Schlagwort: Kinder

Was geht rum? 28. November 2020

Die GRÜNEN und die Homöopathie

USA: Coronainfektionen auf dem Land häufiger als in der Stadt

♦ Auch in Hotspots ist keine Herdenimmunität in Sicht

♦ Immer mehr Kinder in Deutschland wegen COVID-19 im Krankenhaus

Die Bundespartei der Grünen hat sich in den letzten ein heißes Thema vorgenommen: die Homöopathie. Und sie hat es in internen Diskussionsrunden geschafft, Position zu beziehen: Von den Krankenkassen sollen nur noch Leistungen übernommen werden, „die medizi­nisch sinnvoll und gerechtfertigt sind und deren Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist“. Dabei wird das Wort „Homöopathie“ umgangen, ebenso aber auch Formulierung, dass im Einzelfall eine Kostenübernahme möglich sein sollte, wie manche Delegierte auf dem Bundesparteitag forderten.

Die Mobilität in Deutschland hat sich während des Shutdowns verändert. Das zeigt eine neue Untersuchung, die auf der Basis der Mobilfunkdaten die Mobilität errechnet. Es zeigt sich, dass im ersten Shutdown die Mobilität um bis zu 55% zurückging. Im zu Ende gehenden Monat November liegt der maximale Rückgang der Mobilität bislang bei 22%. Diese Zahlen sind ein klarer Hinweis, dass die Menschen sich in der Pandemie zurückhalten.

Erkrankungszahlen an COVID-19 pro Wochen und 100.000 Einwohner („Wocheninzidenz“) bezogen auf die Bewohnerdichte der jeweiligen Region (county) in den USA Quelle: Lindsey M. Duca et al im MMWR, veröffentlicht vom CDC

Überraschende Daten zu COVID-19: In den USA erkranken mehr Personen in ländlichen Gebieten als in städtischen (Metropolen). Auch aus Deutschland kommen immer wieder Meldungen, dass dünn besiedelte Regionen wie der Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit Wocheninzidenzen von über 400 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner oder der Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg mit 276 Erkrankungen (Stand: 26.11.2020) auffallen.

Coronainfektionen in Berlin: 7-Tages-Inzidenzen (pro 100.000 Einwohner) in Berlin. Auf der x-Achse sind die Kalenderwochen aufgetragen, auf der y-Achse die Altersgruppen. Quelle: SurvNet des RKI

Die Zahlen für Berlin sind weit dramatischer. Für die Jugendlichen von 15-19 Jahre liegt der Wert bei 390, in Berlin Mitte gar bei 637. Es erstaunt nicht, dass unter diesen Umständen 5% aller Berlinere Schüler in Quarantäne sind Und dennoch: Einfache Erklärungen greifen nicht.

Nach fast einem Jahr in der Pandemie ist an eine beginnende Herdimmunität nicht zu denken. Weder bei uns, noch in Spanien oder Italien. Auch das stark gebeutelte Amerika ist weit davon entfernt, wie eine sehr gut gemachte Studie von Kristina L. Bajema und Mitarbeiter zeigt. Die Zahl der Amerikaner, bei denen im Serum Antikörper gegen das SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, schwankt stark. In den meisten Staaten liegt die Rate unter 10%, in vielen sogar unter 1%. Nur in New York, das vor Monaten heftig gebeutelt wurde, waren es fast 25%. Und das ist noch weit davon entfernt, eine Immunität zu vermitteln. Dazu müssten mindestens 70% einer Population mit dem Virus – oder einer perfekten Impfung – in Kontakt gekommen sein. Es liegt weiterhin ein langer Weg vor uns.

Häufigkeit der stationären Behandlung von Kindern mit COVID-19 in deutschen Kliniken. Quelle: DGPI

In den letzten Wochen ist die Zahl der Kinder, die wegen COVID-19 stationär  behandelt werden musste rasant angestiegen. Die Zahl der wöchentlichen Fälle lag in der letzten Woche bei 16 Kindern. Der bisher höchste Wert mit 39 Meldungen datiert aus der letzten Oktoberwoche. Nicht alle Kliniken in Deutschland melden die COVID-19-Fälle. Dennoch fällt eine hohe Konzentration für Baden-Württemberg in Stuttgart und Freiburg auf.

Stationäre Aufnahme von Kindern in eine deutsche Klinik: Altersverteilung. Quelle: DGPI

Interessant ist auch die Altersverteilung: Über ein Drittel aller betroffenen Kinder sind Säuglinge, also jünger als ein Jahr. Wenn also von „Risikogruppen“ gesprochen wird, sollte auch an die Kleinsten gedacht werden, deren Immunsystem zwar sehr anpassungsfähig, aber eben auch unerfahren ist. Der Anteil der Jugendlichen (grüne Flächen) an den COVID-19-Erkrankungen ist deutlich geringer.

Praxisindex Baden-Württemberg: er spiegelt die Zahl der Patienten wieder, die sich wegen Atemwegsinfekten in einer Praxis vorgestellt haben. Quelle: AG Influenza

Alle reden von Corona. Das ist auch richtig. Gemessen an den Erkrankungen mit dem SARS-CoV-2 spielen andere Infektionen im Moment im Ländle eine untergeordnete Rolle. Das zeigt die aktuelle Graphik für die Praxisbesuchen wegen Atemwegsinfektionen (rote Kurve). Inzwischen ist der Tod an COVID-19 sogar die häufigste Todesursache, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Alles Querdiskutieren kann diese Zahlen nicht ändern.

Was geht in der Welt rum? Neben der Corona-Pandemie ist für tropische Länder das Dengue-Fieber eine Geisel. Die Tödlichkeit dieser Erkrankung ist bei weitem nicht so hoch. Aber die Erkrankung ist dennoch für die armen Menschen dieser Regionen sehr belastend. Aus Indien wurden bis Ende September 16.439 Fälle gemeldet, darunter 12 Todesfälle. Diese Häufigkeiten werden in der momentanen Regenzeit noch deutlich ansteigen. Eine Therapie oder eine Impfung gegen das Dengue-Fieber sind nicht in Sicht.

Ich wünsche Ihren Kindern und Ihnen ein angenehmes Wochenende, bleiben Sie konsequent und gesund, Ihr

Was geht rum? 14. November 2020

Themen

Corona auf der Südhalbkugel der Erde

♦ COVID-19 bei Kindern – ein differenzierter Blick auf die Schulen

♦ Sesamallergie

♦ Welche Infektionen spielen noch eine Rolle?

Remo Largo – ein großer Kinderarzt ist von uns gegangen

 

Kommen Sie aus dem Ausland nach Deutschland zurück? Dann gelten für Sie seit dieser Woche neue Einreisebestimmungen. Die scheinen auf den ersten Blick klar, verweisen aber darauf, dass letztlich die Regelungen des einzelnen Bundeslandes gelten. Und wie die aussehen, steht auf einem anderen Blatt. Auf welchem? Eines brauchen Sie in jedem Fall: die digitale Einreiseanmeldung.

Coronaerkrankungen haben etwas mit dem Winter zu tun: Vergleich der Häufigkeiten auf der nördlichen Halbkugel gegenüber der Südhalbkugel. Quelle: Economist

Eigentlich wäre es wohl sinnvoller, über den Äquator hinaus auf die südliche Erdhalbkugel zu reisen. Dort werden die COVID-19-Erkrankungen im Moment seltener (Sommer). Bei uns sind sie weiter im Ansteigen (Winter). Daran wird auch eine Impfung in den kommenden Monaten in der Summe nur wenig ändern.

Lernen im Präsenzunterricht. Kommen bald Einschränkungen? Quelle: pixabay, klimkin

Eine Veröffentlichung von Zoë Hyde von der University of Western Australia (in Englisch) beleuchtet mit dem Wissen von heute den Stellenwert des SARS-Virus für Kinder und Schulen. Lange ging man davon aus, dass Kinder im Infektionsgeschehen nur eine geringe Rolle spielen würden. Ein großer Teil der Studien zu diesem Thema stammt aus der ersten Hälfte des Jahres, als viele Länder noch im Lockdown waren. Daten der letzten Monate jedoch sprechen dagegen. Schweden ist eines der Gegenbeispiele: Hier waren die Schulen immer offen und die Antikörpertests im Blut zeigten, dass die Rate durchgemachter Erkrankungen bei Kindern und jungen Menschen (0-19 Jahre) mit 6.8% Nachweis schützender Antikörper sogar leicht höher lag als die bei den Erwachsenen im Berufsleben (20-64 Jahre) mit 6.4%. Vieles spricht also dafür, dass die Virusbelastung bei Infizierten in allen Altersgruppen ähnlich hoch ist. Dabei weicht die Höhe der Viruslast kleiner Kinder oft ab (bei ihnen kann in der Regel weniger Material zur Testung gewonnen werden, z.B. wegen der Enge der Nase). Kinder sind also vermutlich genauso infektiös wie Erwachsene. Sie erkranken nur oft schneller und fallen nur mit deutlich weniger Symptomen auf. Dadurch fällt die Erkrankung oft zunächst bei den Erwachsenen mit Symptomen auf. In der Nachverfolgung zeigt sich dann auch bei Kindern ein positiver Rachenabstrich, weswegen wie oft als „Kontaktperson“ eingestuft werden. Dennoch ist die eigentliche Kontaktperson der erkrankte Erwachsene ist, der sich beim asymptomatischen Kind angesteckt hatte. Die Arbeit aus Australien ist eine differenzierte Analyse der Situation von Kindern in Schule und Haushalt – Pflichtlektüre für alle Eltern.

Im Monat Oktober wurden in den USA etwa 200.000 Fälle von COVID-19 alleine bei Kindern gefunden. Es gibt Hinweise, dass sich diese meist bei jungen Erwachsenen (Eltern!) ansteckten. Das bestätigt auch die Biospecimens from Respiratory Virus-Exposed Kids (BRAVE Kids) Study (in Englisch) aus North Carolina. Darin untersuchten die Forscher Kinder und junge Erwachsene (< 21 Jahre), die in einem Haushalt mit einem COVID-19-Patienten lebten. Von den Kindern zeigten 77% einen positiven Rachenabstrich auf SARS-CoV-2 (PCR). Dabei waren Kinder der Altersgruppe von 6-13 Jahren häufig asymptomatisch, während die Kleinkinder und Jugendlichen häufiger Symptome hatten. Das Risiko sich anzustecken war zwischen Geschwistern um 50% höher. Auch in dieser Studie erkrankten von Asthma betroffene Kinder seltener als Kinder ohne Asthma. Asthma scheint also kein Risikofaktor zu sein.

Noch eine sehr spannende Arbeit aus den USA. Ein Forscherteam um Serina Chang von der Stanford University (in Englisch) untersuchte anhand der Handydaten, wo sich Menschen in verschiedenen Städten der USA aufhielten: Restaurants, Hotels, Geschäften oder Fitnessstudios. Diese Daten setzen sie in Relation zu den gemeldeten Infektionsdaten. So konnten sie beispielsweise zeigen, dass im März die Zahl der Menschen in der Metro von Chicago um 54,7% zurückging. An den einzelnen Punkten (point of interest; POI) wie eben Restaurants zählten sie die Zahl der Infektionen, die in den Monaten März, April und Mai auftraten. Dabei fanden sie superspreader POIs: Also Orte, an denen sich viele Menschen ansteckten wie in der Metro in Chicago. Wieder zeigte sich, dass 10% der POI für 85% aller Infektionen verantwortlich waren. Das sind die Cluster, von denen häufig die Rede ist. Sie aufzuspüren und auszuschalten wäre also extrem wirkungsvoll.

Sesam. Quelle: ptw

Sesam: Lecker und in mancher Hinsicht „gesund“ – aber als allergieauslösendes Nahrungsmittel nicht zu unterschätzen. In den USA hat die FDA (Food and Drug Administration) eine Leitlinie („draft guidance“) zur Diskussion gestellt, die das Allergen Sesam betrifft. Darin werden die Hersteller von Nahrungsmitteln aufgefordert, dieses Allergen auf ihren Produkten auf freiwilliger Basis klar zu deklarieren. Die FDA stellt fest, dass die Bedeutung von Sesam für Allergiker deutlich zugenommen habe.

Atemwegsinfekte in Baden-Württemberg. Quelle: AG Influenza

Die Pandemie verlangt gerade von Kindern und Jugendlichen viel ab. Da bleibt es erfreulich, dass sich die Zahl der übrigen Infekte im Rahmen hält. Keuchhusten kam übers Jahr gesehen halb so oft vor wie 2019. Seit zwei Wochen gehen auch die Zahl aller Atemwegsinfekte zurück, wie die Graphik zeigt: Die rote Linie (2020) nähert sich der braunen Linie (2019) an. Die meisten dieser Infekte sind Schnupfeninfekte und somit ein erstes Warmlaufen des Immunsystems für die künftigen und schwierigen Aufgaben in diesem Winter: Influenza + Corona.

Was geht in der Welt rum? Wohl kaum jemand aus Europa kann im Moment nach Afrika reisen. Auch wenn dies nur ein geringfügiges Risiko für Reisende darstellte, so machen die neu gemeldeten Erkrankungen mit dem Impfstoff-abgeleitetem Poliovirus Typ 2 (cVDPV2) Sorge. Betroffen sind Mali (bislang in diesem Jahr 26 Fälle) und ganz aktuell auch die Republik Kongo, die den ersten Fall seit 10 Jahren meldet. Trotz weltweiter Bemühungen, zieht sich die Ausrottung der Poliomyelitis schon seit Jahren hin. Dabei leidet Afrika schon massiv unter den Geiseln Malaria, Tuberkulose und inzwischen – indirekt – unter dem Coronavirus (reduzierte Impfprogramme, Einschränkung der Meinungsfreiheit u.a.).

Remo Largo Quelle: nifbe.de

«Der Mensch kann nicht irgendein Leben führen, sondern nur sein eigenes» hat er einmal gesagt. Nun ist der anerkannte Schweizer Entwicklungspädiater Remo Largo im Alter von 77 Jahren verstorben. Vielen Eltern gab er Orientierung, die Entwicklung ihrer Kinder besser zu verstehen: Bestseller wie «Babyjahre», »Kinderjahre», «Jugendjahre» zeugen davon. Für uns Kinderärzte öffnete er mit seinen Publikationen und in seinen Seminaren neue Welten. Er war Wissenschaftler, Philanthrop und ein begnadeter Kinderarzt zugleich. Die Maßstäbe, die er setzte, werden weiter wirksam sein.

 

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende, Ihr

 

 

Die Infektwelle kommt bald. Macht eine Grippe-Impfung bei Kindern Sinn?

Für viele Laien sind die Impf-Empfehlungen in Deutschland verwirrend. Die STIKO bzw. das RKI empfehlen die Grippeimpfung nur für Versicherte ab 60 Jahre, für Menschen mit chronischen Erkrankungen, für Schwangere und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Für Baden-Württemberg hat das Sozialministerium jedoch erweiterte Empfehlungen. Hier wird – entsprechend den Vorgaben der WHO – die Grippeimpfung für alle Kinder ab dem 6. Lebensmonat empfohlen.

In den USA läuft bei der Corona-Pandemie sicher manches nicht so gut. Was aber die Influenza betrifft, liegen die Impfraten bei Kindern bei über 60%. Eine Zahl, die selbst bei den sog. Risikogruppen in Deutschland nicht annähend erreicht wird. Die American Academy of Pediatrics (in Englisch) hat gerade die Details für die Grippeimpfung von Kindern in der Saison 2020 / 2021 veröffentlicht, die in vielen Aspekten auch für Laien sehr interessant sind.

Klar ist, dass die Impfung gegen Influenza lange nicht so wirksam ist wie diejenige gegen Masern, bei denen eine „sterile Immunität“ erreicht wird, also beinahe bei allen Geimpften der Ausbruch von Masern verhindert werden kann. Dennoch ist sie gut wirksam und schützt viele Menschen. Und, sie ist der einzig verfügbare und nachweißlich wirksame Schutz vor dieser – wie „Corona “ – schweren Infektion.

Die Kinder- und Jugendärzte sehen den Stellenwert für die Grippe-Impfung bei Kindern ähnlich wie die Behörden im Ländle und raten Kinder in diesem Herbst gegen Influenza impfen zu lassen. Dazu der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) Johannes Hübner: „Wir wissen, dass Kinder den Influenzavirus maßgeblich übertra­gen“.

Eine Impfung der Kinder, das ist wissenschaftlich gut belegt, schützt indirekt auch die älteren Risikogruppen. Das zeigt eindrücklich eine zentrale wissenschaftliche Untersuchung von 2001 aus der Arbeitsgruppe um Masato Tashiro und Mitarbeiter aus Tokyo (Japan). Wenn der Enkel kein Grippevirus verbreitet, wird auch Omi nicht krank.

Aber Kinder können selbst auch schwer an Influenza (Grippe) erkranken, so dass sie sogar stationär behandelt werden müssen. Folgerichtig unterstützt auch Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) die Impfung von Kindern: „Deswegen haben wir diesmal zusätzlichen Grippeimpfstoff besorgt. Jeder, der sich und seine Kinder impfen lassen will, sollte und kann das tun.“

Als erste große Krankenkasse hat sich Mitte der Woche die AOK angeschlossen. Laut dem Deutschen Ärzteblatt hat ein Sprecher der AOK angekündigt, die Kostenübernahme betreffe „nicht nur die Impfung von Risikogruppen, sondern alle AOK-Versicherten, sofern die Ärzte dies für erforderlich halten“. Das ist ein gewichtiges Wort.

Konnten Sie sich für Ihre Kinder entscheiden können? Oder noch Fragen? Ganz sicher. Dann los an die Tasten. Anderen Eltern geht’s vermutlich recht ähnlich bei der Grippeimpfung ihrer Kinder.

Was geht rum? 03. Oktober 2020

Der Herbst ist da, es wird spürbar kühler und die Lust großzügig zu lüften lässt ebenso spürbar nach. Damit steigt das Risiko an Infektionen zu erkranken. Wie in jedem Jahr. Nur, dass in diesem Herbst und Winter das Coronavirus als neuer Begleiter hinzukommt. Interessant ist, dass die Erkrankung einer einzigen, weltpolitisch wichtigen Person in der Wahrnehmung der Pandemie mehr bewirkt, als viele erhellende wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Woche. Wir bleiben bei den wissenschaftlichen Fakten.

COVID – Erkrankungen bei Kindern, prozentual zu den Gesamterkrankungen von April bis September. Quelle: Blake Sisk et al., PEDIATRICS, 2020

In den USA ist ein wichtiger Trend zu erkennen: Das SARS-CoV-2 breitet sich bei den Kindern zunehmend aus. Durch die Schulschließungen im Frühjahr war der Anteil der Kinder an den Infizierten noch sehr gering. Seit April (2.2%) hat sich deren Anteil nun fast verfünffacht (10.0%), wie die PrePublication von Blake et al. aus Pediatrics gerade zeigt.

SARS-CoV-2-Fälle in Baden-Württemberg nach Altersgruppe und Meldewoche. Die hell- und dunkelgrauen Bezirke zeigen den Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 20 Jahre. Quelle: LGA Baden-Württemberg

Nicht viel anders stellt sich dieser Trend auch in Baden-Württemberg dar. Das zeigen die grauen Säulen im Diagramm. Es scheint, dass sich das Virus in dieser jungen Altersgruppe weiter ausbreitet. Infektionen von Kind zu Kind sind aber noch immer selten. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass Schulen und Kindergärten ihre Konzepte zum Schutz vor dem Coronavirus auch gut umsetzen.

Im Herbst nehmen die Infekte zu. Das zeigen auch die offiziellen Statistiken. Die Aktivität der Atemwegsinfektionen ist bisher vergleichbar mit den letzten Jahren, wobei sie in Baden-Württemberg gegenüber anderen Regionen in Deutschland tendenziell niedriger liegt. Als Erreger liegen – wie erwartet – die Rhinoviren ganz vorne. Das sind die Erreger des typischen Herbstschnupfens: Schnupfensaison.

Bei den Kinderkrankheiten zum Glück nichts Neues: Nur Keuchhusten und Windpocken, keine Masern oder Mumps.

Was geht in der Welt rum? Nach Russland reisen viele Menschen aus Baden-Württemberg. Dabei sollte bedacht werden, dass es dort noch vereinzelte Fälle von Tollwut gibt. Zuletzt verstarb eine Frau im Oblast Jaroslawl nach dem Biss eines tollwütigen Fuchses. Die Tollwut wird oftmals von Wildtieren auf Haustiere übertragen und kann auf diesem Weg den Menschen bedrohen. Gerade bei Reisen in abgelegene Gebiete kann deswegen eine Impfung gegen Tollwut sinnvoll sein.

In eigener Sache: Die planet4kids media unterstützen Projekte, die das gesundheitliche Wohl von Kindern im Focus haben. Zwei Projekte sind bereits ohne finanzielle Hilfe von außen abgeschlossen. Zum einen untersuchte die VAVANY-Studie die 2009 in Antananarivo die Bedeutung von Asthma bei Stadt-Kindern. Das andere ist die MAKI-Studie, die ich Ihnen kürzlich im praxisblättle kurz vorgestellt habe. Beides sind für Kinder wichtige Projekte, können aber medial – ohne Hilfe großer Marketingagenturen wie Jung von Matt – kaum mit finanzieller Unterstützung rechnen.

Das dritte Projekt – und darum geht es heute – ist Ihr praxisblättle. Im Frühjahr, kurz bevor die Pandemie unser Leben veränderte, haben viele der praxisblättle– Leser in unserer Umfrage ihre Bereitschaft erklärt, uns auch finanziell zu unterstützen. Das hat uns sehr gefreut und uns Mut gemacht. So können wir weiterhin – wie schon seit 25 Jahren – dieses Format ohne Werbung beibehalten. Unterstützen können Sie uns ganz klassisch per Überweisung (planet4kids media, Fidor Bank AG,  DE97 7002 2200 0020 4770 40, FDDODEMMXXX; Stichwort „praxisblättle“). Oder Sie nutzen Patreon, über den Sie uns einen kleinen Betrag monatlich spenden.

Welche Kosten fallen für die Erstellung des praxisblättle an (wichtigste Posten)?

  • Fotographie. Manche Bilder müssen eingekauft werden
  • Zugang zu Original-Literatur. Medizinische Fachliteratur ist meist nicht kostenlos.
  • Kosten für Unterhalt und Pflege der Homepage

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende. Herzliche Grüße, Ihr

 

Sonnenschutzmittel für Kinder

Pünktlich zur sonnigsten Jahreszeit hat die Stiftung Warentest ein Untersuchung zu 17 Sonnenschutzmitteln für Kinder veröffentlicht. Bis auf das teuerste sind alle gut geeignet. In der folgenden Tabelle haben wir die vier Besten zusammengestellt.

Produktname Preis pro 100 ml Note Anmerkung
Lidl Cien Sun Kids Sonnencreme 2,25 € sehr gut (1.4) Feuchtigkeitsanreicherung (1.0)
Müller Lavozon Kids Med Sonnenmilch 2,48 € sehr gut (1.4)
Aldi Ombra Sonnenspray Easy Protect 1,99 € sehr gut (1.5) Anwendung nur gut (2.2)
Rossmann Sunozon Kids Sonnensoray 2,40 € sehr gut (1.5)

Die Unterschiede zwischen diesen Produkten sind in allen Aspekten marginal. So stehen für Kinder somit sehr gute Produkte als Creme, Milch oder Spray zur Verfügung. Das test-Heft Juli 2020 enthält den kompletten Test mit den oft spannenden Hinweisen im Text. Darin sind auch gute Sonnenschutzpräparate aus früheren Jahren (2018 und 2019) nochmals aufgeführt.

Was geht rum? 13. Juni 2020

Erste Pressestimmen sprechen inzwischen über die Kinder in der Coronakrise. Meist noch unter dem Titel, dass Kinder ein Recht auf Bildung haben. Das ist schon mal gut. Kinder und Jugendliche sollten aber auch ein Recht zugesprochen bekommen, wieder mehr gemeinsam machen zu dürfen: Mit anderen Kindern im Sandkasten. Oder in Jugendzentren abhängen. Ohne gleich „gebildet“ zu werden. Für ihre Entwicklung ist das mindestens genauso wichtig, macht den meisten jedoch erheblich mehr Spaß.

Altersanteil der COVID-19-Erkrankungen über die Kalenderwochen 10 bis 21 Quelle: RKI

Die Virologen um Prof. Drosten sind noch zögerlich, den Kinder und Jugendlichen mehr Freiheit im öffentlichen Raum zuzugestehen. Ein wichtiger Grund ist, dass seit dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, also seit Ende März, der prozentuale Anteil der Kinder und Jugendlichen (0-20 Jahre) an allen Erkrankten immer mehr ansteigt. Andere Daten sehen eine Verbreitung der Infektion unter Kindern gelassener. Wie auch immer, wir sollten langsam versuchen, Kindern mehr Freiheit zu geben. Für die Beschränkung der elementaren Bedürfnisse von Kindern liegen keine ausreichenden Gründe vor. Einige Bundesländer wie Schleswig-Holstein haben jetzt damit begonnen, diese Freiheiten für Kinder wiederherzustellen. Neue Hoffnungen.

Gräserpollenkonzentration der letzten Woche am Bodensee Quelle: pollenundallergie.ch

Nach den regenreichen Tagen sind die Pollen seit gestern in Hochform. Gräserpollenallergiker sollten erstmal vorsichtig sein. In den kommenden Tagen ist mit einem leichten Rückgang der Pollenbelastung zu rechnen, sofern kein bedeutsamer Wind hinzukommt.

Infekte? Noch immer fast Fehlanzeige. Welch ein Glück für Kinder und Jugendliche.

Was machen die Kinderkrankheiten? Bei den Masern wurde die vorletzte Neuerkrankung in der 9. Kalenderwoche in Baden-Württemberg gemeldet. Der Lockdown hat in den folgenden Wochen dazu geführt, dass keine Masern mehr auftraten. Nun ist in der letzten Woche erstmals wieder eine neue Infektion aus Reutlingen gemeldet worden – nach 12 Wochen Pause also jetzt der Erkrankungsfall Nummer 26 in diesem Jahr. Im letzten Jahr waren es zur gleichen Zeit 67 Betroffene.

Was geht in der Welt rum? Bald dürfen wir wieder reisen. Aber nur in Europa. Auch hier können uns Krankheiten begegnen. Sogar in der so idyllischen Schweiz, wo in diesem Jahr bereits 67 Erkrankungen an FSME (Frühsommer-Meningo-Encephalitis) gesichert wurden, mehr als im bisherigen Rekordjahr 2018. Die Zecken machen also an der Grenze nicht Halt. Im angrenzenden Baden-Württemberg haben in der letzten Woche 9 neue Fälle die Zahl der Betroffenen auf 42 hochschnellen lassen. Gemessen daran, dass im Ländle aber 2.5 Millionen Menschen mehr leben, ist die Zahl erstaunlich gering. In jedem Fall: Vorsicht vor Zecken. Egal ob im Ländle oder in der Schweiz. Mehr dazu finden Sie hier.

Am Montag beginnt nach 3 Monaten wieder der Unterricht für alle Kinder und Jugendlichen, im Schichtbetrieb und ausgedünnt. Aber immerhin. Je nach Schule (und Zahl der arbeitenden Lehrer) sind das bis zu den Sommerferien mal knapp 5 Tage Unterricht, mal wochenweise halbtags.

Das Wochenende bringt heute Morgen Sonnenschein und angenehme Wärme, später am Nachmittag wohl mehr Sturm und Regen. Genießen Sie das Wechselspiel. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

EXTRA-blättle: Coronaviren bei Kindern (02)

Nicht nur die Wissenschaft beschäftigt sich nun häufiger mit den Auswirkungen von COVID-19 auf die Kinder und Jugendlichen. Auch in der Politik ist das Thema angekommen. Leider wird es häufig mit wirtschaftlichen Faktoren (Beschäftigung der Eltern) verknüpft und ist weniger auf das Wohl der Kinder selbst ausgerichtet.

Die letzten Tage sind viele Menschen wieder nach draußen gegangen. Sie haben geniest und genossen. Ob das eine neue Infektwelle einleitet, wissen wir nicht. Was für Kinder und Jugendliche aktuell Bedeutung hat, haben wir für Sie in den folgenden 6 Themen aufbereitet.

1.Stationäre Behandlung von Kindern mit Coronaerkrankungen

Kinderkliniken in Baden-Württemberg, die COVID-19 behandeln; Stand 03.05.2020 Quelle: DGPI

Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) untersucht die schweren Coronaerkrankungen von Kindern in Kliniken. Bundesweit nehmen an diesem Projekt 66 Kinderkliniken teil, die ihre Daten wöchentlich melden. Die Karte links zeigt alle Kinderkliniken in Baden-Württemberg, von denen bisher Fälle gemeldet wurden. Dabei gibt die Größe der roten Punkte in der Graphik die Anzahl der im Krankenhaus behandelten Kinder an COVID-19 wieder. Freiburg im Südwesten des Landes hat bisher besonders viele Kinder und Jugendliche mit Coronavirus-Infektionen stationär behandelt, während es im Rhein-Neckar-Raum erstaunlich wenige sind.

 

Altersverteilung COVID-19 bei Kindern in Deutschland Quelle: DGPI

Die Mehrzahl der in ganz Deutschland stationär behandelten Kinder, das zeigt die Graphik links, ist jünger als 5 Jahre. Es verwundert nicht, dass die Erkrankungen im „Infektalter“ von 1-5 Jahren besonders hoch liegt. In diesem Lebensabschnitt tauschen Kinder in Deutschland die meisten Infektionen aus. Viele an sich gesunde Kinder erkranken auch unter normalen Bedingungen ohne Kontaktsperre in diese Alter mit bis zu 12 Infektionen pro Jahr. Das sind wohlgemerkt trotzdem gesunde Kinder, ohne einen Immundefekt.

2. Welche Medikamente kommen gegen COVID-19 in Frage?

Das einige Wochen populäre Chloroquin („Malaria-Medikament“) hat sich offenbar nicht bewährt. Dagegen spricht manches für Remdesivir, das ursprünglich gegen Ebola entwickelt wurde und sich als gut verträglich erwies. Dieses Remdesivir bildet einen Teil des genetischen Codes des Virus nach und ist damit eine Art künstliche RNA (Ribo Nuclein Acid). Es schleicht sich bei der Vermehrung des Virus ein und hemmt sie, ähnlich wie Sand im Getriebe. Bisherige, eher kleine Studien zeigten, dass Patienten unter dieser Behandlung bereits nach 11 anstatt nach 15 Tagen gesund waren. Die Daten wurden aber nicht komplett offengelegt und so sind noch viele Fragen offen. So ist auch der ideale Zeitpunkt der Therapie unsicher. Vielleicht kann Remdesivir Teil einer erfolgreichen Mehrfach-Therapie sein? Wird eine ausreichende Herstellung möglich sein?

Eine andere Möglichkeit stellt eine Therapie gegen die Entzündung dar. Ein aussichtsreicher Kandidat ist Tocilizumab (Actemra©), ein Rheuma-Medikament, genauer: ein monoklonaler Antikörper gegen den Interleukin-6-Rezeptor. Wie wirkt er? Bei den schweren Verläufen von COVID-19 kommt es zu einem Cytokine-Sturm. Dabei werden Botenstoffe einer Entzündung – sogenannte Cytokine – in riesigen Mengen freigesetzt und verursachen mit dieser Überreaktion des Immunsystems eine massive Entzündung der Lunge. Bei diesem Sturm kommt es auch zu einer Durchlässigkeit der Äderchen, was eine Gefäßentzündung mit dem Risiko für kleinste Thrombosen nach sich zieht. Tocilizumab kann diesen Prozess stoppen. Die große Frage ist: Zu welchem Zeitpunkt soll es eingesetzt werden? Zu früh würde bedeuten, dass der Körper das Virus nicht wahrnimmt und keine eigene Abwehr aufbaut. Zu spät, dann würde der Patient an der überschießenden Immunantwort seines Körpers versterben. Ähnlich wie beim allergischen Schock bei Bienengiftallergie.

3. Kawasaki-Syndrom bei Kindern mit COVID-19?

Anfang April 2020 haben Kinderärzte in Kalifornien den vermutlichen ersten Fallbericht über ein sechs Monate altes Mädchen mit einem Kawasaki-Syndrom veröffentlicht. Das Kind war wegen eines typischen Kawasaki-Syndroms in der Klinik erfolgreich behandelt worden. Kurz vor Entlassung kam das positive Testergebnis auf SARS-CoV-2. Unter der Auflage einer Quarantäne konnte sie bei guter Gesundheit entlassen werden. Weitere Berichte unterstreichen die Bedeutung dieser schweren Verläufe bei Kindern und Jugendlichen.

Das Kawasaki-Syndrom ist eine Systemerkrankung des Körpers, die auf einer Entzündung der kleineren Blutgefäße (Vaskulitis) beruht. Sie tritt mit Schwellungen der Lymphknoten, hohem und lang andauernden Fieber (mehr als 5 Tage), deutlich geröteten Bindehäuten und lackartig roten Lippen auf. Betroffen sind vorwiegend Kleinkinder. Besonders kritisch ist die Erkrankung des Herzens, die oft mit Herzmuskelentzündung und Erweiterung (Aneurysma) einzelner Herzkranzgefäße verbunden ist.Inzwischen wurden weitere Fälle aus Genf, Dresden, Italien, Spanien und zuletzt auch Luxemburg gemeldet.

Die genaue Ursache ist unbekannt. Es wird vermutet, dass das Kawasaki-Syndrom durch banale Infekte ausgelöst wird. Neben Rhinoviren und RS-Viren sollen auch die harmlosen Coronaviren ( 229E, HKU1, NL63 und OC43) dafür verantwortlich sein. In Europa ist die Erkrankung eher selten (pro Jahr unter 10 auf 100.000 Kinder), in Japan sind es 185 auf 100.000. Dort wurde sie auch erstmals von Prof. Kawasaki beschrieben.

Bei Erwachsenen, die an einer schweren COVID-19-Infektion erkrankt sind, wurden schon häufiger Entzündungen der Gefäße beschrieben. Teilweise führten diese zu Mikrothromben, wie sie beim ARDS zu beobachten sind. Es wird nun vermutet, dass parallel hierzu auch die schweren Verläufe der Corona-Infektionen beim Kind eine Entzündung der Gefäße (Vaskulitis) auslösen. Diese äußert sich im Kindesalter als Kawasaki-Syndrom. Dieser Zusammenhang ist jedoch bis heute nicht geklärt. Für das Kawasaki-Syndrom gibt es etablierte Therapien, die schwere Verläufe meist verhindern können.

4. Welche Grunderkrankungen stellen ein Hindernis beim Schulbesuch dar?

Schulen und Kindertagesstätten öffnen wieder. Schneller und umfassender als gedacht. Das wirft für Kinder- und Jugendärzte die Frage auf, welche Kinder mit Grunderkrankungen zunächst nicht am Unterricht teilnehmen sollten, weil sie besonders gefährdet sind. Diese Frage stellt sich für Kinder und Jugendliche mit Atemwegserkrankungen wie Asthma, angeborenen Herzfehlern, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und beispielsweise auch Immundefekten. Einig sind sich die Experten, dass eine generelle Freistellung vom Unterricht an Schulen bzw. der Teilhabe in KiTas nicht sinnvoll sind.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat in einer Stellungnahme hierzu Position bezogen. Darin wird klar, dass vieles noch unklar ist. Es geht in letzter Konsequenz um die Frage, welche Kinder durch ihre Grunderkrankung in „relevantem Maße“ beeinträchtigt sind. Dabei zeigt sich, dass die genauen Risikoprofile bislang nicht definiert werden konnten.

5. Antikörpertests bei COVID-19: Was sagen sie aus?

Für viel Verwirrung sogen zur Zeit auch die Antikörpertests. Bislang gibt es verschiedene auf dem Markt, deren Ergebnisse sehr unsicher sind. Nun ist in den USA ein Antikörper-Test vom Schweizer Konzern Roche zugelassen worden, der offenbar gute Ergebnisse liefert. Unsicherheit besteht noch zur Frage der Immunität:

  • Noch gibt es keine Langzeituntersuchungen. Wir wissen also noch nicht, ob die Antikörper nach Erkrankung wieder zurückgehen. Und ob damit auch die mögliche Immunität wieder verschwindet. Manche Forscher vermuten eine lebenslangen Schutz nach COVID-19, andere nur einen von „einigen Wochen“.
  • Es gibt zwei unterschiedliche Testgruppen:  Schnelltests und Antikörpertests, die aufwändig im Labor durchgeführt werden. Schweizer Untersuchungen legen den Verdacht nahe, dass die Schnelltests bis zu 3 Mal so viele positive Ergebnisse liefern wie im Labor durchgeführte Antikörpertests. Das bedeutet: Tests sollten zunächst nur zurückhaltend bewertet werden.

Im praktischen Alltag werden uns Antikörpertests im Mai somit wenig weiterhelfen. Es gibt zwar den ausreichend standardisierten Test von Roche. Aber auch der muss in größeren Studien noch weiter untersucht werden und dann auch in den auslieferbaren Mengen vorliegen, dass er alle Patienten in Europa erreicht. Und wir wissen ja, es gibt einen amerikanischen Präsidenten, der in dieser Hinsicht sehr eigenartig denkt.

6. Was tut sich bei den Impfstoffentwicklungen?

Weltweit gibt es inzwischen 115 verschiedene Impfstoffe untersucht (Impfstoffkandidaten). Von diesen sind zehn bereits soweit fortgeschritten, dass sie klinische Untersuchungen zur Verträglichkeit bei Freiwilligen durchführen dürfen. Eine dieser Studien läuft in Mainz mit etwa 200 Personen im Alter von 18 bis 55 Jahren.

Zahl der gemeldeten SARS CoV-2-Fälle in Baden-Württemberg (Stand 08. Mai 2020, 16:00 Uhr). In Gelb die Zahl der Neuerkrankungen Quelle: LGA

Die Zahl der Neuerkrankungen ging in Baden-Württemberg weiter spürbar zurück. Demnach haben wir – Stand Freitag Abend – wieder eine Häufigkeit an Coronainfektionen wie vor 2 Monaten.

In diesen komplexen Zeiten, in denen sich Informationen zum Coronavirus und die damit verbundenen Entscheidungen zumindest täglich ändern, werde ich an eine Aussage von Joachim Ringelnatz erinnert: „Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht“

EXTRA-blättle: Coronaviren bei Kindern (01)

Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) sind seit knapp 4 Monaten bekannt. Inzwischen ist die Infektion sogar bei fünf Tigern und drei Löwen im Zoo der Bronx (New York) gesichert worden.

Die Infektion mit dem Coronavirus wird COVID-19 genannt. Dieser Name bedeutet: Corona Virus Disease, die im Jahre 2019 erstmals auftrat.

Welche Symptome treten auf?

Genau genommen gibt es keine typischen Symptome. COVID-19 zeigt sich mit den Zeichen eines üblichen Infektes: Fieber, Husten. Abgeschlagenheit. Bei schwereren Verläufen kommt Kurzatmigkeit und Atemnot hinzu. Manchmal treten Symptome auf, die typisch auf COVID-19 hinweise wir Störungen des Geschmack – und Geruchssinns.

Wie wird die Diagnose gesichert?

Sie beruht in aller Regel auf den passenden Symptomen zusammen mit einem Nachweis des Virus im Nasen-Rachen-Abstrich, meist als sog. RT-PCR. Bei dieser Methode werden Bruchstücke des Genmaterials (RNA) vom Virus nachgewiesen. Die PCR ist sehr empfindlich („Sensitivität“) und kann auch kleinste Mengen Genmaterial erfassen. Wie empfindlich sie für das neue Coronavirus ist, ist noch nicht genau bekannt. Hingegen gibt es erste Hinweise, dass der Abstrich den Befall mit dem Virus gut erfasst („Spezifität“). Ist also jemand mit dem SARS-CoV-2 befallen, so wird der Test dies auch anzeigen. Wir können uns also darauf verlassen, dass ein positiver Test stimmt.

Antikörpernachweis von Coronaviren in einigen Regionen weltweit. Quelle: Economist

Antikörper gegen COVID-19 lassen sich inzwischen auch im Serum (Blut) nachweisen. Dazu gibt es verschiedene Tests mit sehr unterschiedlicher Aussagekraft. Die Abbildung links zeigt einen Vergleich zwischen den offiziell bekannten Erkrankungen und den Ergebnissen von Antikörper-Tests. Diese sind jedoch mit großen Unsicherheiten behaftet, weil die untersuchten Personen nicht dem Bevölkerungsdurchschnitt entsprachen. Einige Tests beruhen auf Blutspenden (von denen die Alten ausgeschlossen sind) oder auf einem Facebook-Aufruf, der ebenfalls eher junge Menschen erreicht. Es fällt aber auf, dass tendenziell wohl mehr Menschen am Virus erkrankten als offiziell bekannt wurde. Besonders auffallend ist, dass in New York etwa 2-3% der Bevölkerung erkrankt war, aber über 20% im Blutest Antikörper auswiesen, also bereits eine Infektion hinter sich hatten. Vergleichbares gilt für Gangelt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Wann sollte ein Abstrich bei meinem Kind gemacht werden?

Seit Ende April wird ein Abstrich bei allen Menschen empfohlen, die Symptome einer Atemwegsinfektion haben, auch wenn kein Kontakt zu einem an COVID-19-Erkrankten bestand. Die Einzelheiten sind im Flussschema des RKI vom 22.04.2020 aufgeführt. Bitte beachten Sie hier die rechte Spalte „kein Kontakt“.

Sind auch Kinder stark ansteckend?

Diese Frage bewegt im Moment die Wissenschaft. Um es gleich vorweg zu sagen: Wir werden diese Frage momentan nicht genau beantworten können. Durch die spezielle Situation („Shutdown“) sind erforderliche Studien (sog. Schul- oder Haushaltskontaktstudien) nicht möglich. Es können also nur indirekte Faktoren geprüft werden. Und hier fiel den Forschern um Prof. Christian Drosten von der Charité auf, dass die Viruslast, also die Zahl der Viren im Rachen, bei Kindern ebenso hoch war wie bei Erwachsenen.

Inzidenz von COVID-19 in Baden-Württemberg. Die Säulen zeigen an, wie viele Personen einer Altersgruppe (bezogen auf 100.000) an COVID-19 erkranken. Quelle: LGA Baden-Württemberg

Kinder haben aber auch weniger Symptome. Sie husten also seltener. Das könnte bedeuten, dass sie andere Menschen weniger anstecken. Aber wissen tun wir das bislang nicht. Sicher ist nur, dass sie deutlich seltener krank werden als Erwachsene. Ob sie aber zur schnellen Verbreitung der Erkrankung beitragen, ist weiterhin umstritten.

Werden KiTas und Schulen bald wieder geöffnet?

Das ist eher unwahrscheinlich. Denn bislang fehlt uns ein Mittel, um das Virus direkt bekämpfen zu können. Wir keine Aussicht auf ein rasch und sicher wirksames Medikament. Eine Impfung ist in diesem Jahr ebenso wenig zu erwarten. Berichte, wonach der eine oder andere Impfstoff schon im Herbst verfügbar sein könnte, sind unseriös und spielen nur mit unserm Wunsch, dass diese schwierige Situation bald vorbei sein sollte. Die Stellungsnahme der Wissenschaftler von vier wichtigen Forschungsverbänden beschreibt unsere Situation realistisch und ohne Schnörkel. Demnach müssen wir uns auf eine längere Zeit der Kontaktbeschränkungen einstellen. Was das im einzelnen bedeutet haben die Forscher hier zusammengefasst.

Wie sehr werden Kinder von COVID-19 bedroht – ist es für sie tödlich?

Kinder und Jugendliche erkranken seltener und schwächer als Erwachsene. COVID-19 bedroht Menschen umso mehr, je älter sie sind. Aber, es kann in jeder Altersgruppe gefährlich werden. Todesfälle kommen bei Kinder selten vor. Für die USA mit 328 Millionen Einwohnern meldet die CDC bislang neun COVID-19-Todesfälle für Kinder von 0-14 Jahren (Stand 01. Mai 2020).

Wöchentliche Sterbefälle in Europa. In grau sind die Jahr 2009-2019 dargestellt, in orange das Jahr 2020. Die obere Graphik zeigt die Kurve der 15-64-Jährigen, die untere die der 0-14 Jahre alten Kinder und Jugendlichen. Quelle: EuroMOMO nach Economist

Die untere Gruppe zeigt, dass die Sterberate für Kinder und Jugendliche in den Corona-Wochen sogar nach unten geht. Das Kontaktverbot hat nachweislich zu weniger Infekten überhaupt geführt. Und zu weniger Teilnahme am Straßenverkehr. Dadurch sind – bei allem Ärger über die Enge zuhause – manche Todesfälle verhindert worden. Corona hat insofern auch – wenngleich selten – gute Folgen gehabt

Was geht rum? 02. Mai 2020

Viel Unmut äußert sich nach dem wochenlangem Shutdown. Aber kaum von Familien. Dabei werden sie den Maßnahmen in der Coronakrise besonders stark getroffen. Je kleiner die Wohnung und/oder der Garten, umso schlimmer. Aber die Schließung der Kindergärten und Schulen hat auch eine gute Seite: Kinder haben kaum Möglichkeiten, sich anzustecken. Es gibt bisher zwar keine Studien hierzu, aber so gesund dürften Kleinkinder in den letzten Jahren wohl nie gewesen sein. Leider können sie und ihre Eltern das nur begrenzt genießen.

Kindergarten – ein Bild aus glücklichen Tagen Quelle: pixabay, tolmacho

Im praxisblättle haben wir schon manchmal angeregt, bei der Öffnung von Einrichtungen mehr an die Kinder zu denken und weniger ans Shoppen. Es ist schon lange bekannt, dass Kinder seltener und schwächer an COVID-19 erkranken. Das zeigt auch die neueste Studie des Centers for Disease Control (CDC, in Englisch), die sich mit den aktuellen Daten bei Kindern in den USA befasst  Und obwohl sie eher selten von COVID-19 betroffen sind, leiden sie wohl am meisten unter der Kontaktsperre, die ihnen verbietet, mit anderen Kindern zu spielen und das soziale Leben zu üben.

Aus der Schweiz hat sich Prof. Dr. Christian Berger vom Kinderspital Zürich in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) zum diesem Thema geäußert. „Bei uns (Anm in der Schweiz) sind 0,4 Prozent aller bestätigten Fälle Kinder unter 10 Jahren und 2,7 Prozent Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren“. In den allermeisten Fällen seien die bisher 114 an COVID-19 erkrankten Schweizer Kinder von Erwachsenen angesteckt worden. „Wir haben keine große Erfahrung damit, wie das Virus unter Kindern zirkuliert.“ Vieles spricht dafür, dass unter kontrollierten Bedingungen (Kleingruppen mit einem Drittel der Klassengröße?), KiTas und Grundschulen vermutlich geöffnet werden könnten. Das RKI und die WHO vertreten jedoch andere Positionen.

Noch nie haben Wissenschaftler so eifrig in der öffentlichen Diskussion mitgesprochen. Und dabei vertreten sie oft gegensätzliche Positionen. Viele Menschen verstehen jedoch nicht, dass auch Wissenschaft irren kann. Aber, Forscher beobachten genau und lernen aus Fehlern, die nachweisbar sind. So kontrollieren sie sich gegenseitig. Erfreulich, dass auch viele Politiker in der Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern nachdenklicher werden. Oft gilt in diesen Tagen: Argument sticht Parteimeinung.

Gräserpollenflug. Die graue Fläche gibt die Stärke des Pollenflugs über die letzten 10 Jahre wieder. Die Säulen (links unten im Bild) zeigen die aktuellen Daten von 2020, jeweils bezogen auf Münsterlingen (Bodensee, Schweiz) Quelle: www.pollenundallergie.ch

Seit zwei Monaten ist alles anders. Auch bei den Pollen. Bisher war der April die Zeit, in der die Birkenpollen flogen. In diesem Jahr sind diese schon längst auf dem Rückzug und haben den Gräserpollen den ersten Platz überlassen. Am Bodensee und Oberrhein sind sogar schon die Pollen des Wegerich in der Luft. Diese suchten uns bisher erst Ende Juli heim. Eltern allergischer Kinder müssen also den Pollenflugkalender in diesem Jahr umschreiben. Übrigens, ein möglicher und schöner Nebeneffekt vom Mund-Nasen-Schutz („Maske“) könnte sein, dass er viele Pollen abhält und damit Kinder und Jugendlichen vor dem Heuschnupfen – zumindest etwas – schützt.

Unter den wenigen Infektionen die rumgehen, sind natürlich auch Kinderkrankheiten. Vor einer Woche hatten wir berichtet, dass die Windpocken auf 25% des Normalniveaus zurückgegangen sind. Beim Keuchhusten hingegen liegen die Erkrankungszahlen noch auf dem Niveau des letzten Jahres. In der letzten Woche kamen 25 neue hinzu. Ganz anders bei den Masern: Seit den Kontaktbeschränkungen Mitte März ist bis heute nur eine einzige weitere Erkrankung gemeldet worden. Sind im letzten Jahr bis Ende April 61 Menschen im Ländle an Masern erkrankt, so sind es jetzt nur 26. Auch ein schöner Nebeneffekt! Ganz zur schweigen von den selten gewordenen Magen-Darm-Infektionen.

Was geht in der Welt rum? Es gilt eine weltweite Reisewarnung und Reisen selbst in die Schweiz und Österreich sind nicht möglich. Dennoch wollen wir hier weiter berichten, welche Infektionen in der Welt eine Rolle spielen. So werden aus Thailand in diesem Jahr bereits 5 mit Tollwut infizierte Hunde gemeldet. Seit zwei Jahren gibt es dort viele Tollwuterkrankungen, woran im Jahr 2018 nach offiziellen Angaben 17 Menschen und im letzten Jahr 1 Mensch verstarben. Immerhin gibt es gegen Tollwut eine gut wirksame Impfung. Für wen diese sinnvoll ist, sollte vor der Reise mit einem erfahrenen Arzt geklärt werden.

Wenn Sie wegen des Coronavirus auf dem Laufenden bleiben wollen……? Wir bringen ab sofort jeden Sonntag im praxisblättle ein „EXTRA-blättle  Corona“ mit Informationen, die besonders für Eltern und ihre Kinder interessant sein könnten. Schreiben Sie uns gerne, was Sie interessiert und bewegt. Gerne nehmen wir Ihre Fragen und Anregungen auf.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Mit Ihnen hoffe ich, dass sich im Mai die Lage für die Kinder verbessert und sie wieder raus dürfen. Raus in die Natur, auf den Spielplatz und in die Kindertagesstätte oder Schule. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

 

Was geht rum? 25. April 2020

In dieser Woche stieg die Hoffnung, dass wir trotz der Corona-Pandemie  dem Ziel zu ein wenig mehr Normalität im Alltag nähergekommen sind. Das Paul-Ehrlich-Institut hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen Corona erteilt. Damit geht weltweit der fünfte Impfstoff ins Rennen. Das deutsche Start-up BioNtech beginnt die Verträglichkeitsprüfung an gesunden Freiwilligen. Wie schon mehrfach erwähnt: Eine Impfung für alle Menschen ist frühestens 2021 zu erwarten. Und das nur, wenn alles günstig läuft.

Sahara-Staub und Fichtenpollen umrahmen ein Blütenteilchen einer Pappel. Quelle: ptw

Unsere Autos sind morgens gelb bestäubt. Das ist vorwiegend den Pollen der Fichte und teilweise auch dem Sahara-Staub geschuldet, der einigen Regionen farbenfrohe morgendliche Stimmungen bescherte. Der Birkenpollenflug war ebenfalls erheblich und für Allergiker stark zu spüren. Aber eben nicht zu sehen.

Gräserpollenflug. Messstelle Basel Quelle: pollenundallergie.ch

Der Gräserpollenflug hat, wie schon letzte Woche beschrieben, eingesetzt. Die Pollenwerte sind aber noch gering, da sich die Pflanzen aufgrund der trockenen Witterung nicht ordentlich entwickeln können.

Andere Infektionen als COVID-19 spielen kaum eine Rolle, was für diese Jahreszeit nicht außergewöhnlich ist. Ob die niedrigen Erkrankungszahlen an Rotavirus– und Norovirus-Darminfektionen auf die Kontaktbeschränkungen zurückzuführen sind ist unklar. Selbst bei Kinderkrankheiten gibt es kaum neue Infektionen. Während im letzten Jahr zum Beispiel bei Windpocken noch durchschnittlich 135 Kinder jede Woche neu erkrankten, sind es nun gerade mal ein Viertel: 35 Personen. Das ist verständlich: Windpocken werden als Tröpfcheninfektion weitergereicht. Und die verhindern wir gerade – so gut es geht.

Häufigkeit von COVID-19 bei Kindern an deutschen Kinderkliniken. Quelle: DGPI

Seit kurzem sammelt die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) Informationen über Kinder in Deutschland, die an COVID-19 erkranken. Dabei zeigt sich ein Trend zu schweren Verläufen bei Säuglingen und Kleinkindern. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht auch, dass 38% aller Erkrankungen auf Kinder im ersten Lebensjahr zurückgehen. Bei Schulkindern (6-10 Jahre) liegt die Häufigkeit mit knapp 10% spürbar niedriger.

Einzelne Kindertagesstätten waren auch in den letzten Wochen teilweise geöffnet für eine Notbetreuung der Kleinsten. Die gesetzlichen Grundlagen hierfür haben sich inzwischen geändert. Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder haben nun:

  • alle Alleinerziehenden 
  • alle, die systemrelevanten Berufen arbeiten

Voraussetzung ist, dass die Eltern nicht aus einem Homeoffice arbeiten können. Welche Berufe systemrelevant sind, ist in jedem Bundesland etwas anders geregelt. Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr, Wasser- und Energieversorgung gehören immer dazu. Teilweise aber auch Steuerberater, Mitarbeiter von Banken oder Krankenkassen. Weitere Informationen fürs das Land Baden-Württemberg sind in einer Pressemitteilung aufgeführt.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal such das Dengue-Fieber global viele Menschen heim. Es ist glücklicherweise nicht so gefährlich wie COVID-19, hat aber für einige Kinder durchaus das Risiko tödlich zu sein. Das gilt besonders für solche, die mehrfach daran erkranken. Besonders betroffen sind in diesem Jahr Guadeloupe (7.260 Fälle), Indonesien (17.280 Fälle), Mexiko (20.815 Fälle) und Argentinien (6.170 Fälle). Ganz dramatisch hat es das ehr kleine Land Paraguay mit 223.750 Erkrankungen bei etwa 7 Millionen Einwohnern getroffen. Eine Therapie oder zugelassene wirksame Impfung gibt es nicht.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Am besten im Garten zuhause mit Ihren Kindern. Die Frühlingsstimmung sollte uns nicht täuschen. Wir müssen leider noch Abstand halten, das Coronavirus bleibt wie es ist. Gefährlich. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff