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Kuscheltiere – sind Schadstoffe ein Problem?

In diesen kalten Tagen werden Kuscheltiere für Kinder – und Erwachsene? – wieder wichtiger. Die kuschelige Nähe ist gefragt.

Kuscheltiere sind im ersten Moment süß. Beim Anblick im Regal oder unter’m Weihnachtsbaum mag man sie (oder auch nicht). Wer denkt da an Risiken? Diese können bereits von der Folie ausgehen, in die die Tiere verpackt sind. Wenn diese zu dünn ist, kann sie sich auf die warme Haut des Kindes legen und im schlimmsten Fall zum Ersticken führen. Manche der freundlichen Tiere enthalten gesundheitsgefährdende Schadstoffe im Material. Andere tragen Kleinteile, die sich lösen und verschluckt werden könnten, andere sind schnell brennbar. All diese Probleme führen dazu, dass im Test der Stiftung Warentest nur die Hälfte der getesteten kuscheligen Freund auch empfehlenswert sind. Die Qualitätsurteile haben mit dem Preis wenig zu tun, wie die nachfolgende Auswahl der drei besten Beispiele zeigt:

Note Preis Anmerkung
dm: Pusblu Dino blau 1,0 5,95 € waschbar bis 30 Grad
Rossmann: Babaydream Hund 1,0 4,70 € waschbar bis 30 Grad
Schmidt Spiele: Sorgenfresser Ping 1,5 16,80 € Handwäsche bis 40 Grad

Die detaillierte Untersuchung ist im Testheft vom Dezember 2020 zu finden und sehr lohnend. Übrigens: Ein TEST-Abonnement ist bis Ende des Jahres besonders günstig.

Corona-Schnelltests: erhebliche Qualitätsunterschiede

Wo gerade die Erkrankungen mit dem SARS-CoV-2 rasant ansteigen, bekommen die Corona-Schnelltests eine immer größere Bedeutung. Um der Verwirrung vorzubeugen: Die Corona-Schnelltests haben viele Namen: Antigentest. Oder PoC-Test (manchmal PoC-Antigentest), was so viel heißt wie Point of care-Test: Das sind Tests, die unabhängig von einem großen Labor direkt beim Patienten, also am „Ort der Versorgung“ durchgeführt werden.

Die Tests sind somit sehr praktisch, weil unmittelbar nach Durchführung des Test in wenigen Minuten ein Resultat vorliegt. Nur, sie testen etwas ganz anderes als die bisherigen „Corona-Tests“, die sog. PCR-Tests. Und damit ist auch ihre Bewertung anders. Dabei ist wichtig zu wissen, dass ein negatives Ergebnis nicht unbedingt sagt, dass jemand nicht mit dem Virus infiziert ist. Und umgekehrt ist auch ein positives Ergebnis nicht sofort eine sichere „Corona-Diagnose“. Diese Umstände beschreiben die Begriffe Spezifität und Sensitivität. Was sie bedeuten, soll kurz erklärt werden:

Spezifität

Die Spezifität für einen diagnostischen Test zeigt die Wahrscheinlichkeit an, dass dieser Test tatsächlich gesunde Personen, die nicht an Corona erkrankt sind, im Test auch als gesund erkennt. Eine Spezifität von 99% bedeutet also: Von 100 Gesunden Personen schätzt der Test  also 1 Person als krank („positiv“) ein, obwohl sie gesund ist.

Sensitivität

Die Sensitivität zeigt die Wahrscheinlichkeit eines diagnostischen Tests an, eine bestimmte Krankheit sicher zu erkennen. Liegt die Sensitivität eines Tests bei 98%, so bedeutet dies, dass der Test 98 Erkrankte als erkrankt („positiv“) richtig erkennt, aber zwei tatsächlich Erkrankte für gesund hält – das nennen Mediziner zwei „falsch Positive“.

Es ist somit klar, dass im Idealfall Sensitivität und Spezifität bei jeweils 100% liegen sollten. Aber so einfach funktioniert die Welt leider nicht. Ein weiterer Störfaktor kommt hinzu: Nehmen wir an, dass in Baden-Württemberg die Zahl der tatsächlich Erkrankten einer Gruppe von 100 Menschen bei 1% läge (tatsächlich liegt, auf das ganze Land bezogen die Zahl deutlich geringer). Dann müsste bei einer Testung von 100 Personen 1 Test positiv ausfallen. Liegt die Spezifität dieses Test bei 99%, so kommt (s.o.) nochmals 1 Person hinzu, die der Test – fälschlicherweise – als positiv erkennt, obwohl sie eigentlich gesund ist. Somit haben wir zwei positive Tests und wissen nicht, welches Testergebnis nun die Wahrheit widerspiegelt. Der Test sagt uns in diesem Fall nur: eine der beiden Personen ist krank (oder in Bezug auf Corona „infiziert“), die andere gesund. Aber welche?

Die Schnelltests bringen also manche Tücken mit sich. Zusammenfassend kann man sagen, dass – gute Tests vorausgesetzt – die Ergebnisse umso sicherer sind, je mehr Menschen in der getesteten Gruppe tatsächlich Corona-krank sind. Insofern eignet sich der Schnelltest etwa in Schulen, wenn sog. Cluster auftreten. Wenn also mehrere Schüler von Corona betroffen sind, aber keine Symptome haben. Wenn dann unter 100 getesteten Schülern 11 positiv getestet werden bedeutet das bei einer Spezifität des Test von 99%: bei 10 Personen zeigt der Test die Wahrheit (sie sind infektiös), nur bei einem (s.o.) irrt sich der Test.

Ein weiteres Problem kommt hinzu. Die Qualität des jeweiligen Tests. Viele Schnelltests sind in den letzten Monaten entwickelt worden und kommen nun auf den Markt. Sie verkaufen sich gut, obwohl im Einzelfall nicht ganz klar ist, welche Tests wie gut sind. Viele der genannten Daten zu Spezifität und Sensitivität sind Angaben der Hersteller, die bisher ungeprüft sind. Inzwischen gibt es jedoch auch unabhängige Prüfungen, die für manche Hersteller gut und für andere weniger gut ausfallen. Eine Übersicht über die aktuelle Bewertung der Schnelltest (in Englisch) verschafft die Webseite von Forschern der Universität Heidelberg. Darin sind auch die Quellen der jeweiligen Beurteilung klar hinterlegt. Nicht ganz einfach zu lesen. Wer aber je für den Einkauf von Tests verantwortlich sein sollte, sollte diese Information berücksichtigen.

TIPP Wie finde ich leckeres Eis ?

An diesen heißen Tagen kann neben dem Freibädern und Seen oft nur noch ein Eis weiterhelfen. Das sehen wohl alle Deutschen so. Denn immerhin soll jeder von Ihnen 124 Kugeln Eis im Jahr schlecken.

Wie òrange by Handelsblatt berichtet, ist beim Eis jedoch nicht nur der Preis unterschiedlich. Enorm sind auch die Qualitätsunterschiede. So gibt es zwar 9000 Eisdielen in Deutschland, aber nur ein gutes Drittel davon stellt Eis selbst her. Trotz der vielen Eisdielen: Das meiste Geld (81%) für Eis wird in Supermärkten, an Tankstellen oder Kiosken ausgegeben.

Interessant ist, dass der Preis fürs Eis sich in Eisdielen nach dem Gewicht berechnet, während die Industrie die Eismenge in Litern – also nach dem Volumen – bemisst. Dort wird einfach viel Luft ins Eis gepresst. Das macht die Süßspeise angenehm cremig für den Verbraucher und angenehm ertragreich für die Industrie.

Im Beitrag von òrange gibt einer der was davon versteht noch einen Tipp: Franco Collura vom Eiscafé Belluno in Düsseldorf verrät, dass die gute Qualität von Eis beim Pistazieneis am besten zu erkennen ist. Ist es hellgrün, so käme es vermutlich aus der Dose. Das frisch hergestellte Eis sollte durch ein „leichtes grün bis helles braun“ gekennzeichnet sein.

Diäten: Manches ist gesichert, vieles nicht

Ist es fair – so kurz vor Weihnachten – das Thema Diät nach vorne zu holen? Das frage ich mich. Aber egal. Erstens ist die Adventszeit nach christlicher Auffassung ohnehin eine Fastenzeit und zweitens kann es nicht schaden, dem Kater nach Weihnachten vorzubeugen.

Mit dem zunehmenden Wohlstand kamen die Diäten. Bereits 1972 hat der Amerikaner Robert Atkins die erste Low-Carb-Diät propagiert. In seinem berühmt gewordenen Buch „Diät-Revolution“ empfahl er Übergewichtigen, auf Kohlenhydrate (englisch: carbohydrate) möglichst zu verzichten. Es folgten viele andere Diäten. In den letzten zwei Jahrzehnten kamen dann die Diäten bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten hinzu. Die gab es zwar in Realität schon immer, aber die Gruppe der Gefühlt-Betroffenen hat enorm zugenommen. Somit dürfte es für viele Menschen heute schwierig sein, sich spontan zu einem gemütlichen gemeinsamen Essen zu treffen ohne vorher zu klären was im Essen drin sein darf oder nicht.

Bei dem Durcheinander von sich widersprechenden Empfehlungen grenzt es fast an ein Wunder, dass sich vier Wissenschaftler mit unterschiedlichen Überzeugungen auf diesem Sektor zusammenfanden und in der angesehenen Zeitschrift SCIENCE gemeinsam einen Artikel veröffentlichten. In Dietary fat: From foe to friend? (in deutsch bedeutet das soviel wie: Fett in der Diät: vom Feind zum Freund) setzen sie sich mit der Bewertung von Kohlenhydraten und Fett in der Ernährung auch in Bezug auf chronische Krankheiten auseinander. Dabei arbeiten sie sieben Punkte von gemeinsamen Überzeugungen heraus. Daneben stellen sie auch die weiterhin kontroversen Überlegungen – und das sind natürlich mehr, nämlich neun. Was sind nun die Kernpunkte, in denen sie wissenschaftlich übereinstimmen?

  1. Mit einem Schwerpunkt auf gute Qualität in der Ernährung kann für ein breites Spektrum an verschiedene Diäten mit unterschiedlicher Kohlenhydrat – Fett – Mischung eine gute Gesundheit und ein geringes Risiko an chronischen Erkrankungen erreicht werden.
  2. Sterblichkeit. Veränderung des relativen Risikos im Rahmen einer Langzeitstudie (momentan 32 Jahre) bei 126.233 Männern und Frauen (Wang et al). Foto: SCIENCE

    Gesättigte Fettsäuren sollten durch (mehrfach) ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden.

  3. Ersatz von hoch verarbeiteten Kohlenhydraten (Getreideprodukte, Kartoffelprodukte, Zucker) durch wenig verarbeitete Kohlenhydrat-Produkte (Vollkorn, nicht-stärkehaltige Gemüse, rohe Früchte u.ä.). 
  4. Gesunde Menschen mit normalem Insulinstoffwechsel können verschiedene Diäten mit unterschiedlichem Verhältnis von Kohlehydrat/ Fett vertragen. Menschen mit Insulinresistenz (das sind nach Expertenansicht in Deutschland immerhin bis zu 20% aller Menschen) sollten eher Diäten mit wenig Kohlehydraten bevorzugen.
  5. Eine ketogene Diät kann für einzelne Menschen mit Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels sinnvoll sein. Langzeit-Studien zu dieser Frage stehen aber noch offen.
  6. Diäten mit niedrigem Anteil an Kohlehydraten und hohem Fettanteil benötigen keine speziell hohe Eiweißzufuhr oder tierische Produkte wie Fleisch. Als Ersatz sind fettreiche pflanzliche Produkte wie Öle, Nüsse, Samen und Avocado geeignet.
  7. Fragen betreffend Diät-bezogener chronischer Erkrankungen bleiben bestehen. 

Der Diät-Wahn hat auch für Kinder und Jugendliche Folgen. Genau genommen sogar schon, bevor sie zur Welt kommen. Denn auch Schwangere unterliegen den Einflüssen von Diäten und diese betreffen unmittelbar das werdende Baby. Es ist also gut, wenn sich Wissenschaftler zusammensetzen und herausarbeiten, was heute als gesichert anzusehen ist.

In der Novemberausgabe der Monatsschrift für Kinderheilkunde hat die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. den aktuellen Stand zu vegetarischen Kostformen im Kindes- und Jugendalter zusammengefasst.