Schlagwort: Luftschadstoffe

Luftschadstoffe verschlimmern Gräserpollenallergie

Auch wenn die Klimadebatte erst in den letzten Jahren Bedeutung gewann, ist der Einfluss von Schadstoffen auf die allergische Reaktion schon seit 30 Jahren bekannt. Eine europäische Studie konnte nun diesen Einfluss auf den allergischen Schnupfen belegen.

In der MASK-POLLAR Studie konnten Annabelle Bédard und viele weitere Mitarbeiter aus neun europäischen Städten von Barcelona bis Vilnius zeigen, dass der Gräserpollenflug durch einige Schadstoffe ungünstig beeinflusst wird. Bei einigen der 3323 Teilnehmer trat während der Gräserpollensaison ein unkontrollierter allergischer Schnupfen auf. Als „unkontrolliert“ wurde der allergischer Schnupfen bezeichnet, wenn die Symptome (auf einer bestimmten Skala) und / oder der Verbrauch an Medikamenten sehr hoch war.

Diese Befunde wurden in Beziehung gesetzt zu den Messungen von Luftschadstoffen. Dabei zeigte sich, dass bei hohen Ozonwerten oder hohen Werten von kleinsten Luftpartikeln (PM2,5– das sind alle Schwebeteilchen in der Luft, die einen kleineren Durchmesser als 2,5 μm haben) auch die Symptome von Allergikern stärker waren. Die Folge war, dass es zu einem Anstieg der schwerwiegenden Symptome um 25% kam.

Diese Verschlechterung kann dadurch erklärt werden, dass die Luftschadstoffe Pollen zerstören können, wodurch diese eine grössere allergische Potenz bekommen. Inwieweit ein solcher Zusammenhang auch beim allergischen Asthma besteht, ist noch nicht abschließend geklärt.

Konsequenz? Während der Gräserpollensaison sollten betroffene Allergiker bei hoher Schadstoffbelastung in der Luft die körperliche Belastung im Freien gering halten. Das wäre insbesondere um die Mittagszeit günstig, wenn die Ozonkonzentration am höchsten liegt. Für PM2,5 gibt es leider keine einfache Regel zur Ermittlung der maximalen Belastung.

Was geht rum? 21. Dezember 2019

Wenn Kinder und Jugendliche krank werden, brauchen sie eine Ärztin oder einen Arzt. In der Stadt wie auf dem Land. Die Versorgung auf dem Land ist jedoch spürbar schlechter als in der Stadt. Das liegt nicht nur an den langen Anfahrten zur nächsten Kinderarzt*ärztin (bis zu 40 km), sondern auch an den häufig überlasteten Kinder- und Jugendärzten auf dem Land. Nun hat der Landtag von Baden-Württemberg die Landarztquote beschlossen: Wer sich verpflichtet, als Hausarzt auf dem Lande zu arbeiten, bekommt einen Studienplatz der Medizin unter Umgehung der Zugangsbeschränkungen. Warten wir mal 12 Jahre ab: Erst dann sind die ersten Ärzt*Innen soweit, dass sie anfangen können. Und schauen wir dann, ob sich nicht viele von ihnen aus dem Model „rauskaufen“. Genügend Rechtsanwälte stehen bereit.

Im Moment hält sich die Arbeitsbelastung der Kinderärztinnen und Kinderärzte noch in Grenzen. Noch gibt es wenige Infektionen im Lande. Es sind meist Atemwegsinfekte. Bei weitem am häufigsten sind einfache es Racheninfekte (Pharyngitis), es treten aber auch Krupphusten, Bronchitis und vereinzelt Lungenentzündungen (Bronchopneumonie) auf.

Magen-Darm-Infektionen gibt es bekanntermaßen ganzjährig. Die Noroviren sind die typischen Vertreter in der kalten Jahreszeit. Momentan zeigen sie, was sie drauf haben: sie sind mit Ausbruch der Erkrankung ansteckend. hochansteckend. Leider hält die Ansteckung meist noch 2 Tage an, wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Damit vergrößert sich die Gefahr einer Ansteckung erheblich. Besonders zeigt sich das in Gemeinschaftseinrichtungen. Das geht es den Noroviren am besten, denn die Menschen in Kindergärten oder Altenheimen sind wegen des kalten Wetters eng beieinander. Wie gerade in der Region Emmendingen, von wo alleine in der letzten 74 Neuerkrankungen gemeldet wurden.

Was geht in der Welt rum? Auch Buschbrände können ein erhebliches Problem für die Gesundheit darstellen. Dabei enstehen Luftschadstoffe, die sich über hunderte von Kilometern ausbreiten können. Betroffen sind momentan die Bundesstaaten New South Wales und Queensland im Osten von Australien. Im New South Wales wurde vorgestern der Notstand ausgerufen. Der betrifft auch die Stadt Sydney. Bei den aktuellen Rekordtemperaturen von weit über 40 Grad ist keine Besserung in Sicht. Wer mit Kindern dem kalten Winter entfliehen will, sollte sich zuvor ausreichend über die aktuelle Situation im Osten Australiens informieren. Gerade Säuglinge und Kleinkinder, aber auch Senioren, sind besonders betroffen von gesundheitlichen Folgen der belasteten Luft.