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Was geht rum? 18. Juli 2020

Was mich jede Woche aufs Neue freut: Keine Masernerkrankungen. Seit 16 Wochen gibt es in Baden-Württemberg keine einzige neue Infektion dieser heftigen Kinderkrankheit. Da verwundert es nicht, dass im ersten Halbjahr 2019 fast dreimal so viele Menschen an Masern erkrankten. Es hat den Anschein, dass die Corona-Maßnahmen sich hier weiterhin positiv auswirken.

Die Corona-Warn-App haben wir nun seit fünf Wochen. Auch in anderen Ländern wie in der Türkei und Großbritannien werden ähnliche Informationssysteme in Anlehnung an das deutsche Modell erstellt. Und bei uns scheint diese technische Lösung erste Erfolge zu zeigen.

Wie sich das Coronavirus genau ausbreitet, ist noch nicht vollständig geklärt. In einer spannenden Untersuchung zeigen Michael Klompas und seine Mitautoren von der Harvard Medical School Aspekte auf, dass die Bedeutung der Aerosole nicht so bedeutsam sein dürfte wie gedacht. Dabei verweisen sie auch auf die Reproduktionszahl. Sie gibt an, wie viele Personen von einem Infizierten neu angesteckt werden. Bevor die Schutzmaßnahmen (Abstand halten; Maskentragen) umgesetzt wurden, lag diese beim neuen Coronavirus SARS-CoV-2 bei 2,5. Bei den Masern, die zu den am meisten ansteckenden Erkrankungen (auch über Aerosole) gehören, liegt sie jedoch bei 18. In der Studie können Sie weiter Daten finden, die die These der Autoren unterstreichen.

Tropische Reiseziele sind in die Ferne gerückt. Quelle: ptw

Haben Sie eine Reise geplant? Dann schauen Sie doch kurz auf den Beitrag der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) mit Corona-Hinweisen auf 14 Reiseländern. Prädikat: Wertvolle und klare Zusammenstellung.

Wie sieht’s mit Infekten in Baden-Württemberg aus. Gut, was die Masern und die anderen Kinderkrankheiten betrifft, wie Sie oben bereits gelesen haben. Auf der anderen Seite treten besonders in den Kindergärten enorm viele Atemwegsinfekte mit Schnupfen und Husten, teilweise auch Fieber, auf. Die erkrankten Kinder dürfen bis zu ihrer Genesung nicht mehr den Kindergarten oder die Schule besuchen. Das war schon immer so. Neu ist, dass mit den Infekten auch die Angst vor dem SARS-CoV-2 – Virus steigt. Und keiner weiß so richtig, wie damit umzugehen sei. Eltern stehen wieder unter dem Druck zuhause bleiben zu müssen und machen der Politik Druck. Die Landesregierung will sich nächste Woche positionieren.

Spitzwegerich. Quelle: pixabay, myfriso

Irgendwie scheint dieser Sommer mehrere Anläufe zu brauchen, unterbrochen durch Kältetage mit Regen. Deswegen ist es kaum verwunderlich, dass es den Allergikern relativ gut geht. Erst jetzt scheint eine Pollenart, die Pollen des Spitzwegerich, sich langsam stärker zu zeigen. Die übrigen Pollen, allen voran die Gräserpollen, sind weiter auf niedrigem Niveau.

Was geht in der Welt rum? Wie in den letzten Jahren gibt es in Nigeria wieder einen Ausbruch des Lassa-Fiebers. Dabei handelt es sich um Erkrankung, die mit einer hohen Tödlichkeit verbunden ist. Nach einer einwöchigen Inkubationszeit entwickelt sich bald sehr hohes Fieber, in dessen Folge verschiedene Organe erkranken. Nach einer weiteren Woche kann es im Rahmen einer Blutungsneigung zu Nierenversagen und einer schwerwiegenden Pneumonie (Lungenentzündung) kommen. Die Sterblichkeit liegt bei etwa 15%, bei Schwangeren ist sie doppelt so hoch. In Nigeria wurden in diesem Jahr bereist über 1000 Erkrankungen gesichert.

Ich hoffe, die Sonne erreicht heute jeden Winkel im Ländle und erfreut alle Kinder und ihre Eltern.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 06. Juli 2019

Pollenflug des Spitzwegerichs am Oberrhein (hier Basel) Die grauen Flächen stellen den Mittelwert der Pollenkonzentration der letzten 10 Jahre da, die Säulen zeigen die aktuellen Belastungen. Foto: www.pollenundallergie.ch

Das schöne Wetter sorgt weiter für einen bedeutenden Pollenflug. Für Kinder und Jugendliche sind weiterhin die Gräserpollen die bedeutendsten Auslöser von Allergien. Der Spitzwegerich spielt auch eine Rolle, steht aber in der Hitparade der allergieauslösenden Pollen weiter hinten.

Infektionen gibt es weiterhin: Die wichtigsten sind – wie in der letzten Woche – die Herpangina und die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Ansonsten treten viele Entzündungen des Gehörgangs (Otitis externa) besonders bei regelmäßigen Badegästen auf. Das sollte aber alle Kinder und Jugendlichen nicht davon vom baden und plantschen abhalten. Das macht so viel Spaß und: Abgesehen davon, dass sie anfangs mit starken Schmerzen verbunden ist, so ist eine Gehörgangs-Entzündung gut zu behandeln. Bei Ohrschmerzen am Abend – wenn alle Praxen bereits zu sein sollten – sollten Eltern erstmal Schmerzmedikamente geben. Auch wenn nach der Nacht alles besser erscheint, ist ein Arztbesuch am folgenden Tag aber sinnvoll.

Sommerhitze. Foto: pixabay, jplenio

Gefahren gehen für Kinder und Jugendliche in dieser Jahreszeit jedoch weniger von Infektionen aus als von Hitze, UV-Strahlung, Zecken, Verbrennungen beim Grillen und von verschiedenen Pflanzen. Die einen haben giftige Beeren – wie beispielsweise die Mahonie – , andere führen im Zusammenspiel mit Sonneneinstrahlung zu einer Art Verbrennung – Wiesengräserdermatitis –  wie der Bärenklau.

Viele Familien in Baden-Württemberg bereiten sich gerade auf den Urlaub vor. Noch knapp drei Wochen, dann ziehen sie in die Ferne. In der nächsten Woche geben wir Ihnen im praxisblättle weitere Tipps für die Themen Reise-Krankenversicherung (8. Juli) und Reiseapotheke (10. Juli).

Was geht in der Welt rum? Die intensive Diskussion um Impfungen hat nachgelassen, Masern sind in den Medien zur Zeit kein Thema. Wohl aber in den meisten Ländern der Erde. Besonders deutlich wird dies in Japan mit 566 Erkrankungen in diesem Jahr (höchste Rate seit 10 Jahren) und in den USA mit 1095 Erkrankungen in 28 Bundesstaaten. Oft sind es junge Erwachsene, die erkranken. Die Masernimpfung ist sicher und gut verträglich. Sie sollte nochmals vor einer Reise überprüft werden um sich und andere zu schützen.