Schlagwort: FSME

Impfung gegen Mücken

Da könnte noch mancher Impfgegner schwach werden: Eine Impfung gegen Mückenstiche. Aber wie soll das gehen? Und was können wir davon erwarten?

Über Impfungen gibt es in Zeiten des Coronavirus tägliche Informationen. Aber die Impfungen, von den wir hören, sind sämtlich gegen einen einzigen Erreger gerichtet: Impfung gegen Gelbfieber, gegen Malaria (bisher erfolglos), gegen FSME. Jetzt haben Forscher um Jessica E. Manning vom National Institute of Health (NIH) in Bethesda (USA) erste Untersuchungen mit einem Impfstoff durchgeführt, der sich gegen die Speichelsekrete des übertragenden Insekts richtet.

Die Idee dabei ist genial. Wir bekämpfen nicht mehr jeden einzigen Erreger. Denn davon gibt es viele in Mücken, die diese Erreger übertragen: Malaria, Dengue, Gelbfieber, Chikungunya, Zika, Japan-Encephalitis, West Nil-Fieber. Wenn es gelingen könnte, einen Impfstoff gegen Eiweiße im Speichel von Stechmücken zu entwickeln, könnte im Idealfall die Übertragung von Krankheiten beim Mückenstich verhindert werden. Immerhin werden weltweit 17% aller Infektionen durch Vektoren wie Mücken oder Zecken übertragen. Und diese führen jährlich zu über 700.000 Todesfällen.

In Tierexperimenten konnte bereits gezeigt werden, dass dieser Ansatz erfolgreich ist. Eine Impfung gegen die Eiweiße (Proteine) im Speichel der Insekten war erfolgreich um Krankheiten zu verhindern, die durch das Insekt übertragen werden. Diese Studie an Menschen zeigte nun, dass die Anwendung des Impfstoffes gut vertragen wurde und dass nach einem Insektenstich eine Immunantwort ausgelöst wurde. Genau das war die Fragestellung dieser „Phase-1-Studie“ – vergleichbar mit den Phase-1-Studien bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen das neue Coronavirus, wie sie von den Formen curevac in Tübingen und BionTech in Mainz gerade durchgeführt werden.

Wie wir diese Studie sehen: Es ist ein spannender Ansatz, einen Impfstoff gegen Eiweiße im Speichel von Moskitos durchzuführen. Sollte sich bei den kommenden Studienauch beim Menschen zeigen, dass damit die Übertragung von Krankheiten (wie Malaria, Gelbfieber, West-Nil-Fieber) verhindert werden kann, wäre das genial und Nobelpreis-verdächtig. Der Schritt zu einem Impfstoff gegen den Speichel von Zecken wäre dann nicht mehr weit. Und wenn dieser erfolgreich wäre, hätten Kinder und Erwachsene eine Schutz gegen FSME und Borreliose.  Gleichzeitig. Aber das ist erstmal Zukunftsmusik.

Was geht rum? 27. Juni 2020

Die Zecken freuen sich über die guten Lebensbedingungen. Ob es die Feuchtigkeit ist, die ihnen so gefällt, oder mehr Rehe in den Wäldern oder der recht milde Winter – wir wissen es nicht. Sicher ist nur, Scharen von Zecken sind unterwegs.

Zahl der gemeldeten FSME-Erkrankungen nach Monat    Quelle: Epidemiologisches Bulletin, 2020

Hinzu kommt, dass wir Menschen bei angenehmeren Temperaturen eher nach draußen gehen. Und direkt vor unserer Haustüre treffen wir die kleinen Spinnentiere an. Denn diese kommen immer häufiger in unseren Gärten vor, wie die Forscherin Prof. Dr. Mackenstedt von der Universität Hohenheim betont: „Inzwischen können wir in 60 Prozent aller Gärten Zecken nachweisen – in Einzelfällen fanden wir in einer halben Stunde bis zu 800 Tiere.“ Und diese führen fast ganzjährig zur FSME, wie die Graphik zeigt. Übrigens, in Baden-Württemberg haben sich in der letzten Woche 18 Personen neu mit FSME infiziert. Aufs Jahr gesehen sind es bisher 76 Fälle, in 2019 waren es zur gleichen Zeit 49 Erkrankungen. Impfung in Erwägung ziehen.

Über die viel häufigere Borreliose gibt es leider keine verlässlichen Zahlen in Deutschland. Es wird vermutet, dass von 1000 Menschen jedes Jahr einer eine Borreliose durchmacht. Für die Borreliose gibt es bekanntermaßen keine Impfung, aber sehr wirkungsvolle Antibiotika.

Zur Vorbeugung von Zeckenstichen bieten sich für Kinder und Erwachsene Repellentien an. Einzelne werden als Anti-Zecken-Mittel angeboten, andere als Mückenschutz. Wirkstoffe sind DEET und Icaridin. Dazu gibt es auf dem Markt viele Hersteller. Eine gute Übersicht zeigt der Test der Stiftung WARENTEST vom Mai 2017 oder unser Beitrag über Insektenschutzmittel im praxisblättle. Ganz wichtig bleibt, die Kinder (und sich selbst) jeden Abend auf Zecken zu untersuchen. Täglich.

Pollenkonzentrationen der Gräser in Basel. Die graue Fläche zeigt den langjährigen Verlauf, die Balken den Pollenflug in diesem Jahr Quelle: pollenundallergie.ch

Die Gräserpollen scheinen andererseits in diesem Jahr gnädiger zu sein. Am Oberrhein liegen die Pollenkonzentrationen in diesem Jahr spürbar niedriger als sonst. Jahreszeitlich ist damit zu rechnen, dass die Belastung in den kommenden Wochen weiter abnimmt. Die schlimmste Zeit mit den Gräserpollen ist vorbei.

Ozonbelastung für Kehl am 26.06.2020 Quelle: UBA

Unter der kräftigen Sonne steigen die Ozon-Werte wieder. Ozon entsteht aus anderen Schadstoffen wie Stickoxiden (NO2) unter dem Eisfluss der intensiv strahlenden Sonne. Obwohl es in Städten am meisten gebildet wird, liegen seine Konzentrationen im ländlichen Regionen (eher in Stadtnähe) höher. Das liegt daran, dass Stickstoffmonoxid (NO), ein typisches Autogas, das Ozon abbaut. Ozon ist ein Reizgas und kann bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale zu vermehrten Beschwerden bis hin zum Asthmaanfall führen. Was ist gut? Keine körperliche Anstrengung im Freien bei starker Sonneneinstrahlung (12-18 Uhr). Eine praktische Hilfe ist die App zur Luftqualität vom Bundesumweltamt (siehe Beispiel links), die die aktuellen Ozon-Werte anzeigt und Prognosen wagt.

Windpocken sind die zur Zeit häufigste Kinderkrankheit im Ländle. Dennoch liegt die Zahl der neuen Infektionen um 50% niedriger als im letzten Jahr. Bei Keuchhusten – drei Erkrankungen letzte Woche – liegen die Zahlen fast 90% unter den üblichen Werten. Masern, Mumps und Röteln traten letzte Woche gar nicht auf. Beruhigende Informationen für Eltern.

Und fast vergessen: Weiterhin kaum Infekte. Nichts, auf was sich Eltern einstellen müssten.

Was geht in der Welt rum? Vor zwei Wochen haben wir hier von FSME-Erkrankungen durch Ziegenkäse in der Schweiz berichtet. Nun ist auch Frankreich betroffen. Dort sind in der Region Auvergne-Rhône-Alpes 28 Personen nach Verzehr von Rohmilchkäse (Ziege, Kuh) erkrankt.

Endlich ist Sommer. Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern ein sonniges und angenehmes Wochenende. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 20. Juni 2020

Es sieht so aus, als käme der Sommer langsam zurück. Neben geselligen Grillabenden oder ersten Besuchen im Freibad werden die Zecken und die Pollen nochmal spürbar aktiv werden.

Apropos Grillen. Feuer übt eine enorme Faszination auf Kinder aus. Das bedeutet, dass ihr Risiko sich zu verbrennen jetzt deutlich ansteigt. Unser Beitrag im praxisblättle zum Thema Verbrennungen zeigt nochmals auf, wie Sie sich darauf vorbereiten können.

Langsam zeigen sich wieder mehr Infektionen bei Kindern. Nach der langen Abschottung von Kindern aus Kindergärten und Schulen verwundert es nicht, dass sich mit den ersten Freiheiten erhöhte Infektions-Zahlen zeigen. Das betrifft besonders stark ansteckende Erkrankungen wie das Drei-Tage-Fieber, das oft schon im Säuglingsalter auftritt und mit hohem Fieber über 3 Tage (2-4 Tage) und einem typischen Ausschlag einhergeht. Die Häufigkeit der Kinderkrankheiten bewegt sich – noch ? – unverändert auf dem Niveau der letzten Wochen.

Die COVID-19-Kinder-Studie des Landes Baden-Württemberg erbrachte nur wenig Erkenntnisgewinn. Getestet wurden 2500 Kinder im Alter von 1 bis 10 Jahren mit jeweils einem Elternteil. Dabei wurde nur 1 Kind-Eltern-Paar positiv (mit Rachenabstrich) getestet. Im Blutest fanden sich bei 45 Erwachsenen und 19 Kindern Antikörper gegen SARS-CoV-2, das Corona-Virus. Kinder zeigten in der Summe also weniger Reaktionen als Erwachsene. Zur Studie hatten sich Kinder und Eltern sich selbst gemeldet. Sie waren also nicht zufällig ausgewählt worden. Das alleine schränkt die Aussagekraft bei so niedrigen Zahlen schon deutlich ein. Tendenziell darf man aber vermuten, dass sich Kinder weniger anstecken als Erwachsene. Zumindest liefert die Studie keine Argumente die Kitas und Grundschulen (mit Notbetreuung) länger geschlossen zu halten. Das hat die Regierung um Ministerpräsident Kretschmann genauso gesehen. Ende des Monats kehrt das Ländle zum Regelbetrieb in Kindergärten und Grundschulen zurück.

Ziege Quelle: pixabay, Doris Metternich

Die Zecken sind im Moment wieder sehr aktiv. Das zeigt sich auch an den Fallzahlen für die FSME (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis), einer Virus-bedingten neurologischen Infektion nach Übertragung durch die kleinen Spinnentiere. So hat sich die Zahl in Baden-Württemberg sprunghaft um 12 Neuerkrankungen in der letzten Woche auf insgesamt 57 für das Jahr 2020 erhöht.

Aus Frankreich werden 37 FSME-Neuerkrankungen nach Genuss von Ziegenmilch und Rohmilchkäse der Firma ,,GAEC des Chevrettes du Vieux Valey‘‘ in Condamine berichtet. Die Zecke am eigenen Körper zu suchen und zu finden reicht also alleine nicht aus, um sich zu schützen. Die Bedeutung der FSME-Impfung wird deswegen immer größer.

Was geht in der Welt rum? Erneut befällt das Dengue-Fieber Menschen in verschiedenen Ländern rund um den Äquator. In Singapur sind es in diesem Jahr 10.995 Menschen, in Thailand sind es 10.940,  in Sri Lanka gar 20.870, die erkrankten. Etwa jeder Tausendste verstirbt an dieser durch Mücken übertragenen, grippeähnlichen Infektionskrankheit. Eine Impfung gibt es bislang nicht. Vorbeugend hilft Mückenschutz vor den tagaktiven Überträger-Mücken.

Denken Sie schon an einen Urlaub in Europa? Dann finden Sie auf dieser Informationsseite der Europäischen Union weitere Hinweise unter welchen Bedingungen sie in ein bestimmtes Land in Europa einreisen können.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes und sonniges Wochenende. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 13. Juni 2020

Erste Pressestimmen sprechen inzwischen über die Kinder in der Coronakrise. Meist noch unter dem Titel, dass Kinder ein Recht auf Bildung haben. Das ist schon mal gut. Kinder und Jugendliche sollten aber auch ein Recht zugesprochen bekommen, wieder mehr gemeinsam machen zu dürfen: Mit anderen Kindern im Sandkasten. Oder in Jugendzentren abhängen. Ohne gleich „gebildet“ zu werden. Für ihre Entwicklung ist das mindestens genauso wichtig, macht den meisten jedoch erheblich mehr Spaß.

Altersanteil der COVID-19-Erkrankungen über die Kalenderwochen 10 bis 21 Quelle: RKI

Die Virologen um Prof. Drosten sind noch zögerlich, den Kinder und Jugendlichen mehr Freiheit im öffentlichen Raum zuzugestehen. Ein wichtiger Grund ist, dass seit dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, also seit Ende März, der prozentuale Anteil der Kinder und Jugendlichen (0-20 Jahre) an allen Erkrankten immer mehr ansteigt. Andere Daten sehen eine Verbreitung der Infektion unter Kindern gelassener. Wie auch immer, wir sollten langsam versuchen, Kindern mehr Freiheit zu geben. Für die Beschränkung der elementaren Bedürfnisse von Kindern liegen keine ausreichenden Gründe vor. Einige Bundesländer wie Schleswig-Holstein haben jetzt damit begonnen, diese Freiheiten für Kinder wiederherzustellen. Neue Hoffnungen.

Gräserpollenkonzentration der letzten Woche am Bodensee Quelle: pollenundallergie.ch

Nach den regenreichen Tagen sind die Pollen seit gestern in Hochform. Gräserpollenallergiker sollten erstmal vorsichtig sein. In den kommenden Tagen ist mit einem leichten Rückgang der Pollenbelastung zu rechnen, sofern kein bedeutsamer Wind hinzukommt.

Infekte? Noch immer fast Fehlanzeige. Welch ein Glück für Kinder und Jugendliche.

Was machen die Kinderkrankheiten? Bei den Masern wurde die vorletzte Neuerkrankung in der 9. Kalenderwoche in Baden-Württemberg gemeldet. Der Lockdown hat in den folgenden Wochen dazu geführt, dass keine Masern mehr auftraten. Nun ist in der letzten Woche erstmals wieder eine neue Infektion aus Reutlingen gemeldet worden – nach 12 Wochen Pause also jetzt der Erkrankungsfall Nummer 26 in diesem Jahr. Im letzten Jahr waren es zur gleichen Zeit 67 Betroffene.

Was geht in der Welt rum? Bald dürfen wir wieder reisen. Aber nur in Europa. Auch hier können uns Krankheiten begegnen. Sogar in der so idyllischen Schweiz, wo in diesem Jahr bereits 67 Erkrankungen an FSME (Frühsommer-Meningo-Encephalitis) gesichert wurden, mehr als im bisherigen Rekordjahr 2018. Die Zecken machen also an der Grenze nicht Halt. Im angrenzenden Baden-Württemberg haben in der letzten Woche 9 neue Fälle die Zahl der Betroffenen auf 42 hochschnellen lassen. Gemessen daran, dass im Ländle aber 2.5 Millionen Menschen mehr leben, ist die Zahl erstaunlich gering. In jedem Fall: Vorsicht vor Zecken. Egal ob im Ländle oder in der Schweiz. Mehr dazu finden Sie hier.

Am Montag beginnt nach 3 Monaten wieder der Unterricht für alle Kinder und Jugendlichen, im Schichtbetrieb und ausgedünnt. Aber immerhin. Je nach Schule (und Zahl der arbeitenden Lehrer) sind das bis zu den Sommerferien mal knapp 5 Tage Unterricht, mal wochenweise halbtags.

Das Wochenende bringt heute Morgen Sonnenschein und angenehme Wärme, später am Nachmittag wohl mehr Sturm und Regen. Genießen Sie das Wechselspiel. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

pet-the-tick (ptt): Zeckenentfernung durch Streicheln

Es ist Zeckenzeit. Wer aus der Haustüre tritt ist bereits in der Natur und kann mit Zecken nach Hause zurückkommen. Ab dem Verlassen des Hauses können wir Zecken begegnen. In der Hofeinfahrt, im kleinen Park bei der Straßenbahnhaltestelle oder in den Grünanlagen des Schwimmbads.

Zecken übertragen manche folgenschwere Krankheiten. Bei uns sind das die Borreliose und die FSME (Frühsommer-Meningo-Encephalitis). Je länger die Zecke Zeit hat sich beim Menschen aufzuhalten, umso größer ist das Risiko der Ansteckung..

Die sofortige Entfernung von Zecken ist also wichtig. Für Panik und Hektik besteht jedoch keinerlei Anlass. Wenn also eine Zecke entdeckt wird, sollte das Vorgehen gut überlegt werden. Ein sofortiger Termin beim Arzt ist nicht erforderlich.

Die Entfernung sollte so schonend wie möglich erfolgen, um die Zecke nicht in den letzten Sekunden zu weiteren Bissen – und damit zur möglichen Übertragung weiterer Erreger – anzuregen. Dazu gibt es im Internet eine Reihe von Websites, die oft darstellen wie man es „richtig“ macht – wobei dieses Wort zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Nahezu alle dieser Methoden verlangen ein Werkzeug. Und allermeist hat der Betreiber der Webseite Gründe, warum er über dieses Thema schreibt. Denn rein zufällig, kommt ein direkter Hinweis, welches Werkzeug man verwenden sollte.

(1) Zecke über Bißstelle Quelle: ptw

An dieser Stelle möchten wir eine Methode vorstellen, für deren Anwendung man nur einen seiner Finger benötigt + Zärtlichkeit + Geduld. Bislang ist diese Methode nirgends publiziert, aber bei einigen regionalen Kinder- und Jugendärzten jahrzehntelang im Einsatz. Die Erfolgsquote liegt über 80%. Erfolglos ist die Methode an einigen Körperstellen, über denen kreisende Bewegungen eines Fingers nicht möglich sind.

Die Streichelmethode – pet-the tick (ptt)

(2) Finger beim Streicheln Quelle: ptw

Diese Art Zecken zu entfernen verzichtet auf alle Hilfsmittel und kann somit jederzeit eingesetzt werden. Die jeweilige Zecke wird mit einem Finger entfernt. Dazu braucht es

  1. Zärtlichkeit. Die Zecke wird mit der Kuppe des rechten Zeigefingers (bei Linkshänder mit dem linken) mit kreisenden Bewegungen gestreichelt. Dabei wird ein Druck von 10-20 Gramm ausgeübt und ein Kreis von etwa 5-8 mm mit einer Geschwindigkeit von etwa 120/min. Das klingt alles kompliziert, ist aber ganz enspannt und einfach durchzuführen. Der Druck ist also ganz gering. Die Zecke ist unter der Fingerkuppe beim Streicheln spürbar, sollte aber nie gesehen werden (als keine Neugierde). Man streichelt solange, bis die Zecke loslässt und als kleines Kügelchen zu spüren ist.
  2. Dazu braucht es Geduld. Gerade bei den ersten Anwendungen haben viele Zweifel, ob eine so „primitive Methode“ überhaupt wirken kann. Man wird unruhig, schaut unter den Finger, hört immer wieder auf. Damit dauert der Akt länger und Geduld ist gefragt. Mit zunehmender Erfahrung gelingt es eine Zecke meist in 1-3 Minuten zum Loslassen zu bewegen. Wenn bei richtiger Technik nach 5 Minuten kein Erfolg kommt, sollte man aufgeben. Auch das kommt vor. Dann kann gelegentlich auch der Einsatz einer Zeckenzange erforderlich werden. 

(3) Die Zecke hat losgelassen Quelle: ptw

Die Zecke wird nach Entfernung entweder auf den Finger oder in der Umgebung der Bißstelle krabbeln. Sie wurde ja nicht zerstört. Man kann sie mit dem Finger oder einer Pinzette nehmen und beseitigen. Nicht sinnvoll ist es, sie im Garten auszusetzen, weil sie sonst in wenigen Tagen vielleicht wieder den Weg zurück zu ihrem Opfer findet.

 

Was ist nach erfolgreicher Entfernung zu unternehmen?

Mit der Streichelmethode wird die gesamte Zecke entfernt, es verbleibt kein Teil in der Haut. Dennoch ist eine einmalige Desinfektion der Bissstelle wichtig (z.B. mit Octenisept©) . Da die Zecke 2 Krankheiten übertragen kann, sind auch 2 Überlegungen wichtig:

  1. Borreliose. Die Einstichstelle sollte täglich zwei Wochen lang inspiziert werden. Eine kleine Rötung nach Zeckenbiss ist häufig und unproblematisch (sofern nach der Entfernung eine Desinfektion erfolgte – s.o.). Wenn sich aber eine kreisförmige Rötung mit einem Durchmesser von mehr als 10 mm ausbildet, sollte ein/e Kinder- und Jugendärzt/in aufgesucht werden. Dort wird untersucht, ob es sich um ein beginnendes Erythema migrans handelt.Das ist eine Form der Borreliose, die mit einem Antibiotikum sicher und einfach behandelt werden kann.
  2. FSME. Gegen die FSME hilft nur die Impfung. Ob eine Impfung des Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen sinnvoll ist, sollte mit der/m Kinder- und Jugendärzt/in  besprochen werden. Baden-Württemberg ist inzwischen in allen Landkreisen als Risikogebiet eingestuft und weist seit 2 Jahren die meisten FSME-Erkrankungen aller Bundesländer auf. Insofern ist die Impfung für die meisten Schulkinder und Jugendlichen sinnvoll.

Was geht rum? 21. März 2020

Inzwischen beherrscht uns das Coronavirus bereits seit mehr als zwei Monaten. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Den Verlauf der Erkrankung zeigt erschreckend deutlich diese interaktive Karte. Ihre Daten beruhen auf den gemeldeten und geprüften Fallzahlen des RKI (Robert Koch-Institut in Berlin). Innerhalb von 9 Tagen hat sich die Zahl der Erkrankungen in Baden-Württemberg mehr als verzehnfacht. Bezogen auf 100.000 Menschen von 2.5 (11. März) auf heute morgen 33.3 (21.März). Auch im Alltag ist zu spüren, dass sich viele Menschen aus dem öffentlichen Raum zurückziehen. Das ist gut so, denn bekanntermaßen ist die soziale Distanz im Moment wichtig, um die Ausbreitung des COVID-19 zu bremsen: #SocialDistancing.

Für alle Eltern, die ihren Arbeitgeber noch überzeugen müssen, dass sie zuhause arbeiten können, gibt es zum home office einen kostenlosen Ratgeber „guide“ des Magazins t3n hier. Eine Möglichkeit, für die eigenen Kinder da zu sein und dennoch arbeiten zu können. Nicht immer einfach, aber …. immerhin.

Haben mein Kind oder ich uns mit dem Coronavirus angesteckt? Das fragen sich wohl einige Familien täglich. Das Problem ist, dass die Erkrankung nicht ganz so leicht zu erkennen ist. Die Symptome von COVID-19 kommen auch bei anderen Erkrankungen vor. Damit ist eine Diagnose nur über die Testung möglich. Im Einzelnen kann auftreten:

  • Fieber (bei etwa 90%)
  • Husten, meist als eher trockener Reizhusten (70%)
  • Durchfall (02 – 33%)
  • verstopfte Nase
  • Störungen des Riechens  

Es bleibt also das Problem, dass wir Erkrankte nicht erkennen können. Auch, weil manchmal fast keine Symptome vorliegen, aber dennoch eine Ansteckungsfähigkeit. Nach Informationen des RKI geht die Ansteckungsfähigkeit bis zu 7 Tage lang. Inzwischen hat eine Forschergruppe um Florian Krammer von der Icahn School of Medicin am Mount Sinai in New York einem Antikörpertest (Publikation in englischer Sprache) entwickelt. Mit dessen Hilfe kann im Serum eines Menschen nachgewiesen werden, ob COVID-19 durchgemacht wurde. Damit könnten Personen identifiziert werden, die bereits eine Abwehr gegen das neue Coronavirus aufweisen ohne dass sie spürbar diese Krankheit durchgemacht hätten.

Die aktuellen Erkrankungszahlen weltweit zeigt die bekannte Karte der Johns Hopkins University.

Zecke am Ohr. Klein, aber deswegen nicht harmlos. Quelle: ptw

Die warmen Tage der letzten Woche haben zwei weitere medizinische Belastungen aufleben lassen. Zum einen die Zecken. Sie sind wieder aktiv und verbreiten im Wesentlichen zwei Krankheiten. Da ist einmal die bakteriell bedingte Borreliose, die zunächst wenig Symptome macht und in dieser Phase unbedingt erkannt werden sollte. Dann lässt sie sich mit einem Antibiotikum vollständig behandeln. Zum anderen gibt es die FSME (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis). Sie wird durch Viren ausgelöst und ist nach Ausbruch nicht mehr (ursächlich) behandelbar. Andererseits gibt es eine gut wirksame Impfung, um sich davor zu schützen. Wer die noch nicht hat und sich gegen FSME wappnen möchte, sollte sich jetzt impfen lassen.

Birkenpollenflug am Oberrhein in Basel Quelle: pollenundallergie.ch

Die andere Entwicklung in der letzten Woche mit den traumhaften Temperaturen war die spürbare Zunahme des Pollenfluges. Die Pollen-Allergien sind zurück. Noch ist der Flug der Birkenpollen – bis auf die letzten 3 Tage – schwach. Daran wird sich auch in der ersten Hälfte der kommenden Woche nichts ändern. Sollten aber die Temperaturen wieder angenehme Werte um 20 Grad erreichen, wird sich für Birkenpollenallergiker einiges ändern. Wer also plant, seinem allergischen Kind ein Antihistaminikum zu geben, tut sich gut daran bald damit zu beginnen. Der Erfolg ist spürbar grösser, wenn die Therapie vor den ersten Beschwerden begonnen wird. Wann das ist, hängt natürlich vom Wohnort ab. Kinder am Kaiserstuhl werden bald Probleme bekommen. Wer in Freudenstadt lebt hat vermutlich noch wenige Wochen Zeit.

In afrikanischen Metropolen geht es eng her. Durch die Bedeutung der kleinen und großen Märkte als Versorgungszentren sind die Kontakte unter den Menschen deutlich häufiger als bei uns. Bleibt zu hoffen, dass das Coronavirus wenigstens dort fernbleibt. Quelle: ptw

Was geht in der Welt rum? Angesichts der massiven Krise durch COVID-19 in Europa, sind Informationen über ferne Länder im Moment für Familien mit Kindern wenig bedeutsam. Reisen sind ohnehin untersagt. Dennoch beobachten wir auch die anderen Regionen in der Welt. So die Zentralafrikanische Republik, in der seit Jahresbeginn über 6600 Menschen – meist Kinder – an Masern erkrankt sind. Verstorben sind daran 108 Personen. Die Masern werden auch durch Viren verursacht. Gegen sie gibt es jedoch eine sehr gut wirksame Impfung, die bei uns leider nicht von allen genutzt wird. In Afrika steht diese aus Kostengründen oft nicht zur Verfügung. Dadurch sind gerade Kinder und Jugendliche auch den Masern hilflos ausgeliefert.

Sollte die Coronavirus-Pandemie in Afrika gleiche Ausmaße annehmen wie bei uns, werden wir noch ganz schreckliche Dinge – aus der Ferne – erleben. Ich fürchte, das wird in wenigen Wochen der Fall sein. Nachdem gestern die ersten drei (offiziellen) COVID-19-Fälle in Madagaskar gemeldet wurden, hat auch dort der Sturm auf Toilettenpapier und einige andere Artikel de täglichen Lebens eingesetzt. Dort gibt es einige wenige Supermärkte für die Wohlhabenden, in denen es also genauso abläuft wie bei uns.

Ich wünsche Ihnen für das Wochenende genügend Gelassenheit, um die vielen beunruhigenden Meldungen zu verarbeiten. Schön, dass uns wenigstens die Natur täglich ein Stückchen mehr mit ihren Farben erfreut. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

FSME – Die Zecke kommt bald wieder

Klirrender Winter. Die beste Zeit, um sich auf die nächste Zeckensaison vorzubereiten. Denn mit der ersten Wärme werden auch die Zecken wieder auftauchen. Und FSME heißt ja Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis. Und der beginnt mancherorts im Ländle bereits im März.

FSME-Erkrankungen pro Jahr in der Schweiz Foto: bag.admin.ch

Tatsache ist, dass die Zahl der zecken-verursachten Erkrankungen in Mitteleuropa zunehmen. Das hat vermutlich mit den höheren Temperaturen zu tun und also auch mit dem Klimawandel. Für die benachbarte Schweiz gibt es Zahlen. Die nebenstehende Graphik zeigt die gesicherten Erkrankungen an FSME pro Jahr, wobei die Zahlen des Jahres 2019 nur den Zeitraum bis Oktober wiedergeben. Der Trend ist mit einem Blick zu erkennen.

FSME-Meldungen 2019 nach Landkreisen, Stand 14.11.2019 Foto: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg

In Deutschland lässt sich ein vergleichbarer Trend beobachten, in Baden-Württemberg ebenso. Hier fällt jedoch auf, dass die Unterschiede nach Landkreis deutlicher ausfallen als erwartet. Besonders stark betroffen sind die Bodensee-nahen Landkreise. Dennoch, alle Kreise im Ländle sind als FSME-Risikogebiete eingestuft. Die Tatsache, dass etwa aus Wertheim weniger Erkrankungen im Jahr 2019 gemeldet wurden besagt nicht, dass dies in diesem Jahr auch so sein müsste.

Aus ärztlicher Sicht gibt es also ausreichend Informationen, die eine Impfung gegen FSME  sinnvoll erscheinen lassen. Es ist jedoch bekannt, dass es innerhalb der Bevölkerung unterschiedliche Risikogruppen für die Erkrankung an FSME gibt: Männer erkranken häufiger als Frauen an einer FSME, Erwachsene sind ebenfalls häufiger betroffen als Kinder. Ob somit ein Kleinkind von 15 Monaten geimpft werden sollte, muss im Einzelnen abgewogen werden.

Zu dieser Frage liegen Empfehlungen des Landesgesundheitsamtes vor. Weitere Hinweise kommen vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin, von den Gesundheitsbehörden der Schweiz und Österreich (mit denen wir Süddeutsche das Risiko für FSME teilen) und von den Impfstoff-Herstellern. Und auch im praxisblättle finden Sie hierzu Beiträge. Letztlich sollten Eltern die Frage der Impfung mit ihrer/m Kinderärztin/arzt individuell besprechen.

Zur Zeit sind bei der Schuleingangsuntersuchung in Hoch-Risikogebieten (nach den neuesten Karten des RKI ist ganz Baden-Württemberg ein Risikogebiet) nur 39% aller Kinder geimpft. In den restlichen Risikogebieten sind es nur 28%.

Wann sollten sich Kinder und Jugendliche (und Erwachsene :)) gegen FSME impfen lassen? Am Besten bald. Denn der Frühsommer beginnt schneller als wir zu hoffen wagen. Siehe oben.

Was geht rum? 11. Januar 2020

Es ist Winter und kalt. Vom Frühsommer sind wir noch weit entfernt. Das ist die beste Zeit, sich über die Frühsommer-Meningo-Encephalitis – also kurz die FSME – Gedanken zu machen.

An das RKI übermittelte Erkrankungen mit FSME pro 100.000 Einwohner je nach Bundesland. Foto: RKI

Die Graphik des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt deutlich zwei Dinge: Baden-Württemberg hat die meisten gemeldeten Erkrankungen an FSME. Und, die Zahl der Erkrankungen nimmt spürbar zu. Im Jahre 2018 waren es insgesamt 583 Krankheitsfälle mit Hirn(-haut)entzündung. Es ist davon auszugehen, dass das in 2019 kaum anders war und in diesem Jahr ebenfalls nicht anders kommen wird.

Altersverteilung der FSME-Erkrankungen. Foto: RKI

Wer ist betroffen? Es sind weniger die Kinder, als die erwachsenen Männer. Aber auch bei den Kindern nimmt die Zahl der Erkrankungen zu. Genug Gründe, dass sich jede Familie mit der Frage beschäftigt, ob sie eine Impfung wünscht oder nicht. Ein guter Ansprechpartner ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt. Ein guter Zeitpunkt zur Impfung ist jetzt. Bevor die Zecken aktiv werden. Das ist in aller Regel erst im März oder April.

Im Moment besteht also keine Gefahr für die FSME. Aber für die Grippe – die Influenza – schon. Deren Erkrankungsfälle liegen für die erste Woche des Jahres weit über denen des Vorjahres. Das ist noch kein Hinweis für eine beginnende Grippewelle. Die Regionen um Stuttgart und Reutlingen sowie Ludwigsburg weisen jedoch erhöhte Zahlen an Erkrankungen auf. Neben den Grippeerkrankungen gibt es wie die letzten Wochen viele Atemwegsinfekte unterschiedlicher Art ohne besondere Schwerpunkte.

Die Windpocken in Oberschwaben sind weiterhin aktiv. Bei den anderen Kinderkrankheiten zeigt sich kein Trend.

Was geht in der Welt rum? Selten ist Irland ein Hotspot für Krankheiten. Nun wurde aber mitgeteilt, dass im letzten Jahr 2593 Erkrankungen an Mumps aufgetreten sind. Betroffen ist besonders die Hauptstadt Dublin. Vor einer Reise auf die Insel sollte der Impfschutz überprüft werden. Zwei Impfungen sind für Kinder und Jugendliche ausreichend.

praxisblätte-Newsletter Foto: ptw

Wir haben ein interessantes Angebot für unsere Leser. Ab sofort möchten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen Newsletter anbieten. Keine Sorge, Ihr morgendliches Postfach wird nicht weiter aufgefüllt. Der Newsletter wird nur einmal monatlich erscheinen. Damit Sie nichts verpassen, werden wir darin die wichtigsten Beiträge der letzten Zeit zusammenfassen. Dadurch können Sie sich schnell informieren und über den jeweiligen Link selbst entscheiden, ob sie auch den gesamten Artikel lesen möchten.

Wie erhalten Sie den Newsletter? Indem Sie auf unserem Blog oben rechts Ihre Email in die entsprechende Box eintragen. Danach erhalten Sie eine Email zugesandt, in der Sie nochmals mit einem Klick bestätigen müssen, dass Sie den Newsletter wünschen.

Was geht rum? 28. September 2019

Obwohl wir uns bereits im Herbst befinden, werden in Baden-Württemberg weiterhin Erkrankungen von Frühsommer-Meningoencephalitis – besser bekannt als FSME – gemeldet. Betroffen sind vorwiegend Regionen im Nordschwarzwald. Aber auch aus dem Bodenseekreis und Sigmaringen werden aktuell FSME-Neuerkrankungen gemeldet. Eltern sollten also weiterhin abends ihre Kinder auf Zecken hin untersuchen.

Auch die Magen-Darm-Erkrankungen sind noch sehr aktiv. Neben den Rotaviren sind besonders die Noroviren bedeutsam, die in der Region Heilbronn momentan gehäuft auftreten. Weitere Trends bestehen glücklicherweise im Moment nicht.

Was geht in der Welt rum? In Singapur ist seit Wochen der Smog,bedingt durch Waldbrände in der Region, ein enormes Problem. Das betrifft im Besonderen Kleinkinder. Vor Reisen in den asiatischen Stadtstaat sollten sich Eltern aktuelle Informationen über die Belastungen einholen. Soweit möglich, sollten Kleinkinder solchen Belastungen nicht ausgesetzt werden.

Was geht rum? 13. Juli 2019

Nach den heißen Tagen im Juni hat der Sommer eine kurze Pause eingelegt. An den wenigen heißen Tagen im Juli bestand weiterhin eine starke Konzentration von Gräserpollen, die bei Regen und Kälte jedoch spürbar zurückging. Die Pollen von Spitzwegerich und Sauerampfer spielen hingegen eine untergeordnete Rolle.

Magen-Darm-Infektionen gibt es zu jeder Jahreszeit. Im Moment treten weiterhin Infektionen durch Rotaviren auf, die alle Altersgruppen betreffen. Gemeldet wurden in diesem Jahr bislang 1758 Erkrankungen in Baden-Württemberg (im Vorjahr waren es zu dieser Zeit 941). Ein Schutz ist kaum möglich, besteht das Risiko für eine Ansteckung doch bereits bevor Symptome auftreten. Im Übrigen spiegeln die gemeldeten Fälle nur einen verschwindenden Teil der Erkrankten wider, deren Zahl in Wirklichkeit eher das zehnfache betragen dürfte. Im Gegensatz zu den Rotaviren, sind die Salmonellen – eine bakterielle Erkrankung des Darmes – häufig nicht „ganz ohne“. In der vergangenen Woche stieg deren Häufigkeit um weitere 55 Fälle auf nun 630 Erkrankungen in diesem Jahr. Die Salmonellen-Erkrankung fällt in der Regel zunächst durch extreme Bauchkrämpfe sowie in der Folge grünlich-schleimige Stühle auf, die oft auch blutig sind. Betroffene sind meist abgeschlagen, bei Kleinkindern kann es bei Erbrechen und Durchfälle schnell zu Austrockungserscheinungen kommen. Vorbeugend sollte beachtet werden, dass Salmonellen häufig im Geflügel vorkommen. Bei dessen Zubereitung sollte eine strenge Hygiene eingehalten werden. Ebenfalls risikobehaftet ist nicht ordnungsgemäß gelagertes Speiseeis. Details wie man sich schützen kann beschreibt das Robert-Koch-Institut hier.

Bei den Atemwegserkrankungen sind seit einigen Wochen keine Besonderheiten zu beobachten. Sie gehen tendenziell weiter zurück. Vorwiegend sind es Enterovirus-Erkrankungen wie die Herpangina die auftreten.

Was geht in der Welt rum? Die Zecken übertragen nicht nur bei uns die FSME (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis). Diese Viren bzw. damit verwandte Viren treten auch im gesamten Osten Europas und in Asien auf. Dort wird die Hirnentzündung durch die nah verwandten RSSE (Russian-springsummer-encephalitis)- Viren ausgelöst. Besonders betroffen ist Russland und hier besonders stark die bewaldeten RSSE-Gürtel in Sibirien, dem Ural und Fernost. Andere Gebiete haben eine geringere Belastung an Viren. Aber selbst die  Region um Moskau ist ein RSSE-Endemiegebiet. Für alle Reisenden nach Russland ist insofern ein Impfschutz insofern dringend zu empfehlen. Die in Deutschland erhältliche FSME-Impfung ist auch gegen die RSSE-Viren wirksam.