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Allergisch nur gegen männliche Hunde?

Allergisch nur gegen männliche Hunde? Das hört sich seltsam an. Spiel aber tatsächlich eine grössere Rolle als gedacht. Wie kommt das?

Zur Diagnose einer Allergie ist der Haut-Allergietest (Prick-Test; englisch: skin prick test – SPT) die erste Maßnahme. Dazu könnten die Haare eines Hundes verwendet werden. Meistens wird aber eine standardisierte Lösung angewendet, in der die verschiedenen allergischen Anteile  des Allergens eingearbeitet sind. Zur Bestätigung wird häufig noch ein serologischer Test aus dem Blut durchgeführt, über den das Immunglobulin E (IgE) – ein Marker für eine mögliche Allergie – sowie das spezifische IgE gegen Hundehaare bestimmt werden kann. Kurz: zur Diagnose einer Hunde-Allergie wird üblicherweise ein Hauttest und ein Blutest durchgeführt.

In den letzten Jahrzehnten hat die Allergologie immense Fortschritte gemacht. Inzwischen sind unterschiedliche Moleküle als Bestandteile des Hunde-Allergens bekannt. Diese molekularen Bausteine nennen sich: can f 1, can f 2 …. bis can f 7. Das wichtigste unter diesen Allergenen ist can f 1, gegenüber dem die meisten gegen Hunde allergischen Menschen reagieren („Major-Allergen“). Es kommt im Hundehaar, -Speichel und -Urin vor. Das can f 5 ist ebenfalls ein Major-Allergen. Dieses wird jedoch in der Prostata des männlichen Hundes gebildet und kommt praktisch nur im Urin eines männlichen Hundes vor.

In einer kleinen Studie, hat die innovative Arbeitsgruppe um den dänischen Kinderallergologen Hans Bisgaard herausgearbeitet, dass es Kinder und Jugendliche gibt, die nur gegen dieses can f 5 allergisch sind. Das bedeutet: Diese Gruppe von Kindern ist damit nur allergisch gegen männliche Hunde.

Allergie gegen Hunde

Hundehaltung ist nicht unüblich dieser Tage. In Europa halten laut Untersuchungen zwischen 9.8% und 34.8% aller Haushalte einen Hund, abhängig vom jeweiligen Land. In den USA sind es 30.4%. Kurzum, in nahezu jedem 3. Haushalt lebt heute ein Hund in Europa oder den USA.

Wenn chronische Atemwegsbeschwerden wie Husten oder Schnupfen bestehen, kommt die Frage nach der Ursache auf. Im Kinder- und Jugendlichenalter ist dabei die Hausstaubmilbe das häufigste Allergen, sofern eine Allergie als Ursache vermutet wird. Aber Tierhaare spielen auch eine wichtige Rolle, besonders die von Katzen und Hunden.

Deswegen wird in diesen Fällen beim Allergie-Hauttest in aller Regel zusätzlich zu den Hausstaubmilben auch auf Katzen- und Hundeallergene untersucht. Dort zeigt sich häufiger eine positive Reaktion. Das Problem ist nun, diese richtig zu bewerten. Denn eine positive Reaktion im Hauttest ist noch lange kein Beweis für eine bedeutsame Allergie.

In einer aufwändigen Studie hat nun ein Forschungsteam um Ulrika Käck von den Universitäten in Stockholm und Uppsala (Schweden) diese Frage weiter untersucht. Sie führten bei 60 Kindern und Jugendlichen mit positivem Allergie-Hauttest auf Hundehaare im Alter von 10 bis 18 Jahren zusätzlich kontrollierte Provokationen durch. Dabei wurden verschiedene Allergene des Hundes über ein Spray in die Nase eingebracht.

Im Ergebnis zeigte sich, dass von diesen 60 Probanden nur 25 im nasalen Test reagierten. Von diesen wiederum hatte aber lediglich einer zuhause einen Hund. Die anderen 24 Personen berichteten jedoch, beim Zusammenkommen mit einem Hund akuten Schnupfen zu bekommen. Spezielle Bluttests ergaben nun zusätzliche Informationen, um die echten Allergiker herauszufischen.

Fazit

Der Allergie-Haustest gibt erste wichtige Informationen, aber selten eine Diagnose in Bezug auf die Bedeutung von Allergien bei einem Patienten. Gerade bei den Allergenen gegen Hunden ist eine korrekte Diagnose eine Herausforderung, die aber durch spezielle Tests für den Experten – einen Allergologen – kein Problem darstellt.

Fragen Sie also Ihren Allergologen.