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Bitte nicht zu sauber! Reinigungsmittel können Asthma auslösen

Die schwäbische Hausfrau war vor Jahrzehnten ob ihrer Reinlichkeit ein Vorbild für die ganze Nation. Heute schämt sie sich eher, aber warum?

Okay, es geht ja darum wie zuhause gereinigt wird. Und da wurde nun festgestellt, dass in Haushalten mit vielen Reinigungsmitteln Kinder in den ersten 3 Lebensjahren häufiger von Asthma und Atemwegserkrankungen betroffen waren als in den anderen. Das legt zumindest eine Veröffentlichung des kanadischen Ärzteblattes (CAMJ) vom Februar 2020 nahe. Die Autoren um Jaclyn Parks aus der Arbeitsgruppe von Tim K. Takaro von der Simon Fraser Universität in Vancouver hatten Daten der CHILD-Studie (Canadian Healthy Infant Longitudinal Development) auch unter diesem Aspekt ausgewertet.

In der noch laufenden CHILD-Studie wird die gesundheitliche Entwicklung von über 3500 Kindern aus Kanada (Vancouver, Edmonton, Winnipeg und Toronto) untersucht, die zwischen 2009 und 2012 geboren wurden. In einem Fragebogen wurden 2022 Eltern auch nach dem Gebrauch von 26 Reinigungsmittels befragt. Dabei zeigt sich, dass in Haushalten mit häufiger Nutzung von Reinigungsmitteln das Risiko für pfeifende Atmung (wheeze) im Alter von 3 Jahren um etwa 35% höher lag. Für Kinder, die in diesen Haushalten lebten wurde um 37% häufiger die Diagnose eines Asthma bronchiale gestellt. Allergien hingegen kamen in beiden Gruppen gleich oft vor.

Die Autoren gehen davon aus, dass Kinder in diesem Alter noch sehr häufig in der Wohnung seien und dabei oft am Boden krabbeln. Damit wären sie den reizenden Reinigungsmitteln deutlich stärker ausgesetzt als in den Folgejahren, wenn sie eher aufrecht durchs Haus flitzen oder draußen spielten.

Und nein: Dieser Artikel ist kein Aprilscherz. Und diese Studie wurde auch nicht am 1. April durchgeführt. Sie ist nur – rein zufällig – hier am ersten April zu lesen.

Was geht rum? 27. Juli 2019

Nach kurzer Pause geht das Sommerwetter auch in den Sommerferien mit leicht niedrigeren Temperaturen weiter. Damit bleiben in der kommenden Woche Infektionen wohl das kleinere Problem für Kinder und Jugendliche.

Aufmerksamkeit erfordert das fast tropische Wetter besonders von Eltern kleiner Kinder. Sie sollten mehrere Belastung ihrer Kinder im Tagesablauf bedenken:

  • UV-Strahlung. Sie ist noch immer erheblich und nimmt zum frühen Nachmittag hin zu. Kinder sollten zumindest zwischen 11 Uhr und 15 Uhr eine Kopfbedeckung tragen und an offenen Körperstellen mit einer Sonnencreme (mit LF 30) versorgt sein. Am sichersten ist es, wenn sie in der Wohnung bleiben.
  • Hitze strengt an. Wenn Kinder mit Kindern spielen merken sie das kaum, denn die Freunde sind ihnen wichtiger. Eltern können dann einen schattigen Ort suchen und anbieten. Der sollte besser unter einem Baum – der sogar eine Kühlung ermöglicht – als unter einem Sonnenschirm sein.
  • Wasserbedarf. Der steigt mit der Hitze. Also allen Personen im Haushalt immer wieder Getränke (Wasser) anbieten. Nicht aufdrängen! Keiner muss trinken.
  • Ozon/ Reizgase. Mit der stärksten Sonne erreicht auch die Konzentration mit Reizgasen wie Ozon ihren Höhepunkt. Das ist die Zeit, wo starke körperliche Belastungen ausgesetzt werden sollten. Sport ist gut am Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang.
  • Insekten/ Zecken. Gerade Zecken lieben die warmen Temperaturen. Kinder sollten beim Spiel in der Natur mit entsprechenden Insektenschutzmitteln eingerieben werden. Allabendlich sollte man den Körper auf Zecken absuchen, besonders in den Nischen wie Bauchnabel, Achseln und hinter dem Ohr.
  • Grillen. Immer daran denken, dass Feuer für Kinder sehr reizvoll ist und den Grill gut beobachten, damit nichts passiert.

Die Hitze hat manche gute Seite. Mit der trockenen Witterung geht auch die Zahl der Pollen zurück und Allergiker müssen für die nächste Zeit nur mit mäßigen Belastungen durch Gräserpollen bzw. Pollen des Spitzwegerich rechnen. Das schlimmste ist wohl überstanden. Kurzzeitige starke Belastungen mit Pollen können jedoch bei Gewitter auftreten, weswegen Asthmatiker immer ihre Notfallmedikamente mitführen sollten.

Und was gibt es noch an Infekten? Die Magen-Darm-Erkrankungen gehören im Moment zu den häufigsten Infektionen. Diese sind oft durch Rotaviren ausgelöst. In der Region Karlsruhe und Rhein-Neckar gab es zuletzt mehr Meldungen an Campylobacter-bedingten Darmentzündungen. Campylobacter ist ein Bakterium, das unter den momentanen Umgebungsbedingungen häufiger in Speisen wie Geflügel anzutreffen ist. Zur Vermeidung dieser Erkrankung ist gute Hygiene in der Küche entscheidend.

Was geht in der Welt rum? Selten fällt Kanada durch Infektionen auf, die Reisende bedrohen könnten. In erster Linie sind es Bären, die man in Kanada auf Distanz halten sollte. Nun ist dort ein 21 Jahre alter Mann an Tollwut verstorben, die er sich auf Vancouver Island durch den Biss einer infizierten Fledermaus zugezogen hatte. Tollwut gibt es in diesem riesigen Land im Norden vorwiegend durch Füchse, im Süden durch Stinktiere und Waschbären. Und Fledermäuse gibt es in allen Landesteilen Je nach Reiseverhalten sollte eine Impfung in Erwägung gezogen werden.