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Bessere Kindergesundheit durch weniger Verkehr?

Es ist noch nicht leicht zu bemerken. Aber das Auto befindet sich langsam auf dem Rückzug. Einen Hinweis gibt das Alter der Autos auf deutschen Straßen. Es nimmt – nach einem Plateau Anfang des Jahrtausends – stetig zu und liegt nun bei 9.5 Jahren. Für junge Menschen hat das Automobil als Statussymbol zumeist ausgedient. Der niedergelegte Golf ist ein Relikt, das nur noch selten anzutreffen sind. In den Städten werden schicke Autos von Schrammen bedroht. Deswegen findet man sie in den Citylagen kaum noch. Dort stehen to-go-Autos an jeder Ecke, um kurz mal die Getränke für das Fest am Abend einzukaufen.

„Ich bin auf das Auto angewiesen“ heißt es hingegen auf dem Land. Dort stimmt es auch meistens. Obwohl ein großer Teil der Mobilität auch zu Fuß, Fahrrad oder mit einem Roller zu machen wäre. Gerade viele aus der Generation X und Y haben halt gerne noch ihr Blech um sich. Auch bei Reisen innerhalb Deutschlands. Bahnfahren? Oder gar FlixBus?

In Berlin sind im Moment etwa 1.21 Millionen Autos zugelassen, darunter 2713 E-Autos (Stand Januar 2019). Die Zahl der Fahrräder ist nicht bekannt. Aber es gibt inzwischen 17 Zählstellen. An der Jannowitzbrücke, die vom Alexanderplatz den Weg über die Spree nach Süden ermöglicht, kommen wochentags bis zu 15.000 Fahrräder vorbei. Da nimmt sich die Zahl der Scooter in der Stadt mit momentan etwa 6000 eher bescheiden aus. Ein buntes Bild: Die Zahl der Autos steigt, die der Fahrräder ebenso und auch die der Scooter. Es wird also erstmal eng auf den Wegen der Stadt. Ob aber die Luft besser wird?

Zurück ins Ländle. Karlsruhe ist schon immer für seinen guten öffentlichen Nahverkehr bekannt. Dort wurden von den Verkehrsbetrieben im Jahr 2016 über 52 Millionen Zeittickets für Auszubildende verkauft. Gemessen an der Zahl der zugelassenen PKW gibt es fast dreimal so viele E-Autos wie in Berlin. Leider ist aber die Länge der Fahrradwege seit 5 Jahren unverändert. Auch hier kein eindeutiger Trend.

Das sieht noch nicht nach Veränderung aus. Aber Sie hat begonnen. In London hat 1952 der Great Smog ein Umdenken herbeigeführt. Inzwischen ist seit 2003 eine gebührenpflichtige Umweltzone (Low Emission Zone) eingeführt. Zusätzlich zu Gebühren für besonders umweltschädigende Autos gibt noch Staugebühren. So, und durch den gut organisierten Nahverkehr, werden Autos abgehalten, in die Innenstadt zu fahren. In Paris ist man auch sehr aktiv und hat in den letzten 5 Jahren das Netz der Fahrradwege um 50% vergrößert. Verkehrsberuhigte Zonen gibt es in den Metropolen wie in den Kleinstädten, Fußgängerzonen ermöglichen neue Freiräume. Gerade Städte wie Köln,  Birmingham, Mailand und Antwerpen – eher fürs Auto gebaut – stellen sich rasant um.

Wir haben einen Einfluss auf unsere Umgebung. Quelle: httpsimgur.comgallerysCvRIEd.gif

Und bei den Menschen ist das Thema Klima auch angekommen. Alle unterstützen Maßnahmen, die das Klima verbessern. Bei den praktischen Schritten aber hapert es noch. Welchen Unterschied es macht ob wir im Auto durch die Stadt fahren oder als Fahrradfahrer bzw. Mitfahrer in einem Eisenbahnwaggon, zeigt eine nette Animation.

Also einfach mal das Auto stehen lassen. Das Fahrrad nehmen – auch wenn’s regnet – oder auch den Bus. Es gibt viele Möglichkeiten, die entdeckt werden wollen.

Für die Kindergesundheit wäre es ein Segen. Für Kopenhagen in Dänemark haben Wissenschaftler um Henrik Brønnum-Hansen und Mitarbeiter kürzlich nachgewiesen, welchen Effekt Umweltverschmutzung in Städten auf Kinder hat. Sie zeigten auf, dass die Senkung der Belastung von NO2 in Kopenhagen auf übliche Werte, wie sie auf dem Lande erreicht werden, die Lebenserwartung im Jahre 2040 um über ein Jahr verlängern würde. Das war nur ein Wert. Ähnliche Veränderungen rufen beispielsweise auch die Reduktion des Lärms hervor. Es lohnt sich also zu bedenken, ob „freie Fahrt für freie Bürger“ (ADAC, 1974) es wirklich wert sind, unsere Kinder kränker zu machen.

Mama, mir ist schlecht – Reisekrankheit

In meiner Kindheit war das noch der Normalzustand: Einsteigen ins Auto, Fahrt über die vor 50
Jahren recht kurvigen und holprigen Straßen. Und nach wenigen Kilometern musste angehalten werden. Wir Kinder erleichterten uns am Straßenrand. Auf der weiteren Fahrt wiederholte sich das alle 30 bis 40 Kilometer.

Heute hat man dafür einen Namen, Reisekrankheit, medizinisch auch Kinetose genannt.
Die kommt heute jedoch selten vor. Kinder wachsen mit dem Auto auf. Vielen dient es fast schon als Schlafmittel. Und so verwundert es kaum, dass sie damit gut zurecht kommen.

Gibt es hilfreiche Medikamente?

Die Schwierigkeit bei der Reisekrankheit ist, dass hier viele verschiedene Reize im Gehirn ungünstig verschaltet werden. Dementsprechend wären auch unterschiedliche Arzneien notwendig, um gezielt und sicher zu helfen. Momentan kommen zwei davon häufiger zur Anwendung:

Scopolamin. Das ist als Anticholinergikum ein Gift, das aus Nachtschattengewächsen gewonnen wird. In niedriger Dosierung führt es zu leichter Hemmung des Brechzentrums und zur Beruhigung. Es kommt als transdermales Pflaster (TTS-S) zur Anwendung. Das Pflaster muss 6-8 Stunden vor drohender Reisekrankheit eingesetzt werden und wirkt dann nahezu 3 Tage lang. Wegen des hohen Risikos für Halluzinationen sind die Pflaster für Kinder überhaupt nicht (laut Herstellerangaben unter 10 Jahren nicht zugelassen) und für Jugendliche sinnvollerweise erst ab 16 Jahren geeignet.

Als zweite Arznei zeigt Dimenhydrinat (Vomex A©, Vomacur©) eine gewisse Wirkung, die aber auch bei unter 50% liegt. Wie bereits im praxisblättle beschrieben, ist der Einsatz dieser Substanz für Kinder und Jugendliche eher ungünstig.

Was tun, wenn Kinder doch unter der Reisekrankheit leiden und es ihnen oft übel wird?

Während der Autofahrt zu lesen oder in ein Tablet zu schauen ist ungünstig. Besser ist es, die Aufmerksamkeit des Kindes auf Dinge in weiterer Entfernung zu lenken. Dazu bieten sich Spiele an, damit Kinder angeregt werden dies zu tun. Zum Beispiel: „Wie viele Autos auf unserer Straße sind rot?“. Oder später das klassische Spiel mit den Tee-Kesselchen für die Älteren. Dabei gilt es Worte mit Doppelbedeutungen zu finden: „Maus“ – die Maus als Tier oder die Computermaus. Meist beschreibt ein Spieler was er sieht, etwa „Auf meinem Tee-Kesselchen wachsen Pflanzen“ = „Erde“. In diesem Fall die Erde vom Acker, aber Erde steht auch für
die Erdkugel.

Kinder müssen aus Sicherheitsgründen auf der Rückbank sitzen. Diejenigen, denen es gerne beim Fahren übel wird, sollten in die Mitte platziert werden. Dann können sie ihren Blick problemlos in die Ferne richten. Zum Seitenfenster hinauszuschauen ist ungünstig. Und: frische Luft ist immer gut.

Fazit. Weil die Reisekrankheit durch komplexe unterschiedliche Prozesse entsteht, gibt es bis heute keine einfache Therapie. Eine solche ist in absehbarer Zeit auch nicht zu erwarten. Die verfügbaren Medikamente sind eher schwach wirksam und weisen für Kinder (und Jugendliche) ein sehr ungünstiges Spektrum an unerwünschten Wirkungen (wie Halluzinationen) auf. Deswegen stehen weiterhin die Verhaltensmaßnahmen ganz im Vordergrund.

Grell leuchtende Schulranzen: ein Stück Sicherheit

Zum Glück für die Kinder, dass es die Stiftung Warentest gibt. Sie nimmt sich vieler für Eltern wichtiger Themen an, beginnend von den Babymatratzen bis zu den Schulranzen. Letztere sind ein Schwerpunktthema im Februarheft 2019.

Schlimm genug dass in der Dämmerung gerne die grauen Autos unbeleuchtet durch die Gegend fahren. Dass ich selbst die Straße sehe, heißt noch lange nicht, dass mich die anderen auch wahrnehmen. Herrschen doch gerade am Morgen und am Abend die Grautöne vor. Und genau dann, wenn der Tag anbricht, brechen auch die Kinder in die Schule auf. Und sie sollten unbedingt gesehen werden. Bei den einigen Herstellern von Schulranzen hat sich das niedergeschlagen. Viele sind inzwischen mit grellen Farben ausgestattet.

Doch im Test haben nur acht der 22 Ranzen ein gutes Ergebnis erzielt. Wir wollen sie kurz vorstellen:

Produktname Note Preis Anmerkung
Ergobag Cubo: Neo Edition Illumibär GUT 1,7 259€ für Erstklässler geeignet
Ergobag Pack: Neo Edition Strahlebär GUT 1,7 259€ leuchtet tags am besten
Scout Alpha Commander (DIN) GUT 1,9 250€ auch für kleine Erstklässler
Step by Step 2 in 1: Pegasus Dream (DIN) GUT 1,9 229€ Rücklehne einstellbar
Scout Genius: World Cup (DIN) GUT 2,0 250€ auch für kleine Erstklässler
Step by Step Touch2: Space Pirat (DIN) GUT 2,0 219€ günstigstes Set
McNeill Ergo Primero Champ (DIN) GUT 2,1 249€ auch für kleine Erstklässler
McNeill Ergo Light Pure Libelle (DIN) GUT 2,3 239€ im Dunkeln mäßig sichtbar

Der Preis aller GUT-getesteten Ranzen liegt klar über 200 EURO. Das eine Menge Geld. Die Investition ist aus Sicherheitsgründen kaum zu vermeiden. Gerade beim Tohuwabohu, das vor vielen Schulen vorherrscht, gibt man gehetzten und wenig achtsamen Autofahrer-Eltern ein zusätzliches Signal, die herumspringenden Kinder sicher zu erkennen.

Autokindersitze

Die technische Entwicklung verläuft rasant, der Zyklus neuer Produkte ist immer schneller. So auch bei den Autokindersitzen, über die ein neuer TEST der Stiftung Warentest im Novemberheft 2018 erschien. Im Folgenden wollen wir die wichtigsten Ergebnisse Ihnen vorstellen.

Interessant ist, dass die Sitze aus dem letzten Test aus dem Jahre 2017 in vielen Belangen besser sind als die neu getesteten. Die neuen Modelle – so der Kommentar der Stiftung Warentest – punkten häufig nur beim Komfort.

Von Geburt an bis 13 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Cybex Aton 5 1.6 130 € test 6/2017
Cybex Aton 5 + Aton Base 2 1.7 220 € test 6/2017
Hauck Comfort Fix+ Comfort Fix Isofixbasis 2.1 220 € NEU
Maxi-Cosi CabrioFix 2.1 140 € NEU

Von Geburt an bis 18 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Klippan Kiss 2 Plus 2.5 500 test 11/2017

i-Size bis maximal 105 cm Körpergröße

Name Note Preis Anmerkung
 Cybex Aton M i-Size & Base M i-Size  1.6 350 € test 11/2017
 Maxi-Cosi Pebble Plus 1.6 220 € test 11/2017
 Maxi-Cosi Pepple Plus & Isofix-Basis 2wayfix 1.6 440 € test 11/2017
 Britax Römer Baby-Safe2 i-Size + i-Size Base 1.7 350 € NEU
 Joie i-Level 1.7 300 € NEU

Von 9 kg kg bis 18/36 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Kiddy Phoenixfix 3 1.7 180 € test 11/2016
Cybex Pallas M SL 1.9 240 € test 6/2017
Joie Traver Shield 1.9 170 € test 6/2018
Kiddy Guardianfix 3 1.9 250 € test 6/2017

Von 15 kg bis 36 kg Körpergewicht

 

 Name Note Preis Anmerkung
 Cybex Solution M-Fix SL  1.7 190 € test 6/2017
 Cybex Solution S-Fix 1.7 190 € NEU
Britax Römer Kidfix SL 1.8 130 € test 11/2015