Schlagwort: Sicherheit

Baden-Württemberg: Schlusslicht bei den Impfungen

Mit Impfungen tun sich manche Menschen schwer. Das fängt schon mit dem Piecks an und geht weiter mit der Unsicherheit, was denn im Impfstoff so alles drin sei. Klar ist, dass die Herstellung von Impfstoffen ein komplexer Prozess ist. Darüber hinaus unterscheiden sich Impfstoffe in ihrer Zusammensetzung und ihren Wirkprinzipien teilweise erheblich. Um das zu verstehen, sind gute Kenntnisse der Immunologie erforderlich. Deswegen sind Vergleiche für Laien kaum möglich, auch wenn der fachliche Austausch von Wissenschaftlern in den Medien bzw. Fachmedien verfolgt werden kann. Durch diese offene Diskussion vieler Wissenschaftler und den nachfolgenden transparenten Prozess der Zulassung eines Impfstoffes durch die Kontrollbehörden in Deutschland (Paul Ehrlich-Institut) oder in der Europäischen Gemeinschaft (European Medicines Agency, EMA) besteht jedoch ein sehr hohes Maß an Sicherheit.

Wenn Kinder geimpft werden sollen, steht am Anfang die Aufklärung der Eltern. Sie umfasst Informationen über die Krankheit gegen die geimpft wird ebenso wie Informationen über Wirkungen und Nebenwirkungen des Impfstoffes. Es geht dabei um die Frage, ob das geringe Risiko der Impfung in einer vernünftigen Beziehung zum Nutzen der Impfung steht. All das ist am Schluss nur möglich, wenn Eltern und Kinderärztin/ Kinderarzt sich gegenseitig vertrauen.

Impfquoten in Baden-Württemberg im Vergleich zur gesamten BRD. Quelle: Kindergesundheitsbericht BW 2020

In Baden-Württemberg liegen die Impfquoten so niedrig wie in keinem anderen Bundesland. Das zeigt die nebenstehende Graphik mit den Impfdaten aus den Jahren 2018 bzw. 2019 recht klar: Bei allen Impfungen liegt die prozentuale Beteiligung der Menschen in Deutschland höher als in Baden-Württemberg selbst. Nur bei der Pneumokokkenimpfung besteht ein gleicher Wert von 81.3%.

Ein großer Unterschied besteht auch zwischen der Beteiligung an der ersten Masernimpfung zur zweiten Impfung gegen Masern. Für Baden-Württemberg liegt der Wert bei 5,4%, wodurch keine Herdenimmunität erreicht werden kann. Erst wenn sich alle Personen, die bereits eine erste Impfung hinter sich haben auch eine zweite Masernimpfung geben lassen würden, wäre das Ziel der Herdenimmunität in Baden-Württemberg erreicht.

So kann man also sagen: Die Impfquoten sind ganz ordentlich, aber für einen richtig guten Effekt bräuchte es bei allen Impfungen eine Quote, die noch um einige Prozentpunkte höher liegen sollte.

Zur Impfung gegen das SARS-CoV-2 („Coronaimpfung„) haben wir natürlich nur eine vage Idee, wie gut diese angenommen wird. Auch wenn viele jetzt schnell nach der Impfung verlangen, ist die Zahl derer, die (noch?) kein Interesse haben, erstaunlich hoch. Bei den gegen das Coronavirus liegt das Ländle im Vergleich zu den anderen Bundesländern wieder ganz hinten. Das liegt einmal nicht an der Bereitschaft zum Impfen. Sondern daran, dass für jeden der geimpft wird eine zweite Dosis zurückgelegt und reserviert wird. Das ist vernünftig. So erhalten alle Geimpften einen vollen Schutz, so sie es wollen. Nur dadurch können wir dem Virus wirklich die Stirn bieten.

Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gibt es noch keine Freigabe für einen der Impfstoffe. Insofern werden wir auch zum Ende dieses neuen Jahres eher eine  bescheidene Teilnahmequote für die Impfung gegen SARS-CoV-2 sehen, die nur wenig über der 50%-Marke liegen dürfte. Ob auch dann Baden-Württemberg wieder ganz hinten liegen wird? Warten wir’s ab.

Autokindersitze

Das aktuelle Test-Heft der Stiftung Warentest befasst sich mit den Autokindersitzen. Darin empfehlen die Experten mindestens 2 Autositze für Kinder im Laufe der Zeit: eine Baby-Schale ab Geburt bis zum Alter von 15 Monaten, danach ein zweites altersgerechtes Model.

Die internationalen Normen für Autokindersitze sind die Grundvoraussetzung, damit diese überhaupt in den Handel gelangen können. Da gibt es die alte Norm R44, innerhalb derer die Einteilung nach dem Gewicht der Kinder erfolgt. Die neue Norm R129 „i-Size“ wird parallel geführt, sortiert die Sitze aber nach Körpergröße. Die Anforderungen der Prüfer der Stiftung Warentest gehen über die Standards dieser beiden gültigen Normen hinaus, sind also strenger. Kurzum, alle Sitze die in den Handel gelangen unterliegen der Norm R44 oder R129 und sind damit als gute Kindersitze geprüft. Die Beurteilung der Tester von Warentest geht über dieses Niveau hinaus.

Im Beitrag des Test-Heftes empfehlen die Experten für die Kleinen das Modell Silver Cross Dream + Basis Dream i-Size (500 €). Deutlich günstiger – und auch sehr sicher – sei Joie i-Snug + i-Base Advance (220 €).

Für größere Kinder empfiehlt sich laut Stiftung Warentest besonders der Sitz Joie Traver Shield (150 €), der ab etwa 1 Jahr eingesetzt werden könne.

Für interessierte Eltern lohnt es sich, den Artikel mit allen Details zu lesen, um in dieser wichtigen Sicherheitsfrage gut informiert einzukaufen.

Sicher mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs – ein Traum?

Ich habe den Eindruck, dass in den skandinavischen Ländern freier geforscht wird, wenn es darum geht den Alltag angenehmer zu machen. Das fing für mich vor Jahrzehnten bei der Sicherheit von Autos an (Volvo, Saab) und zieht sich bis heute durch.

Rad-„Autobahn“ in Kopenhagen. Foto: www.radzeit.de

Ich schaue nach Kopenhagen. Dort wird seit Jahren daran getüftelt, die Stadtwelt für alle Menschen sicherer und enspannter zu machen. So bekommen beispielsweise Fahrräder einen Freiraum, den sie sonst nicht haben. Fahrradtouren in der Stadt sind entspannt zu machen. Und für die Menschen im Alltag gibt es eine Art „Autobahn“ für Fahrräder und viele weitere  Erleichterungen. Dadurch ist das Rad übers ganze Jahr attraktiv und inzwischen für die Mobilität der Bewohner Kopenhagens wichtiger als das Auto geworden.

Der Berliner Tagesspiegel kam zum Schluss, etwas ähnliches auch in Berlin anzuregen. Er hat sich dieser Frage genähert und erstmal einen interaktiven Radmesser für Berlin erstellt. Diese Seite ist sehr spannend, weil sie das komplexe Problem von Unfällen sehr pfiffig angeht. Denn im Regelfall werden Radfahrer bedrängt und damit gefährdet, ohne sich zur Wehr setzen zu können. Und genau hier will der Radmesser Informationen sammeln und sichert mit ausgetüftelter Technik die exakten Daten.

Und was kam raus? Über 100 Probanden waren während 2 Monaten in den verschiedenen  Bezirken unserer Hauptstadt unterwegs. Von ihren Rädern aus wurden 16.700 Überholvorgänge gemessen und verarbeitet.

  • 56% der Überholvorgänge waren dichter als der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Meter
  • wären alle die Verstösse geahndet worden, wären 282.060 € fällig gewesen
  • War ein Kind auf dem Fahrrad, hielten die Autofahrer einen geringen Mehrabstand von 8,4 cm ein. Gesetzlich sind aber 2,0 Meter – also weitere 50 cm – vorgeschrieben.
  • wer weit rechts fährt, wird dichter überholt
  • Aufgemalte Fahrradwege (Schutzstreifen und Radfahrstreifen) haben einen kleinen Effekt. 59% der Überholvorgänge auf Straßen ohne Radinfrastruktur sind zu dicht, bei Schutzstreifen sind es 51%, bei Radfahrstreifen 48%, auf Busspuren 44%. Auf baulich getrennten Radwegen wird man nie zu dicht von Autos überholt.

Diese Zusammenfassung der Daten aus dem checkpoint zeigt, dass die Risiken für Radfahrer in Berlin momentan sehr hoch sind. Das wird auf der Homepage auch noch mit aktuellen Videos aus dem Straßenverkehr belegt. Ab jetzt wird daran gearbeitet das zu ändern, um Fahrrad-Fahren auch in Berlin so angenehm zu machen wie in Kopenhagen.

Auf dem Lande dürfte das Risiko kaum geringer sein. Eine Radinfrastruktur vermisst man häufig, so dass nur baulich getrennte Radwege zwischen einigen Ortschaften ein vergnügliches Radfahren ermöglichen.

Immerhin liegen nun erste Daten vor, die zeigen, dass in vielen Fällen die Autos zu dicht am Fahrrad vorbeiziehen. Damit das weniger passiert, sollten Fahrradfahren nicht zu weit rechts fahren. Das ist eine erste kleine Information, die unseren Kindern im Straßenverkehr ein bisschen mehr Sicherheit bringt.

Grell leuchtende Schulranzen: ein Stück Sicherheit

Zum Glück für die Kinder, dass es die Stiftung Warentest gibt. Sie nimmt sich vieler für Eltern wichtiger Themen an, beginnend von den Babymatratzen bis zu den Schulranzen. Letztere sind ein Schwerpunktthema im Februarheft 2019.

Schlimm genug dass in der Dämmerung gerne die grauen Autos unbeleuchtet durch die Gegend fahren. Dass ich selbst die Straße sehe, heißt noch lange nicht, dass mich die anderen auch wahrnehmen. Herrschen doch gerade am Morgen und am Abend die Grautöne vor. Und genau dann, wenn der Tag anbricht, brechen auch die Kinder in die Schule auf. Und sie sollten unbedingt gesehen werden. Bei den einigen Herstellern von Schulranzen hat sich das niedergeschlagen. Viele sind inzwischen mit grellen Farben ausgestattet.

Doch im Test haben nur acht der 22 Ranzen ein gutes Ergebnis erzielt. Wir wollen sie kurz vorstellen:

Produktname Note Preis Anmerkung
Ergobag Cubo: Neo Edition Illumibär GUT 1,7 259€ für Erstklässler geeignet
Ergobag Pack: Neo Edition Strahlebär GUT 1,7 259€ leuchtet tags am besten
Scout Alpha Commander (DIN) GUT 1,9 250€ auch für kleine Erstklässler
Step by Step 2 in 1: Pegasus Dream (DIN) GUT 1,9 229€ Rücklehne einstellbar
Scout Genius: World Cup (DIN) GUT 2,0 250€ auch für kleine Erstklässler
Step by Step Touch2: Space Pirat (DIN) GUT 2,0 219€ günstigstes Set
McNeill Ergo Primero Champ (DIN) GUT 2,1 249€ auch für kleine Erstklässler
McNeill Ergo Light Pure Libelle (DIN) GUT 2,3 239€ im Dunkeln mäßig sichtbar

Der Preis aller GUT-getesteten Ranzen liegt klar über 200 EURO. Das eine Menge Geld. Die Investition ist aus Sicherheitsgründen kaum zu vermeiden. Gerade beim Tohuwabohu, das vor vielen Schulen vorherrscht, gibt man gehetzten und wenig achtsamen Autofahrer-Eltern ein zusätzliches Signal, die herumspringenden Kinder sicher zu erkennen.

Autokindersitze

Die technische Entwicklung verläuft rasant, der Zyklus neuer Produkte ist immer schneller. So auch bei den Autokindersitzen, über die ein neuer TEST der Stiftung Warentest im Novemberheft 2018 erschien. Im Folgenden wollen wir die wichtigsten Ergebnisse Ihnen vorstellen.

Interessant ist, dass die Sitze aus dem letzten Test aus dem Jahre 2017 in vielen Belangen besser sind als die neu getesteten. Die neuen Modelle – so der Kommentar der Stiftung Warentest – punkten häufig nur beim Komfort.

Von Geburt an bis 13 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Cybex Aton 5 1.6 130 € test 6/2017
Cybex Aton 5 + Aton Base 2 1.7 220 € test 6/2017
Hauck Comfort Fix+ Comfort Fix Isofixbasis 2.1 220 € NEU
Maxi-Cosi CabrioFix 2.1 140 € NEU

Von Geburt an bis 18 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Klippan Kiss 2 Plus 2.5 500 test 11/2017

i-Size bis maximal 105 cm Körpergröße

Name Note Preis Anmerkung
 Cybex Aton M i-Size & Base M i-Size  1.6 350 € test 11/2017
 Maxi-Cosi Pebble Plus 1.6 220 € test 11/2017
 Maxi-Cosi Pepple Plus & Isofix-Basis 2wayfix 1.6 440 € test 11/2017
 Britax Römer Baby-Safe2 i-Size + i-Size Base 1.7 350 € NEU
 Joie i-Level 1.7 300 € NEU

Von 9 kg kg bis 18/36 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Kiddy Phoenixfix 3 1.7 180 € test 11/2016
Cybex Pallas M SL 1.9 240 € test 6/2017
Joie Traver Shield 1.9 170 € test 6/2018
Kiddy Guardianfix 3 1.9 250 € test 6/2017

Von 15 kg bis 36 kg Körpergewicht

 

 Name Note Preis Anmerkung
 Cybex Solution M-Fix SL  1.7 190 € test 6/2017
 Cybex Solution S-Fix 1.7 190 € NEU
Britax Römer Kidfix SL 1.8 130 € test 11/2015