Schlagwort: Pollen

Was geht rum? 25. Juli 2020

Die Ferien beginnen diese Woche. Aber ohne Jubel. Durch die Pandemie haben Schülerinnen und Schüler schmerzhaft erfahren, dass zuhause bleiben und chillen nicht alles ist. Auch die Aussicht auf das neue Schuljahr ist getrübt.

Noch immer läuft die nachgeholte Infektwelle. Die Viren, die sich im Lockdown nicht ausleben, konnten haben nun die Kindergärten und Schulen erfasst. Schnupfen allüberall. Und Sorgen bei Eltern und Lehrern. Könnte unter den meist leicht kranken Kindern auch eines mit einer Corona-Infektion sein? Schnupfen ist nicht unbedingt ein typisches COVID-19-Symptom. Aber es kommt bei dieser Krankheit durchaus vor. Das macht es so schwierig: Man sucht Sicherheit und findet keine. Corona hat uns weiterhin im Griff, auch wenn momentan nur wenige im Ländle daran erkranken.

Viren, allüberall. Quelle: pixabay, Gerd Altmann (mod.)

In Friedrichshafen zeigt sich das beispielhaft. Dort steckte ein Reiserückkehrer aus Serbien, der die Quarantäne nicht einhielt zwei Menschen an. Auch die Tochter eines der beiden Infizierten hielt sich nicht an die Quarantäne und steckte auf einer Party viele Schüler an. Diese haben das Corona-Virus in 6 Schulen getragen. Inzwischen sind weit über 200 Kontaktpersonen ermittelt worden.

Ein Problem bei der Gesundheitsvorsorge: Wir können Viren mit dem Auge nicht sehen. So sehen wir auch nicht das FSME-Virus. Aber, wir können die Zecke sehen und fühlen. Und wir können sie auf der Haut unserer Kinder suchen. Das sollten wir auch. Denn in diesem Jahr schnellen die Erkrankungszahlen mit dem Virus massiv nach oben. Das gilt für unser Ländle wie für die Schweiz (siehe weiter unten). In Baden-Württemberg sind seit Januar 170 Erkrankungen an FSME neu gemeldet worden (in 2019 zur gleichen Zeit 102). Allein in der letzten Woche kamen 28 hinzu. Schwerpunkte sind der Ortenaukreis, der Kreis Rottweil und der Zollern-Alb-Kreis.

Biene im verblühenden Lavendel. Quelle: ptw

Ebenfalls kaum sichtbar sind die Pollen. Aber es fliegen noch genügende. Im Rheintal sind die Gräserpollen weiter am schwinden, die Spitzwegerich-Pollen breiten sich mehr aus.In besonders warmen Regionen blüht bereits der erste Beifuß.

Was geht in der Welt rum? Die Zecke ist grenzenlos. Zumindest in Baden-Württemberg. Bei unserem südlichen Nachbar sind mit bislang 249 mehr als doppelt so viele Erkrankungen gemeldet als im Vorjahr. Weitere Informationen über die FSME in der Schweiz gibt das Bundesamt für Gesundheit. Durchaus wichtig auch für Tagesausflügler in die Alpen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen guten Start in die Ferien,

Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 02. Mai 2020

Viel Unmut äußert sich nach dem wochenlangem Shutdown. Aber kaum von Familien. Dabei werden sie den Maßnahmen in der Coronakrise besonders stark getroffen. Je kleiner die Wohnung und/oder der Garten, umso schlimmer. Aber die Schließung der Kindergärten und Schulen hat auch eine gute Seite: Kinder haben kaum Möglichkeiten, sich anzustecken. Es gibt bisher zwar keine Studien hierzu, aber so gesund dürften Kleinkinder in den letzten Jahren wohl nie gewesen sein. Leider können sie und ihre Eltern das nur begrenzt genießen.

Kindergarten – ein Bild aus glücklichen Tagen Quelle: pixabay, tolmacho

Im praxisblättle haben wir schon manchmal angeregt, bei der Öffnung von Einrichtungen mehr an die Kinder zu denken und weniger ans Shoppen. Es ist schon lange bekannt, dass Kinder seltener und schwächer an COVID-19 erkranken. Das zeigt auch die neueste Studie des Centers for Disease Control (CDC, in Englisch), die sich mit den aktuellen Daten bei Kindern in den USA befasst  Und obwohl sie eher selten von COVID-19 betroffen sind, leiden sie wohl am meisten unter der Kontaktsperre, die ihnen verbietet, mit anderen Kindern zu spielen und das soziale Leben zu üben.

Aus der Schweiz hat sich Prof. Dr. Christian Berger vom Kinderspital Zürich in der NZZ (Neue Zürcher Zeitung) zum diesem Thema geäußert. „Bei uns (Anm in der Schweiz) sind 0,4 Prozent aller bestätigten Fälle Kinder unter 10 Jahren und 2,7 Prozent Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren“. In den allermeisten Fällen seien die bisher 114 an COVID-19 erkrankten Schweizer Kinder von Erwachsenen angesteckt worden. „Wir haben keine große Erfahrung damit, wie das Virus unter Kindern zirkuliert.“ Vieles spricht dafür, dass unter kontrollierten Bedingungen (Kleingruppen mit einem Drittel der Klassengröße?), KiTas und Grundschulen vermutlich geöffnet werden könnten. Das RKI und die WHO vertreten jedoch andere Positionen.

Noch nie haben Wissenschaftler so eifrig in der öffentlichen Diskussion mitgesprochen. Und dabei vertreten sie oft gegensätzliche Positionen. Viele Menschen verstehen jedoch nicht, dass auch Wissenschaft irren kann. Aber, Forscher beobachten genau und lernen aus Fehlern, die nachweisbar sind. So kontrollieren sie sich gegenseitig. Erfreulich, dass auch viele Politiker in der Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern nachdenklicher werden. Oft gilt in diesen Tagen: Argument sticht Parteimeinung.

Gräserpollenflug. Die graue Fläche gibt die Stärke des Pollenflugs über die letzten 10 Jahre wieder. Die Säulen (links unten im Bild) zeigen die aktuellen Daten von 2020, jeweils bezogen auf Münsterlingen (Bodensee, Schweiz) Quelle: www.pollenundallergie.ch

Seit zwei Monaten ist alles anders. Auch bei den Pollen. Bisher war der April die Zeit, in der die Birkenpollen flogen. In diesem Jahr sind diese schon längst auf dem Rückzug und haben den Gräserpollen den ersten Platz überlassen. Am Bodensee und Oberrhein sind sogar schon die Pollen des Wegerich in der Luft. Diese suchten uns bisher erst Ende Juli heim. Eltern allergischer Kinder müssen also den Pollenflugkalender in diesem Jahr umschreiben. Übrigens, ein möglicher und schöner Nebeneffekt vom Mund-Nasen-Schutz („Maske“) könnte sein, dass er viele Pollen abhält und damit Kinder und Jugendlichen vor dem Heuschnupfen – zumindest etwas – schützt.

Unter den wenigen Infektionen die rumgehen, sind natürlich auch Kinderkrankheiten. Vor einer Woche hatten wir berichtet, dass die Windpocken auf 25% des Normalniveaus zurückgegangen sind. Beim Keuchhusten hingegen liegen die Erkrankungszahlen noch auf dem Niveau des letzten Jahres. In der letzten Woche kamen 25 neue hinzu. Ganz anders bei den Masern: Seit den Kontaktbeschränkungen Mitte März ist bis heute nur eine einzige weitere Erkrankung gemeldet worden. Sind im letzten Jahr bis Ende April 61 Menschen im Ländle an Masern erkrankt, so sind es jetzt nur 26. Auch ein schöner Nebeneffekt! Ganz zur schweigen von den selten gewordenen Magen-Darm-Infektionen.

Was geht in der Welt rum? Es gilt eine weltweite Reisewarnung und Reisen selbst in die Schweiz und Österreich sind nicht möglich. Dennoch wollen wir hier weiter berichten, welche Infektionen in der Welt eine Rolle spielen. So werden aus Thailand in diesem Jahr bereits 5 mit Tollwut infizierte Hunde gemeldet. Seit zwei Jahren gibt es dort viele Tollwuterkrankungen, woran im Jahr 2018 nach offiziellen Angaben 17 Menschen und im letzten Jahr 1 Mensch verstarben. Immerhin gibt es gegen Tollwut eine gut wirksame Impfung. Für wen diese sinnvoll ist, sollte vor der Reise mit einem erfahrenen Arzt geklärt werden.

Wenn Sie wegen des Coronavirus auf dem Laufenden bleiben wollen……? Wir bringen ab sofort jeden Sonntag im praxisblättle ein „EXTRA-blättle  Corona“ mit Informationen, die besonders für Eltern und ihre Kinder interessant sein könnten. Schreiben Sie uns gerne, was Sie interessiert und bewegt. Gerne nehmen wir Ihre Fragen und Anregungen auf.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Mit Ihnen hoffe ich, dass sich im Mai die Lage für die Kinder verbessert und sie wieder raus dürfen. Raus in die Natur, auf den Spielplatz und in die Kindertagesstätte oder Schule. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

 

Was geht rum? 25. April 2020

In dieser Woche stieg die Hoffnung, dass wir trotz der Corona-Pandemie  dem Ziel zu ein wenig mehr Normalität im Alltag nähergekommen sind. Das Paul-Ehrlich-Institut hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen Corona erteilt. Damit geht weltweit der fünfte Impfstoff ins Rennen. Das deutsche Start-up BioNtech beginnt die Verträglichkeitsprüfung an gesunden Freiwilligen. Wie schon mehrfach erwähnt: Eine Impfung für alle Menschen ist frühestens 2021 zu erwarten. Und das nur, wenn alles günstig läuft.

Sahara-Staub und Fichtenpollen umrahmen ein Blütenteilchen einer Pappel. Quelle: ptw

Unsere Autos sind morgens gelb bestäubt. Das ist vorwiegend den Pollen der Fichte und teilweise auch dem Sahara-Staub geschuldet, der einigen Regionen farbenfrohe morgendliche Stimmungen bescherte. Der Birkenpollenflug war ebenfalls erheblich und für Allergiker stark zu spüren. Aber eben nicht zu sehen.

Gräserpollenflug. Messstelle Basel Quelle: pollenundallergie.ch

Der Gräserpollenflug hat, wie schon letzte Woche beschrieben, eingesetzt. Die Pollenwerte sind aber noch gering, da sich die Pflanzen aufgrund der trockenen Witterung nicht ordentlich entwickeln können.

Andere Infektionen als COVID-19 spielen kaum eine Rolle, was für diese Jahreszeit nicht außergewöhnlich ist. Ob die niedrigen Erkrankungszahlen an Rotavirus– und Norovirus-Darminfektionen auf die Kontaktbeschränkungen zurückzuführen sind ist unklar. Selbst bei Kinderkrankheiten gibt es kaum neue Infektionen. Während im letzten Jahr zum Beispiel bei Windpocken noch durchschnittlich 135 Kinder jede Woche neu erkrankten, sind es nun gerade mal ein Viertel: 35 Personen. Das ist verständlich: Windpocken werden als Tröpfcheninfektion weitergereicht. Und die verhindern wir gerade – so gut es geht.

Häufigkeit von COVID-19 bei Kindern an deutschen Kinderkliniken. Quelle: DGPI

Seit kurzem sammelt die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) Informationen über Kinder in Deutschland, die an COVID-19 erkranken. Dabei zeigt sich ein Trend zu schweren Verläufen bei Säuglingen und Kleinkindern. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht auch, dass 38% aller Erkrankungen auf Kinder im ersten Lebensjahr zurückgehen. Bei Schulkindern (6-10 Jahre) liegt die Häufigkeit mit knapp 10% spürbar niedriger.

Einzelne Kindertagesstätten waren auch in den letzten Wochen teilweise geöffnet für eine Notbetreuung der Kleinsten. Die gesetzlichen Grundlagen hierfür haben sich inzwischen geändert. Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder haben nun:

  • alle Alleinerziehenden 
  • alle, die systemrelevanten Berufen arbeiten

Voraussetzung ist, dass die Eltern nicht aus einem Homeoffice arbeiten können. Welche Berufe systemrelevant sind, ist in jedem Bundesland etwas anders geregelt. Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr, Wasser- und Energieversorgung gehören immer dazu. Teilweise aber auch Steuerberater, Mitarbeiter von Banken oder Krankenkassen. Weitere Informationen fürs das Land Baden-Württemberg sind in einer Pressemitteilung aufgeführt.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal such das Dengue-Fieber global viele Menschen heim. Es ist glücklicherweise nicht so gefährlich wie COVID-19, hat aber für einige Kinder durchaus das Risiko tödlich zu sein. Das gilt besonders für solche, die mehrfach daran erkranken. Besonders betroffen sind in diesem Jahr Guadeloupe (7.260 Fälle), Indonesien (17.280 Fälle), Mexiko (20.815 Fälle) und Argentinien (6.170 Fälle). Ganz dramatisch hat es das ehr kleine Land Paraguay mit 223.750 Erkrankungen bei etwa 7 Millionen Einwohnern getroffen. Eine Therapie oder zugelassene wirksame Impfung gibt es nicht.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Am besten im Garten zuhause mit Ihren Kindern. Die Frühlingsstimmung sollte uns nicht täuschen. Wir müssen leider noch Abstand halten, das Coronavirus bleibt wie es ist. Gefährlich. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 04. April 2020

Informationen fliegen uns zur Zeit nur so um die Ohren. Ob von Politikern, Virologen oder den Anhängern von Verschwörungstheorien. Es ist an uns, uns selbst ein Bild zu machen. Damit kann das praxisblättle wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren. Und zwar wollen wir uns wieder vermehrt um die anderen Krankheiten Ihrer Kinder kümmern, die von Corona leider nicht ganz vertrieben wurden.

Um also anderen Themen wieder Platz zu geben, haben wir Ihnen hier einige wichtige Links eingestellt, damit Sie sich selbst aktuell über den Stand der COVID-19 informieren können:

Ja, dabei wollen wir es für diese Woche mal mit COVID-19 belassen. Da fällt mir noch der unvergessene Karl Valentin ein: „Es ist zwar schon alles gesagtnur noch nicht von jedem!“

Der Frühling nimmt an diesem Wochenende einen erneuten Anlauf mit warmen Temperaturen. Damit ist der Weg frei für die Birkenpollen. Allergische Kinder und Jugendliche (oder besser gesagt Sie als Eltern) sollten wichtige Medikamente vorhalten. Das gilt besonders für die, die mit einer Atemnot rechnen müssen: Kurz mal im Medikamentenschrank zuhause nachsehen, ob also ein Notfallspray (beispielsweise Salbutamol) dort zu finden ist. Abgelaufen? Leer? Alles im grünen Bereich? Dann kann der Frühling ja mal starten.

Es ist klar, dass noch viele andere Erkrankungen rumgehen: Durchfall, einfache Erkältungen, oder auch Mittelohrentzündungen. Aber hinter der Heimtücke und der Tödlichkeit des neuen Coronavirus stehen sie, glücklicherweise, alle zurück. Was gestern noch schlimm schien, ist heute harmlos. Zumindest langfristig. Auch wenn für Kinder auch solche Infekte wirklich belastend sein können.

Es gibt auch gute Nachrichten. Die Rotaviren, von denen Kinder gerne im Frühjahr heimgesucht werden, halten sich in diesem Jahr zurück. Die Zahl der Fälle ist verglichen mit 2019 halb so groß. Letzte Woche wurden gerade mal 7 Neuerkrankungen landesweit festgestellt, wo es sonst weit über 50 pro Woche sind. Auch die Kinderkrankheiten wie Keuchhusten halten sich zurück. Von den 25 Fällen an Keuchhusten traten allein 5 in Freiburg auf. Hoffen wir mal,dass dies die Realität abbildet und nicht die fehlende Meldefreudigkeit in Zeiten von ….. Corona.

Was geht in der Welt rum? In vielen tropischen Ländern ist das Dengue-Fieber wieder sehr verbreitet. So zum Beispiel in Singapur, wo sich 4776 Personen in diesem Jahr bereits angesteckt haben. Damit haben im Stadtstaat in den letzten Jahren die Erkrankungen mit Dengue ständig zugenommen. In diesem Jahr sind es gar doppelt so viele wie im letzten Jahr.

Cerealien. Aus verschiedenen Getreiden hergestellt. Foto: pixabay, congerdesign

Den Deutschen ist ein gutes Frühstück wichtig. Dabei spielen die Cerealien („Müesli“) eine wichtige Rolle. Weil sie auf gerösteten Getreiden beruhen erscheinen sie vielen als „gesund“. Und die Milch dazu hat den gleichen Ruf. Die Kritik der Kinder- und Jugendärzte am viel zu hohen Zuckergehalt ist trotz angeblicher Maßnahmen der Nahrungsmittelindustrie noch immer richtig. Das zeigt nochmals eine Studie der AOK,die zum Schluss kommt, dass 99% aller Kindercerealien überzuckert sind. Bis zu 43 Gramm Zucker auf 100 Gramm Cerealien – das kann’s wirklich nicht sein.

So kurz vor Ostern steht die Schokolade in Form von Hasen immer ganz oben bei den Wünschen in Deutschland. In diesem Jahr scheint es ein bisschen anders zu sein. Lindt & Sprüngli verkauft zwar weiterhin die berühmten Goldhasen. Sie sind aber spürbar weniger gefragt als: Toilettenpapier.

Ich wünsche Ihnen einen erfrischenden Frühlingsanfang. Blauer Himmel, klare Luft und frisches Grün in der Natur tun unserer Seele gut. Danach dürfte der Start in die kommende Woche etwas einfacher sein. Auch wenn uns die Viren weiter zusetzen. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 07. März 2020

Das Masernschutzgesetz ist eine Woche alt. Es betrifft viele Menschen. In erster Linie Eltern, deren Kinder im Kindergarten, Kindertagesstätte oder der Schule sind. Klare Informationen zum Nachweis des Impfschutzes finden Sie hier. Noch mehr betrifft diese Regelungen die Leitungen der jeweiligen Einrichtung. Für sie hier der Link zum Informationsblatt des Bundesministerium für Gesundheit.

Häufigkeit verschiedener Viren in Abstrichen, die dem RKI bis jetzt (KW 9, 2020) eingesandt wurden Quelle: AG Influenza

Wie weit hat sich das Coronavirus ausbreiten können? Inzwischen (gestern Abend 21:00) sind über 101.000 Menschen weltweit an COVID-19 erkrankt, davon 670 in Deutschland (keine Todesfälle). In Baden-Württemberg sind (Stand 06. März 2020) aktuell 96 Personen davon betroffen. Erkrankungen mit Influenza wurden im Ländle bis Ende Februar 17166 mal gemeldet. Die Grippewelle hält also weiter an und betrifft besonders Bayern und Baden-Württemberg.

Aus der Graphik oben wird deutlich, wie sich die Rhinoviren („Schnupfenvirus“) bis Weihnachten 2019 immer mehr zurückzogen und die Influenza-Viren zum Platzhirsch wurden. Die Karte links zeigt die hotspots (rot) für die Grippe in Deutschland. Kurz zusammengefasst: In der letzten Woche hat sich in Bezug auf die Infektionen im Land für die Kinder und Jugendlichen kaum etwas geändert.

Alle Kinderkrankheiten liegen mehr oder weniger im gleichen Rahmen wie vor einem Jahr. In der vergangenen Woche traten 37 Neuerkrankungen an Keuchhusten auf, davon alleine elf im Ortenaukreis.

Nach dem warmen Winter stellt sich auch die Frage: Wann legen die Birkenpollen los? Diese brauchen noch etwas Zeit und Wärme, um sich zu sammeln. Der viele Regen bremst auch die Kollegen der Erlen und Haseln aus. Noch können sich Allergiker also enspannt in die Natur begeben.

In Deutschland ist gerade für viele Pollenallergiker Montelukast (wie Singulair©) eine wichtige Arznei. Gut wirksam und einfach einzunehmen. Nun kommt von der amerikanischen Behörde für Arzneimittel FDA ein „boxed warning“. Wegen bekannter Zusammenhänge mit neuro-psychiatrischen Auffälligkeiten, sollte diese Arznei bei milden Symptomen eines allergischen Schnupfen nicht mehr eingesetzt werden. Weitere Details (in englischer Sprache) finden Sie hier.

Teil einer Tentakel von Physalia physalis. Quelle: ptw

Was geht in der Welt rum? An den Stränden im Norden von Gran Canaria (Spanien) wurden in den letzten Wochen immer wieder Tentakeln der Portugiesischen Galeere Physalia physalis) gefunden. Die Tentakeln sollten bei Kontakt unbedingt in Salzwasser entfernt werden, am besten mit einem Hilfsmittel (wie hier im Bild mit einem Plastikmesser), so dass man sie seitlich abstreifen kann. Danach soll nach Meinung vieler Betroffener Backpulver auf der Haut verrieben werden. Damit so ein Vorgehen klappt, müssen alle diese Substanzen immer zum Strand mitgenommen werden.

 

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende. Genießen Sie, wenn Sie gesund sind, das kräftige Zwitschern der Vögel das in dieser Jahreszeit seinen Höhepunkt erreicht.

Was geht rum? 18. Januar 2020

In den letzten Tagen kamen Frühlingsgefühle auf. Sie wurden begleitet von einem Pollenflug, wie es ihn in der ersten Januarhälfte selten gibt.

Haselpollenflug in Buchs (Kanton St. Gallen) in der zweiten Jahreswoche 2020 Foto: www.pollenundallergie.ch

Kaum waren die Dreikönige gekommen, stieg die Zahl der Hasel-Pollen in Buchs – an der Grenze zu Liechtenstein – nach oben. Der für die Jahreszeit enorme Pollenflug geht wohl auf den Fön-Effekt zurück. Dieser Südwind schwächt sich auf dem weiteren Weg durch das Rheintal bis nach Lindau ab. Der Pollenflug hat in geringem Ausmaß auch die Bodenseeregion sowie die Landschaft am Oberrhein erreicht. Eltern von pollenallergischen Kindern sollten also schon mal die Hausapotheke durchforsten, ob wichtige Notfall-Arzneien noch vorhanden sind.

Arztkontakte wegen Atemwegsinfektionen in Baden-Württemberg, gestaffelt nach Altersgruppen Foto: AG Influenza

Nach den ruhigen Feiertagen nimmt die Zahl der Atemwegsinfekte wieder langsam zu. Sie liegt aber noch unter der des letzten Jahres. Die meisten Atemwegsinfekte sind glücklicherweise eher unspektakuläre Racheninfekte mit Reizhusten. Grippeerkrankungen nehmen leicht zu.

Parallel treten weiter Magen-Darm-Infektionen auf. Die Erkrankungen an Noro- und Rotaviren liegen jedoch spürbar unter denen des Vergleichsmonates im letzten Jahr. Außer in Stuttgart und im angrenzenden Rems-Murr-Kreis: dort sind Häufungen zu beobachten.

Vor zwei Tagen wurde im Bundestag entschieden, dass die bisherige Regelung der Organspende im Wesentlichen Bestand hat. Die Diskussionen und Beiträge im deutschen Parlament haben dieses wichtige Thema nochmals ins Bewusstsein gerufen. Jetzt wäre es schön wenn die 84% aller Deutschen, die eine positive Einstellung zur Organ- und Gewebespende haben, ihre Haltung aus praktisch umsetzen. Das geht beispielsweise hier bei der Bundeszentrale gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ganz einfach. Nur so können wir in Deutschland die rote Laterne in Europa abgeben: Nur 11,3 Spender je eine Million Einwohner! Oder: In Deutschland wartet ein Spender 9 Jahre auf eine Niere. „Das ist dreimal so lange wie in europäischen Nachbarländern“, sagte Kai-Uwe Eckardt, Chef-Nephrologe an der Charité in Berlin.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal sind es die Masern, die in einigen Ländern Probleme bereiten. In Europa ist momentan besonders Litauen betroffen, wo im letzten Jahr 834 Masernerkrankungen festgestellt wurden. Reisende sollten vor einem Urlaub in Litauen den eigenen Impfschutz klären lassen. Ganz dramatisch ist die Lage im Kongo (Demokratische Republik). Dort wurden im letzten Jahr über 311.000 Erkrankungen an Masern festgestellt. Daran verstarben über 6000 Menschen, vorwiegend Kinder. Der Kongo ist trotz teilweise großartiger Landschaft kein typisches Touristenziel. Die Zahlen machen aber deutlich, wie gefährlich diese Kinderkrankheit ist.

Was geht rum? 03. August 2019

Das Sommerwetter geht mit angenehmen Temperaturen weiter. Damit halten sich auch die Gräserpollen in mäßiger Anzahl in der Luft. Nur gelegentlich werden sie von Schauern weggespült. Die Pollen der Sommerkräuter (Spitzwegerich, Brennnessel und Sauerampfer) sind in eher geringen Mengen in der Luft. Anders die Beifußpollen: Sie sind hingegen in vielen Regionen auf dem Höhepunkt. Allergiker sollten bedenken, dass in gewissen Wetterlagen (etwa vor einem Sturm) oder in der Nähe von Feldern die Pollenbelastung plötzlich enorm hoch sein kann. Insofern sollte gerade auf Wanderungen immer ein Notfallmedikament mitgeführt werden.

Die Infekte spielen zum Glück für alle Kinder und Jugendlichen weiter nur die zweite Geige. Dennoch leiden einige Kinder und Jugendliche unter Magen-Darm-Infektionen. Bei den Rotaviren haben sich die Erkrankungszahlen in diesem Jahr gegenüber 2018 fast verdoppelt. Umsetzbare Schutzmaßnahmen gibt es nicht. Natürlich hilft Hygiene. Aber welches Kind kann das vernünftigerweise im Kindergarten oder der Schule noch besser umsetzen? So verwundert es auch nicht, dass in zwei Kindertagesstätten Ausbrüche mit Noroviren zu beobachten waren, die extrem ansteckend sind.

Atemwegsinfekte gibt es auch noch. Dabei handelt es sich meist um Racheninfekte. Aber auch der Keuchhusten zeigte zuletzt eine Häufung. Aus der Region Waldshut wurden in der letzten Woche 7 Neuerkrankungen gemeldet.

Foto: twitter

In Berlin gibt es ab diesem Schuljahr kostenloses Essen für alle Kinder der ersten bis zur sechsten Klasse. Freudig begrüßt das die SPD-Fraktion mit einem Essen, das man seinen Kindern wohl eher nicht auftischen würde – fettige Nudeln und ein paar Spritzer Ketch-up oben drauf. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, ohne dieses spezielle Essen hungrig in den Unterricht zu gehen. Für eine gute Tomatensauce hat es wohl nicht mehr gereicht? Mal sehen, ob irgendwann auch im Ländle kostenloses Schulessen angeboten wird. Ob dann wohl auf Twitter Maultaschen zu sehen sein werden?.

Altersverteilung des West-Nil-Fiebers in Europa im Jahre 2014. Foto: European-Centre-for-Disease-Prevention-and-Control

Was geht in der Welt rum? Mit den sommerlichen Temperaturen hat das West-Nil-Fieber wieder Europa erreicht. Dabei handelt es sich um eine grippeähnliche Erkrankung, die nach einer Inkubationszeit von bis zu 2 Wochen (2-14 Tage) beim Menschen auftreten kann. Der Erreger – das West-Nil-Virus – wird dabei über verschiedene Mücken (Culex, Aedes) von Vögeln auf den Menschen übertragen. Die fieberhafte Erkrankung selbst dauert 3-6 Tage. Betroffen sind eher ältere Menschen, in sehr vielen Fällen verläuft die Erkrankung ohne jegliche Symptome (inapparent). Griechenland erlebt das West-Nil-Fieber seit 2010, in diesem Jahr sind 10 Personen erkrankt. In Italien wurde gerade die erste Infektion aus Padua gemeldet, zwei weitere Fälle und ein Todesfall werden aus Rumänien beschrieben. Eine Impfung gibt es nicht, guter Mückenschutz ist die effektivste Maßnahme. Kinder sind fast nie und Jugendliche eher selten betroffen. Die Komplikationen, in deren Folge die Tödlichkeit anstiegt, betrifft nahezu ausschließlich Personen über 65 Jahre.

In Europa starben im letzten Jahr 170 Personen am West-Nil-Fieber. In Deutschland ist diese Erkrankung bislang noch nie aufgetreten.

Was geht rum? 20. Juli 2019

Wir haben zwar ein Insektensterben in unserem Land. Dennoch gibt es viele Plagegeister, die uns und unseren Kindern zusetzen. Oftmals werden wir gestochen und haben kein „Mittelchen“ dabei, keine Creme, nichts. Doch eines ist immer bei uns: Speichel. Kurz die Einstichstelle mit Speichel einreiben ist immer günstig und kühlt etwas. Sind wir zuhause, ist meist eine Zwiebel zu Stelle: frische Zwiebel aufschneiden und direkt für einige Minuten auf der Einstichstelle einreiben. Danach aufpassen, dass kein Kind sich den Saft der Zwiebel in die Augen reibt. Viele käufliche Gels oder Cremes haben einen kühlenden Effekt, mehr aber nicht, solange ihnen kein Cortison zugesetzt (…“H“) wurde. Diese Kühlung kann auch ein schlichter Eiswürfel erzeugen.

Besser ist, die Kinder und Jugendlichen (und sich selbst) vorbeugend vor Insektenstichen zu schützen. Dazu gibt es Sprays mit Icaridin oder DEET. Diese sind über Stunden wirkungsvoll. Übrigens auch gegen Zecken, die in diesem Jahr – so die persönliche Erfahrung – sehr bissfreudig sind. Einzelheiten zu den Insektenschutzmitteln finden Sie hier im praxisblättle.

Die Pollen sind auf dem Rückzug. Große Belastungen für Gräserpollen gibt es nur noch in den Höhenlagen des Schwarzwalds oder den Alpen. Im Flachland ist die Belastung allenfalls mäßig. Auch die Pollen der Sommerkräuter fliegen im Moment kaum.

Impetigo contagiosa – Borkenflechte. Foto: pinterest

Der Sommer ist bekanntermaßen keine Infektzeit. Vereinzelt treten Durchfallserkrankungen auf. Typisch für die Jahreszeit ist auch die Impetigo contagiosa, deren deutscher Name wie die „Borkenflechte“ ebenso unbekannt sind wie der Fachbegriff. Dieser beschreibt eine nässende, schuppende und Blasen bildende Hauterkrankung, die durch Bakterien in kleinen Wunden ausgelöst wird. Meist sind Staphylokokken die Ursache, aber auch Streptokokken (die den Scharlach auslösen) können beteiligt sein. Diese Hautinfektion kann sich unter günstigen Bedingungen – Wärme und Feuchtigkeit – rasant ausbreiten. Im Moment stehen die Chancen für den Impetigo also gut, dass er sich ausbreitet, da er eine gewisse Ansteckung hat und das Wetter für ihn arbeit. Die frühzeitige Vorstellung beim Kinder- und Jugendarzt ist sinnvoll.

Was geht in der Welt rum? In den Tropen bleibt das Dengue-Fieber der Dauerbrenner. Besondere Schwerpunkte sind zur Zeit Tansania (in diesem Jahr 6.350 Infektionen), Réunion (16.000 Neuerkrankungen in diesem Jahr bei 850.000 Einwohnern), Laos (11.560 Neuerkrankungen), Kambodscha (13.000 Erkrankte in diesem Jahr), Brasilien (etwa 600.000 Erkrankungen in diesem Jahr) und die Cook-Inseln (66 Erkrankungen auf der Insel Rarotonga). Für alle Reisenden ist ein guter Mückenschutz tagsüber die wichtigste Schutzmaßnahme. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung.

Preisunterschiede in Europa, gemessen am Durchschnitt. Foto: https://de.statista.com/infografik/18501/preisniveau-privater-konsumausgaben-in-europa/

Und noch ein kleiner Hinweis, ob sich auch Ihr Portemonnaie im Urlaub erholen darf oder nicht. Das Preisniveau in Europa klafft heftig. Im Südwesten ist sattsam bekannt, wie teuer die Schweiz ist. Dass Island noch teurer ist, mag man kaum glauben. Aber dorthin zieht es nur wenige. Die vielen Urlauber in der Türkei können sich hingegen freuen. Viel Geld gespart und das in einem Land mit so herrlichem Essen, wunderbaren Landschaften und vielen freundlichen Menschen wie dem neuen Oberbürgermeister von Istanbul.

Was geht rum? 06. Juli 2019

Pollenflug des Spitzwegerichs am Oberrhein (hier Basel) Die grauen Flächen stellen den Mittelwert der Pollenkonzentration der letzten 10 Jahre da, die Säulen zeigen die aktuellen Belastungen. Foto: www.pollenundallergie.ch

Das schöne Wetter sorgt weiter für einen bedeutenden Pollenflug. Für Kinder und Jugendliche sind weiterhin die Gräserpollen die bedeutendsten Auslöser von Allergien. Der Spitzwegerich spielt auch eine Rolle, steht aber in der Hitparade der allergieauslösenden Pollen weiter hinten.

Infektionen gibt es weiterhin: Die wichtigsten sind – wie in der letzten Woche – die Herpangina und die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Ansonsten treten viele Entzündungen des Gehörgangs (Otitis externa) besonders bei regelmäßigen Badegästen auf. Das sollte aber alle Kinder und Jugendlichen nicht davon vom baden und plantschen abhalten. Das macht so viel Spaß und: Abgesehen davon, dass sie anfangs mit starken Schmerzen verbunden ist, so ist eine Gehörgangs-Entzündung gut zu behandeln. Bei Ohrschmerzen am Abend – wenn alle Praxen bereits zu sein sollten – sollten Eltern erstmal Schmerzmedikamente geben. Auch wenn nach der Nacht alles besser erscheint, ist ein Arztbesuch am folgenden Tag aber sinnvoll.

Sommerhitze. Foto: pixabay, jplenio

Gefahren gehen für Kinder und Jugendliche in dieser Jahreszeit jedoch weniger von Infektionen aus als von Hitze, UV-Strahlung, Zecken, Verbrennungen beim Grillen und von verschiedenen Pflanzen. Die einen haben giftige Beeren – wie beispielsweise die Mahonie – , andere führen im Zusammenspiel mit Sonneneinstrahlung zu einer Art Verbrennung – Wiesengräserdermatitis –  wie der Bärenklau.

Viele Familien in Baden-Württemberg bereiten sich gerade auf den Urlaub vor. Noch knapp drei Wochen, dann ziehen sie in die Ferne. In der nächsten Woche geben wir Ihnen im praxisblättle weitere Tipps für die Themen Reise-Krankenversicherung (8. Juli) und Reiseapotheke (10. Juli).

Was geht in der Welt rum? Die intensive Diskussion um Impfungen hat nachgelassen, Masern sind in den Medien zur Zeit kein Thema. Wohl aber in den meisten Ländern der Erde. Besonders deutlich wird dies in Japan mit 566 Erkrankungen in diesem Jahr (höchste Rate seit 10 Jahren) und in den USA mit 1095 Erkrankungen in 28 Bundesstaaten. Oft sind es junge Erwachsene, die erkranken. Die Masernimpfung ist sicher und gut verträglich. Sie sollte nochmals vor einer Reise überprüft werden um sich und andere zu schützen.

Was geht rum? 04. Mai 2019

Die Natur ergrünt und blüht und damit steigen die verschiedenen Pollen in luftige Höhen. Vorreiter im Südwesten ist wie in jedem Jahr die Region am Oberrhein. Inzwischen liegen die Daten für die letzte Woche vor die zeigen, dass die Birkenpollen (siehe Abbildung 1) massiv zurückgehen und im Gegenzug die Gräserpollen (siehe Abbildung 2) ihren Flug hin zu dem Schleimhäuten der Menschen antreten. Der wird bis Sonntag zunächst zum erliegen kommen. Aber im Laufe der kommenden Woche sollten Gräserpollenallergiker auf anstrengendere Tage vorbereit sein. Bis dahin bleibt noch etwas Zeit, die Kinder- und Jugendärztin aufzusuchen, um mit ihr / ihm zu besprechen, wie die Belastungen für den Organismus gering gehalten werden können.

Abbildung 1. Birkenpollenflug der letzten Aprilwoche für Basel. Foto: pollenundallergie.ch

Abbildung 2. Gräserpollenflug der letzten Aprilwoche für Basel. Foto: pollenundallergie.ch

 

Kinder und Jugendliche waren in der letzten Woche vornehmlich von Luftwegsinfekten betroffen, die meist ohne weitere Komplikationen abliefen. Besonders aus dem Südschwarzwald – ganz besonders in der Region Waldshut – wurden viele Magen-Darm-Erkrankungen mit Rotaviren gemeldet. Die Erkrankungen hierfür liegen fast 60% über denen des letzten Jahres.

Eine weitere Häufung betrifft die relative seltene Hantavirus-Erkrankung (siehe auch das praxisblättle der letzten Woche). Nachdem im letzten Jahr bis Anfang Mai gerade mal 11 Erkrankungen in Baden-Württemberg registriert worden waren, sind es in diesem Jahr bereits 148. Mithin eine Steigerung um das 13-fache! Beim Betreten von Scheunen, Gartenlauben und Kellern sind Schutzmaßnahmen (Mundschutz, Handschuhe) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Moment sehr ratsam.

Was geht in der Welt rum? Die Tollwut wird seit 2018 in Thailand wieder häufig beobachtet. Betroffen ist die Hauptstadt Bangkok sowie der Nordosten und der Süden des Landes. In den ersten neun Monaten des letzten Jahres sind 17 Menschen an der Krankheit verstorben. Streunende – infizierte – Hunde sind die häufigste Ursache der Erkrankung. Für Touristen, die in Hotels untergebracht sind und geführte Touren unternehmen besteht nahezu kein Risiko. Andere, die einen langen Aufenthalt in Thailand planen und sich häufig von den Touristenpfaden entfernen sollten eine Impfung zusammen mit einem Reisemediziner in Erwägung ziehen.