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Was geht rum? 07. März 2020

Das Masernschutzgesetz ist eine Woche alt. Es betrifft viele Menschen. In erster Linie Eltern, deren Kinder im Kindergarten, Kindertagesstätte oder der Schule sind. Klare Informationen zum Nachweis des Impfschutzes finden Sie hier. Noch mehr betrifft diese Regelungen die Leitungen der jeweiligen Einrichtung. Für sie hier der Link zum Informationsblatt des Bundesministerium für Gesundheit.

Häufigkeit verschiedener Viren in Abstrichen, die dem RKI bis jetzt (KW 9, 2020) eingesandt wurden Quelle: AG Influenza

Wie weit hat sich das Coronavirus ausbreiten können? Inzwischen (gestern Abend 21:00) sind über 101.000 Menschen weltweit an COVID-19 erkrankt, davon 670 in Deutschland (keine Todesfälle). In Baden-Württemberg sind (Stand 06. März 2020) aktuell 96 Personen davon betroffen. Erkrankungen mit Influenza wurden im Ländle bis Ende Februar 17166 mal gemeldet. Die Grippewelle hält also weiter an und betrifft besonders Bayern und Baden-Württemberg.

Aus der Graphik oben wird deutlich, wie sich die Rhinoviren („Schnupfenvirus“) bis Weihnachten 2019 immer mehr zurückzogen und die Influenza-Viren zum Platzhirsch wurden. Die Karte links zeigt die hotspots (rot) für die Grippe in Deutschland. Kurz zusammengefasst: In der letzten Woche hat sich in Bezug auf die Infektionen im Land für die Kinder und Jugendlichen kaum etwas geändert.

Alle Kinderkrankheiten liegen mehr oder weniger im gleichen Rahmen wie vor einem Jahr. In der vergangenen Woche traten 37 Neuerkrankungen an Keuchhusten auf, davon alleine elf im Ortenaukreis.

Nach dem warmen Winter stellt sich auch die Frage: Wann legen die Birkenpollen los? Diese brauchen noch etwas Zeit und Wärme, um sich zu sammeln. Der viele Regen bremst auch die Kollegen der Erlen und Haseln aus. Noch können sich Allergiker also enspannt in die Natur begeben.

In Deutschland ist gerade für viele Pollenallergiker Montelukast (wie Singulair©) eine wichtige Arznei. Gut wirksam und einfach einzunehmen. Nun kommt von der amerikanischen Behörde für Arzneimittel FDA ein „boxed warning“. Wegen bekannter Zusammenhänge mit neuro-psychiatrischen Auffälligkeiten, sollte diese Arznei bei milden Symptomen eines allergischen Schnupfen nicht mehr eingesetzt werden. Weitere Details (in englischer Sprache) finden Sie hier.

Teil einer Tentakel von Physalia physalis. Quelle: ptw

Was geht in der Welt rum? An den Stränden im Norden von Gran Canaria (Spanien) wurden in den letzten Wochen immer wieder Tentakeln der Portugiesischen Galeere Physalia physalis) gefunden. Die Tentakeln sollten bei Kontakt unbedingt in Salzwasser entfernt werden, am besten mit einem Hilfsmittel (wie hier im Bild mit einem Plastikmesser), so dass man sie seitlich abstreifen kann. Danach soll nach Meinung vieler Betroffener Backpulver auf der Haut verrieben werden. Damit so ein Vorgehen klappt, müssen alle diese Substanzen immer zum Strand mitgenommen werden.

 

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende. Genießen Sie, wenn Sie gesund sind, das kräftige Zwitschern der Vögel das in dieser Jahreszeit seinen Höhepunkt erreicht.

Was geht rum? 18. Januar 2020

In den letzten Tagen kamen Frühlingsgefühle auf. Sie wurden begleitet von einem Pollenflug, wie es ihn in der ersten Januarhälfte selten gibt.

Haselpollenflug in Buchs (Kanton St. Gallen) in der zweiten Jahreswoche 2020 Foto: www.pollenundallergie.ch

Kaum waren die Dreikönige gekommen, stieg die Zahl der Hasel-Pollen in Buchs – an der Grenze zu Liechtenstein – nach oben. Der für die Jahreszeit enorme Pollenflug geht wohl auf den Fön-Effekt zurück. Dieser Südwind schwächt sich auf dem weiteren Weg durch das Rheintal bis nach Lindau ab. Der Pollenflug hat in geringem Ausmaß auch die Bodenseeregion sowie die Landschaft am Oberrhein erreicht. Eltern von pollenallergischen Kindern sollten also schon mal die Hausapotheke durchforsten, ob wichtige Notfall-Arzneien noch vorhanden sind.

Arztkontakte wegen Atemwegsinfektionen in Baden-Württemberg, gestaffelt nach Altersgruppen Foto: AG Influenza

Nach den ruhigen Feiertagen nimmt die Zahl der Atemwegsinfekte wieder langsam zu. Sie liegt aber noch unter der des letzten Jahres. Die meisten Atemwegsinfekte sind glücklicherweise eher unspektakuläre Racheninfekte mit Reizhusten. Grippeerkrankungen nehmen leicht zu.

Parallel treten weiter Magen-Darm-Infektionen auf. Die Erkrankungen an Noro- und Rotaviren liegen jedoch spürbar unter denen des Vergleichsmonates im letzten Jahr. Außer in Stuttgart und im angrenzenden Rems-Murr-Kreis: dort sind Häufungen zu beobachten.

Vor zwei Tagen wurde im Bundestag entschieden, dass die bisherige Regelung der Organspende im Wesentlichen Bestand hat. Die Diskussionen und Beiträge im deutschen Parlament haben dieses wichtige Thema nochmals ins Bewusstsein gerufen. Jetzt wäre es schön wenn die 84% aller Deutschen, die eine positive Einstellung zur Organ- und Gewebespende haben, ihre Haltung aus praktisch umsetzen. Das geht beispielsweise hier bei der Bundeszentrale gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ganz einfach. Nur so können wir in Deutschland die rote Laterne in Europa abgeben: Nur 11,3 Spender je eine Million Einwohner! Oder: In Deutschland wartet ein Spender 9 Jahre auf eine Niere. „Das ist dreimal so lange wie in europäischen Nachbarländern“, sagte Kai-Uwe Eckardt, Chef-Nephrologe an der Charité in Berlin.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal sind es die Masern, die in einigen Ländern Probleme bereiten. In Europa ist momentan besonders Litauen betroffen, wo im letzten Jahr 834 Masernerkrankungen festgestellt wurden. Reisende sollten vor einem Urlaub in Litauen den eigenen Impfschutz klären lassen. Ganz dramatisch ist die Lage im Kongo (Demokratische Republik). Dort wurden im letzten Jahr über 311.000 Erkrankungen an Masern festgestellt. Daran verstarben über 6000 Menschen, vorwiegend Kinder. Der Kongo ist trotz teilweise großartiger Landschaft kein typisches Touristenziel. Die Zahlen machen aber deutlich, wie gefährlich diese Kinderkrankheit ist.

Was geht rum? 03. August 2019

Das Sommerwetter geht mit angenehmen Temperaturen weiter. Damit halten sich auch die Gräserpollen in mäßiger Anzahl in der Luft. Nur gelegentlich werden sie von Schauern weggespült. Die Pollen der Sommerkräuter (Spitzwegerich, Brennnessel und Sauerampfer) sind in eher geringen Mengen in der Luft. Anders die Beifußpollen: Sie sind hingegen in vielen Regionen auf dem Höhepunkt. Allergiker sollten bedenken, dass in gewissen Wetterlagen (etwa vor einem Sturm) oder in der Nähe von Feldern die Pollenbelastung plötzlich enorm hoch sein kann. Insofern sollte gerade auf Wanderungen immer ein Notfallmedikament mitgeführt werden.

Die Infekte spielen zum Glück für alle Kinder und Jugendlichen weiter nur die zweite Geige. Dennoch leiden einige Kinder und Jugendliche unter Magen-Darm-Infektionen. Bei den Rotaviren haben sich die Erkrankungszahlen in diesem Jahr gegenüber 2018 fast verdoppelt. Umsetzbare Schutzmaßnahmen gibt es nicht. Natürlich hilft Hygiene. Aber welches Kind kann das vernünftigerweise im Kindergarten oder der Schule noch besser umsetzen? So verwundert es auch nicht, dass in zwei Kindertagesstätten Ausbrüche mit Noroviren zu beobachten waren, die extrem ansteckend sind.

Atemwegsinfekte gibt es auch noch. Dabei handelt es sich meist um Racheninfekte. Aber auch der Keuchhusten zeigte zuletzt eine Häufung. Aus der Region Waldshut wurden in der letzten Woche 7 Neuerkrankungen gemeldet.

Foto: twitter

In Berlin gibt es ab diesem Schuljahr kostenloses Essen für alle Kinder der ersten bis zur sechsten Klasse. Freudig begrüßt das die SPD-Fraktion mit einem Essen, das man seinen Kindern wohl eher nicht auftischen würde – fettige Nudeln und ein paar Spritzer Ketch-up oben drauf. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, ohne dieses spezielle Essen hungrig in den Unterricht zu gehen. Für eine gute Tomatensauce hat es wohl nicht mehr gereicht? Mal sehen, ob irgendwann auch im Ländle kostenloses Schulessen angeboten wird. Ob dann wohl auf Twitter Maultaschen zu sehen sein werden?.

Altersverteilung des West-Nil-Fiebers in Europa im Jahre 2014. Foto: European-Centre-for-Disease-Prevention-and-Control

Was geht in der Welt rum? Mit den sommerlichen Temperaturen hat das West-Nil-Fieber wieder Europa erreicht. Dabei handelt es sich um eine grippeähnliche Erkrankung, die nach einer Inkubationszeit von bis zu 2 Wochen (2-14 Tage) beim Menschen auftreten kann. Der Erreger – das West-Nil-Virus – wird dabei über verschiedene Mücken (Culex, Aedes) von Vögeln auf den Menschen übertragen. Die fieberhafte Erkrankung selbst dauert 3-6 Tage. Betroffen sind eher ältere Menschen, in sehr vielen Fällen verläuft die Erkrankung ohne jegliche Symptome (inapparent). Griechenland erlebt das West-Nil-Fieber seit 2010, in diesem Jahr sind 10 Personen erkrankt. In Italien wurde gerade die erste Infektion aus Padua gemeldet, zwei weitere Fälle und ein Todesfall werden aus Rumänien beschrieben. Eine Impfung gibt es nicht, guter Mückenschutz ist die effektivste Maßnahme. Kinder sind fast nie und Jugendliche eher selten betroffen. Die Komplikationen, in deren Folge die Tödlichkeit anstiegt, betrifft nahezu ausschließlich Personen über 65 Jahre.

In Europa starben im letzten Jahr 170 Personen am West-Nil-Fieber. In Deutschland ist diese Erkrankung bislang noch nie aufgetreten.

Was geht rum? 20. Juli 2019

Wir haben zwar ein Insektensterben in unserem Land. Dennoch gibt es viele Plagegeister, die uns und unseren Kindern zusetzen. Oftmals werden wir gestochen und haben kein „Mittelchen“ dabei, keine Creme, nichts. Doch eines ist immer bei uns: Speichel. Kurz die Einstichstelle mit Speichel einreiben ist immer günstig und kühlt etwas. Sind wir zuhause, ist meist eine Zwiebel zu Stelle: frische Zwiebel aufschneiden und direkt für einige Minuten auf der Einstichstelle einreiben. Danach aufpassen, dass kein Kind sich den Saft der Zwiebel in die Augen reibt. Viele käufliche Gels oder Cremes haben einen kühlenden Effekt, mehr aber nicht, solange ihnen kein Cortison zugesetzt (…“H“) wurde. Diese Kühlung kann auch ein schlichter Eiswürfel erzeugen.

Besser ist, die Kinder und Jugendlichen (und sich selbst) vorbeugend vor Insektenstichen zu schützen. Dazu gibt es Sprays mit Icaridin oder DEET. Diese sind über Stunden wirkungsvoll. Übrigens auch gegen Zecken, die in diesem Jahr – so die persönliche Erfahrung – sehr bissfreudig sind. Einzelheiten zu den Insektenschutzmitteln finden Sie hier im praxisblättle.

Die Pollen sind auf dem Rückzug. Große Belastungen für Gräserpollen gibt es nur noch in den Höhenlagen des Schwarzwalds oder den Alpen. Im Flachland ist die Belastung allenfalls mäßig. Auch die Pollen der Sommerkräuter fliegen im Moment kaum.

Impetigo contagiosa – Borkenflechte. Foto: pinterest

Der Sommer ist bekanntermaßen keine Infektzeit. Vereinzelt treten Durchfallserkrankungen auf. Typisch für die Jahreszeit ist auch die Impetigo contagiosa, deren deutscher Name wie die „Borkenflechte“ ebenso unbekannt sind wie der Fachbegriff. Dieser beschreibt eine nässende, schuppende und Blasen bildende Hauterkrankung, die durch Bakterien in kleinen Wunden ausgelöst wird. Meist sind Staphylokokken die Ursache, aber auch Streptokokken (die den Scharlach auslösen) können beteiligt sein. Diese Hautinfektion kann sich unter günstigen Bedingungen – Wärme und Feuchtigkeit – rasant ausbreiten. Im Moment stehen die Chancen für den Impetigo also gut, dass er sich ausbreitet, da er eine gewisse Ansteckung hat und das Wetter für ihn arbeit. Die frühzeitige Vorstellung beim Kinder- und Jugendarzt ist sinnvoll.

Was geht in der Welt rum? In den Tropen bleibt das Dengue-Fieber der Dauerbrenner. Besondere Schwerpunkte sind zur Zeit Tansania (in diesem Jahr 6.350 Infektionen), Réunion (16.000 Neuerkrankungen in diesem Jahr bei 850.000 Einwohnern), Laos (11.560 Neuerkrankungen), Kambodscha (13.000 Erkrankte in diesem Jahr), Brasilien (etwa 600.000 Erkrankungen in diesem Jahr) und die Cook-Inseln (66 Erkrankungen auf der Insel Rarotonga). Für alle Reisenden ist ein guter Mückenschutz tagsüber die wichtigste Schutzmaßnahme. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung.

Preisunterschiede in Europa, gemessen am Durchschnitt. Foto: https://de.statista.com/infografik/18501/preisniveau-privater-konsumausgaben-in-europa/

Und noch ein kleiner Hinweis, ob sich auch Ihr Portemonnaie im Urlaub erholen darf oder nicht. Das Preisniveau in Europa klafft heftig. Im Südwesten ist sattsam bekannt, wie teuer die Schweiz ist. Dass Island noch teurer ist, mag man kaum glauben. Aber dorthin zieht es nur wenige. Die vielen Urlauber in der Türkei können sich hingegen freuen. Viel Geld gespart und das in einem Land mit so herrlichem Essen, wunderbaren Landschaften und vielen freundlichen Menschen wie dem neuen Oberbürgermeister von Istanbul.

Was geht rum? 06. Juli 2019

Pollenflug des Spitzwegerichs am Oberrhein (hier Basel) Die grauen Flächen stellen den Mittelwert der Pollenkonzentration der letzten 10 Jahre da, die Säulen zeigen die aktuellen Belastungen. Foto: www.pollenundallergie.ch

Das schöne Wetter sorgt weiter für einen bedeutenden Pollenflug. Für Kinder und Jugendliche sind weiterhin die Gräserpollen die bedeutendsten Auslöser von Allergien. Der Spitzwegerich spielt auch eine Rolle, steht aber in der Hitparade der allergieauslösenden Pollen weiter hinten.

Infektionen gibt es weiterhin: Die wichtigsten sind – wie in der letzten Woche – die Herpangina und die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Ansonsten treten viele Entzündungen des Gehörgangs (Otitis externa) besonders bei regelmäßigen Badegästen auf. Das sollte aber alle Kinder und Jugendlichen nicht davon vom baden und plantschen abhalten. Das macht so viel Spaß und: Abgesehen davon, dass sie anfangs mit starken Schmerzen verbunden ist, so ist eine Gehörgangs-Entzündung gut zu behandeln. Bei Ohrschmerzen am Abend – wenn alle Praxen bereits zu sein sollten – sollten Eltern erstmal Schmerzmedikamente geben. Auch wenn nach der Nacht alles besser erscheint, ist ein Arztbesuch am folgenden Tag aber sinnvoll.

Sommerhitze. Foto: pixabay, jplenio

Gefahren gehen für Kinder und Jugendliche in dieser Jahreszeit jedoch weniger von Infektionen aus als von Hitze, UV-Strahlung, Zecken, Verbrennungen beim Grillen und von verschiedenen Pflanzen. Die einen haben giftige Beeren – wie beispielsweise die Mahonie – , andere führen im Zusammenspiel mit Sonneneinstrahlung zu einer Art Verbrennung – Wiesengräserdermatitis –  wie der Bärenklau.

Viele Familien in Baden-Württemberg bereiten sich gerade auf den Urlaub vor. Noch knapp drei Wochen, dann ziehen sie in die Ferne. In der nächsten Woche geben wir Ihnen im praxisblättle weitere Tipps für die Themen Reise-Krankenversicherung (8. Juli) und Reiseapotheke (10. Juli).

Was geht in der Welt rum? Die intensive Diskussion um Impfungen hat nachgelassen, Masern sind in den Medien zur Zeit kein Thema. Wohl aber in den meisten Ländern der Erde. Besonders deutlich wird dies in Japan mit 566 Erkrankungen in diesem Jahr (höchste Rate seit 10 Jahren) und in den USA mit 1095 Erkrankungen in 28 Bundesstaaten. Oft sind es junge Erwachsene, die erkranken. Die Masernimpfung ist sicher und gut verträglich. Sie sollte nochmals vor einer Reise überprüft werden um sich und andere zu schützen.

Was geht rum? 04. Mai 2019

Die Natur ergrünt und blüht und damit steigen die verschiedenen Pollen in luftige Höhen. Vorreiter im Südwesten ist wie in jedem Jahr die Region am Oberrhein. Inzwischen liegen die Daten für die letzte Woche vor die zeigen, dass die Birkenpollen (siehe Abbildung 1) massiv zurückgehen und im Gegenzug die Gräserpollen (siehe Abbildung 2) ihren Flug hin zu dem Schleimhäuten der Menschen antreten. Der wird bis Sonntag zunächst zum erliegen kommen. Aber im Laufe der kommenden Woche sollten Gräserpollenallergiker auf anstrengendere Tage vorbereit sein. Bis dahin bleibt noch etwas Zeit, die Kinder- und Jugendärztin aufzusuchen, um mit ihr / ihm zu besprechen, wie die Belastungen für den Organismus gering gehalten werden können.

Abbildung 1. Birkenpollenflug der letzten Aprilwoche für Basel. Foto: pollenundallergie.ch

Abbildung 2. Gräserpollenflug der letzten Aprilwoche für Basel. Foto: pollenundallergie.ch

 

Kinder und Jugendliche waren in der letzten Woche vornehmlich von Luftwegsinfekten betroffen, die meist ohne weitere Komplikationen abliefen. Besonders aus dem Südschwarzwald – ganz besonders in der Region Waldshut – wurden viele Magen-Darm-Erkrankungen mit Rotaviren gemeldet. Die Erkrankungen hierfür liegen fast 60% über denen des letzten Jahres.

Eine weitere Häufung betrifft die relative seltene Hantavirus-Erkrankung (siehe auch das praxisblättle der letzten Woche). Nachdem im letzten Jahr bis Anfang Mai gerade mal 11 Erkrankungen in Baden-Württemberg registriert worden waren, sind es in diesem Jahr bereits 148. Mithin eine Steigerung um das 13-fache! Beim Betreten von Scheunen, Gartenlauben und Kellern sind Schutzmaßnahmen (Mundschutz, Handschuhe) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Moment sehr ratsam.

Was geht in der Welt rum? Die Tollwut wird seit 2018 in Thailand wieder häufig beobachtet. Betroffen ist die Hauptstadt Bangkok sowie der Nordosten und der Süden des Landes. In den ersten neun Monaten des letzten Jahres sind 17 Menschen an der Krankheit verstorben. Streunende – infizierte – Hunde sind die häufigste Ursache der Erkrankung. Für Touristen, die in Hotels untergebracht sind und geführte Touren unternehmen besteht nahezu kein Risiko. Andere, die einen langen Aufenthalt in Thailand planen und sich häufig von den Touristenpfaden entfernen sollten eine Impfung zusammen mit einem Reisemediziner in Erwägung ziehen.

Was geht rum? 18. August 2018

Kinder und Jugendliche genießen einen herrlichen Sommer. Das Freibad ruft täglich, das Eis schmeckt prima und durch Infekte werden sie kaum geplagt. Die Situation ist die gleiche wie letzte Woche. Die Herpangina – wer will mag sie auch Sommergrippe nennen – mit etwas Halsweh und meist ohne Fieber sowie Magen-Darm-Infektionen sind die wichtigsten Infekte in diesen Tagen. Die Zahl der Neuerkrankungen an Keuchhusten ist bereits wieder rückläufig.

Die Pollen haben fast aufgegeben. Damit können die Allergiker aufatmen und einen herrlichen Sommer genießen. Einzelne Gräserpollen fliegen noch herum. Ganz besonders in der Nähe frisch gemähter Wiesen oder in den Bergen. Die Zahl der Saison-typischen Wegerichpollen ist nicht sehr hoch. Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist der Pollen-Stress also vorbei.

Was geht in der Welt rum? Weiterhin einzelne Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Italien, Griechenland und neu auch in Süd-Frankreich.

Was geht rum? 04. August 2018

Die Hitzewelle geht weiter. Wer zuhause im Ländle bleibt, ist Temperaturen ausgesetzt, die in anderen Jahren nur aus Spanien und Griechenland gemeldet wurden.

Glücklicherweise sind in diesen Tagen auch die Zahl der Infektionen sehr gering.So fair ist die Natur, dass die Kinder nicht noch im Bett die Außentemperaturen toppen müssen – 35 Grad sind genug. Die wenigen Infekte betreffen Durchfall und Herpangina. Insektenstiche sind auch ein Problem. Besonders wenn gekratzt wird und eine Hautinfektion hinzukommt. Also immer nach Insektenstich wenige Minuten kühlen. Noch besser sind Repellentien (wie Autan© family und andere), die das Risiko gestochen zu werden verringern.

Die Pollen dürsten weiter. Das ist günstig für alle Allergiker, die nur geringe Probleme im Südwesten zu befürchten haben. Gräserpollen fliegen in geringer Zahl. In der Nähe von frisch gemähten Feldern und bei einer rasanten Fahrt mit dem Motorrad können sie stark konzentriert vorkommen, ansonsten stellen sie kein echtes Problem dar. Der Beifuß steht noch ….. bei Fuß. Pollen gibt er noch nicht in die Lüfte ab.

Aber wie sollen wir mit der Hitze umgehen? Immerhin ist zu erwarten, dass sich  die Hitzewelle weitere fünf bis sechs Tage fortsetzt. Dazu im Folgenden ein paar Hinweise, die vermutlich allen bekannt sind:

  • Umstellung des Tagesablaufs. Trotz der Ferien ist es sinnvoll früh morgens aufzustehen und die Aufgaben des Tages in den kühleren Stunden zu erledigen. Dann sollte eine Siesta sein – etwa von 12 Uhr bis 17 Uhr – bevor man den Abend bei angenehmen Temperaturen genießen kann.
  • Morgens sollte die Wohnung kräftig gelüftet werden. Je nach Lage ist es sinnvoll, die Fenster gegen 11 Uhr zu schließen oder zu kippen. Ab da kommt nur noch heiße Luft in die Wohnung.
  • Mit der Sonne nehmen die Mengen an giftigen Gasen wie Ozon wieder zu. Diese beginnen ab 11 Uhr mehr zu werden bis in die frühen Abendstunden. In der Wohnung selbst bleibt die Konzentration niedriger, solange keine zu starke Belüftung von außen kommt. Ozon reizt die Atemwege („trockener Hals“, Reizhusten) und kann die Auslösung von Asthma begünstigen. 
  • Natürlich brauchen wir mehr Flüssigkeitszufuhr. Ausreichend Wasser sollte immer im Zentrum der Wohnung stehen, so dass die Kinder beherzt zugreifen können. Man muss sie nur daran erinnern, wenn sie Kopfschmerzen klagen oder zulange wild gespielt haben.
  • Sonnenschutz bleibt wichtig, wenngleich die Sonne nur noch so stark scheint wie im Mai: Mütze, Sonnencreme – in aller Regel mit LF 30.

Was geht in der Welt rum? Wirklich bedeutsam für Touristen außerhalb Europas ist das Dengue-Fieber. Im Moment sind die hotspots Laos, Cuba und Réunion im Indischen Ozean. Mückenschutz tagsüber ist bislang die effektiveste Möglichkeit sich zu schützen. Das Denguefieber kann für Schwangere und ältere Menschen ab 60 Jahren gefährlich sein, für alle anderen Menschen ist es eine ärgerliche fieberhafte, manchmal sehr heftige Krankheit, die in vielem einer Influenza ähnelt.

 

Was geht rum? 28. Juli 2018

Rechtzeitig mit den Schulferien sind wir im Hochsommer angekommen. Genießen wir diese kurze Hitzeperiode in Baden-Württemberg. Mit einer Siesta, die nicht nur in Spanien gut tut. Mit alpinen Wanderungen fernab der Zivilisation. Oder, indem wir uns in den Seen und Flüssen unserer Region Erfrischung holen.

Infektionen sind im Moment kaum ein Problem. Die Erkrankungen mit Enteroviren – wie die Herpangina – lassen spürbar nach. Daneben gibt es zur Zeit einzelne Atemwegsinfekte und Durchfallserkrankungen.

Auch die Pollen haben eine kleine Siesta eingelegt. Die Gräserpollen fliegen nur noch mässig, die Beifußpollen sind noch nicht zum Flug bereit. Gute Tage für Allergiker, abseits frisch gemähter Wiesen das schöne Wetter zu genießen.

Der Duft vom Grill zieht durch die Wohnviertel. Also kurz nochmals die Erinnerung, Kinder gut zu beobachten. Schwere Verbrennungen sind zwar selten, aber schrecklich.

Für alle, die ferne Länder aufsuchen: Vergewissern Sie sich, ob die Reiseapotheke komplett ist und speziell für Strandurlauber: Quallen können sehr lästig sein.

Was geht in der Welt rum? Zunächst einmal Masern auf Mauritius. Aber das Risiko daran zu erkranken dürfte in Köln momentan weit höher liegen. Wichtiger ist für alle Reisende nach Thailand sich des Dengue-Fiebers bewusst zu sein. Mückenschutz tagsüber ist hier die Richtschnur.

Was geht rum? 07. Juli 2018

Dauerbrenner im Sommer bleiben die Pollenallergien. Der Regen hat in den letzten Tagen den Allergikern eine Pause verschafft. An diesem Wochenende geht’s jedoch wieder weiter. Die Belastung mit Gräserpollen wird in den tiefen Lagen nachlassen. Im Gegenzug kommen die Pollen von Wegerich und Brennnesseln in Schwung.

Die Linden stehen in voller Blüte. Ein Eldorado für viele Insekten und die Bienen. Sie sind eifrig bemüht, den Urstoff für den köstlichen Lindenblütenhonig zusammenzutragen, wie das Video mit dem Summen von tausenden Bienen und Hummeln belegt:  Video 04.07.18, 19 08 46. Das ist eine Anregung uns bald auch mit den Insektengiftallergien zu beschäftigen. Diese freundlichen Insekten interessieren sich natürlich auch für unsere Mahlzeiten draußen im Freien und können dabei auch zustechen, wenn sie gestört werden.

Auch die Zecken erfreuen sich am Klima dieser Tage. Nicht nur die Kinder sollten abends und nach ausgedehnten Ausflügen in den eigenen Garten oder die Natur am Körper nach Zecken untersucht werden. Im praxisblättle hatten wir über die Risiken berichtet.

Die Infektionen sind unverändert von den Enteroviren bestimmt. Es kommen also weiterhin Erkrankungen mit Herpangina und Hand-Fuß-Mund-Erkrankungen vor. Im Vergleich zur letzten Woche sind Durchfallserkrankungen spürbar mehr geworden. .

Und was geht in der Welt rum? Auf der Insel Réunion im Indischen Ozean wurden in diesem Jahr bereits 5.400 Erkrankungen an Dengue-Fieber registriert. Alle Reisenden sollten sich vor den tagaktiven Überträgermücken mit DEET-haltigen Insektensprays schützen. In den USA gibt es weiterhin viele Erkrankungen an Hepatitis A (West Virginia, Utak, Michigan). Gegen diese infektiöse Leberentzündung gibt es eine hochwirksame Impfung.