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Kann Fischöl Asthma verhindern?

Hat der Verzehr von Fischöl einen günstigen Einfluss und vermag die Entstehung von Asthma bronchiale bei Kindern zu verhindern? Das legt eine Studie nahe, die Hinweise für einen Zusammenhang zwischen zu wenig langkettigen Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung und dem vermehrten Auftreten von Asthma fanden.

Durch die Ernährung nehmen wir je nach Zusammensetzung der Speisen mehr oder weniger Omega-3-Fettsäuren auf. Prinzipiell ist der menschliche Stoffwechsel jedoch in der Lage, die wichtigen langkettigen Omega-3-Fettsäuren (Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA)) selbst zu bilden. Dazu benötigt er das Enzym Delta-6-Desaturase. Das Gen für dieses Enzyms kann jedoch die Variante (rs1535) aufweisen, wodurch die Aktivität deutlich herabgesetzt ist. In der Folge gelingt es dem Körper nicht, einen Mangel an der Zufuhr der langkettigen Omega-3-Fettsäuren bei einer Durchschnittskost aus der Nahrung ausgleichen.

Eine Forschergruppe um Seif Shaheen von der Queen Mary University of London hat im Rahmen der Avon Longitudinal Study of Parents and Children – kurz ALSPAC-Studie – gefunden, dass fast die Hälfte der untersuchten Kinder von der Variante rs1535 betroffen sind. Bezogen auf die Zufuhr der langkettigen Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung zeigte sich, dass Kinder, die im Alter von 7 Jahren sehr viele der Omega-3-Fettsäuren – beispielsweise als Fischöl – in ihrer Nahrung aufnahmen, im Alter von 11 bis 14 Jahren nur halb so oft an Asthma bronchiale erkrankt waren.

Noch ist der Zusammenhang nicht wissenschaftlich gesichert. Dazu bedarf es weiterer Studien, die diese Frage unter Einsatz von Placebos direkt untersuchen (sog. randomisierte placebo-kontrollierte Doppelblindstudien).

Bis dahin ist es sicher kein Fehler, bewusst Fisch auf den Tisch zu bringen. Die gewünschten langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA finden sich besonders bei Fischen aus Kaltwasserregionen: Lachs, Hering, Makrele und Thunfisch. Für viele Eltern ist aber die schwierigere Frage: Wie kann ich meine Kinder dazu bewegen, Fisch zu essen? 

Nahrungsmittelallergie: Kann sie beim Kind verhindert werden?

Zugegeben, der im Folgenden erwähnte Artikel ist für einen Nichtmediziner keine leichte Kost. Deswegen sollen die wesentlichen Ergebnisse hier zusammengefasst werden.

Abbildung 1. GRADE. Der Versuch die Evidenz vorliegender Daten in aktive Empfehlungen umzusetzen. Foto: JACI in Practice

Die Autoren Paul J. Turner, Dianne E. Campbell, Robert J. Boyle und Michael E. Levin aus London, Sydney und Kapstadt haben sich die Mühe gemacht, die neuesten Erkenntnisse über Nahrungsmittelallergien in klare Empfehlungen für Patienten zusammenzufassen. Dabei haben die Autoren von den drei Kontinenten das Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation (GRADE) angewandt (schematisch in Abbildung 1 dargestellt)

Was ist günstig?

  • Einnahme von Fischöl in der Schwangerschaft. Dies senkt nachweislich das Risiko für die Entwicklung einer Allergie gegen Ei auf fast die Hälfte. Dies ist mit mässiger Sicherheit erweisen („moderate“).
  • Probiotika in der Ernährung des Säuglings können das Risiko für die Entwicklung einer Milcheiweißallergie senken. Die Belege hierfür werden als gering („low“) eingeschätzt.
  • Erste Einführung von Hühnerei in die Kost des Säuglings im 5. oder 6. Lebensmonat senkt das Risiko für eine Eiallergie fast auf die Hälfte („moderate“)
  • Erste Einführung von Erdnuss in die Kost des Säuglings im 5. – 12. Monat senkt das Risiko für eine Erdnussallergie fast auf ein Drittel („moderate“)

Wofür ist kein Nutzen gesichert?

  • Mütterliche Diät in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Probiotika für die Mutter in der Schwangerschaft und Stillzeit.
  • Vorbeugende Ernährung eines Säuglings mit hypoallergener Nahrung (partiell oder extensiv)
  • Prebiotika für den Säugling

Dies sind Empfehlungen aus den angloamerikanischen Ländern. Da unsere Ernährung in Bezug auf die Erdnuss eine andere ist, würde man in Deutschland eher nicht dazu neigen, bewusst die Erdnuss im Säuglingsalter anzubieten. Sollten in der Kost Spuren von Erdnuss enthalten sein, ist das andererseits aber auch nicht unbedingt ein Risiko.