Schlagwort: West-Nil-Fieber

Was geht rum? 12. September 2020

Noch zwei Tage und die Schule beginnt wieder im Regelbetrieb. Endlich besteht wieder die Hoffnung, dass Kinder und Jugendliche einen Alltag fern von Begrenzungen erleben können: Freunde sehen, gemeinsam mit ihnen etwas erleben und nebenher noch etwas lernen. Hoffen wir mal, dass so manche Corona-Querschüsse von Massenveranstaltungen diese Freiheit für die Kinder nicht so bald beenden.

Infekte bei Kindern und Jugendlichen finden im Moment ja kaum statt. Das wird sich in den nächsten Monaten vermutlich langsam ändern. Mit der großen Belastungsprobe müssen wir erst zu Beginn des kommenden Jahres rechnen. Der herbstliche Schnupfen von Kindern – das hat das Sozialministerium ja schon klar gemacht – ist in Bezug auf das Coronavirus in aller Regel unproblematisch. Zumindest, wenn alle Beteiligten keine Panik schieben und Schulen und Kitas nicht komplett geschlossen werden.

Infektionen sind momentan nahezu keine unterwegs. Selbst bei den Kinderkrankheiten gibt es nur Windpocken sowie insgesamt 3 Erkrankungen an Keuchhusten in ganz Baden-Württemberg. Grund genug, dieses herrliche Wochenende entspannt zu genießen.

Eine aktuelle Untersuchung hat einen interessanten Aspekt aufgegriffen: Um das Coronavirus zu bekämpfen haben Wissenschaftler um Manuela Buonanno aus New York eine neue Möglichkeit beschrieben, die Inaktivierung des Virus mit UV-Strahlen. Ausgehend von Versuchen an Grippeviren und den harmlosen Coronaviren HCoV-229E und beta HCoV-OC43 zeigten sie dass auch das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) auf diese Weise erfolgreich bekämpft werden könnte.

Was muss beim Tragen von Masken beachtet werden? Kurz und knapp illustriert das die Zusammenfassung des CDC (Centers for Disease Control and Prevention; in Englisch).

Was geht in der Welt rum? Im südlichen Europa, von Spanien über Griechenland und Italien bis Rumänien tritt vermehrt das West-Nil-Fieber auf. Eigentlich betrifft es im Wesentlichen Vögel, kann aber auch den Menschen befallen. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken. In Deutschland wurde vorm Tropeninstitut bestätigt, dass der Erreger auch bei vier Blutspendern gefunden wurde, die aber symptomlos blieben.

Die Kinder haben das Glück, dass ihre Ferien bis zuletzt sommerliches Wetter brachten. Ich wünsche alle viel Spaß in der Natur, ob im eigenen Garten, im Schwimmbad oder in den Bergen. Erstmals schaffen es die Pollen – mangels Masse –  an solch schönen Tagen nicht, die Allergiker zu ärgern.

Ihr

Was geht rum? 29. August 2020

Noch zwei Wochen bis zum Ferienende. Urlauber mögen im Meer schwimmen oder Berge erklimmen. Eine zusätzliche tägliche Aufgabe für alle Reisenden bleibt die Beschäftigung mit den Bestimmungen um das Coronavirus.

Wenn Sie aus dem Urlaub zurück und wieder im Ländle sein sollten, stellt sich schnell die Frage: „Coronavirus und Schule/ Kita“. Bis es soweit ist vergehen noch zwei Wochen. Zeit, um einen Blick nach Köln zu werfen. Das Gesundheitsamt der Domstadt berichtet in einer Vorab-Veröffentlichung des Epidemiologischen Bulletin des RKI, dass in der Zeit vom 01. März bis 15. Juli in den Kölner Schulen 23 „Indexfälle“ auftraten. Das sind Kinder und Jugendliche, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Von ihnen haben sich 16 innerhalb der Familie und drei auf außerschulischen Veranstaltungen angesteckt (für die anderen 4 Schüler konnte die Quelle nicht eruiert werden). Die Ermittlungen führten zu 28 Kontaktpersonen, bei denen die Rachenabstriche (PCR-Tests) keine für die Schule relevanten Informationen ergaben. Diese und weitere bekannten Informationen über Coronainfektionen bei Kindern sprechen dafür, dass wir einen normalen Schulstart wagen können. Das sehen übrigens auch die amerikanischen Kinder- und Jugendärzte (AAP) so, die gerade einen ausführlichen Leitfaden für die Wiedereröffnung der Schulen (in Englisch) veröffentlicht haben. Dabei sollten wir immer an Voltaire denken: „Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher.“

Wenn Ihr Kind krank werden sollte, erhalten Sie von der Krankenkasse Kinderkrankengeld. Pro Kalenderjahr und Kind können Sie für höchstens zehn Arbeitstage Krankengeld beziehen. Bei großen Familien mit drei oder mehr Kindern stehen höchstens 25 Tage pro Jahr zur Verfügung. Wenn beide Eltern arbeiten oder bei  Alleinerziehenden stehe doppelt so viele Tage zur Verfügung. Neu ist, dass infolge der Corona-Pandemie im Jahr 2020 jeweils fünf weitere Tage pro Elternteil (Alleinerziehende: weitere zehn Tage) gewährt werden können..

Die Blätter welk, aber die Früchte strahlen in der tiefstehenden Sonne: Eberesche. Quelle: ptw

Die Zeit der Pollen geht zu Ende, die Zeit der Früchte beginnt. Neben knackigen Äpfeln und saftig-süßen Trauben versuchen verschiedene Beeren auf sich aufmerksam zu machen. Einige davon sind giftig. Hier im praxisblättle gibt es dazu einige Beiträge. So z.B. zu den Tollkirschen, den Eiben und den Beeren des Pfaffenhütchens.

Infektionen sind immer noch selten. Auch von Kinderkrankheiten sind Kinder weitgehend verschont. Zwei neue Infektionen mit Keuchhusten und 49 Fälle mit Windpocken: Keine Masern, kein Mumps, keine Röteln.

Was geht in der Welt rum? Viele Menschen aus Süddeutschland besuchen gerne Italien. Nach den schlimmen Wochen im März und April ist dort die Lage in Bezug auf das Corona-Virus sehr gut – ohne dass dies bei uns so richtig wahrgenommen würde: In Italien sind laut der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC (in Englisch) über 14 Tage bezogen auf 100.000 Einwohner 16.5 Personen an COVID-19 erkrankt, in Deutschland in der gleichen Zeit 20.5 Menschen (Stand 26.08.2020).

Es gibt dort aber auch spezielle Krankheiten, die bei  kaum bekannt sind. So sind seit Anfang August 19 Erkrankungen mit dem West-Nil-Fieber-Virus aufgedeckt geworden, die in den Regionen Emilia-Romagna, Piemont und Lombardei auftraten. Die Ansteckung erfolgt über Viren, die von Stechmücken von einem Wirt zum nächsten übertragen werden. Konsequenter Mückenschutz ist die wirksamste Maßnahme.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende,

Ihr

 

 

 

Was geht rum? 01. August 2020

Es scheint, dass Party und Panik den neuen Umgang mit dem Coronavirus bestimmen. Beides ist nicht zielführend. Für Sie als Eltern ist wichtig, dass nach heutigem Stand kein besonderes Risiko von Kindergärten oder Schulen für Ihre Kinder ausgeht. Die überwiegende Zahl von erkrankten Schülern haben die Infektion durch eine Ansteckung von außen in die Schule hinein getragen. So kam es laut Landesgesundheitsamt seit Beginn der zu 78 Corona-Infektion bei Schülern. Durch die akribische Arbeit der Gesundheitsämter („Ermittlung von Kontaktpersonen“) konnten echte Ausbrüche in Schulen verhindert werden.

Abstand und Maske. Das ist kurz und knapp, was uns vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützt. Eine neue Untersuchung zeigt, dass selbstgenähte Masken gewisse Anforderungen erfüllen sollten: Am besten sollten sie aus 2 Lagen Stoff bestehen. In ruhigen Situationen (wie Gesprächen) gibt eine einfache und einlagige Maske durchaus einen spürbaren Effekt. Aber spätestens beim Niesen und Husten ist nur die 2-lagige Maske in der Lage, die Tröpfchen-Verbreitung aufzuhalten. Es lohnt sich, die Original-Publikation von Paatrek Bahl und Mitarbeitern aus Sydney (Australien) wegen der graphischen Darstellungen anzusehen.

Die Juli-Infektwelle mit Schnupfen in Kindergärten und Schulen scheint abzuebben. Mit den Ferien gibt es weniger Chancen sich anzustecken. Auch bei den Kinderkrankheiten kommen seit Wochen fast nur gute Nachrichten. Der Keuchhusten kommt spürbar seltener vor als im letzten Jahr. Grund hierfür dürften die AHA – Regeln ( Abstand + Hygiene + Alltagsmaske) sein. An diese Regeln sollten wir uns weiter konsequent halten.

Neuerkrankungen an FSME in Baden-Württemberg. Die blauen Säulen geben die Fälle pro Kalenderwoche wieder. Die hellblaue Fläche gibt die maximalen und minimalen Fallzahlen der letzten 10 Jahre an. Quelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg

Besorgniserregend sind die Erkrankungszahlen bei der FSME: Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis. Sie erreichen in einem Ost-West-Gürtel vom Landkreis Ravensburg bis in den mittleren Schwarzwald sehr hohe Neuinfektionen mit bis zu 14 pro 100.000 Einwohner. Auch wenn dies Kinder weniger betrifft als Erwachsene, sollte mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt überlegt werden, ob eine Impfung regional wichtig ist. Empfohlen ist sie für das Land-Baden-Württemberg ohnehin (ab dem Alter von 1 Jahr).

Für Pollenallergiker gibt es keine neuen Nachrichten. Pollen fliegen weiterhin. In höheren Lagen herrschen die Gräserpollen vor, in tieferen fliegen Spitzwegerich und inzwischen auch Beifußpollen. Besondere Änderungen sind über die nächste Woche nicht zu erwarten

Was geht in der Welt rum? In den letzten Wochen trat das West-Nil-Fieber in Rumänien und in Griechenland auf. Das Virus kommt über Zugvögel aus den Tropen nach Europa und betrifft viele Länder, wie die Karte des ECDC zeigt. Die Übertragung erfolgt über infizierte Stechmücken – selten – auch auf den Menschen. Beim Menschen tritt in 20% nach einer Infektion eine grippeähnliche Erkrankung auf. In Deutschland kam es erstmals im letzten Jahr zu einer West-Nil-Infektion. Eine Impfung gibt es nicht, im Zentrum steht der Mückenschutz.

Für alle, die sich auf Reisen möchte ich hier nochmal die Einreisebestimmungen und Corona-Regeln für die Europäische Union zur Lektüre empfehlen. Auf diesem Terrain ändern sich manche Dinge täglich. Es lohnt sich also, mehrfach vor dem Urlaub nachzusehen.

Ich wünsche Ihnen ein schattiges Sommer-Wochenende und verbleibe mit herzlichen Grüßen

Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 02. November 2019

Seit der letzten Woche beginnt regional eine erste Infektwelle. Kinder und Jugendliche erkranken hierbei mit Atemwegssymptomen (Husten, Schnupfen), die lange anhalten und auch von Fieber begleitet werden können. In vielen Fällen kommt es auch zu einer Lungenentzündung. Als Erreger konnten mehrfach sog. Mykoplasmen identifiziert werden. Solche Infektionen können in der Regel vom Immunsystem besiegt werden. Eine antibiotische Therapie ist sinnvoll und möglich, wenn der Verlauf kompliziert ist. Verläufe von zwei Wochen Dauer sind nicht ungewöhnlich.

Gemeldete Erkrankungen an Influenza (Grippe) in Baden-Württemberg geordnet nach Woche. Foto: AG Influenza

Auch das Influenzavirus („Grippe“) hat wieder den Weg zurück nach Baden-Württemberg gefunden. Die Zahlen sind noch relativ gering und liegen etwa im Bereich der letzten Jahre. Historisch gesehen, treten bedeutsame Grippewellen erst ab Dezember auf. Da mit einer Wirkung der Impfung frühestens nach 1 Woche zu rechnen ist, ist eine Impfung gerade jetzt sehr sinnvoll.

Was geht in der Welt rum? In Griechenland  und Italien sind in den letzten Monaten Infektionen an West-Nil-Fieber aufgetreten. In Griechenland waren es seit Juli 222 Fälle mit 30 Todesfällen, in Italien 42 Erkrankungen, an denen 4 Menschen verstarben. Wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist der Mückenschutz.

Was geht rum? 12. Oktober 2019

Noch werden Kinder und Jugendliche von wenigen Infekten geplagt. Die häufigsten sind Racheninfekte mit trockenem Husten, manchmal begleitet von leichtem Fieber.

Aber es zeigen sich auch die ersten Herbstboten: Erkrankungen an Krupphusten. Diese Infektion betrifft eine Entzündung etwas unterhalb der Stimmbänder. Dadurch kommt es zu einer mehr oder weniger deutlichen Behinderung der Einatmung sowie einer Heiserkeit. Weitere Details zum Krupphusten, der vorwiegend im Herbst und Frühling auftritt, können Sie hier finden.

Was geht in der Welt rum? In Europa werden immer mehr Infektionen am WestNilFieber bekannt. Vor zwei Wochen kam es zur ersten Erkrankung überhaupt in Deutschland. Länder im Mittelmeerraum sind seit Jahren betroffen. Griechenland hat inzwischen bereits 10 Jahre mit dem Virus zu kämpfen. In diesem Jahr sind bislang 215 Menschen erkrankt, von denen 27 verstarben. Mückenschutz ist die einzige vorbeugende Maßnahme.

Was geht rum? 07. September 2019

Der Herbst hat begonnen- zumindest meteorologisch. Mit den veränderten Wetterverhältnissen ändern sich auch die gesundheitlichen Belastungen für Kinder und Jugendliche. Pollenallergien treten nur noch vereinzelt auf, Zecken beißen spürbar weniger und zum Sonnenbrand reicht es nicht mehr.

Nun beginnt die Zeit der Infekte. Zunächst langsam, aber mit dem Schulanfang spürbar schneller. Die Magen-Darm-Infektionen werden zunächst noch anhalten, angefeuert auch durch Erreger, die aus dem Urlaub irgendwoher mitgebracht wurden. Auch die Erkrankungen mit Campylobacter wie zuletzt im Ortenaukreis haben durchaus noch grössere Chancen. Hier hilft, wie bereits im letzten praxisblättle vermerkt, pingelige Hygiene bei der Zubereitung von Hühnerfleisch.

Die Häufigkeit Atemwegsinfektionen kommen nehmen wieder langsam zu. Daneben treten auch viele Lungenentzündungen auf, die vermutlich auf Mykoplasmen zurückzuführen sind.

Nissen im Haar bei Kopfläusen. Foto: www.bugspray.com

Manches Kind, so ist meine Erfahrung, bringt Kopfläuse als Urlaubserinnerung mit. Es lohnt sich also, den Kopf des Kindes auf Nissen abzusuchen. Geübte können auch versuchen, die Läuse selbst zu finden. Je früher die Kopfläuse behandelt werden, umso einfacher geht’s. Und man vermeidet lange Diskussionen im Freundeskreis und in der Schule oder dem Kindergarten.

Kopflaus. Foto: pixabay, olivierdevoux

Die Kopfläuse bewohnen gezielt den menschlichen, behaart Kopf. Sie haben nichts mit Unsauberkeit zu tun, sondern können von anderen Betroffenen übertragen werden. Diese wissen häufig nichts davon. Denn vom Beginn bis zur sicheren Diagnose dauert es typischerweise viele Wochen. Wen juckt’s? Alle. Aber erst sehr langsam und dann stetig mehr. Für die Therapie lesen Sie bitte den Beitrag des praxisblättle vom letzten Jahr hier.

GIFTIG Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Foto: www.pilz-baden.ch

Pilzvergiftungen sind jetzt natürlich möglich. Genaue Daten, wie häufig sie vorkommen und wen sie betreffen gibt es für Deutschland nicht. Unter den etwa 6000 Pilzarten in Mitteleuropa gelten knapp 200 als giftig. Pilzkenner gehen davon aus, dass 90% aller Vergiftungen auf den grünen Knollenblätterpilz zurückgehen. Bevor man als Laie Pilze zum Verzehr im Wald sammelt, sollte man immer einen Pilzexperten kennen, der sie nachher bestimmt. Und nebenbei sollte man den grünen Knollenblätterpilz kennen, um ihn von vornherein zu vermeiden, insbesondere wenn Kinder beim Sammeln dabei sind.

Was geht in der Welt rum? In einigen europäischen Ländern breitet sich das WestNilFieber weiter aus. Neben Rumänien und Italien ist ganz besonders Griechenland betroffen: 126 gesicherte Erkrankungen und 13 Todesfälle. Konsequenter Mückenschutz ist die beste Maßnahme, um eine Ansteckung zu vermeiden

Was geht rum? 03. August 2019

Das Sommerwetter geht mit angenehmen Temperaturen weiter. Damit halten sich auch die Gräserpollen in mäßiger Anzahl in der Luft. Nur gelegentlich werden sie von Schauern weggespült. Die Pollen der Sommerkräuter (Spitzwegerich, Brennnessel und Sauerampfer) sind in eher geringen Mengen in der Luft. Anders die Beifußpollen: Sie sind hingegen in vielen Regionen auf dem Höhepunkt. Allergiker sollten bedenken, dass in gewissen Wetterlagen (etwa vor einem Sturm) oder in der Nähe von Feldern die Pollenbelastung plötzlich enorm hoch sein kann. Insofern sollte gerade auf Wanderungen immer ein Notfallmedikament mitgeführt werden.

Die Infekte spielen zum Glück für alle Kinder und Jugendlichen weiter nur die zweite Geige. Dennoch leiden einige Kinder und Jugendliche unter Magen-Darm-Infektionen. Bei den Rotaviren haben sich die Erkrankungszahlen in diesem Jahr gegenüber 2018 fast verdoppelt. Umsetzbare Schutzmaßnahmen gibt es nicht. Natürlich hilft Hygiene. Aber welches Kind kann das vernünftigerweise im Kindergarten oder der Schule noch besser umsetzen? So verwundert es auch nicht, dass in zwei Kindertagesstätten Ausbrüche mit Noroviren zu beobachten waren, die extrem ansteckend sind.

Atemwegsinfekte gibt es auch noch. Dabei handelt es sich meist um Racheninfekte. Aber auch der Keuchhusten zeigte zuletzt eine Häufung. Aus der Region Waldshut wurden in der letzten Woche 7 Neuerkrankungen gemeldet.

Foto: twitter

In Berlin gibt es ab diesem Schuljahr kostenloses Essen für alle Kinder der ersten bis zur sechsten Klasse. Freudig begrüßt das die SPD-Fraktion mit einem Essen, das man seinen Kindern wohl eher nicht auftischen würde – fettige Nudeln und ein paar Spritzer Ketch-up oben drauf. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, ohne dieses spezielle Essen hungrig in den Unterricht zu gehen. Für eine gute Tomatensauce hat es wohl nicht mehr gereicht? Mal sehen, ob irgendwann auch im Ländle kostenloses Schulessen angeboten wird. Ob dann wohl auf Twitter Maultaschen zu sehen sein werden?.

Altersverteilung des West-Nil-Fiebers in Europa im Jahre 2014. Foto: European-Centre-for-Disease-Prevention-and-Control

Was geht in der Welt rum? Mit den sommerlichen Temperaturen hat das West-Nil-Fieber wieder Europa erreicht. Dabei handelt es sich um eine grippeähnliche Erkrankung, die nach einer Inkubationszeit von bis zu 2 Wochen (2-14 Tage) beim Menschen auftreten kann. Der Erreger – das West-Nil-Virus – wird dabei über verschiedene Mücken (Culex, Aedes) von Vögeln auf den Menschen übertragen. Die fieberhafte Erkrankung selbst dauert 3-6 Tage. Betroffen sind eher ältere Menschen, in sehr vielen Fällen verläuft die Erkrankung ohne jegliche Symptome (inapparent). Griechenland erlebt das West-Nil-Fieber seit 2010, in diesem Jahr sind 10 Personen erkrankt. In Italien wurde gerade die erste Infektion aus Padua gemeldet, zwei weitere Fälle und ein Todesfall werden aus Rumänien beschrieben. Eine Impfung gibt es nicht, guter Mückenschutz ist die effektivste Maßnahme. Kinder sind fast nie und Jugendliche eher selten betroffen. Die Komplikationen, in deren Folge die Tödlichkeit anstiegt, betrifft nahezu ausschließlich Personen über 65 Jahre.

In Europa starben im letzten Jahr 170 Personen am West-Nil-Fieber. In Deutschland ist diese Erkrankung bislang noch nie aufgetreten.

Was geht rum? 06. Oktober 2018

Die Atemwegsinfekte kommen – langsam aber sicher. Weiterhin sind es eher harmlose Infekte wie Schnupfen und Husten durch Racheninfektionen. Daneben sind einige Kinder auch an eitriger Angina durch Streptokokken A erkrankt, die auch den Scharlach auslösen können. Kinderkrankheiten sind jedoch nicht gehäuft.

Der Sommer ist langsam auf dem Rückzug und wir träumen an Tagen wie gestern, dass er vielleicht nochmal wiederkommt. So wie er das im September nochmal machte. Da ist der Gedanke an die echte Grippe, die Influenza, noch ganz weit weg. Doch es macht Sinn sich damit zu beschäftigen. Wettervorhersagen sind inzwischen recht präzise. Vorhersagen für das Auftreten der Influenza sind es nicht. Da argumentieren auch die besten Experten mit Informationen aus der Vergangenheit. Und ja, die Impfung gegen die Influenza könnte besser sein. Aber immerhin gibt sie einen ordentlichen Schutz, der genutzt werden kann. In diesem Jahr wird endlich die Vierfachimpfung (tetravalenter Influenzaimpfstoff) unter Einschluss der Typ-B-Varianten zum Standard. Sie macht begründete Hoffnung auf einen besseren Schutz als im letzten Jahr.

Was geht in der Welt rum? Es ist wiederum das West-Nil-Fieber, das in Europa nun auch Länder im Osten erreicht hat. Aus Serbien werden seit Juli 320 Infektionen mit 29 Todesfällen gemeldet, aus Ungarn 190 Erkrankungen mit einem Todesfall. Der Mückenschutz ist die effektivste Maßnahme, um eine Übertragung der Erkrankung zu vermeiden.

Was geht rum? 22. September 2018

Im Südwesten hatte der Sommer in der letzten Woche einen neuen Anlauf genommen. Kinder konnten oft in die Natur gehen und somit war auch das Risiko für Ansteckungen geringer. Effekt: noch immer wenige Infekte. So einfach kann’s manchmal gehen.

Natürlich betrifft das nicht alle gleichermaßen. Die Magen-Darm-Infekte gehen etwas zurück, die Atemwegsinfekte starten langsam. Dies sind besonders Infekte der oberen Luftwege mit trockenem Husten und etwas Heiserkeit (medizinisch: Laryngotracheitis), vermutlich die ersten Vorboten des Infektkrupps (medizinisch: stenosierende Laryngotracheitis).

Und was geht in der Welt rum? In Europa breitet sich in diesem heißen Sommer das West-Nil-Fieber in vielen Ländern aus. Dabei fällt die relativ hohe Sterblichkeit auf. Serbien berichtet von 286 Erkrankungen (29 Todesfälle), Rumänien von 183 (19 Todesfälle), Italien 361 (21 Todesfälle), Griechenland 192 (19 Todesfälle) sowie Frankreich. Selbst aus Österreich werden 13 Fälle berichtet, aber keine tödlichen Verläufe. Mückenschutz ist wichtig. Für weitere Informationen lesen Sie gerne unseren Beitrag zu den Insektenschutzmittel im praxisblättle.

Was geht rum? 18. August 2018

Kinder und Jugendliche genießen einen herrlichen Sommer. Das Freibad ruft täglich, das Eis schmeckt prima und durch Infekte werden sie kaum geplagt. Die Situation ist die gleiche wie letzte Woche. Die Herpangina – wer will mag sie auch Sommergrippe nennen – mit etwas Halsweh und meist ohne Fieber sowie Magen-Darm-Infektionen sind die wichtigsten Infekte in diesen Tagen. Die Zahl der Neuerkrankungen an Keuchhusten ist bereits wieder rückläufig.

Die Pollen haben fast aufgegeben. Damit können die Allergiker aufatmen und einen herrlichen Sommer genießen. Einzelne Gräserpollen fliegen noch herum. Ganz besonders in der Nähe frisch gemähter Wiesen oder in den Bergen. Die Zahl der Saison-typischen Wegerichpollen ist nicht sehr hoch. Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist der Pollen-Stress also vorbei.

Was geht in der Welt rum? Weiterhin einzelne Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Italien, Griechenland und neu auch in Süd-Frankreich.