeten Mittel und er reduzierte deswegen seine Therapie auf 12 Arzneien – „eine abgekürzte Therapie“, wie er sie selbst nannte. Zur Verwendung kamen Salze in homöopathischen Dosen, „Funktionsmittel“ :

  • 1     Calcium fluoratum (Bindegewebe, Gelenke, Haut)
  • 2     Calcium phosphoricum (Knochen, Zähne)
  • 3     Ferrum phosphoricum (Immunsystem)
  • 4      Kalium chloratum (Schleimhäute)
  • 5      Kalium phosphoricum (Nerven, Psyche)
  • 6      Kalium sulfuricum (Entschlackung)
  • 7      Magnesium phosphoricum (Muskeln, Nerven)
  • 8      Natrium chloratum (Flüssigkeitshaushalt)
  • 9      Natrium phosphoricum (Stoffwechsel)
  • 10    Natrium sulfuricum (innere Reinigung)
  • 11    Silicea (Bindegewebe, Haut, Haare)
  • 12    Calcium sulfuricum (Gelenke)

Alle diese Mittel werden in homöopathischen Konzentrationen von D6 bis D12 angeboten. Das sind umgerechnet 1:1 Million bzw. 1:1 Billion. Diese Zahlen kennen wir aus der heutigen Finanzwelt. Eine Billion heißt praktisch: 1 Teilchen auf 1 000 000 000 000 Teilchen. Das ist eine verschwindend geringe Menge. Das steht im Widerspruch zu seiner These, dass ein Mangel an Mineralien die Krankheiten auslösen würde. Ebenso schwierig ist nachzuvollziehen, wie mit 12 Mitteln (inzwischen werden übrigens 69 Schüßler-Salze angeboten) das Spektrum aller Krankheiten zu behandeln sein soll.

Wie ist die Wirksamkeit zu bewerten? Heute, fast 150 Jahre nach Darlegung von Schüßlers Überlegungen, ist die Medizin sehr wohl in der Lage, einen Mangel an Mineralien nachzuweisen. Auch eine erfolgreiche Behandlung mit Mineralien wäre belegbar. Dennoch existieren keinerlei Studien. Das belegt auch ein Blick auf die Homepage „Forschung und Wissen“, die gleich zu Beginn schreibt: „Doch muss es immer die streng wissenschaftliche Untersuchung sein? Reicht es nicht aus, wenn nach der Einnahme eines Präparates die Mehrzahl der Probanden über eine Besserung ihrer Beschwerden berichten?“ Nein, dieses Gefühl reicht eben nicht aus. Das nennt sich Placeboeffekt. Kurz zusammengefasst:

  1. Ein Wirkungsnachweis für Schüßler-Salze besteht bis heute nicht. Es liegen keinerlei wissenschaftliche Studien vor. 
  2. Bein Einnahme der Schüßler-Salze – meist Tabletten – kann es durch den Gehalt an Laktose bei Laktoseintoleranz zu Beschwerden kommen (darauf weist der Beipackzettel auch hin).
  3. Durch Unterlassen einer nachweislich wirksamen Therapie kann eine „Behandlung“ mit Schüßler-Salzen für Erkrankte schwerwiegende Folgen haben.

Die Therapie mit Schüßler-Salzen kommt einem großen Bedürfnis von uns Menschen entgegen: Wir wollen gesund sein und bleiben. Und das mit möglichst wenig Aufwand (Sport, kein Übergewicht) und ohne Nebenwirkungen aller Art. Ähnliche Wünsche in anderen Bereichen des Lebens (z.B. Finanzen) haben meist fatale Auswirkungen.

Die Schüßler-Salze waren vor 150 Jahren sicher ein spannender Ansatz. Heute wissen wir mehr und können viele Erkrankungen behandeln, die damals noch nicht einmal bekannt waren (z.B. einige Stoffwechseldefekte, die – unbehandelt – im Säuglingsalter zum Tod führen). Insofern wäre es richtig, diese Therapien als interessanten,aber gescheiterten Versuch ihrer Zeit (19. Jahrhundert) zu bewerten, Krankheiten zu behandeln. Schüßler-Salze haben aus meiner Sicht keinen Platz in der medizinischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Erwachsene, die eine „gutes Gefühl“ dabei haben, kann man nicht davon abhalten. Als Eigenversuch muss sie jeder Erwachsene für sich selbst verantworten.

Die Diskussion über alternative Behandlungsmethoden ist auf politischer Ebene endlich in vollem Gang. Bei den Grünen könnte das zu einer Zerreißprobe führen. Im Moment gehören diese Behandlungen in Deutschland nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Allerdings erstatten viele Krankenkassen Behandlungskosten für Naturheilverfahren über ihre sog. Satzungsleistungen. Frankreich ist einen Schritt weitergegangen: Dort werden homöopathische Arzneimittel mangels erwiesener Wirksamkeit ab 2021 nicht mehr erstattet werden.

Ist eine Sitzerhöhung für ältere Kinder als Beifahrer ausreichend?

Für Kinder sind in Deutschland Kindersitze beim Mitfahren im Auto gesetzlich vorgeschrieben. Das trägt dazu bei, dass die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland wie den Nachbarländern von Jahr zu Jahr sinkt.

Zahl der Verkehrstoten bis 2018 Deutschland  Foto: Statista

Die gesetzlichen Vorgaben sind verpflichtend. Aber sie bieten manches Mal nicht den Schutz, der heute machbar und somit sinnvoll ist. Im letzten Heft der Stiftung Warentest (Februar 2020) wurde diese Tatsache nochmals deutlich rausgestellt. Die Stiftung betont, dass insbesondere ein Sitzerhöhung zwar einen Schutz bei frontalen Zusammenstößen biete, aber nicht beim seitlichen Aufprall. Wenn Kinder im Auto einschlafen, sacken sie meist zur Seite weg und hängen dann förmlich in den Seilen, also in diesem Fall im Sicherheitsgurt. Das kann gefährlich werden. Deswegen sei immer auch eine Rückenlehne erforderlich.

Eine gute Zusammenfassung aller Sicherungssysteme bietet der DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat). In der folgenden Broschüre sind wichtige Details hierzu übersichtlich dargestellt.

Stiftung Warentest betont, dass Kinder erst ab einer Größe von 1,5 Meter auch ohne Sitzerhöhung und Rückenlehne ausreichend gesichert sind.

Mobbing in der Schule

Das Thema Mobbing (engl. to mob: schikanieren) ist besonders in Schulen bedeutsam. Trotz langer Diskussionen mit Schülern und deren Eltern (auch an Elternabenden) sind die Bemühungen, Mobbing zu verhindern oder wenigstens einzuschränken, begrenzt. Das belegt auch die PISA-Studie 2017 die zeigt, dass etwa jeder sechste 15-jährige Schüler in Deutschland von Mobbing betroffen ist. Seit Jahren wird das Thema durch das zunehmende Cybermobbing, das sich häufig in der Anonymität versteckt, verstärkt. Kinder- und Jugendärzten ist dieses dramatische Problem aus dem Alltag gut bekannt.

Nun gibt es von der Techniker-Krankenkasse (TK) und der „Beratungsstelle Gewaltprävention“ der Behörde für Schule und Berufsbildung in Hamburg das Programm „Gemeinsam Klasse sein“ als Anti-Mobbing-Projekt. Bundesweit. Damit können Schulen kostenfrei Materialen nutzen, die sich für die Jahrgangsstufen fünf bis sieben eignen.

Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Programm gut angenommen wird. Von Lehrern, denen als sog. Multiplikatoren viel Vorarbeit ins Haus steht. Von Eltern, deren Mitarbeit enorm bedeutsam ist. Und insbesondere natürlich von den Schülern in den Kassen, die durch das Programm zu Experten in der Abwehr von Mobbing werden. Schüler sind die Experten, die ihre Eltern aufklären.

Wo über Mobbing geredet wird darf man hoffen, dass es weniger oft vorkommt.

Finanzielle Unterstützung für Schüler

Kinder sind uns teuer, sie liegen uns am Herzen. Und teuer sind sie meist auch, trotz des Kindergeldes. Besonders wenn es um die Ausbildung geht. Da kann schon manche Rechnung auf dem Tisch landen, die Eltern Kopfzerbrechen bereitet.

Aber es gibt Unterstützung. Meist kommt die finanzielle Unterstützung von Stiftungen. Fleißige Menschen wollen etwa 400 verschiedene Programme ausgemacht haben. Drei davon wollen wir kurz vorstellen. Sie werden bald merken, ob etwas für Ihr Kind dabei ist oder werden auf andere Programme stoßen. In jedem Fall lohnt es sich, hier zu forschen. Das kann den Geldbeutel von Eltern oft wirkungsvoll entlasten.

Reemtsma Begabtenförderungswerk

Nach eigenen Angaben „unterstützt das Reemtsma Begabtenförderungswerk schon seit 1957 Schüler und Studenten aus einkommensschwachen Familien. Denn eine fundierte Ausbildung junger Talente sollte niemals allein vom Einkommen der Eltern abhängig sein….. Für eine Förderung ….. können sich Schülerinnen und Schüler der Oberstufe… bewerben“. die monatliche Unterstützung für Schüler beträgt 150 €, für Studenten bis zu 200 €. Weitere Informationen hier: https://reemtsma-stipendium.de/

Talent-im-Land

Für  das Programm Talent-im-Land, das es in ähnlicher Form auch in Bayern gibt, können sich Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 bewerben. Die Bewerbung ist ab Anfang Februar bis zum 15. März möglich. „Das Stipendienprogramm Talent im Land unterstützt begabte Schülerinnen und Schüler aus Baden-Württemberg, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft Hürden zu überwinden haben, auf ihrem Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife. Finanzielle Förderung, ein begleitendes Seminarprogramm und individuelle Beratung helfen den Jugendlichen dabei, die eigenen Begabungen zu entfalten und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.“ Für weiter Informationen: https://talentimland.de/

Start-Stiftung

Diese Stiftung gehört zur bekannten Hertie-Stiftung. Ihr Ziel: »Wir wollen herausragende junge Menschen mit Migrationserfahrung in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten und fördern.« Weitere Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 14 Jahren, der Besuch einer Schule in einem deutschen Bundesland und Deutschkenntnisse (mindestes B1). Auch hier besteht bis zum 16. März die Möglichkeit sich zu bewerben. Weitere Informationen kann man hier finden: https://www.start-stiftung.de/stiftung/

Diese drei Programme sind ein minimaler Ausschnitt. Wer weitere Möglichkeiten sucht muss sich letztlich im Internet durchzappen. Um einen ersten Überblick zu bekommen eignet sich der Studienloste https://www.stipendienlotse.de/ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Je nach Erfahrung können Lehrer gut weiterhelfen. Dabei sollte man immer beachten, dass besonders Kinder mit spezieller Begabung und/oder finanzieller Bedürftigkeit die besten Chancen haben eine finanzielle Unterstützung zu bekommen.

Tablets sind ein Risiko für Kinder

In einer vor kurzem veröffentlichten Studie legten Forscher erstmals Daten vor, die sich mit der Mediennutzung von Kleinkindern beschäftigen.

Die Forscher um John S. Hutton und sein Team vom  Cincinnati Children’s Hospital Medical Center untersuchten dabei eine Gruppe von 47 Kleinkindern im Alter von 3 bis 5 Jahren. Diese absolvierten verschiedene kognitive Tests und eine MRT (diffusionsgewichtet). Deren Eltern wurden mit Hilfe des ScreenQ-Fragebogens über das Nutzungsverhalten ihrer Kinder in Bezug auf Smartphones und Tablets befragt. Zum Vergleich für kindgerechtes Verhalten gegenüber diesen Medien wurden die Empfehlungen der American Academy of Pediatrics (AAP) herangezogen. Die AAP schlägt Eltern beispielsweise vor, Kindern zwischen zwei und fünf Jahren nicht länger als eine Stunde am Tag vor einem Display sitzen zu lassen.

Im Ergebnis fanden die amerikanischen Forscher Veränderungen in der weißen Hirnsubstanz bei den Kindern, die ein hohes Nutzungsverhalten für die neuen Medien aufwiesen. Bereiche des Gehirns, die eng mit Sprache und dem Erlernen von Schreiben und Lesen verbunden sind, waren deutlich weniger strukturiert.

Diese Studie kann nur ein Anfang sein, Einflüsse neuer Medien auf unsere Kinder besser zu verstehen. Weitere Untersuchungen sind erforderlich. Der Studienleiter John S. Hutton fasst kurz zusammen: „Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig es ist, die Effekte von Smartphone- und Tablet-Nutzung auf das Gehirn zu untersuchen“.

Bis dahin ist es sich nicht falsch, Kleinkinder von den Medien fernzuhalten. Oder noch besser: Kinder sollten angeregt werden, die Natur zu genießen: Spiele im Freien, Schneebälle werfen, wenn es mal kurzzeitig die Chance dazu gibt. Und wenn’s draußen mal richtig stürmt basteln oder „Mensch-ärgere-Dich-nicht“ spielen. Die Zeit rausgehen zu dürfen wird im Leben mit den Jahren immer kürzer. Und ob’s bald noch Schnee gibt? Also los geht’s!

Und wenn Sie in Bezug auf das Coronavirus auf dem aktuellen Stand bleiben wollen: Hier im praxisblättle finden Sie die neuesten Informationen. Ganz am Ende des Beitrags steht ein Link zur interaktiven Karte von Bloomberg – sehr informativ (aber in Englisch).

Nasenbluten

In den Wintermonaten stellt Nasenbluten ein relativ häufiges Thema in der ärztlichen Praxis dar. Immerhin sind von diesem Problem 60% aller Menschen in Deutschland irgendwann einmal im Leben betroffen. Meist sind es ältere Personen (vorwiegend Männer). Kinder und Jugendliche machen 6% aller Patienten mit Nasenbluten aus.

Ursache für das Nasenbluten sind meist Manipulationen in der Nase, wenn Kinder beispielsweise mit dem Finger die Nase erkunden. Ein Risikofaktor kann auch die trockene Luft sein, die in den Wintermonaten in den Räumen vorherrscht. Meist ist bei Kindern die Region des sog. Locus Kiesselbachi im vorderen Nasenabschnitt betroffen.

Was ist als Erstes zu machen?

Bei Kindern ist zunächst einmal die Beruhigung wichtig, denn der Blutfluss erschreckt sie meist sehr stark. Am besten legen sie sich kurz hin, das senkt den allgemeinen Blutdruck, womit oft vielen geholfen ist.

  • Kompression (Druck) des betroffenen Nasenflügels, indem dieser der Nasenscheidewand für wenige Minuten – zart – angelegt wird.
  • Kälteanwendung. Dazu kann ein kühler Lappen oder auch ein cool-pack auf die Stirn oder in den Nacken gelegt werden.
  • Eiswürfel – sofern Kinder damit einverstanden sind – lutschen; alternativ auch Speiseeis. Das schmeckt gut und hellt die Stimmung wieder auf. Und: Der durch die Aufregung höhere Blutdruck sinkt wieder ab.
  • Vorsicht: Erwachsene neigen dazu, das „schmutzige“ Blut sofort abwischen zu wollen. Diese Manipulation um die Nase herum ist in den ersten 10 – 15 Minuten nicht günstig. In der Ruhe liegt die Kraft 🙂

Was tun wenn die Blutung sehr lange anhält?

Das kommt tatsächlich bei Kindern und Jugendlichen eher selten vor. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt können recht sicher abschätzen, ob eine Blutungsstörung (z.B. von Willebrand-Syndrom) vorliegt. Das ist eher selten. Deswegen erfolgt häufig eine Überweisung zu einer/m HNO-Ärztin/arzt. Diese Nasen-Spezialisten untersuchen die Nase genau und schauen, ob vielleicht ein Fremdkörper die Ursache für die Blutung ist und andere Blutungsursachen abzuklären sind. Darüber hinaus kann sie/er spezielle therapeutische Maßnahmen zur Blutstillung anwenden.

Und wenn das Nasenbluten immer wieder auftritt?

Aufbau der Nase. Der Locus Kiesselbachi liegt in der Nasenspitze. Foto: www.nasenbluten-hilfe.de

Dann liegt meist eine Schwellung am Locus Kiesselbachi vor. Am Locus Kiesselbachi besteht ein sehr enges Netz an Blutgefässen, die teilweise sehr oberflächlich liegen und durch kleinste Reize oder oft auch ohne ersichtlichen Grund zum platzen kommen. Das kann vom HNO-Arzt durch Verätzung recht schnell behandelt werden.

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Kinder-Ministerium …. :)

Es bewegt sich was. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat – wie man sieht – einen Titel, der manchem Erwachsenen Probleme der Merkfähigkeit aufzeigt. Da hilft die Abkürzung kaum weiter.

Viel griffiger ist hier der Name Kinder-Ministerium. Auf dessen Homepage werden Kindern einige Informationen zum Thema Kinderrechte ansprechend näher gebracht. Dort gibt es auch einen Link, mit dem man direkt Kontakt mit dem Ministerium aufnehmen kann.

So haben es wenigstens Kinder leichter, einen Zugang zur Arbeit des Ministeriums zu bekommen.

Übrigens. Im Anglo-Amerikanischen Raum gibt es einige Seiten zum Children’s Ministery. Dort haben die Inhalte fast durchgehend religiösen Charakter.

Newsletter des praxisblättle Foto: ptw

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HPV-Impfung: Was passiert in Ländern ohne diese Impfung?

Die Gebärmutterhalskrebsimpfung gibt es in Deutschland nun schon seit Jahren. Der Name ist für die meisten Menschen unaussprechlich und medizinisch auch nicht korrekt. Einfacher und besser ist es, von der HPV-Impfung zu sprechen.

Die HP-Viren sind die Ursache für den Gebärmutterhalskrebs (medizinisch: Zervixkarzinom). Diese Form des Krebses kommt weltweit vor, zeigt aber je nach Land deutliche Unterschiede in der Häufigkeit. Das wurde in einer ausführlichen Publikation von Marc Arbyn und Mitarbeitern (Belgien, Spanien, USA, Frankreich) nochmals deutlich. Die Unterschiede im Auftreten haben mit vielen Faktoren zu tun. Ganz besonders wichtig sind jedoch der Zugang zu Früherkennungsprogrammen (Vorsorge) und den nicht billigen Impfungen (HPV-Impfung). Dementsprechend entspricht die Weltkarte in etwa auch der Verteilung von Armut und Reichtum.

Häufigkeit in verschiedenen Ländern an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Angegeben ist die Zahl der Erkrankungen pro 100.000 Frauen-Jahre Foto: Lancet

Es verwundert daher nicht, dass in den 42 Ländern mit niedrigem Einkommen das Zervixkarzinom die häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen darstellt. Weltweit wurde diese Diagnose im letzten Jahr bei 570.000 Frauen gestellt, von denen 311.000 daran starben. Am häufigsten ist das frühere Swasiland (heute Eswatini) betroffen, wo 6.5% aller Frauen vor dem 75. Lebensjahr daran erkrankten. In Finnland hingegen erkrankten unter den 2.8 Millionen Frauen gerade 182, von denen 64 Frauen starben.

In Deutschland haben wir ein gut etabliertes Früherkennungsprogramm, um diese Form des Krebes gezielt aufzudecken. Das betrifft etwa 4000 Frauen jährlich. Insgesamt treten pro Jahr aber 7700 Krebserkrankungen auf, die durch das HP-Virus ausgelöst werden (es gibt weitere neben dem Zervixkarzinom). Gegen alle diese Krankheiten wäre die seit über 10 Jahren angebotene HPV-Impfung gut wirksam.

Leider sind die Impfquoten in Deutschland für HPV noch enttäuschend. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) strebt eine Impfquote von 70% an. Bei der letzten Untersuchung deutschlandweit im Jahre 2015 waren jedoch nur 31.3% der Zielgruppe geimpft. Dabei schnitt Sachsen-Anhalt mit 56.7% am besten ab.

Es bleibt also noch manches zu tun, um den Krebs des Gebärmutterhalses effektiver die Stirn zu bieten. Die Impfung gegen HPV wird inzwischen Mädchen und Jungen ab dem 9. Lebensjahr angeboten und wird von den Krankenkassen voll übernommen.

Newsletter praxisblättle. Foto: ptw

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Jugendliche weltweit bewegen sich zu wenig

Körperliche Bewegung gehört zu unserem Leben wie Luft, Wasser und Nahrung. Durch verschiedene kulturelle Veränderungen, hat die Bewegung jedoch für viele Menschen heute eine spürbar geringe Bedeutung. Das ist nicht nur aus medizinischen Gründen nicht günstig. Bewegung tut unserer Gesundheit immer gut und macht uns nebenbei auch glücklicher.

Leider betrifft der Bewegungsmangel inzwischen Jugendliche in allen Ländern der Erde. Das zeigt eine groß angelegte Studie, die kürzlich im angesehen Lancet erschienen ist. Die Autoren um Regina Guthold von der WHO in Genf (Schweiz) haben darin Daten zur körperlichen Aktivität von 1,6 Millionen Jugendlichen aus 146 Ländern der Erde zusammengefasst und bewertet.

Als Messlatte dienten Ihnen die Empfehlungen der WHO zu körperlicher Bewegung, die täglich mindestens 60 Minuten mittlere bis starke körperliche Aktivität für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 -17 Jahren als angemessen ansehen. Es wurde gemessen, wie viele Jugendliche (Mädchen und Jungen getrennt) in welchen Ländern sich zu wenig bewegen.

Diesen Wert – von einer Stunde körperlicher Bewegung täglich – erreichten rund 84% der deutschen Jugendlichen nicht. Genauer: 79,7 Prozent der deutschen Jungen und noch mehr Mädchen (87,9%) waren 2016 körperlich nicht gerade aktiv. Von den reichen Industrieländern lag Italien mit einem Wert von 88.6% Bewegungsmuffeln am höchsten, die USA mit 72.0% am niedrigsten. Relativ gut liegend die Zahlen in Osteuropa oder auch in Spanien. Die meisten Stubenhocker weltweit hat wohl Korea (94.2%).

„Wir hatten eine elektronische Revolution, die die Bewegungsmuster von Jugendlichen offensichtlich verändert hat – und sie dazu anregt, mehr zu sitzen, weniger aktiv zu sein, mehr zu fahren, weniger zu gehen“, sagt Leanne Riley, eine der Autorinnen der Studie. Heute spielen Jugendliche letztlich wohl mehr digital als wirklich aktiv körperlich.

Newsletter praxisblättle Foto: ptw

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Der verbesserte Mann

Jugendliche zu verstehen brauchte wohl seit jeher ein besonderes Einfühlungsvermögen. Das hat sich kaum geändert. Junge Menschen leben und verkörpern die neue Zeit. Und die ist gerade in einem Umbruch, den es in dieser Art schon lange nicht mehr gab. Dadurch sind auch die Anforderungen an Jugendliche deutlich vielfältiger. Die Revolte eines jungen Mannes gegen seinen Vater reicht nicht mehr. Er muss sich im sozialen Netz seine Position erarbeiten. Auch das Geschlechterverhältnis ist ein anderes. Frauen sind selbstbewusster. Das haben die jungen Männer im Elternhaus kaum sehen und erlernen können. So viele Aufgaben. Und dabei immer schön cool bleiben … Ein Artikel der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) am Sonntag (43/2019) hat das kürzlich auf den Punkt gebracht, besser gesagt Sacha Batthyány, sein Autor. Hier einige Ausschnitte, die zum Lesen des ganzen Artikels anregen sollen (mit Genehmigung durch den Autor).

……..Es ist ja nicht so, als würde man gar nicht mehr über Männer sprechen. Einfach nicht über die unter 25 Jahren. Die alten (weißen) Männer hingegen stehen immer wieder im Scheinwerferlicht, wo sie im Zuge von #MeToo für alles Mögliche angeprangert wurden und man ihr Ende medial so oft verkündete wie ihr allerletztes Aufbäumen.

…….Es ist noch nicht lange her, da galten sie als Hoffnungsträger oder als Schrecken der Strasse – oder beides. Sie waren laut und verloren, waren wütend oder wenigstens pornosüchtig. Sie trugen Frisuren, die ihren Eltern nicht passten, hörten Musik, die zehn Jahre später Mainstream wurde, und rebellierten gegen Konventionen. Heute aber ist es eine Greta, die die Massen mobilisiert, kein Gregor. Und ihr Haarschnitt ist so akkurat, als entsprängen sie einem britischen Elite-Internat.

Höchste Zeit, dass man ihn aufsucht und ihm zuhört, dem jungen Mann in der Schweiz. Klar ist das unmöglich, das ist die erste Erkenntnis dieser Suche. Denn es gibt den jungen Mann ebenso wenig wie es die junge Frau gibt oder den Ausländer. Es gab ihn schon früher nicht, aber vielleicht war es nie schwieriger, Generationen in Gruppen zu vereinen: Stadt oder Land, Gymi oder Sek, Bioschweizer oder Secondo – die Gesellschaft hat sich in Mikro­blasen aufgeteilt, die sich in Whatsapp-Kammern mit Informationen zumüllen.

Und zudem sind junge Männer zurückhaltender geworden, auch das ist eine Erkenntnis, als witterten sie überall eine Falle, während die Jahrgänge vor ihnen noch vor jede Kamera drängten. Was lösen meine Handlungen bei anderen aus? – mit dieser Frage sind sie aufgewachsen, der Frage nach ihrer Wirkung. Das macht sie besonnener, als wir es jemals waren, aber auch vorsichtiger: Der junge Mann von heute ist ein Zauderer.

……Vielleicht muss man erst wissen, woher sie kommen, diese jungen Männer, um sie besser zu verstehen. Sie sind Mitte der neunziger Jahre geboren, politisch geprägt wurde diese Generation Z durch die Fukushima-Katastrophe in Japan, nicht die Terroranschläge in New York. Sie sind gut ausgebildet, gehen oft ins Fitnessstudio, sind dafür weniger risikofreudig, das sagt die Statistik. Sie sind «brav, aber depressiv», das sagt das englische Wochenmagazin «Economist».

Manche nennen sie auch Generation Schneeflocke, weil sie von ihren Eltern ständig hörten, während sie ihr Müesli aus dänischen Schalen aßen, wie einzigartig sie seien. Gefühlsbetont seien sie bis in die Fingerkuppen, heißt es, aber wenig belastbar. Sicher ist: Es sind junge Männer, die früh gefördert wurden, Judo, Cello, Frühenglisch und Zirkus Knopf; sie wurden schon bei minimen Auffälligkeiten zum Therapeuten geschickt und trugen selbst beim Schlitteln im Garten immer einen Helm.

….Tatsächlich ist es das Smartphone, das diese Generation verbindet. Rafi und seine Freunde sind die Ersten, die ein Leben ohne Handy nicht mehr kennen. Gemäß der amerikanischen Psychologin Jean Twenge würden viele dieser jungen Menschen ihr Leben nach hinten verschieben. Sie gehen seltener aus, trinken weniger Alkohol, haben weniger Sex und sammeln ganz allgemein zu wenig Erfahrung im analogen Leben, weil sie sich zu sehr im Virtuellen bewegen; weil man sich nicht mehr treffen muss, um sich auszutauschen; weil es keine Klubs und Kinos mehr braucht, seit es Netflix gibt und Spotify.

….«Wir werden zwar ständig mit Informationen gefüttert», sagt Leo, aber das mache die Sache nicht einfacher, weil man immer auch schon die Gegenseite kenne, weil man wisse, was man alles nicht dürfe und was schon wieder out sei. Auf jeden Hype lauert der Gegenhype: Sind Bambusteller gut oder schlecht? Fördert Apple die Kinderarbeit in Kongo? Ist der Rapper Kollegah wirklich ein Sexist? Jede Nachricht kann sich in Sekundenschnelle als Fake herausstellen, wer kommt da noch mit?

…..Martin Bachmann ist Sexualberater im Mannebüro in Zürich. «Wir leben in Zeiten, in denen alles in Verhandlung ist und niemand genau weiß, wie es geht.» Die alten Rollenbilder seien noch da, und doch gebe es keine Generation, die die Gleichstellung der Geschlechter konsequenter lebe.

Kommt hinzu, dass es auch noch nie so viele zielstrebige, schlaue und selbstbewusste Frauen Anfang zwanzig gab. Das fordere viele heraus, die Verunsicherung sei groß, sagt Bachmann. «Es gibt Männer, die sich in der Frage, was es bedeutet, ein Mann zu sein, verlieren», was sich auf die Sexualität auswirke, weil sie ihren Frauen nicht mehr zeigen können, wie sehr sie sie begehrten. Andere wiederum seien feministischer als ihre Partnerinnen, was ebenfalls Probleme bereiten könne. Sicher sei, sagt Bachmann: Nie zuvor wurde zwischen den Geschlechtern derart viel debattiert, neu sortiert und aufbegehrt.

Es ist besser den ganzen Artikel zu lesen. Das geht recht einfach. Bei der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) anmelden. Dort bekommt man einen Zugang für drei Tage. Und einen Blick auf die „Jugend von heute“ über die schon häufiger verächtlich geschaut wurde. Sacha Batthyány eröffnet in sprachlich eleganter und sehr ehrlicher Weise einen ganz neuen Zugang zur nächsten Generation.