Schlagwort: Allergie

Hühnerei-Allergie und Ekzem beim Säugling

Nahrungsmittelallergien scheinen an Bedeutung zuzunehmen. Sie schränken einerseits die Lebensqualität ein und können für die Betroffenen auch lebensgefährlich sein.

Zu den häufigsten Allergien in den ersten beiden Lebensjahren gehört die Allergie gegen Hühnerei. Die europäische EuroPrevall-Studie untersuchte eine Gruppe von 12.049 Kindern ab Geburt, die in Bezug auf Allergien beobachtet wurde. Kürzlich erschien im The Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice zum Thema Hühnereiallergie eine Studie aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Kirsten Beyer von der Charité in Berlin. Auf der Basis von 86 Kindern aus der EuroPrevall-Studie mit gesicherter Eiallergie konnten sie zeigen, dass das Ekzem (Neurodermitis) eng mit dem Risiko einer Hühnereiallergie verknüpft ist.

Interessant ist, dass bei nachgewiesener Ei-Allergie das Ekzem im Schnitt 3,6 Monate zuvor begonnen hatte. Interessant ist ebenso, dass das Ekzem rasch an Schwere zugenommen hatte. Bei besonders starker Neurodermitis (SCORAD über 15) lag die Wahrscheinlichkeit für eine Eiallergie bei über 25%. Der Zeitpunkt, wann Ei erstmals zugefüttert worden war hatte jedoch keinen Einfluss. Es scheint also einen Zusammenhang von Ekzem und Kontakt zu Ei zu bestehen.

Weitere Risikofaktoren für eine Hühnerei-Allergie waren eine Antibiotikagabe in der ersten Lebenswoche und ein bestehender Schnupfen.

In einer Anschluss-Studie soll nun untersucht werden, ob ggf. gezielte Hautpflege und frühes Zufüttern von Ei günstig sein könnten. Diese Daten müssen abgewartet werden, bevor Empfehlungen ausgesprochen werden.

Unsere Einschätzung: Bei schwerem, rasch aufgetretenem Ekzem scheint es ratsam, mit einer/m allergologisch versierter/m Kinderärztin/arzt Kontakt aufzunehmen, um eine Allergie gegen Hühnerei auszuschließen.

Allergisch nur gegen männliche Hunde?

Allergisch nur gegen männliche Hunde? Das hört sich seltsam an. Spiel aber tatsächlich eine grössere Rolle als gedacht. Wie kommt das?

Zur Diagnose einer Allergie ist der Haut-Allergietest (Prick-Test; englisch: skin prick test – SPT) die erste Maßnahme. Dazu könnten die Haare eines Hundes verwendet werden. Meistens wird aber eine standardisierte Lösung angewendet, in der die verschiedenen allergischen Anteile  des Allergens eingearbeitet sind. Zur Bestätigung wird häufig noch ein serologischer Test aus dem Blut durchgeführt, über den das Immunglobulin E (IgE) – ein Marker für eine mögliche Allergie – sowie das spezifische IgE gegen Hundehaare bestimmt werden kann. Kurz: zur Diagnose einer Hunde-Allergie wird üblicherweise ein Hauttest und ein Blutest durchgeführt.

In den letzten Jahrzehnten hat die Allergologie immense Fortschritte gemacht. Inzwischen sind unterschiedliche Moleküle als Bestandteile des Hunde-Allergens bekannt. Diese molekularen Bausteine nennen sich: can f 1, can f 2 …. bis can f 7. Das wichtigste unter diesen Allergenen ist can f 1, gegenüber dem die meisten gegen Hunde allergischen Menschen reagieren („Major-Allergen“). Es kommt im Hundehaar, -Speichel und -Urin vor. Das can f 5 ist ebenfalls ein Major-Allergen. Dieses wird jedoch in der Prostata des männlichen Hundes gebildet und kommt praktisch nur im Urin eines männlichen Hundes vor.

In einer kleinen Studie, hat die innovative Arbeitsgruppe um den dänischen Kinderallergologen Hans Bisgaard herausgearbeitet, dass es Kinder und Jugendliche gibt, die nur gegen dieses can f 5 allergisch sind. Das bedeutet: Diese Gruppe von Kindern ist damit nur allergisch gegen männliche Hunde.

Was geht rum? 09. Mai 2020

Heute lesen Sie ein fast Corona-freies praxisblättle. Was es Neues zum Thema Coronavirus gibt, erfahren Sie morgen im „EXTRA-blättle Corona“. Dort habe Ihnen 6 Themen zu verschiedenen Fragen vorbereitet.

Mit dem Regen der letzten Woche hat sich die Natur wieder etwas erholt. Die Pflanzen haben  einen neuen Wachstumsreiz bekommen, der auch die Pollenzahl wieder nach oben schnellen ließ.

Gräserpollenflug am Bodensee Quelle: www.pollenundallergie.ch

Inzwischen kam auch die Wärme hinzu. Der Gräserpollenflug ist im vollen Gange. Für alle allergischen Kinder und Jugendlichen gibt es einige Möglichkeiten, die Pollen-Belastung im Alltag gering zu halten:

  • Bei starkem Pollenflug die Fenster geschlossen halten. Das gilt besonders am Morgen (05:00 Uhr bis 09:00 Uhr) und am Abend. Nachts gibt es so gut wie keinen Pollenflug (ab etwa 21:00 Uhr), da können die Fenster problemlos offen bleiben.
  • Jeder Mensch ist tagsüber draußen Pollen ausgesetzt. Die lassen sich auf der Haut und den Haaren nieder. Abendliches Duschen (am besten mit Waschen der Haare) ist sehr wirkungsvoll, um nahezu pollenfrei ins Bett zu steigen. Wenn Sie das jeden Abend machen, bleibt das Bett von Pollen verschont.
  • Damit die frisch gewaschene Bettwäsche frei von Pollen bleibt, dürfen Betttücher nur im Trockner oder im Keller getrocknet werden. An der frischen Luft nehmen sie erhebliche Mengen an Pollen auf, die nachts den Weg in Nase und Bronchien der Schlafenden finden. 
  • Je schneller die Bewegung an der frischen Luft, umso mehr Pollen geraten ins Gesicht (und damit an die Nase und in die Bronchien). Fahrten im Auto mit geöffneten Fenstern oder gar mit Kindern als Beifahrer auf dem Motorrad oder dem Scooter sind für allergische Kinder und Jugendliche ungünstig. Klimaanlage (am besten mit Pollenfilter) im Auto anschalten.
  • Eine komplett freie Nasenatmung kann oft nicht erreicht werden. Wenn die Nase aber nachts „zu“ ist, sollte mit dem Kinder- und Jugendarzt geklärt werden, welche Medikamente vielleicht doch – wenn auch nur etwas – helfen könnten. Offener Mund heißt: Die Atemluft wird nicht mehr gefiltert und so gelangen Pollen auf direktem Wege in die Bronchien. Das kann den Weg für Asthma ebnen.
  • Und: Natürlich wird das Spiel auf einer Wiese mit vermehrten Beschwerden bestraft. Das ist schrecklich, aber das ist nun mal eine Allergie und diese Krankheit achtet nicht auf die psychische Befindlichkeit. Deswegen sollte das Rasen mähen zuhause nicht den allergischen Kindern aufgetragen werden.

Seit Wochen gibt es eine große gute Nachricht: Nahezu keine weiteren Infektionen. Noch sind die Kinder und Jugendlichen im Ländle kaum von Infektionen – außer der C-Infektion – betroffen. Weiterhin gibt es Windpocken, aber weniger als die Hälfte der üblichen Belastung. Mumps kommt eher gehäuft vor, aber in der letzten Woche kam nur eine Neuerkrankung hinzu.

Dengue-Fieber. Verteilung im Jahre 2006. Quelle Percherie / CC BY-SA http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Was geht in der Welt rum? Während bei uns über das Corona-Virus diskutiert wird, setzt eine andere Virusinfektion ihren Weg um den Globus fort. Die Rede ist vom Dengue-Fieber, das schon mehrfach an dieser Stelle genannt wurde. Weltweit sind die Hälfte der Menschen von ihm bedroht, weil sie in einem Endemiegebiet leben. Im Unterschied zum Coronavirus ist das Dengue-Virus bezüglich Temperaturen anspruchsvoller. Trotzdem erkranken etwa 100 Millionen Menschen jährlich daran, 22.000 versterben. Nun hat das Dengue-Fieber Argentinien mit etwa 43.500 Verdachtsfällen und bislang 21 Toten erreicht. Das kleinere Nachbarland Paraguay berichtet gar von über 215.000 Erkrankungen. Eine Impfung gegen Dengue ist dringend nötig, weil aber alle bisherigen Versuche scheiterten, gibt es keine. Es ist nicht oft nicht so einfach, eine gute und verträgliche Impfung zu entwickeln.

Genießen Sie das sommerlich warme Wochenende in der Natur. Oder auf dem Spielplatz. Mit Anstand und Abstand. Un bleiben Sie zuversichtlich. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

 

Jugendliche mit Allergie: Welcher Beruf geht?

Allergien sind nicht in Stein gemeißelt, sie unterliegen wie alle Prozesse im Körper der Veränderung. Ein schwer allergischer Säugling kann seine Nahrungsmittelallergien verlieren, was häufig vorkommt. Er kann im späteren Leben ohne andere Allergien wie Heuschnupfen und Asthma sein, was selten vorkommt. Ebenso kann ein Mensch, der 70 Jahre ohne Allergien durchs Leben kam, im hohen Alter seinen ersten Heuschnupfen entwickeln.

Eine wichtige Weichenstellung zeigen Allergien in die Pubertät. In dieser Zeit finden nicht nur Ablösungsprozesse von der Eltern statt. Auch in Bezug auf die Allergien – um es salopp zu sagen – werden die Karten für viele Menschen neu gemischt. Parallel steht in dieser Zeit neben vielen noch wichtigeren Themen (wie Ablösungsprozesse, sexuelle Reife, Liebe) oft auch Überlegungen zur beruflichen Entwicklung an.

Ein allergischer Jugendlicher stellt sich dann die Frage, ob sein Beruf langfristig seiner Allergie schaden könnte. Hierzu gibt es inzwischen einen Allergierisikorechner von der Universität München (Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Radon). Dieser liegt in zwei Varianten vor. Interessant für Jugendliche sind die verschiedenen Rechner „Bis ins junge Erwachsenenalter“. Dort wiederum gibt es für die verschiedenen Probleme wie Handekzem jeweils eigene Rechner. Diese sind sehr schnell zu bearbeiten. Hierzu finden sich im unteren Teil Erklärungen zu den gestellten Fragen. Mit dem Druck auf die Taste „Risiko ausrechnen“ erfährt ein Jugendlicher dann die Wahrscheinlichkeit, mit der dieser ungünstige Fall – z.B. Handekzem – eintritt.

Dieser Allergierisikorechner gibt eine erste und gut abgesicherte Einschätzung. Darüber hinaus ist für so wichtige Entscheidungen auch eine individuelle Beratung bei einem – am besten kinderärztlichen – Allergolog*in sinnvoll. Schließlich geht es um eine weitreichende Entscheidung. Es sollte wenn irgendwie möglich vermieden werden, dass ein beruflicher Werdegang wegen allergischer Probleme abgebrochen werden muss, die vorher schon zu erwarten waren.

Was geht rum? 02. Mai 2020

Viel Unmut äußert sich nach dem wochenlangem Shutdown. Aber kaum von Familien. Dabei werden sie den Maßnahmen in der Coronakrise besonders stark getroffen. Je kleiner die Wohnung und/oder der Garten, umso schlimmer. Aber die Schließung der Kindergärten und Schulen hat auch eine gute Seite: Kinder haben kaum Möglichkeiten, sich anzustecken. Es gibt bisher zwar keine Studien hierzu, aber so gesund dürften Kleinkinder in den letzten Jahren wohl nie gewesen sein. Leider können sie und ihre Eltern das nur begrenzt genießen.

Kindergarten – ein Bild aus glücklichen Tagen Quelle: pixabay, tolmacho

Im praxisblättle haben wir schon manchmal angeregt, bei der Öffnung von Einrichtungen mehr an die Kinder zu denken und weniger ans Shoppen. Es ist schon lange bekannt, dass Kinder seltener und schwächer an COVID-19 erkranken. Das zeigt auch die neueste Studie des Centers for Disease Control (CDC, in Englisch), die sich mit den aktuellen Daten bei Kindern in den USA befasst  Und obwohl sie eher selten von COVID-19 betroffen sind, leiden sie wohl am meisten unter der Kontaktsperre, die ihnen verbietet, mit anderen Kindern zu spielen und das soziale Leben zu üben.

Aus der Schweiz hat sich Prof. Dr. Christian Berger vom Kinderspital Zürich in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) zum diesem Thema geäußert. „Bei uns (Anm in der Schweiz) sind 0,4 Prozent aller bestätigten Fälle Kinder unter 10 Jahren und 2,7 Prozent Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren“. In den allermeisten Fällen seien die bisher 114 an COVID-19 erkrankten Schweizer Kinder von Erwachsenen angesteckt worden. „Wir haben keine große Erfahrung damit, wie das Virus unter Kindern zirkuliert.“ Vieles spricht dafür, dass unter kontrollierten Bedingungen (Kleingruppen mit einem Drittel der Klassengröße?), KiTas und Grundschulen vermutlich geöffnet werden könnten. Das RKI und die WHO vertreten jedoch andere Positionen.

Noch nie haben Wissenschaftler so eifrig in der öffentlichen Diskussion mitgesprochen. Und dabei vertreten sie oft gegensätzliche Positionen. Viele Menschen verstehen jedoch nicht, dass auch Wissenschaft irren kann. Aber, Forscher beobachten genau und lernen aus Fehlern, die nachweisbar sind. So kontrollieren sie sich gegenseitig. Erfreulich, dass auch viele Politiker in der Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern nachdenklicher werden. Oft gilt in diesen Tagen: Argument sticht Parteimeinung.

Gräserpollenflug. Die graue Fläche gibt die Stärke des Pollenflugs über die letzten 10 Jahre wieder. Die Säulen (links unten im Bild) zeigen die aktuellen Daten von 2020, jeweils bezogen auf Münsterlingen (Bodensee, Schweiz) Quelle: www.pollenundallergie.ch

Seit zwei Monaten ist alles anders. Auch bei den Pollen. Bisher war der April die Zeit, in der die Birkenpollen flogen. In diesem Jahr sind diese schon längst auf dem Rückzug und haben den Gräserpollen den ersten Platz überlassen. Am Bodensee und Oberrhein sind sogar schon die Pollen des Wegerich in der Luft. Diese suchten uns bisher erst Ende Juli heim. Eltern allergischer Kinder müssen also den Pollenflugkalender in diesem Jahr umschreiben. Übrigens, ein möglicher und schöner Nebeneffekt vom Mund-Nasen-Schutz („Maske“) könnte sein, dass er viele Pollen abhält und damit Kinder und Jugendlichen vor dem Heuschnupfen – zumindest etwas – schützt.

Unter den wenigen Infektionen die rumgehen, sind natürlich auch Kinderkrankheiten. Vor einer Woche hatten wir berichtet, dass die Windpocken auf 25% des Normalniveaus zurückgegangen sind. Beim Keuchhusten hingegen liegen die Erkrankungszahlen noch auf dem Niveau des letzten Jahres. In der letzten Woche kamen 25 neue hinzu. Ganz anders bei den Masern: Seit den Kontaktbeschränkungen Mitte März ist bis heute nur eine einzige weitere Erkrankung gemeldet worden. Sind im letzten Jahr bis Ende April 61 Menschen im Ländle an Masern erkrankt, so sind es jetzt nur 26. Auch ein schöner Nebeneffekt! Ganz zur schweigen von den selten gewordenen Magen-Darm-Infektionen.

Was geht in der Welt rum? Es gilt eine weltweite Reisewarnung und Reisen selbst in die Schweiz und Österreich sind nicht möglich. Dennoch wollen wir hier weiter berichten, welche Infektionen in der Welt eine Rolle spielen. So werden aus Thailand in diesem Jahr bereits 5 mit Tollwut infizierte Hunde gemeldet. Seit zwei Jahren gibt es dort viele Tollwuterkrankungen, woran im Jahr 2018 nach offiziellen Angaben 17 Menschen und im letzten Jahr 1 Mensch verstarben. Immerhin gibt es gegen Tollwut eine gut wirksame Impfung. Für wen diese sinnvoll ist, sollte vor der Reise mit einem erfahrenen Arzt geklärt werden.

Wenn Sie wegen des Coronavirus auf dem Laufenden bleiben wollen……? Wir bringen ab sofort jeden Sonntag im praxisblättle ein „EXTRA-blättle  Corona“ mit Informationen, die besonders für Eltern und ihre Kinder interessant sein könnten. Schreiben Sie uns gerne, was Sie interessiert und bewegt. Gerne nehmen wir Ihre Fragen und Anregungen auf.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Mit Ihnen hoffe ich, dass sich im Mai die Lage für die Kinder verbessert und sie wieder raus dürfen. Raus in die Natur, auf den Spielplatz und in die Kindertagesstätte oder Schule. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

 

Luftschadstoffe verschlimmern Gräserpollenallergie

Auch wenn die Klimadebatte erst in den letzten Jahren Bedeutung gewann, ist der Einfluss von Schadstoffen auf die allergische Reaktion schon seit 30 Jahren bekannt. Eine europäische Studie konnte nun diesen Einfluss auf den allergischen Schnupfen belegen.

In der MASK-POLLAR Studie konnten Annabelle Bédard und viele weitere Mitarbeiter aus neun europäischen Städten von Barcelona bis Vilnius zeigen, dass der Gräserpollenflug durch einige Schadstoffe ungünstig beeinflusst wird. Bei einigen der 3323 Teilnehmer trat während der Gräserpollensaison ein unkontrollierter allergischer Schnupfen auf. Als „unkontrolliert“ wurde der allergischer Schnupfen bezeichnet, wenn die Symptome (auf einer bestimmten Skala) und / oder der Verbrauch an Medikamenten sehr hoch war.

Diese Befunde wurden in Beziehung gesetzt zu den Messungen von Luftschadstoffen. Dabei zeigte sich, dass bei hohen Ozonwerten oder hohen Werten von kleinsten Luftpartikeln (PM2,5– das sind alle Schwebeteilchen in der Luft, die einen kleineren Durchmesser als 2,5 μm haben) auch die Symptome von Allergikern stärker waren. Die Folge war, dass es zu einem Anstieg der schwerwiegenden Symptome um 25% kam.

Diese Verschlechterung kann dadurch erklärt werden, dass die Luftschadstoffe Pollen zerstören können, wodurch diese eine grössere allergische Potenz bekommen. Inwieweit ein solcher Zusammenhang auch beim allergischen Asthma besteht, ist noch nicht abschließend geklärt.

Konsequenz? Während der Gräserpollensaison sollten betroffene Allergiker bei hoher Schadstoffbelastung in der Luft die körperliche Belastung im Freien gering halten. Das wäre insbesondere um die Mittagszeit günstig, wenn die Ozonkonzentration am höchsten liegt. Für PM2,5 gibt es leider keine einfache Regel zur Ermittlung der maximalen Belastung.

Entzündung der Nebenhöhlen

Als Schwabe kennt man neben der Bärenhöhle auch die Nebelhöhle auf der Schwäbischen Alb. Wenn’s aber um die Nebenhöhlen geht wird’s schon schwieriger. Kein Wunder, denn auch die Medizin tut sich mit den Nebenhöhlen schwer, zumindest, wenn es um die Behandlung einer  Entzündung geht.

Nebenhöhlen (medizinisch lat.: sinus) sind Hohlräume, die sich in unserem Schädel finden. Sie liegen hinter den Wangen, in den Knochen um die Augen und hinter der Nase. Ihre Aufgabe ist es, die Luft die die Nase durchströmt zu wärmen, zu befeuchten und zu filtern. Wie in der Natur häufig auch, haben alle Nebenhöhlen einen sehr schmalen Zugang zu Nase. Das bedeutet, dass sie auch gesundheitlich an die Nase gebunden sind. Geht es der Nase schlecht, geht es häufig auch einzelnen Nebelhöhlen schlechter.

Bei Geburt gibt es einzelne Nebenhöhlen sie die Kieferhöhlen. Andere bilden sich erst im Lauf der Kinder- und Jugendalters aus, wie die Stirnhöhlen. Es kann sogar vorkommen, dass die Stirnhöhlen gar nicht angelegt werden. Die Nebenhöhlen spielen also im Kindesalter eine geringere Rollen als bei Jugendlichen. Bei Erwachsenen spielt die chronische Entzündung der Nebenhöhlen eine große Rolle. Es sind 5 – 12% aller Erwachsenen betroffen.

Die Nebenhöhlen können sich entzünden: Sinusitis. Dabei schwellen die Schleimhäute in den Nebenhöhlen an. Vielfach bildet sich auch Sekret, das in komplizierten Fällen nicht mehr abfließen kann. Das geht manchmal ohne Beschwerden einher, in vielen Fällen tritt ein Druckgefühl hinter den Augen auf, manchmal auch Kopfschmerz. Das Nasensekret ist dick und zäh und läuft hinten am Rachen herunter („post nasal drip“), was typischerweise zu häufigen leichten Husten führt. Ohrdruck oder Zahnschmerz kann auch auftreten. Fieber ist nicht sehr häufig.

Bei den Ursachen stehen drei Krankheitsbilder im Vordergrund, die sich überschneiden können.

1. Akute Nasennebenhöhlenentzündung

Sie tritt im Zusammenhang mit einer üblichen Erkältung auf und dauert höchstens 4 Wochen. Die ursächlichen Viren leiten die Entzündung ein, es kommt eine bakterielle Entzündung hinzu.

2. Chronische Nebenhöhlenentzündung

Sie beginnt häufig als akute Entzündung und setzt sich über mehr als einen Monat fort. Dabei führt die Schwellung der Schleimhäute und die bakterielle Besiedlung zu einem sich aufschaukelnden Prozess. In ungünstigen Fällen wird er durch den sog. Biofilm unterhalten. Das sind pilzförmige Gebilde von Millionen von Bakterien, die schwer zu behandeln sind. Antibiotika sind meist eher ungünstig, da sie nur die Erreger an der Oberfläche treffen, nicht aber das Zentrum des Biofilms. In schwerwiegenden Fällen stehen Therapien mit sog. Biologica (z.B. Dupilumab) zur Verfügung, die sehr erfolgsversprechend sind.

3. Allergische Nasennebenhöhlenentzündung

Bei einem allergischen Schnupfen steht häufig die Schwellung der Nasenschleimhäute im Zentrum. Diese Schwellung kann sich über die Zeit in die angrenzenden Nebenhöhlen fortsetzen. Dabei wird häufig der zarte Gang zu den Nebenhöhlen durch die Schwellung verschlossen, wodurch die einzelnen Nebenhöhle nicht mehr belüftet werden kann. In der Folge kommt es meist zu einer bakteriellen, also eitrigen, Entzündung der Nebenhöhle.

Die Sicherung der Diagnose ist oftmals nicht einfach. Manche Menschen haben wenig Symptome und die klinische Untersuchung ist leider unsicher. Mit Ultraschall können die Nebenhöhlen in der Wange (sinus maxillares) untersucht werden, die anderen sind nur mithilfe einer Computer-Tomographie (CT) oder eines Magnet Resonanz Tomographen (MRT) zu sehen. Ergänzend sind die Untersuchung des Nasensekrets oder bei speziellem Verdacht ein Allergentest sinnvoll. Bei Kindern ist man mit einer Untersuchung der Nase (Rhinoskopie) erstmal zurückhaltend.

Die Therapie beruht auf der richtigen Diagnose und kann gelegentlich eine große Herausforderung sein. Häufig besteht sie aus der Anwendung mehreren Maßnahmen gleichzeitig. Obwohl eine bakterielle Infektion oft eine Rolle spielt, sind Antibiotika nur selten sinnvoll. Ein wichtiger Teil der Therapie ist für die meisten Betroffenen die Anwendung von Cortison-Nasensprays, um die Schwellung der Nasenschleimhäute gezielt zu behandeln.

Was geht rum? 04. April 2020

Informationen fliegen uns zur Zeit nur so um die Ohren. Ob von Politikern, Virologen oder den Anhängern von Verschwörungstheorien. Es ist an uns, uns selbst ein Bild zu machen. Damit kann das praxisblättle wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren. Und zwar wollen wir uns wieder vermehrt um die anderen Krankheiten Ihrer Kinder kümmern, die von Corona leider nicht ganz vertrieben wurden.

Um also anderen Themen wieder Platz zu geben, haben wir Ihnen hier einige wichtige Links eingestellt, damit Sie sich selbst aktuell über den Stand der COVID-19 informieren können:

Ja, dabei wollen wir es für diese Woche mal mit COVID-19 belassen. Da fällt mir noch der unvergessene Karl Valentin ein: „Es ist zwar schon alles gesagtnur noch nicht von jedem!“

Der Frühling nimmt an diesem Wochenende einen erneuten Anlauf mit warmen Temperaturen. Damit ist der Weg frei für die Birkenpollen. Allergische Kinder und Jugendliche (oder besser gesagt Sie als Eltern) sollten wichtige Medikamente vorhalten. Das gilt besonders für die, die mit einer Atemnot rechnen müssen: Kurz mal im Medikamentenschrank zuhause nachsehen, ob also ein Notfallspray (beispielsweise Salbutamol) dort zu finden ist. Abgelaufen? Leer? Alles im grünen Bereich? Dann kann der Frühling ja mal starten.

Es ist klar, dass noch viele andere Erkrankungen rumgehen: Durchfall, einfache Erkältungen, oder auch Mittelohrentzündungen. Aber hinter der Heimtücke und der Tödlichkeit des neuen Coronavirus stehen sie, glücklicherweise, alle zurück. Was gestern noch schlimm schien, ist heute harmlos. Zumindest langfristig. Auch wenn für Kinder auch solche Infekte wirklich belastend sein können.

Es gibt auch gute Nachrichten. Die Rotaviren, von denen Kinder gerne im Frühjahr heimgesucht werden, halten sich in diesem Jahr zurück. Die Zahl der Fälle ist verglichen mit 2019 halb so groß. Letzte Woche wurden gerade mal 7 Neuerkrankungen landesweit festgestellt, wo es sonst weit über 50 pro Woche sind. Auch die Kinderkrankheiten wie Keuchhusten halten sich zurück. Von den 25 Fällen an Keuchhusten traten allein 5 in Freiburg auf. Hoffen wir mal,dass dies die Realität abbildet und nicht die fehlende Meldefreudigkeit in Zeiten von ….. Corona.

Was geht in der Welt rum? In vielen tropischen Ländern ist das Dengue-Fieber wieder sehr verbreitet. So zum Beispiel in Singapur, wo sich 4776 Personen in diesem Jahr bereits angesteckt haben. Damit haben im Stadtstaat in den letzten Jahren die Erkrankungen mit Dengue ständig zugenommen. In diesem Jahr sind es gar doppelt so viele wie im letzten Jahr.

Cerealien. Aus verschiedenen Getreiden hergestellt. Foto: pixabay, congerdesign

Den Deutschen ist ein gutes Frühstück wichtig. Dabei spielen die Cerealien („Müesli“) eine wichtige Rolle. Weil sie auf gerösteten Getreiden beruhen erscheinen sie vielen als „gesund“. Und die Milch dazu hat den gleichen Ruf. Die Kritik der Kinder- und Jugendärzte am viel zu hohen Zuckergehalt ist trotz angeblicher Maßnahmen der Nahrungsmittelindustrie noch immer richtig. Das zeigt nochmals eine Studie der AOK,die zum Schluss kommt, dass 99% aller Kindercerealien überzuckert sind. Bis zu 43 Gramm Zucker auf 100 Gramm Cerealien – das kann’s wirklich nicht sein.

So kurz vor Ostern steht die Schokolade in Form von Hasen immer ganz oben bei den Wünschen in Deutschland. In diesem Jahr scheint es ein bisschen anders zu sein. Lindt & Sprüngli verkauft zwar weiterhin die berühmten Goldhasen. Sie sind aber spürbar weniger gefragt als: Toilettenpapier.

Ich wünsche Ihnen einen erfrischenden Frühlingsanfang. Blauer Himmel, klare Luft und frisches Grün in der Natur tun unserer Seele gut. Danach dürfte der Start in die kommende Woche etwas einfacher sein. Auch wenn uns die Viren weiter zusetzen. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 21. März 2020

Inzwischen beherrscht uns das Coronavirus bereits seit mehr als zwei Monaten. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Den Verlauf der Erkrankung zeigt erschreckend deutlich diese interaktive Karte. Ihre Daten beruhen auf den gemeldeten und geprüften Fallzahlen des RKI (Robert Koch-Institut in Berlin). Innerhalb von 9 Tagen hat sich die Zahl der Erkrankungen in Baden-Württemberg mehr als verzehnfacht. Bezogen auf 100.000 Menschen von 2.5 (11. März) auf heute morgen 33.3 (21.März). Auch im Alltag ist zu spüren, dass sich viele Menschen aus dem öffentlichen Raum zurückziehen. Das ist gut so, denn bekanntermaßen ist die soziale Distanz im Moment wichtig, um die Ausbreitung des COVID-19 zu bremsen: #SocialDistancing.

Für alle Eltern, die ihren Arbeitgeber noch überzeugen müssen, dass sie zuhause arbeiten können, gibt es zum home office einen kostenlosen Ratgeber „guide“ des Magazins t3n hier. Eine Möglichkeit, für die eigenen Kinder da zu sein und dennoch arbeiten zu können. Nicht immer einfach, aber …. immerhin.

Haben mein Kind oder ich uns mit dem Coronavirus angesteckt? Das fragen sich wohl einige Familien täglich. Das Problem ist, dass die Erkrankung nicht ganz so leicht zu erkennen ist. Die Symptome von COVID-19 kommen auch bei anderen Erkrankungen vor. Damit ist eine Diagnose nur über die Testung möglich. Im Einzelnen kann auftreten:

  • Fieber (bei etwa 90%)
  • Husten, meist als eher trockener Reizhusten (70%)
  • Durchfall (02 – 33%)
  • verstopfte Nase
  • Störungen des Riechens  

Es bleibt also das Problem, dass wir Erkrankte nicht erkennen können. Auch, weil manchmal fast keine Symptome vorliegen, aber dennoch eine Ansteckungsfähigkeit. Nach Informationen des RKI geht die Ansteckungsfähigkeit bis zu 7 Tage lang. Inzwischen hat eine Forschergruppe um Florian Krammer von der Icahn School of Medicin am Mount Sinai in New York einem Antikörpertest (Publikation in englischer Sprache) entwickelt. Mit dessen Hilfe kann im Serum eines Menschen nachgewiesen werden, ob COVID-19 durchgemacht wurde. Damit könnten Personen identifiziert werden, die bereits eine Abwehr gegen das neue Coronavirus aufweisen ohne dass sie spürbar diese Krankheit durchgemacht hätten.

Die aktuellen Erkrankungszahlen weltweit zeigt die bekannte Karte der Johns Hopkins University.

Zecke am Ohr. Klein, aber deswegen nicht harmlos. Quelle: ptw

Die warmen Tage der letzten Woche haben zwei weitere medizinische Belastungen aufleben lassen. Zum einen die Zecken. Sie sind wieder aktiv und verbreiten im Wesentlichen zwei Krankheiten. Da ist einmal die bakteriell bedingte Borreliose, die zunächst wenig Symptome macht und in dieser Phase unbedingt erkannt werden sollte. Dann lässt sie sich mit einem Antibiotikum vollständig behandeln. Zum anderen gibt es die FSME (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis). Sie wird durch Viren ausgelöst und ist nach Ausbruch nicht mehr (ursächlich) behandelbar. Andererseits gibt es eine gut wirksame Impfung, um sich davor zu schützen. Wer die noch nicht hat und sich gegen FSME wappnen möchte, sollte sich jetzt impfen lassen.

Birkenpollenflug am Oberrhein in Basel Quelle: pollenundallergie.ch

Die andere Entwicklung in der letzten Woche mit den traumhaften Temperaturen war die spürbare Zunahme des Pollenfluges. Die Pollen-Allergien sind zurück. Noch ist der Flug der Birkenpollen – bis auf die letzten 3 Tage – schwach. Daran wird sich auch in der ersten Hälfte der kommenden Woche nichts ändern. Sollten aber die Temperaturen wieder angenehme Werte um 20 Grad erreichen, wird sich für Birkenpollenallergiker einiges ändern. Wer also plant, seinem allergischen Kind ein Antihistaminikum zu geben, tut sich gut daran bald damit zu beginnen. Der Erfolg ist spürbar grösser, wenn die Therapie vor den ersten Beschwerden begonnen wird. Wann das ist, hängt natürlich vom Wohnort ab. Kinder am Kaiserstuhl werden bald Probleme bekommen. Wer in Freudenstadt lebt hat vermutlich noch wenige Wochen Zeit.

In afrikanischen Metropolen geht es eng her. Durch die Bedeutung der kleinen und großen Märkte als Versorgungszentren sind die Kontakte unter den Menschen deutlich häufiger als bei uns. Bleibt zu hoffen, dass das Coronavirus wenigstens dort fernbleibt. Quelle: ptw

Was geht in der Welt rum? Angesichts der massiven Krise durch COVID-19 in Europa, sind Informationen über ferne Länder im Moment für Familien mit Kindern wenig bedeutsam. Reisen sind ohnehin untersagt. Dennoch beobachten wir auch die anderen Regionen in der Welt. So die Zentralafrikanische Republik, in der seit Jahresbeginn über 6600 Menschen – meist Kinder – an Masern erkrankt sind. Verstorben sind daran 108 Personen. Die Masern werden auch durch Viren verursacht. Gegen sie gibt es jedoch eine sehr gut wirksame Impfung, die bei uns leider nicht von allen genutzt wird. In Afrika steht diese aus Kostengründen oft nicht zur Verfügung. Dadurch sind gerade Kinder und Jugendliche auch den Masern hilflos ausgeliefert.

Sollte die Coronavirus-Pandemie in Afrika gleiche Ausmaße annehmen wie bei uns, werden wir noch ganz schreckliche Dinge – aus der Ferne – erleben. Ich fürchte, das wird in wenigen Wochen der Fall sein. Nachdem gestern die ersten drei (offiziellen) COVID-19-Fälle in Madagaskar gemeldet wurden, hat auch dort der Sturm auf Toilettenpapier und einige andere Artikel de täglichen Lebens eingesetzt. Dort gibt es einige wenige Supermärkte für die Wohlhabenden, in denen es also genauso abläuft wie bei uns.

Ich wünsche Ihnen für das Wochenende genügend Gelassenheit, um die vielen beunruhigenden Meldungen zu verarbeiten. Schön, dass uns wenigstens die Natur täglich ein Stückchen mehr mit ihren Farben erfreut. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 07. März 2020

Das Masernschutzgesetz ist eine Woche alt. Es betrifft viele Menschen. In erster Linie Eltern, deren Kinder im Kindergarten, Kindertagesstätte oder der Schule sind. Klare Informationen zum Nachweis des Impfschutzes finden Sie hier. Noch mehr betrifft diese Regelungen die Leitungen der jeweiligen Einrichtung. Für sie hier der Link zum Informationsblatt des Bundesministerium für Gesundheit.

Häufigkeit verschiedener Viren in Abstrichen, die dem RKI bis jetzt (KW 9, 2020) eingesandt wurden Quelle: AG Influenza

Wie weit hat sich das Coronavirus ausbreiten können? Inzwischen (gestern Abend 21:00) sind über 101.000 Menschen weltweit an COVID-19 erkrankt, davon 670 in Deutschland (keine Todesfälle). In Baden-Württemberg sind (Stand 06. März 2020) aktuell 96 Personen davon betroffen. Erkrankungen mit Influenza wurden im Ländle bis Ende Februar 17166 mal gemeldet. Die Grippewelle hält also weiter an und betrifft besonders Bayern und Baden-Württemberg.

Aus der Graphik oben wird deutlich, wie sich die Rhinoviren („Schnupfenvirus“) bis Weihnachten 2019 immer mehr zurückzogen und die Influenza-Viren zum Platzhirsch wurden. Die Karte links zeigt die hotspots (rot) für die Grippe in Deutschland. Kurz zusammengefasst: In der letzten Woche hat sich in Bezug auf die Infektionen im Land für die Kinder und Jugendlichen kaum etwas geändert.

Alle Kinderkrankheiten liegen mehr oder weniger im gleichen Rahmen wie vor einem Jahr. In der vergangenen Woche traten 37 Neuerkrankungen an Keuchhusten auf, davon alleine elf im Ortenaukreis.

Nach dem warmen Winter stellt sich auch die Frage: Wann legen die Birkenpollen los? Diese brauchen noch etwas Zeit und Wärme, um sich zu sammeln. Der viele Regen bremst auch die Kollegen der Erlen und Haseln aus. Noch können sich Allergiker also enspannt in die Natur begeben.

In Deutschland ist gerade für viele Pollenallergiker Montelukast (wie Singulair©) eine wichtige Arznei. Gut wirksam und einfach einzunehmen. Nun kommt von der amerikanischen Behörde für Arzneimittel FDA ein „boxed warning“. Wegen bekannter Zusammenhänge mit neuro-psychiatrischen Auffälligkeiten, sollte diese Arznei bei milden Symptomen eines allergischen Schnupfen nicht mehr eingesetzt werden. Weitere Details (in englischer Sprache) finden Sie hier.

Teil einer Tentakel von Physalia physalis. Quelle: ptw

Was geht in der Welt rum? An den Stränden im Norden von Gran Canaria (Spanien) wurden in den letzten Wochen immer wieder Tentakeln der Portugiesischen Galeere Physalia physalis) gefunden. Die Tentakeln sollten bei Kontakt unbedingt in Salzwasser entfernt werden, am besten mit einem Hilfsmittel (wie hier im Bild mit einem Plastikmesser), so dass man sie seitlich abstreifen kann. Danach soll nach Meinung vieler Betroffener Backpulver auf der Haut verrieben werden. Damit so ein Vorgehen klappt, müssen alle diese Substanzen immer zum Strand mitgenommen werden.

 

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende. Genießen Sie, wenn Sie gesund sind, das kräftige Zwitschern der Vögel das in dieser Jahreszeit seinen Höhepunkt erreicht.