Was geht rum? 22. Mai 2021

Tief blauer Himmel, auf einer Terrasse sitzen und etwas trinken - ist das bald wieder Wirklichkeit? Vielen Eltern würde eine kurze Erholung dieser Art enorm gut tun. Foto: ptw

COVID-19: Sind Impfungen für Kinder sinnvoll?

Vaxzevria (Impfstoff von Astra-Zeneca): Nutzen und Risiko abwägen

Wenige Infekte bei Kindern – kaum Pollenflug – aber viel Hantavirus

Q-Fieber in Spanien

Immer häufiger kommen die Impfungen von Kinder und Jugendlichen in den Fokus. Seit diesem Monat, wir berichteten darüber, sind Impfungen für Jugendliche ab 12 Jahren mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff in den USA und Kanada möglich geworden. Europa wird in Kürze folgen.

Für Eltern bleibt die Frage, ob Impfungen auch für Schulkinder oder sogar Kleinkinder möglich werden. Oder noch wichtiger: Sind diese Impfungen sinnvoll oder nötig, damit der KiTa- oder Schulbetrieb wieder ohne Maske und Homeschooling laufen kann? Es gab Perioden in der dritten Welle, in denen die Infektionsrate bei Kindern und Jugendlichen besonders hoch war. Ende April 2021 ist sie – zumindest in den USA – trotz häufigen Präsenzunterrichts wieder zurückgegangen.

Alle diese Überlegungen sind eng verknüpft mit der Frage: Wie gefährlich ist nun eigentlich COVID-19 für Kinder? Ist es so harmlos wie oft gesagt? Oder sind nur die meisten akuten Verläufe harmlos, aber chronischelong-COVID“ sogar häufiger? Es gibt Hinweise, dass das multisystem inflammatory syndrome in children (MIS-C) – oder auch paediatric inflammatory multisystem syndrome (PIMS) mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1000 Infektionen auftritt. Beim MIS-C handelt es sich um eine schwere Allgemeininfektion bei Kindern nach Coronaerkrankung, die in vielen Aspekten dem Kawasaki-Syndrom ähnlich ist. Diese Häufigkeit von 1:1000 wäre somit sehr besorgniserregend. Beides, das long-COVID und das MIS-C, sind Faktoren, die für eine Impfung von Kindern ab dem Schulalter sprechen. Bleibt zu hoffen, dass über das Für und Wider einer Impfung intensiv und sachlich unter Wissenschaftlern diskutiert und entschieden wird.

Momentan kann eine Empfehlung an Eltern sein, sich selbst in jedem Fall impfen zu lassen. Dadurch kommt ein individueller Impfschutz sowie – indirekt – auch ein gewisser Schutz für die Kinder zusammen.

Tesla, Model 3 Fot: pixabay, capital street fx

Wär das was? Sie nehmen an einer Verlosung für eine Tesla Model 3 teil, wenn Sie sich impfen lassen. Das ist gerade bei Dr. Vazquez in Buffalo (New York) möglich. Ob diese Motivationshilfen für Impfungen auch in Deutschland ankommen darf bezweifelt werden.

Nutzen / Risiko des Impfstoffes von AstraZeneca bei einer Inzidenz von 140 pro 100.000 Personen und Woche. Foto: Winton Centre Cambridge

Coronaimpfungen. Hitzig wird es oft, wenn es um die Impfung mit Vaxzevria, den Impfstoff von Astra-Zeneca geht. Die Diskussionen über diesen Impfstoff sind häufig emotional, auch in den Medien steht der Impfstoff eher schlecht da. Aus den bisherigen Daten und der Graphik des Winton Centre wird jedoch deutlich, dass der Nutzen der Impfung das Risiko mit zunehmendem Alter übersteigt. Oder anders herum: Je niedriger die Inzidenz – somit das Risiko an COVID-19 zu erkranken – umso weniger sinnvoll ist es für Menschen unter 30 bis 40 Jahren sich mit dem Impfstoff von AstraZeneca schützen zu lassen. Eine ausführliche und individuelle ärztliche Beratung ist sehr wichtig.

Noch ist der Mai nicht richtig angekommen. Wenn selbst in Freiburg die Temperaturen unter 20 Grad herumdümpeln halten sich die Pollen sehr zurück. Die Gräserpollen sind zwar da, aber für einen Startflug reicht es nur selten. Die Verbreitung des Hantavirus, sonst eine Rarität im Lande, nimmt fast das Ausmaß einer Explosion an: 657 Fälle in diesem Jahr, im letzten waren es zur gleichen Zeit gerade mal 22. Für Kinder und Jugendliche ist dies eher wenig bedeutsam. Vorsicht ist in Räumen geboten, in denen sich Mäuse aufhalten könnten (Scheunen, Dachböden u.a.). Atemwegsinfekte gibt es zu Zeit kaum. Beim Keuchhusten traten in der letzten Woche gerade mal 2 Erkrankungen in Baden-Württemberg auf. Das ist die kleine positive Kehrseite der Corona-Pandemie.

Was geht in der Welt rum? Aus Spanien werden Fälle des Q-Fiebers gemeldet. Betroffen sind Sportkletterer, die sich in einer Karsthöhle Cuevas de Baltzola im Baskenland aufgehalten haben. Ausgelöst wird das Q-Fieber durch das Bakterium Coxiella burnetii, das von speziellen Zecken auf Schafe und Ziegen übertragen wird. Es findet sich dann oftmals im Staub, von wo es über die Einatmung in die Lunge gelangt. Dabei reicht ein einziges Bakterium um eine Infektion auszulösen. Diese kann dann als Hepatitis (Leberentzündung) oder auch Pneumonie (Lungenentzündung) verlaufen. Insgesamt verläuft es mit grippeartigen Symptomen und Fieber oft über 7 Tage.

Machen Sie das Beste aus dem Wochenende mit mehr Bewegungsfreiheit. Herzlich grüßt Sie Ihr

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