Schlagwort: Unfall

Unfallrisiko nach der Kontaktsperre

Mit dem schönen Wetter, gehen gerade Kinder wie mehr nach draußen. Hinzu kommt, dass sich mit den ersten Lockerungen des Lockdown auch der Aktionsradius der Kinder ausweitet. Endlich können sie freier spielen. Damit das Unfallrisiko begrenzt bleibt, sollten Eltern einige Risiken vorab einschätzen. Und mit den Klein-Kindern die ersten Schritte zu mehr Wagemut gemeinsam gehen.

Schulweg

Auch wenn es paradox erscheint: Die meisten Unfälle auf dem Weg von und zur Schule passieren im Auto (41.6% laut Angaben des statistischen Bundesamtes). Erst dann kommen die Fußgänger (29.8%) und schließlich die Fahrradfahrer. Logische Konsequenz aus diesen Zahlen: Wenn es die Strecke und der Zeitplan der Familie zulässt, sollten Kinder zu Fuß zur Schule gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Die Gefahren auf der Strecke sollten zuvor angeschaut werden (Ampel, Einbiegungen, unübersichtliche Engstellen). Dabei ist auch sinnvoll, verschiedene Strecken anzusehen, weil Kinder durchaus auch mal vom üblichen Weg abweichen.

Das Fahrrad ist häufig ein gutes Fortbewegungsmittel. Besonders dann, wenn die Kinder die verschiedenen Probleme im Verkehr kennen und dies in der Fahrradprüfung bereits bewiesen haben. Da die Prüfung erst in der 4. Grundschulklasse stattfindet, sollte für die meisten Kinder das Fahrrad erst ab dann auf dem Weg zur Schule eingesetzt werden.

Im Auto

Die meisten Unfälle passieren im Auto. Deswegen ist ein altersentsprechender Autokindersitz sehr wichtig. Weitere Informationen hierzu haben wir in einem praxisblättle zusammengefasst.

Vorbild der Eltern

Im Verkehr, und auch sonst im Zusammenleben mit den Kindern, zählt das Vorbild der Eltern. Was wir als Eltern tun, machen Kinder meist nach. Heute oder später. Darauf können wir zählen. Diese Chance sollten Eltern nützen, um den Kindern schwerwiegende Unfall-Folgen zu ersparen. Nicht, dass wir ängstlich sein sollten. Eine gewisse Verwegenheit der Eltern gefällt Kindern. An vielen Stellen können wir aber Vorbild sein…

  • wir Eltern tragen regelmäßig den Fahrradhelm
  • wir Eltern gehen raus in die Natur, bewegen uns oder machen Sport
  • wir Eltern verhalten uns am Zebrastreifen korrekt
  • wir Eltern beachten die rote Ampel. Immer.

Das mag sich für manche spießig anhören. Aber damit geben wir als Eltern einen Rahmen vor, der unsere Kinder schützt. Ihre kleinen Freiheiten holen sie sich schon selber. Und es ist meist auch gut, die Kinder machen zu lassen, ohne das ganze mit einem langen Vortrag einzuleiten. Kinder wissen meist ohnehin, wie was geht. Und sonst fragen sie.

Weitere Hinweise gibt eine Broschüre, die hier heruntergeladen oder kostenlos bestellt werden kann.

ADHS: Risiko im Straßenverkehr

Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS) hat für viele Familien im Alltag eine enorme Bedeutung. Eltern von ADHS-Kindern und -Jugendlichen wird im Alltag Einfühlungsvermögen, Geduld und auch Zeit abverlangt, wenn sie ihrem Kind gerecht werden wollen. Und fast immer bleibt bei ihnen das Gefühl zurück, zu versagen und den vielfältigen Anforderung nicht gerecht werden zu können.

Aber enorm viele Eltern machen es richtig gut. Obwohl sie mit sich selbst nicht zufrieden sind. Perfekte Eltern gibt es zum Glück nicht, auch nicht bei Kindern, die vom ADHS betroffen sind. Diese meist gute Betreuung zuhause ist enorm wichtig. Zunächst, weil sich die betroffenen Kinder dann auch angenommen und geliebt spüren. Und weil sie mit diesem Gefühl und den erlebten Erfolgen viele weitere Herausforderungen angehen und damit Fortschritte erzielen können.

Das ist wichtig. Mangelnde Konzentration und eingeschränkte Impulskontrolle können durchaus Folgen haben, wie eine neue Studie zeigt. Dabei wurde das Verhalten nach Erwerb des Führerscheins von ADHS-Jugendlichen mit dem einer Kontrollgruppe verglichen. Die Forschungsgruppe aus Philadelphia (USA) um Allison E Curry konnte dabei die Daten von 14.936 Jugendlichen (Geburtsjahrgänge 1987 – 1997) mit den Daten der Verkehrsüberwachung des Bundesstaates New Jersey abgleichen. Dabei zeigte sich, dass die Unfallraten bei ADHS-Jugendlichen und -Heranwachsenden gegenüber nicht Betroffenen um 62% höher lagen. Besonders auffallend war, dass das Risiko für alkoholbedingte Unfälle mehr als verdoppelt (OR 2.1) war.

Die Untersuchung macht deutlich, dass die Schwierigkeiten bei ADHS weit über den schulischen Erfolg oder Misserfolg hinaus reichen. Noch gibt es keine offiziellen Empfehlungen. Aber es macht mit diesem Hintergrundwissen Sinn, das Verhalten im Straßenverkehr früh zu üben. Das fängst schon vor der beliebten Fahrradprüfung in der Grundschule an.

Autokindersitze

Die technische Entwicklung verläuft rasant, der Zyklus neuer Produkte ist immer schneller. So auch bei den Autokindersitzen, über die ein neuer TEST der Stiftung Warentest im Novemberheft 2018 erschien. Im Folgenden wollen wir die wichtigsten Ergebnisse Ihnen vorstellen.

Interessant ist, dass die Sitze aus dem letzten Test aus dem Jahre 2017 in vielen Belangen besser sind als die neu getesteten. Die neuen Modelle – so der Kommentar der Stiftung Warentest – punkten häufig nur beim Komfort.

Von Geburt an bis 13 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Cybex Aton 5 1.6 130 € test 6/2017
Cybex Aton 5 + Aton Base 2 1.7 220 € test 6/2017
Hauck Comfort Fix+ Comfort Fix Isofixbasis 2.1 220 € NEU
Maxi-Cosi CabrioFix 2.1 140 € NEU

Von Geburt an bis 18 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Klippan Kiss 2 Plus 2.5 500 test 11/2017

i-Size bis maximal 105 cm Körpergröße

Name Note Preis Anmerkung
 Cybex Aton M i-Size & Base M i-Size  1.6 350 € test 11/2017
 Maxi-Cosi Pebble Plus 1.6 220 € test 11/2017
 Maxi-Cosi Pepple Plus & Isofix-Basis 2wayfix 1.6 440 € test 11/2017
 Britax Römer Baby-Safe2 i-Size + i-Size Base 1.7 350 € NEU
 Joie i-Level 1.7 300 € NEU

Von 9 kg kg bis 18/36 kg Körpergewicht

Name Note Preis Anmerkung
Kiddy Phoenixfix 3 1.7 180 € test 11/2016
Cybex Pallas M SL 1.9 240 € test 6/2017
Joie Traver Shield 1.9 170 € test 6/2018
Kiddy Guardianfix 3 1.9 250 € test 6/2017

Von 15 kg bis 36 kg Körpergewicht

 

 Name Note Preis Anmerkung
 Cybex Solution M-Fix SL  1.7 190 € test 6/2017
 Cybex Solution S-Fix 1.7 190 € NEU
Britax Römer Kidfix SL 1.8 130 € test 11/2015

Was geht rum? 08. September 2018

Die Sommerferien sind zu Ende. Die Kinder aus Baden-Württemberg gehen ab Montag wieder zur Schule. „Soll ich mein Kind zur Sicherheit in die Schule fahren?“ Doch dazu später.

Denn Ihre erste Frage ist ja: „Was geht rum“? Welche Infekte gibt es im Südwesten? Wird sich mein Kind in den kommenden Tagen anstecken und direkt bei Schulbeginn krank sein? Dann könnte es viel verpassen. Zum Beispiel einen Platz im Klassenzimmer neben einem Freund. Aber keine Sorge, viele Infekte gibt es noch nicht. Und die, die es gibt, werfen Schulkinder in aller Regel nicht um.

Schlimmer ist da der Schulweg. Eine Berliner Mutter brachte es auf den Punkt: „Eltern fahren ihre Kinder zur Schule, damit sie von Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, nicht umgefahren werden“. Die Statistik widerspricht diesen Elternängsten. Denn bei den Grundschülern (in der Statistik die Kinder zwischen 6 und 9 Jahren) verunfallen die meisten in einem PKW (41.6%), so das statistische Bundesamt mit Bezug auf das Jahr 2016. Als Fußgänger verunglücken 29.8 Prozent, als Fahrradfahrer jedes vierte Kind. Das Auto stellt also keinen Schutz vor Unfällen dar.

Eltern können für Kinder ein Wegbereiter sein. Da Kinder im Grundschulalter situativ lernen, ist es sinnvoll, den künftigen Schulweg mehrfach gemeinsam zu gehen, um Gefahrenquellen zu erkennen und den Kindern damit mehr Sicherheit zu geben. Dieser Vertrauensvorschuss ist für Kinder eine Anerkennung durch die Eltern („Stärkung des Selbstvertrauens“). Nebenbei sind sie auf dem Schulweg unter sich und können Dinge bereden, die im Auto sicher nicht zur Sprache kommen. Dinge, die Eltern nichts angehen. Auch Kinder haben Geheimnisse.

Abbildung 1. Verunglückte bzw. getötete Kinder im Straßenverkehr: helle Säule im Jahr 2015, dunkle Säulen im Jahr 2016. Quelle: Statistisches Bundesamt

Das Fahrrad ist eher kritisch zu sehen. Klar, die meisten Kinder können damit umgehen. Es fällt ihnen als Grundschüler im Pulk mit anderen Kindern aber schwer, die massiven Risiken des übrigen Verkehrs angemessen zu bewerten. Das können die Kinder von 10-14 Jahren besser. Und dennoch verunglücken diese jungen Menschen am häufigsten mit dem Fahrrad (47.1%; statistisches Bundesamt). Also: Kinder – durch eigenes Beispiel – überzeugen, immer einen Fahrradhelm zu tragen und immer ein Licht vorne und hinten anhaben. Auch wenn die Sonne noch so scheint. Den Schwaben unter ihnen sei’s nochmal betont: „Des bizzele Schtrom koscht fascht nix“. Die meisten Unfälle passieren übrigens zwischen 7 und 8 Uhr morgens.

Mit den ersten Nebeln beginnt langsam der Stress für gereizte Atemwege. Das nennt sich medizinisch bronchiale Hyperreagibilität und wird durch verschiedene Reize ausgelöst. Ganz typisch ist kalt-feuchte Luft. Kinder und Jugendliche müssen dann immer wieder husten, räuspern sich und zeigen gerne auch mal nachts Hustenattacken. Das sollte dann beim Arzt abgeklärt werden, damit ein Übergang in ein Asthma erkannt und bei Notwendigkeit auch eine Therapie eingeleitet wird.

Und was geht in der Welt rum? in Namibia gibt es seit Wochen einen Ausbruch an Hepatitis E. Diese infektiöse Lebererkrankung wird über kontaminierte Nahrungsmittel (oft Fleisch) übertragen – ähnlich wie die Hepatitis A – und verläuft wie diese in aller Regel auch gutartig. Dabei kommt es zur Gelbsucht (Ikterus), Übelkeit und Bauchschmerzen. Betroffen sind neben einigen Bezirken der Hauptstadt Windhoek die Regionen Erongo, Khomas, Omusati und Oshana. Die wichtigste Maßnahme ist Beachtung der Hygiene beim Essen (wie bei der Vorbeugung von Hepatitis A). Eine Impfung steht bei uns nicht zur Verfügung. Eine chinesische Impfung soll gute Ergebnisse zeigen, ist aber im Westen nicht verfügbar.

Was geht rum? 26. Mai 2018

Das schöne Wetter ist zurück. Und mit ihm der Pollenflug. Im Südwesten werden die Gräserpollenkonzentrationen einen ersten Höhepunkt erreichen. Sehr hohe Belastungen sind am Samstag und Sonntag zu erwarten. Für die Wochenendausflüge sollte eine Sonnenbrille mit im Gepäck sein. Im Auto – das erscheint im ersten Moment seltsam bei dem herrlichen Wetter – sollte bei geschlossenen Fenstern die Klimaanlage eingeschaltet sein. Alle Asthmatiker müssen ihr Notfallmedikament (meist Salbutamol) mit sich führen. Auch wenn am frühen Morgen nichts zu spüren ist, können verschiedene Faktoren noch zu schweren Asthmaanfällen tagsüber führen.

Wir halten uns länger draußen auf. Damit sinkt das Risiko für Infektionen. Weiterhin gibt es vereinzelte Atemwegsinfekte und Magen-Darm-Infekte. Aber keinen Trend.

Abbildung 1. Mit verschiedenen Präventionskampagnen warnt Paulinchen e.V. vor den Gefahren durch heiße Flüssigkeiten, Oberflächen, Feuer, Strom und Säuren.

Und es ist wieder Zeit zum Grillen. Feuer fasziniert Kinder. Je nach Alter und Verständnis dürfen sie unter Aufsicht der Erwachsenen mithelfen. Alleine sollte man sie aber nie an die Feuerstellen lassen. Besonders dann nicht, wenn das Feuer nicht so richtig brennt. Das lädt Kinder ein, es irgendwie neu zu entfachen. Manches Mal mit schlimmen Folgen. Am besten man informiert sich zuvor bei Paulinchen e.V.

Was geht in der Welt rum? Wieder einmal Brasilien. Dort ist weiterhin das Gelbfieber noch nicht im Griff. Jetzt kommt noch die Tollwut hinzu. Nach Bissen von Vampirfledermäusen sind in den letzten 2 Wochen 12 Menschen im Bundesstaat Pará erkrankt – und sechs von ihnen verstorben. Als Tourist ist es sinnvoll, sich vor der Reise über die aktuelle Situation zu informieren.

TIPP Hundebissverletzungen

Untersuchungen besagen, dass jedes zweite Kind bis zu seinem 18. Geburtstag von einem Hund gebissen wird. Also kein seltenes Problem. Meistens sind es Kleinkinder, die sich gegenüber einem Hund nicht eindeutig verhalten und dadurch beim Tier eine unangemessene Reaktion auslösen.

Abbildung 1. Haustiere in deutschen Haushalten im Jahre 2016. Foto: www.ivh-online.de

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie hat kürzlich nochmals darauf hingewiesen, dass Kinder zu über 90% von Hunden aus dem nahen sozialen Umfeld (also im eigenen Haushalt oder vom Hund des Nachbarn) gebissen werden. Das ist auch die Erfahrung aus dem Praxisalltag. Bei inzwischen über 8,6 Millionen Hunden in Deutschland ein eher zunehmendes Problem.

Was ist nach einem Hundebiss zu unternehmen?

  • Bisse von Hunden sollten immer dem Arzt vorgestellt werden. Oberflächlich harmlos aussehende Verletzungen können in der Tiefe ausgedehnte Quetschungen verursacht haben, die sich durch den bakteriell belasteten Speichel des Hundes infizieren können.
  • Der Arzt muss auch sehr selten Wundinfektionen wie Tetanus, Gasbrand oder eine Blutvergiftung in die Überlegungen einbeziehen. Oftmals ist die Gabe eine geeigneten Antibiotikums sinnvoll

Besonders wichtig sind alle Maßnahmen, die Hundebisse verhindern können. Das fängt an bei der artgerechten Haltung von Hunden.

Hunde haben auch Empfindungen, die von der Umgebung verstanden werden müssen. Gerade Kleinkinder können jedoch oft nicht einschätzen, wie das Tier empfindet. Folge dieses Missverständnisses sind manchmal Bisse. Deswegen sollten mit Hunden erfahrene Menschen immer anwesend sein, wenn Kleinkinder mit Hunden spielen. Der Hinweis „mein Hund macht nichts“ zählt nicht. Vorsicht ist dennoch geboten.