Schlagwort: Hepatitis E

Was geht rum? 31. August 2019

Insektenhotel. Diese wunderbare Entdeckung der letzten Jahre ist ein zarter Versuch dem Insektensterben etwas entgegen zu setzen. Nein, es geht nicht nur um Bienen. Auch die weniger beliebten Tierchen wie Wespen, Schnaken oder Mücken sind gemeint. Das hübscheste Insektenhotel hat aber wohl die Natur: die Sonnenblume. Sie wendet sich bekanntermaßen im Wachstum immer der Sonne zu. Dadurch wird sie rasch erwärmt, was wiederum die Insekten anzieht. Und die helfen beim Bestäuben. Die Natur lehrt uns viel.

Manchmal lehrt sie uns auch das Fürchten. Das macht sie mit kleineren und grösseren Infektionen. Erstere sind die weiterhin verbreiteten Erkrankungen mit Enteroviren wie die Herpangina oder die Hand-Fuß-Mund-Krankheit, die in aller Regel einen harmlosen Verlauf nehmen. Auch wenn sie für die betroffenen Kinder und Jugendlichen unangenehm sind. Daneben stehen im Moment die Magen-Darm-Infektionen im Vordergrund.

Demgegenüber ist das Q-Fieber, das weiterhin im Zollern-Alb-Kreis auftritt, ist um einiges problematischer. Zum einen verläuft diese Krankheit über eine bis zwei Wochen. Zum anderen, glücklicherweise selten, können Komplikationen wie eine schwere Lungenentzündung auftreten. Auch CampylobacterInfektionen können betroffene Kinder und Jugendliche schwer treffen. Diese Erreger fallen meist durch blutigen Stuhlgang, Fieber und Darmkrämpfe auf. Im Moment werden sehr viele Fälle aus der Region von Donaueschingen gemeldet. Gerade in Fleisch von Mast-Hähnchen sind sie – zu –  oft zu finden. Deswegen ist pingelige Hygiene bei der Zubereitung die zentrale Maßnahme um vorzubeugen.

Sehr schwerwiegende Infektionen sind im Moment tatsächlich selten. Das ändert sich aber zu den Herbstmonaten hin. Hohe Risiken stellen dann die Pneumokokken und Meningokokken für alle Kinder und Jugendlichen dar. Besonders gefährdet sind Säuglinge. Deswegen sollten Eltern die Chance nutzen, Ihre Sprösslinge rechtzeitig gegen diese Geiseln der Natur zu impfen und damit zu schützen.

Was geht in der Welt rum? Im Norden Algeriens sind in den letzten Wochen vermehrt Erkrankungen mit Gelbsucht aufgefallen. Es wird angenommen, dass als Ursache Hepatitis A und Hepatitis E in Frage kommen, deren Übertragungsweg vorwiegend über die Nahrungskette geht. Für Touristen ist es ratsam, nur Wasser aus zuvor geschlossenen Flaschen zu trinken und dies auch zum Zähneputzen zu verwenden.

Was geht rum? 08. September 2018

Die Sommerferien sind zu Ende. Die Kinder aus Baden-Württemberg gehen ab Montag wieder zur Schule. „Soll ich mein Kind zur Sicherheit in die Schule fahren?“ Doch dazu später.

Denn Ihre erste Frage ist ja: „Was geht rum“? Welche Infekte gibt es im Südwesten? Wird sich mein Kind in den kommenden Tagen anstecken und direkt bei Schulbeginn krank sein? Dann könnte es viel verpassen. Zum Beispiel einen Platz im Klassenzimmer neben einem Freund. Aber keine Sorge, viele Infekte gibt es noch nicht. Und die, die es gibt, werfen Schulkinder in aller Regel nicht um.

Schlimmer ist da der Schulweg. Eine Berliner Mutter brachte es auf den Punkt: „Eltern fahren ihre Kinder zur Schule, damit sie von Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, nicht umgefahren werden“. Die Statistik widerspricht diesen Elternängsten. Denn bei den Grundschülern (in der Statistik die Kinder zwischen 6 und 9 Jahren) verunfallen die meisten in einem PKW (41.6%), so das statistische Bundesamt mit Bezug auf das Jahr 2016. Als Fußgänger verunglücken 29.8 Prozent, als Fahrradfahrer jedes vierte Kind. Das Auto stellt also keinen Schutz vor Unfällen dar.

Eltern können für Kinder ein Wegbereiter sein. Da Kinder im Grundschulalter situativ lernen, ist es sinnvoll, den künftigen Schulweg mehrfach gemeinsam zu gehen, um Gefahrenquellen zu erkennen und den Kindern damit mehr Sicherheit zu geben. Dieser Vertrauensvorschuss ist für Kinder eine Anerkennung durch die Eltern („Stärkung des Selbstvertrauens“). Nebenbei sind sie auf dem Schulweg unter sich und können Dinge bereden, die im Auto sicher nicht zur Sprache kommen. Dinge, die Eltern nichts angehen. Auch Kinder haben Geheimnisse.

Abbildung 1. Verunglückte bzw. getötete Kinder im Straßenverkehr: helle Säule im Jahr 2015, dunkle Säulen im Jahr 2016. Quelle: Statistisches Bundesamt

Das Fahrrad ist eher kritisch zu sehen. Klar, die meisten Kinder können damit umgehen. Es fällt ihnen als Grundschüler im Pulk mit anderen Kindern aber schwer, die massiven Risiken des übrigen Verkehrs angemessen zu bewerten. Das können die Kinder von 10-14 Jahren besser. Und dennoch verunglücken diese jungen Menschen am häufigsten mit dem Fahrrad (47.1%; statistisches Bundesamt). Also: Kinder – durch eigenes Beispiel – überzeugen, immer einen Fahrradhelm zu tragen und immer ein Licht vorne und hinten anhaben. Auch wenn die Sonne noch so scheint. Den Schwaben unter ihnen sei’s nochmal betont: „Des bizzele Schtrom koscht fascht nix“. Die meisten Unfälle passieren übrigens zwischen 7 und 8 Uhr morgens.

Mit den ersten Nebeln beginnt langsam der Stress für gereizte Atemwege. Das nennt sich medizinisch bronchiale Hyperreagibilität und wird durch verschiedene Reize ausgelöst. Ganz typisch ist kalt-feuchte Luft. Kinder und Jugendliche müssen dann immer wieder husten, räuspern sich und zeigen gerne auch mal nachts Hustenattacken. Das sollte dann beim Arzt abgeklärt werden, damit ein Übergang in ein Asthma erkannt und bei Notwendigkeit auch eine Therapie eingeleitet wird.

Und was geht in der Welt rum? in Namibia gibt es seit Wochen einen Ausbruch an Hepatitis E. Diese infektiöse Lebererkrankung wird über kontaminierte Nahrungsmittel (oft Fleisch) übertragen – ähnlich wie die Hepatitis A – und verläuft wie diese in aller Regel auch gutartig. Dabei kommt es zur Gelbsucht (Ikterus), Übelkeit und Bauchschmerzen. Betroffen sind neben einigen Bezirken der Hauptstadt Windhoek die Regionen Erongo, Khomas, Omusati und Oshana. Die wichtigste Maßnahme ist Beachtung der Hygiene beim Essen (wie bei der Vorbeugung von Hepatitis A). Eine Impfung steht bei uns nicht zur Verfügung. Eine chinesische Impfung soll gute Ergebnisse zeigen, ist aber im Westen nicht verfügbar.