Schlagwort: Matratze

Wie man sich bettet: Jugendliche brauchen eine gute Matratze

Manch Erwachsener denkt erst dann an die Matratze, wenn der Rücken schmerzt. Das erstaunt, denn Erwachsene verbringen fast ein Drittel ihres Lebens im Bett. Ganz konsequent wäre, dass bereits Jugendliche eine gute Matratze haben. Das ist kein Luxus, sondern eine bezahlbare und wichtige Investition.

Mit den Kindermatratzen haben wir uns bereits vor 3 Jahren befasst. Wer sich orientieren möchte, kann die hier im praxisblättle tun.

Wenn Jugendliche die Eltern überholen – also grösser werden – brauchen sie auch ein neues Bett. Das kostet natürlich einen Batzen Geld, ist aber inzwischen weit billiger als noch vor vielen Jahren. Gerade was Matratzen betrifft gibt es inzwischen sehr gute und günstige Modelle, die für Jugendliche und Erwachsene geeignet sind. Das demonstriert auch der neue Testbericht der Stiftung Warentest über Federkernmatratzen. Unter den fünf als „gut“ beurteilten ist die beste auch die günstigste. Im Folgenden haben wir diese fünf guten Modell aufgeführt:

Name Note Preis Härte laut Anbieter
Otto My Home Black Diamond Comfort 2,1 230 Härtegrad H3
Badenia Irisette Sylt TTFK 2,3 350 Härtegrad H3 – mittelfest
f.a.n. Calypso Plus 1.000 T 2,5 500 Härtegrad 3
Rummel Sensoflex 600 2,5 1000 Fest
Selecta Value TF5 2,5 480 Fest

Vor dem Kauf einer Matratze sind viele Dinge zu bedenken. Zunächst steht die Frage an, soll es eine Schaumstoff- oder eine Federkernmatratze sein. Danach geht es um die Frage des Härtegrades. Da stimmen die Angaben der Hersteller häufig nicht mit den Testergebnissen überein. Wie die Stiftung Warentest schreibt, bemüht sich der Matratzenverband eine einheitliche Regelung für den Härtegrad festzulegen. Sie soll 2021 kommen und macht den Kauf einer Matratze dann einfacher. Aber auch dann sind noch einige individuelle Aspekt zu klären: Druckverteilung (wie verteilt sich das Körpergewicht auf die verschiedenen Regionen der Matratze), Komforteigenschaften (z.B. störendes Rascheln), Lageänderungswiderstand (wie leicht kann ich mich auf der Matratze hin und her wälzen) oder der Schulterklappeneffekt (sinken die Schultern in Rückenlange weniger stark ein als der Rumpf).

Alles in allem ist eine gute Matratze für jugendliche Personen enorm wichtig und gut bezahlbar. Der Weg,, eine geeignete Matratze zu finden, ist jedoch etwas mühsam. Mit dem Studium der letzten Tests vom November 2020 (Federkernmatratze) oder April 2020 (Schaumstoffmatratze) sollte der Kauf halbwegs entspannt gelingen.

Übrigens: Das Abonnement des Testheftes ist im Moment besonders günstig: Für 12 Hefte 30,00 € statt 54,90 €.

Plötzlicher unerklärter Säuglingstod

Die Geburt eines Kindes ist für Eltern ein besonderer Glücksmoment im Leben. Doch diesem speziellen Tag folgten in der Geschichte der Menschheit vermutlich immer Perioden, die Eltern sehr belasteten. Früher – und heute noch in vielen Ländern Afrikas – kam die Sorge, ob das Kind angesichts von Not und Hunger die ersten Wochen und Monate überleben würde. Im Herzen Europas von heute müssen Eltern fürchten, dass ihr strahlendes Neugeborenes vielleicht am plötzlichen Kindstod sterben muss.

Der plötzliche Kindstod, oft auch SIDS (sudden infant death syndrom) genannt, ist in den vergangenen Jahrzehnten tief im Bewusstsein von Eltern verankert worden. Mit der Aufklärung wollten Mediziner dazu betragen, dass die Häufigkeit dieses heimtückischen Todes schnell gesenkt würde. Heute wird der Begriff SUDI (sudden unexpected death in infancy) verwendet, der auf die Unerklärlichkeit dieses Todes hinweist. Bis heute gibt es keine einfache und schlüssige Erklärung. Es ist zu vermuten, dass viele Faktoren zusammenwirken.

Abbildung 1. SIDS-Daten von 1979 bis 2017 aus Hamburg . Foto Jan P. Sperhake, DGKJ Leipzig 2018

Ganz wichtig ist aber zu wissen, dass die Häufigkeit dieses schrecklichen Todes massiv zurückgegangen ist, seit sich die Medizin intensiv damit auseinandersetzte. Die Daten aus Hamburg sind besonders aussagekräftig, weil dort am UKE (Universitätsklinikum Eppendorf) die Daten aller Todesfälle des Stadtstaates erfasst werden. Wie die nebenstehende Abbildung (Abb. 1) zeigt, ging die Häufigkeit des SUDI von 1979 bis 2017 von etwa 2.5 Todesfällen auf 1000 Neugeborene auf unter 0.25 Todesfälle zurück. Ein riesiger Erfolg!

Was hat dazu geführt? In den letzten 30 Jahren wurden zum einen Risikofaktoren für das Auftreten des plötzlichen Säuglingstodes identifiziert und – noch wichtiger – den Eltern vermittelt. Diese haben die Hinweise dann auch mehrheitlich umgesetzt, was eine riesige Leistung ist. Aus heutiger Sicht sind folgende Risikofaktoren besonders wichtig. Vermieden werden sollte:

  • Bauchlage (und Seitenlage) als Schlafposition.
  • Rauchen während der Schwangerschaft ….
  • …. und in der Umgebung des Kindes
  • Isolierende Kleidung, Bedeckung, Decken, Kissen.
  • „Bed-sharing“ (siehe im nächsten Abschnitt)
  • Nicht-Stillen

Abbildung 2. „The Family Bed“. Foto: amason.com

In den letzten Jahren ist das Bed-sharing vielen Eltern wichtig geworden: Die Eltern schlafen im gleichen Bett wie ihre Kinder. Das wurde vor 100 Jahren aus Not (Familien hatten meist nur ein einziges Bett) und vor 50 Jahren aus Überzeugung gemacht, wie das nebenstehende Buch verdeutlicht. Heute ist unstrittig, dass das Bed-sharing für Kinder in den ersten 3 Lebensmonaten am gefährlichsten ist: Je nach Studie liegt das Risiko für plötzlichen Säuglingstod 9-12 x höher! Danach sinkt es deutlich ab. Aus dieser Sicht empfehlen die Kinder- und Jugendärzte, den Säugling in seinem eigenen Bettchen im Schlafzimmer der Eltern zu haben und außer morgens zum Kuscheln, nicht ins Elternbett zu holen.

Der plötzliche Säuglingstod ist weiterhin ein enormes Risiko für Kinder in den ersten Lebensmonaten. Bei Beachtung einiger Faktoren, lässt sich dieses Risiko um über 90% absenken.

Kindermatratzen

Die Hälfte des Tages verbringen Kinder in ihrem Bett. Es ist also durchaus lohnend, ihnen einen angenehmen Ort zum Schlafen zu verschaffen. Darüber hinaus hat die Matratze auch eine hohe medizinische Bedeutung. Je nach Beschaffenheit erhöht sie das Risiko für den plötzlichen Kindstod – zu weiche Matratzen sind ungünstig, ebenso wie die Anwendung von Kopfkissen.

Zu weiche Matratzen haben beim neu veröffentlichten Test im Oktoberheft der Stiftung Warentest 2018 zu mangelhaften Ergebnissen geführt. Interessanterweise waren das die eher teureren Matratzen. Im Folgenden geben wir in wenigen Stichworten die Daten für die empfehlenswerten Matratzen mit der Note GUT wider:

Produkt Material Härtegrad Note Preis
Dänisches Bettenlager Jonas Schaumstoff hart 1,8 99 €
IKEA Skönast Schaumstoff mittel 2,0 70 €
Hessnatur Lena Kokos/ Latex mittel/ weich 2,2 179 €
Prolana Kati Plus Kokos/ Latex hart/ mittel 2,2 159 €
Paradies Sara Schaumstoff weich 2,3 129 €

Es ist also kein großes finanzielles Wagnis, für Kinder eine gute und sichere Matratze zu kaufen.