Schlagwort: Ozon

Was geht rum? 22. August 2020

Mit hoher Sonneneinstrahlung steigen die Konzentrationen von Ozon in der Luft.. Ozon entsteht vorwiegend aus Stickoxiden und seine Konzentration ist gerade auch in Gebieten

Ozonbelastung gestern in Pforzheim. Quelle: ptw

mit sonst eher geringen Schadstoffwerten hoch. So kommt es, dass auf dem Lande die Werte meist höher sind als in den Städten. Mit der noch starken Sonneneinstrahlung am Donnerstag und Freitag stiegen die Werte erneut. Betroffen waren viele Orte im sonnigen Rheintal wie etwa Baden-Baden. Aber auch Pforzheim und Heilbronn zeigten leicht erhöhte Werte. Das Reizgas Ozon kann Kindern und Jugendlichen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale oder Mukoviszidose zusetzen. Die Zeit der Ozonbelastungen geht nun aber zu Ende. Wir sehen die Sonne schwächer und kürzer.

Viele Familien sind in Urlaub. Einige nutzen die Gelegenheit, um ihre Verwandten und Freunde in den Heimatländern zu besuchen. Kinder mit Familien reisen dabei meist mit dem Flugzeug, um die Belastung für Kinder gering zu halten. Aber wie hoch ist denn das Risiko sich im Flugzeug anzustecken? So ganz genau weiß das niemand. Eine gerade erschienene Studie kann jedoch Hinweise geben. Darin analysieren die Autoren um Sebastian Hoehl von der Universität Frankfurt am Main einen Flug vom März 2020, als noch keine Maskenpflicht beim Fliegen bestand. Wer die PDF-Datei herunterlädt kann in einer einfachen Graphik sehen, wie sich die Infizierten im Flugzeug verteilten. Welchen Effekt die Maskenpflicht heute hat, ist leider noch nicht klar belegt. Sinnvoll ist sie jedoch auch im Flugzeug.

Die übrigen Infektionen sind wenig bedeutsam. Selbst bei den Kinderkrankheiten besteht nur wenig Aktivität: Keuchhusten, Mumps und Masern traten in der letzten Woche jeweils einmal in ganz Baden-Württemberg auf. Paradiesische Zustände, die bald Vergangenheit sein dürften.

Ab diesem Wochenende haben es die Pollen schwerer, die Menschen im Land zu ärgern. Gestern noch im heißen Aufwind, kommen jetzt Wetterbedingungen, die nur leichte und kurzzeitige Pollenflüge zulassen. Die Allergiker können frei atmen.

In dieser Woche hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Vorschlag der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Instituts (STIKO) aufgenommen und das Impfschema für die Säuglinge vereinfacht. Bei vergleichbar gutem Impfschutz sind ab sofort statt bisher 3+1 nur noch 2+1 Impfungen für einen guten Impfschutz mit der Sechsfachimpfung (Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B) erforderlich. Somit entfällt ein Impftermin. Vergleichbarer Schutz, ein Impftermin weniger – eine gute Sache.

Einige Länder sind schon soweit. In Baden-Württemberg liegt der Termin der Einschulung noch weit in der Ferne. Klar ist aber: Die Schul-Eingangsuntersuchungen der Gesundheitsämter sind der Corona-Pandemie weitgehend zum Opfer gefallen. Für Kinder, die regelmäßig zu den U’s – den kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen – vorgestellt werden ist das kein Problem. Für die anderen, die oft mehrfach benachteiligt sind, kann das jedoch ernste Folgen haben. In den letzten Wochen haben viele Ämter die Eingangsuntersuchungen in geringem Umfang nachgeholt. Die Lücke kann aber bis zum Schulbeginn unmöglich geschlossen werden. Eine der schwerwiegenden Folgen eines unsichtbaren Virus.

Was geht in der Welt rum? Das Dengue-Fieber ist eine enorm bedeutsame Infektion, die vorwiegend in den Tropen vorkommt. Inzwischen sind Hitzewelle in Europa kaum eine echte Besonderheit mehr. So erstaunt es nicht, dass kürzlich die erste Infektion mit dem Dengue-Virus auch in Frankreich, in der Provinz Okzitanien ganz im Süden, erworben wurde.

Ich wünsche Ihnen ein heiteres Wochenende.

Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 27. Juni 2020

Die Zecken freuen sich über die guten Lebensbedingungen. Ob es die Feuchtigkeit ist, die ihnen so gefällt, oder mehr Rehe in den Wäldern oder der recht milde Winter – wir wissen es nicht. Sicher ist nur, Scharen von Zecken sind unterwegs.

Zahl der gemeldeten FSME-Erkrankungen nach Monat    Quelle: Epidemiologisches Bulletin, 2020

Hinzu kommt, dass wir Menschen bei angenehmeren Temperaturen eher nach draußen gehen. Und direkt vor unserer Haustüre treffen wir die kleinen Spinnentiere an. Denn diese kommen immer häufiger in unseren Gärten vor, wie die Forscherin Prof. Dr. Mackenstedt von der Universität Hohenheim betont: „Inzwischen können wir in 60 Prozent aller Gärten Zecken nachweisen – in Einzelfällen fanden wir in einer halben Stunde bis zu 800 Tiere.“ Und diese führen fast ganzjährig zur FSME, wie die Graphik zeigt. Übrigens, in Baden-Württemberg haben sich in der letzten Woche 18 Personen neu mit FSME infiziert. Aufs Jahr gesehen sind es bisher 76 Fälle, in 2019 waren es zur gleichen Zeit 49 Erkrankungen. Impfung in Erwägung ziehen.

Über die viel häufigere Borreliose gibt es leider keine verlässlichen Zahlen in Deutschland. Es wird vermutet, dass von 1000 Menschen jedes Jahr einer eine Borreliose durchmacht. Für die Borreliose gibt es bekanntermaßen keine Impfung, aber sehr wirkungsvolle Antibiotika.

Zur Vorbeugung von Zeckenstichen bieten sich für Kinder und Erwachsene Repellentien an. Einzelne werden als Anti-Zecken-Mittel angeboten, andere als Mückenschutz. Wirkstoffe sind DEET und Icaridin. Dazu gibt es auf dem Markt viele Hersteller. Eine gute Übersicht zeigt der Test der Stiftung WARENTEST vom Mai 2017 oder unser Beitrag über Insektenschutzmittel im praxisblättle. Ganz wichtig bleibt, die Kinder (und sich selbst) jeden Abend auf Zecken zu untersuchen. Täglich.

Pollenkonzentrationen der Gräser in Basel. Die graue Fläche zeigt den langjährigen Verlauf, die Balken den Pollenflug in diesem Jahr Quelle: pollenundallergie.ch

Die Gräserpollen scheinen andererseits in diesem Jahr gnädiger zu sein. Am Oberrhein liegen die Pollenkonzentrationen in diesem Jahr spürbar niedriger als sonst. Jahreszeitlich ist damit zu rechnen, dass die Belastung in den kommenden Wochen weiter abnimmt. Die schlimmste Zeit mit den Gräserpollen ist vorbei.

Ozonbelastung für Kehl am 26.06.2020 Quelle: UBA

Unter der kräftigen Sonne steigen die Ozon-Werte wieder. Ozon entsteht aus anderen Schadstoffen wie Stickoxiden (NO2) unter dem Eisfluss der intensiv strahlenden Sonne. Obwohl es in Städten am meisten gebildet wird, liegen seine Konzentrationen im ländlichen Regionen (eher in Stadtnähe) höher. Das liegt daran, dass Stickstoffmonoxid (NO), ein typisches Autogas, das Ozon abbaut. Ozon ist ein Reizgas und kann bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale zu vermehrten Beschwerden bis hin zum Asthmaanfall führen. Was ist gut? Keine körperliche Anstrengung im Freien bei starker Sonneneinstrahlung (12-18 Uhr). Eine praktische Hilfe ist die App zur Luftqualität vom Bundesumweltamt (siehe Beispiel links), die die aktuellen Ozon-Werte anzeigt und Prognosen wagt.

Windpocken sind die zur Zeit häufigste Kinderkrankheit im Ländle. Dennoch liegt die Zahl der neuen Infektionen um 50% niedriger als im letzten Jahr. Bei Keuchhusten – drei Erkrankungen letzte Woche – liegen die Zahlen fast 90% unter den üblichen Werten. Masern, Mumps und Röteln traten letzte Woche gar nicht auf. Beruhigende Informationen für Eltern.

Und fast vergessen: Weiterhin kaum Infekte. Nichts, auf was sich Eltern einstellen müssten.

Was geht in der Welt rum? Vor zwei Wochen haben wir hier von FSME-Erkrankungen durch Ziegenkäse in der Schweiz berichtet. Nun ist auch Frankreich betroffen. Dort sind in der Region Auvergne-Rhône-Alpes 28 Personen nach Verzehr von Rohmilchkäse (Ziege, Kuh) erkrankt.

Endlich ist Sommer. Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern ein sonniges und angenehmes Wochenende. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Luftschadstoffe verschlimmern Gräserpollenallergie

Auch wenn die Klimadebatte erst in den letzten Jahren Bedeutung gewann, ist der Einfluss von Schadstoffen auf die allergische Reaktion schon seit 30 Jahren bekannt. Eine europäische Studie konnte nun diesen Einfluss auf den allergischen Schnupfen belegen.

In der MASK-POLLAR Studie konnten Annabelle Bédard und viele weitere Mitarbeiter aus neun europäischen Städten von Barcelona bis Vilnius zeigen, dass der Gräserpollenflug durch einige Schadstoffe ungünstig beeinflusst wird. Bei einigen der 3323 Teilnehmer trat während der Gräserpollensaison ein unkontrollierter allergischer Schnupfen auf. Als „unkontrolliert“ wurde der allergischer Schnupfen bezeichnet, wenn die Symptome (auf einer bestimmten Skala) und / oder der Verbrauch an Medikamenten sehr hoch war.

Diese Befunde wurden in Beziehung gesetzt zu den Messungen von Luftschadstoffen. Dabei zeigte sich, dass bei hohen Ozonwerten oder hohen Werten von kleinsten Luftpartikeln (PM2,5– das sind alle Schwebeteilchen in der Luft, die einen kleineren Durchmesser als 2,5 μm haben) auch die Symptome von Allergikern stärker waren. Die Folge war, dass es zu einem Anstieg der schwerwiegenden Symptome um 25% kam.

Diese Verschlechterung kann dadurch erklärt werden, dass die Luftschadstoffe Pollen zerstören können, wodurch diese eine grössere allergische Potenz bekommen. Inwieweit ein solcher Zusammenhang auch beim allergischen Asthma besteht, ist noch nicht abschließend geklärt.

Konsequenz? Während der Gräserpollensaison sollten betroffene Allergiker bei hoher Schadstoffbelastung in der Luft die körperliche Belastung im Freien gering halten. Das wäre insbesondere um die Mittagszeit günstig, wenn die Ozonkonzentration am höchsten liegt. Für PM2,5 gibt es leider keine einfache Regel zur Ermittlung der maximalen Belastung.

Was geht rum? 27. Juli 2019

Nach kurzer Pause geht das Sommerwetter auch in den Sommerferien mit leicht niedrigeren Temperaturen weiter. Damit bleiben in der kommenden Woche Infektionen wohl das kleinere Problem für Kinder und Jugendliche.

Aufmerksamkeit erfordert das fast tropische Wetter besonders von Eltern kleiner Kinder. Sie sollten mehrere Belastung ihrer Kinder im Tagesablauf bedenken:

  • UV-Strahlung. Sie ist noch immer erheblich und nimmt zum frühen Nachmittag hin zu. Kinder sollten zumindest zwischen 11 Uhr und 15 Uhr eine Kopfbedeckung tragen und an offenen Körperstellen mit einer Sonnencreme (mit LF 30) versorgt sein. Am sichersten ist es, wenn sie in der Wohnung bleiben.
  • Hitze strengt an. Wenn Kinder mit Kindern spielen merken sie das kaum, denn die Freunde sind ihnen wichtiger. Eltern können dann einen schattigen Ort suchen und anbieten. Der sollte besser unter einem Baum – der sogar eine Kühlung ermöglicht – als unter einem Sonnenschirm sein.
  • Wasserbedarf. Der steigt mit der Hitze. Also allen Personen im Haushalt immer wieder Getränke (Wasser) anbieten. Nicht aufdrängen! Keiner muss trinken.
  • Ozon/ Reizgase. Mit der stärksten Sonne erreicht auch die Konzentration mit Reizgasen wie Ozon ihren Höhepunkt. Das ist die Zeit, wo starke körperliche Belastungen ausgesetzt werden sollten. Sport ist gut am Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang.
  • Insekten/ Zecken. Gerade Zecken lieben die warmen Temperaturen. Kinder sollten beim Spiel in der Natur mit entsprechenden Insektenschutzmitteln eingerieben werden. Allabendlich sollte man den Körper auf Zecken absuchen, besonders in den Nischen wie Bauchnabel, Achseln und hinter dem Ohr.
  • Grillen. Immer daran denken, dass Feuer für Kinder sehr reizvoll ist und den Grill gut beobachten, damit nichts passiert.

Die Hitze hat manche gute Seite. Mit der trockenen Witterung geht auch die Zahl der Pollen zurück und Allergiker müssen für die nächste Zeit nur mit mäßigen Belastungen durch Gräserpollen bzw. Pollen des Spitzwegerich rechnen. Das schlimmste ist wohl überstanden. Kurzzeitige starke Belastungen mit Pollen können jedoch bei Gewitter auftreten, weswegen Asthmatiker immer ihre Notfallmedikamente mitführen sollten.

Und was gibt es noch an Infekten? Die Magen-Darm-Erkrankungen gehören im Moment zu den häufigsten Infektionen. Diese sind oft durch Rotaviren ausgelöst. In der Region Karlsruhe und Rhein-Neckar gab es zuletzt mehr Meldungen an Campylobacter-bedingten Darmentzündungen. Campylobacter ist ein Bakterium, das unter den momentanen Umgebungsbedingungen häufiger in Speisen wie Geflügel anzutreffen ist. Zur Vermeidung dieser Erkrankung ist gute Hygiene in der Küche entscheidend.

Was geht in der Welt rum? Selten fällt Kanada durch Infektionen auf, die Reisende bedrohen könnten. In erster Linie sind es Bären, die man in Kanada auf Distanz halten sollte. Nun ist dort ein 21 Jahre alter Mann an Tollwut verstorben, die er sich auf Vancouver Island durch den Biss einer infizierten Fledermaus zugezogen hatte. Tollwut gibt es in diesem riesigen Land im Norden vorwiegend durch Füchse, im Süden durch Stinktiere und Waschbären. Und Fledermäuse gibt es in allen Landesteilen Je nach Reiseverhalten sollte eine Impfung in Erwägung gezogen werden.

Hitzewelle – was können Eltern für ihre Kinder tun?

Die Meteorologen sagen für heute extrem heiße Temperaturen für den Südwesten voraus. Möglicherweise wird es neue Hitzerekorde geben, vermutlich in der Region Mannheim. Dost wurden um 11 Uhr schon 31.4° Celsius gemessen. Aber was bedeutet das ganz praktisch für unsere Kinder?

Schutz vor Hitze

Das wichtigste heute ist der Schutz vor Hitze. Wenn die Umgebungstemperatur sich der Körpertemperatur von 37° Celsius nähert, fällt es dem Körper zunehmend schwer, nicht zu überhitzen.

  • In der Zeit von 10 Uhr bis 15 Uhr sollten Kinder sich vorwiegend im Schatten aufhalten.
  • Leichte Kleidung. Am besten locker sitzend und eher hell.Wer sich vor Insekten fürchtet, trägt am besten weiß. 
  • Aktive Kinder, die auch bei Hitze gerne rumtoben, werden auch eine Dusche mit dem Gartenschlauch genießen. Das macht Spaß und senkt die Körpertemperatur.
  • Aktiver Sport ist nur in den frühen Morgenstunden oder spät abends (nach 19 Uhr)  sinnvoll. Ansonsten stellt er eine erhebliche zusätzliche Belastung für den Körper dar.
  • Parallel zur Sonneneinstrahlung nimmt die Konzentration an Ozon wieder zu. Ozon ist ein Reizgas, das besonders bei Sport die Bronchien massiv reizen und bei hierfür empfindlichen Kindern und Jugendlichen Asthma bronchiale auslösen kann. Nebenbei führt es auch zu Reizungen der Bindehäute.
  • Ein Planschbecken im Garten aufstellen oder gleich ins Schwimmbad gehen. Auch dort ist der Sonnenschutz wichtig. Auch im Wasser. Die UV-Strahlung erreicht locker den ganzen Körper, auch wenn Kinder schwimmen!

ausreichend Flüssigkeit

Um der Überhitzung entgegenzuwirken können (und müssen) wir Menschen schwitzen. Diese Fähigkeit ist bei Kindern spürbar weniger ausgeprägt und bei Säuglingen ganz besonders gering. Wir dürfen also nicht von unseren eigenen Empfindungen ausgehen, sondern müssen uns auf die Säuglinge und Kleinkinder einstellen.

  • Immer wieder Flüssigkeiten anbieten.Kühle Flüssigkeit senkt nebenbei die Körpertemperatur. Und ein feines Speiseeis besteht auch zu fast 100% aus Wasser. 
  • Für Säuglinge: Die Muttermilch passt sich den Umweltbedingungen ohne unser Zutun an. Flaschenmilch sollte etwas dünner (Wasseranteil um 10% steigern) angemacht werden

Sonnenschutz

Im Moment haben wir die stärkste Sonneneinstrahlung des Jahres.Kinder und Jugendliche müssen gut geschützt werden, da sie der Sonne besonders lange ausgesetzt sind.

  • Schatten ist weiterhin der beste Schutz. Dies ist besonders wichtig zwischen 10 Uhr und 15 Uhr. Säuglinge sollten in dieser Zeit eher im Haus bleiben oder an einer besonders gut geschützten Ecke in der Natur.
  • Im Freien sollten Kinder immer eine Schildmütze tragen. Damit wird auch die Überhitzung des Gehirns („Hitzestich“) weitgehend vermieden.
  • Die Nachmittage und Abende sind lang. Wenn nach 15 Uhr draußen gespielt wird, ist eine Sonnencreme im Moment sinnvoll. Der Lichtschutzfaktor 30 genügt. Die Sonnencreme muss eher dick aufgetragen werden.
  • Auch im Wasser den Sonnenschutz sicherstellen. Die UV-Strahlung erreicht in 1 Meter Tiefe noch über 80% ihrer Stärke. Sinnvoll ist also ein T-Shirt oder ein anderes Bekleidungsstück, um den Oberkörper mit Schultern zu schützen.

Gefahr beim Grillen

Bei sommerlichem Wetter wird gerne gegrillt. Damit bestehen Risiken für Verbrennungen, wenn Kinder unbedacht in die Nähe des Grills kommen oder der Wind Funken in die Umgebung trägt. Am brennenden Grill sollte immer ein Erwachsener stehen, um schnell reagieren zu können.

Was noch wichtig ist

Es gibt noch viele andere Dinge, die an solchen Tagen günstig sind.

  • ganz effektiv: früh morgens und am späten Abend das Haus durchlüften. Danach die Rollläden an den sonnenbeschienenen Seiten schließen, um die erreichte Frische möglichst lange zu halten
  • Zum Mittagessen leichte kühle Kost. Ein gekühlter Pudding mit Erdbeeren kommt bei den meisten Kindern an. Man braucht nicht täglich eine warme Mahlzeit.
  • Kinder lieben süße Speisen. Und Wespen auch. 
  • Zecken lieben die Wärme auch. Abends sollte der Körper auf die Plagegeister untersucht werden.

Allergiker in der Familie: Welche Pflanzen im Garten sind erlaubt?

Die Pollenzeit hat auch in diesem Jahr bereits im Januar begonnen. Inzwischen haben sich zu den Haselpollen vielerorts auch die Birkenpollen gesellt. Damit ist die Gruppe der betroffenen Allergiker nun viel größer. Denn die Birke zählt neben den Gräsern zu den bedeutendsten Allergenen in Baden-Württemberg.

In den Praxen kommt damit öfter die Frage auf: „Welche Pflanzen dürfen wir eigentlich im Garten haben, ohne unserem allergischen Kind zu schaden?“. Hierbei sollten einige Umweltfaktoren bedacht werden.

Pollen sind je nach Pflanzenart unterschiedlich aufgebaut. Dementsprechend ändert sich auch deren Flugverhalten. So können viele Pollenarten wie die Birkenpollen bei günstigen Winden über Strecken von über 500 Kilometer fliegen. Andere Pollen – besonders die vieler Nadelbäume oder auch Raps – sind so schwer, dass sie nur in einem eng umgrenzten Raum von wenigen Metern für den Menschen bedeutsam sind.

Fazit: Einzelne Pollen können extrem weit fliegen. Diesen kann man sich nicht entziehen, wohl aber die Belastung verringern, wenn sie nicht im eigenen Garten wachsen. Andere Pollen fliegen schlecht. So zum Beispiel die Pollen der Kiefer, die 56-84 µm groß (Birke: 16-31 µm) und somit auch schwer sind. Die Pollen des Raps werden meist von den Bienen mit Honig benetzt und verkleben, so dass sie allenfalls 10 Meter weit fliegen.

Der Klimawandel hat sich in den letzten Jahrzehnten auf den Pollenflug ausgewirkt. Die Gräserpollen fliegen 11 Tage, die Haselpollen gar 21 Tage früher im Jahr als noch im Jahre 1980. Dies ist durch die veränderten Temperaturen bedingt.

Fazit: Die Pollenflugzeiten beginnen Mitte Januar und reichen (am Oberrhein) bis in den Dezember. Pollenallergien werden unsere Kinder bald ganzjährig begleiten.

Aber auch das Kohlenstoffdioxid (CO2) wirkt sich aus. Kohlenstoffdioxid regt das Wachstum von Pflanzen an. So wurde zuletzt in den USA durch Jennifer Albertine und Mitarbeiter von der Harvard University nachgewiesen, dass hierdurch die Konzentration der Gräserpollen um etwa 50% in den letzten Jahren angestiegen ist. Dieser Anstieg wird durch Ozon, das eher wachstumshemmend wirkt, kaum negativ beeinflusst.

Fazit: Wir müssen damit rechnen, dass der fortschreitende Klimawandel über Kohlenstoffdioxid das Wachstum der Pflanzen und mithin auch der Pollenkonzentrationen beschleunigt.

Die Pollenbelastung in Europa ist in den verschiedenen Ländern und Regionen Europas unterschiedlich. In Baden-Württemberg sind die Gräserpollen und die Birkenpollen die Hauptverursacher von Allergien. Weitere bedeutsame Pollen kommen von Eschen-, Hasel-, Erlen- und Beifuß. Pollen vom Traubenkraut  (Ambrosia) sind wegen ihrer Aggressivität besonders gefürchtet, spielen bislang zahlenmäßig aber noch eine untergeordnete Rolle.

Fazit: Schwerpunkt bei der Prävention von Pollenbelastungen sollte darauf liegen, die besonders relevanten Allergene im engeren Umfeld zu vermeiden:

  • keine Birken im eigenen Garten
  • der Rasen sollte immer recht kurz gehalten werden
  • eine natürlich Magerwiese ist im heimischen Garten nicht günstig

Es gibt keine Pflanzen, die rundum problemlos wären. Rosen können über die Stacheln verletzten, Goldregen ist hochgiftig. In Bezug auf die Pollenbelastung sollten im eigenen Garten idealerweise keine Haselsträucher und Birken stehen. Der Rasen sollte häufig gemäht werden, damit keine bedeutsame Gräserblüte entsteht.

Es liegt was in der Luft …. Feinstaub trifft alle, besonders die Kinder!

Luft wird nur durch Belastungen wie etwa Rauch oder Sand sichtbar. Aber schon die unsichtbare Luft enthält oft Stoffe, die die Gesundheit aller Menschen massiv belasten können. Die Affäre um Dieselautos hat dies nochmals gezeigt. Obwohl es hierbei mehr um den vertuschten Betrug als um die Belastung für die Gesundheit ging.

Es gibt zunehmende Belastungen für die Gesundheit aller Menschen. Sie treffen ganz besonders die jungen Menschen. Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) hat für das Jahr 2015 berechnet, dass weltweit eine Million Kinder im Alter unter 5 Jahren an einer Infektion der unteren Atemwege (LRI) verstorben sind. Zu diesen Infektionen gehören neben der Lungenentzündung auch die Verengungen der kleinsten Atemwege (Bronchiolitis) und Asthma bronchiale.

Abbildung 1. Sterblichkeit durch die Umwelt-Luft-Belastungen weltweit. Je dunkler eine Region gezeichnet ist, umso höher (jeweils bezogen auf 1000 qkm Fläche) ist die Zahl der Todesfälle, die über weltweiten den Durchschnitt hinausgehen. Foto: The Lancet

In einem Atmosphärenchemiemodell haben kürzlich die drei Forscher Jos Lelieveld, Andy Haines und Andrea Pozzer aus Mainz und London nun berechnet, welchen Einfluss die Umweltbelastungen auf die Gesundheit weltweit haben. Ihre Ergebnisse haben sie kürzlich in der angesehenen medizinischen Zeitschrift The Lancet veröffentlicht. Die wesentlichen Bedrohungen für Erkrankung und Tod gehen vom Ozon und ganz besonders vom Feinstaub aus. Bei letzterem sind vorwiegend die Teilchen bedeutsam, die extrem klein sind (Durchmesser bis maximal 2.5 µm – PM2.5) und die somit bis in die tiefen Atemwege gelangen können. Dort, im empfindlichsten Teil der Lunge, können sie bedeutsame Schäden anrichten.

Sie fanden heraus, dass im Jahre 2015 weltweit 237.000 Kinder im Alter unter fünf Jahren an den Folgen der Feinstaubbelastung mit nachfolgenden unteren Atemwegsinfektionen (LRI) verstarben. Davon 107.000 im dicht besiedelten Asien und 128.000 in Afrika. Diese Todesfälle durch Feinstaubbelastung für die Atemwege sind weltweit für 18% des Verlusts an Lebenserwartung verantwortlich.

Sind unsere Kinder nun diesen Gefahren immer schutzlos ausgesetzt? Die Autoren betonen in diesem Zusammenhang, dass sehr wohl Besserung möglich ist. In Bezug auf die besonders Armen aber nur durch eine Mischung von drei Maßnahmen:

  1. massive Reduktion der Feinstaubbelastung
  2. Bekämpfung des Hungers, der die Abwehr des Körpers gegen vielfältige Belastungen – auch Infektionen –  herabsetze
  3. gezielte Behandlung umweltbezogener Gesundheitsstörungen

Dass dieses Ziel noch in weiter Ferne liegt, zeigt die momentane Belastung mit Feinstaub. Weltweit stieg die Belastung mit PM2.5 von 40.5 µg/m3 seit dem Jahr 2010 auf 44.0 µg/m3 im Jahre 2015 – also in nur fünf Jahren. Auf welch dramatischem Niveau wir uns bereits bewegen zeigt die Einschätzung der WHO. Sie sieht alle Werte über 10 µg/m3 als kritisch an, der unbedenkliche Schwellenwert liegt bei 2.4 µg/m3. Weltweit liegt der Feinstaubwert momentan also beim 18-fachen des Unbedenklichen.

Abbildung 2. Quellen der Umweltbelastungen für Todesfälle. Die Prozentzahlen geben den Anteil des Umweltschädigers an den Todesfällen an Foto: The Lancet

Die Luftbelastungen sind je nach Land sehr unterschiedlich, wie die nebenstehende Abbildung für die USA und Indien zeigt. So ist die Hauptquelle für die Umweltbelastung in Indien der Energieaufwand im Wohnbereich (Kochen und Heizen), der in den USA relativ deutlich geringer ist. Umgekehrt wirken sich in den USA Landwirtschaft und Verkehr stärker aus.

Abbildung 3. Erhöhung der Sterberate bezogen auf 1000 Kinder unter dem Alter von 5 Jahren pro Jahr. Foto: The Lancet

Aus den spezifischen Belastungen einzelner Länder folgen auch unterschiedliche Risiken für die Kinder. Weltweit sterben auf 1000 Kinder pro Jahr 0.37 Kinder unter 5 Jahren. Die Graphik rechts – entnommen der zitierten Studie – zeigt, welche Sterblichkeit durch die Luftbelastung in den verschiedenen Ländern für Kinder im Alter unter 5 Jahren hinzukommt. Die ersten acht Plätze belegen Länder aus Afrika unter all den armen Ländern. Wer unter 5 Jahre alt ist und arm, leidet unter der Umweltbelastung am meisten.

Die Umweltbelastung mit Feinstaub hat auch erhebliche Folgen für Erwachsene: Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenkrebs sind die wichtigsten. Durch die Erwachsenen erhöht sich die Zahl der Opfer von Feinstaub um nochmals mehr als 4 Millionen Menschen jährlich.

Wir leben alle auf dem gleichen Planeten. Und, wie die Untersuchung zeigt, hat unser Verhalten in vieler Hinsicht Folgen für Menschen, die wir nicht kennen und die weit weg von uns leben. Grund genug, im Kleinen zu beginnen, die Umweltbelastung zu begrenzen. Ein Fahrrad kann beispielsweise auch ohne Sonnenschein benutzt werden.

Was geht rum? 04. August 2018

Die Hitzewelle geht weiter. Wer zuhause im Ländle bleibt, ist Temperaturen ausgesetzt, die in anderen Jahren nur aus Spanien und Griechenland gemeldet wurden.

Glücklicherweise sind in diesen Tagen auch die Zahl der Infektionen sehr gering.So fair ist die Natur, dass die Kinder nicht noch im Bett die Außentemperaturen toppen müssen – 35 Grad sind genug. Die wenigen Infekte betreffen Durchfall und Herpangina. Insektenstiche sind auch ein Problem. Besonders wenn gekratzt wird und eine Hautinfektion hinzukommt. Also immer nach Insektenstich wenige Minuten kühlen. Noch besser sind Repellentien (wie Autan© family und andere), die das Risiko gestochen zu werden verringern.

Die Pollen dürsten weiter. Das ist günstig für alle Allergiker, die nur geringe Probleme im Südwesten zu befürchten haben. Gräserpollen fliegen in geringer Zahl. In der Nähe von frisch gemähten Feldern und bei einer rasanten Fahrt mit dem Motorrad können sie stark konzentriert vorkommen, ansonsten stellen sie kein echtes Problem dar. Der Beifuß steht noch ….. bei Fuß. Pollen gibt er noch nicht in die Lüfte ab.

Aber wie sollen wir mit der Hitze umgehen? Immerhin ist zu erwarten, dass sich  die Hitzewelle weitere fünf bis sechs Tage fortsetzt. Dazu im Folgenden ein paar Hinweise, die vermutlich allen bekannt sind:

  • Umstellung des Tagesablaufs. Trotz der Ferien ist es sinnvoll früh morgens aufzustehen und die Aufgaben des Tages in den kühleren Stunden zu erledigen. Dann sollte eine Siesta sein – etwa von 12 Uhr bis 17 Uhr – bevor man den Abend bei angenehmen Temperaturen genießen kann.
  • Morgens sollte die Wohnung kräftig gelüftet werden. Je nach Lage ist es sinnvoll, die Fenster gegen 11 Uhr zu schließen oder zu kippen. Ab da kommt nur noch heiße Luft in die Wohnung.
  • Mit der Sonne nehmen die Mengen an giftigen Gasen wie Ozon wieder zu. Diese beginnen ab 11 Uhr mehr zu werden bis in die frühen Abendstunden. In der Wohnung selbst bleibt die Konzentration niedriger, solange keine zu starke Belüftung von außen kommt. Ozon reizt die Atemwege („trockener Hals“, Reizhusten) und kann die Auslösung von Asthma begünstigen. 
  • Natürlich brauchen wir mehr Flüssigkeitszufuhr. Ausreichend Wasser sollte immer im Zentrum der Wohnung stehen, so dass die Kinder beherzt zugreifen können. Man muss sie nur daran erinnern, wenn sie Kopfschmerzen klagen oder zulange wild gespielt haben.
  • Sonnenschutz bleibt wichtig, wenngleich die Sonne nur noch so stark scheint wie im Mai: Mütze, Sonnencreme – in aller Regel mit LF 30.

Was geht in der Welt rum? Wirklich bedeutsam für Touristen außerhalb Europas ist das Dengue-Fieber. Im Moment sind die hotspots Laos, Cuba und Réunion im Indischen Ozean. Mückenschutz tagsüber ist bislang die effektiveste Möglichkeit sich zu schützen. Das Denguefieber kann für Schwangere und ältere Menschen ab 60 Jahren gefährlich sein, für alle anderen Menschen ist es eine ärgerliche fieberhafte, manchmal sehr heftige Krankheit, die in vielem einer Influenza ähnelt.