Fruchtzucker und Fettleber

Zucker. Foto: pixabay, pasja1000

Das erschreckt dann doch. Schon handelsübliche Mengen an Frucht- und Haushaltszucker (Fructose und Saccharose) in Süßgetränken können die Fettproduktion der Leber bei Gesunden verdoppeln. Damit ist ein erster Schritt für die mögliche Entwicklung einer Fettlebererkrankung und eines Diabetes getan.

Forscher der Universität Zürich haben sich der Rolle der Zucker auf die Entstehung einer Fettleber gewidmet. In ihrem Experiment untersuchte die Gruppe um Bettina Geidl-Flueck über sieben Wochen 94 normalgewichtige (BMI < 24) und gesunde junge Männer. Diese Gruppe nahm zusätzlich zur normalen Ernährung täglich Getränke zu sich, die mit Frucht-, Trauben- oder Haushaltszucker gesüßt war. Insgesamt lag diese zusätzliche Zuckermenge bei gerade mal 80 Gramm pro Tag. Eine gleich aufgebaute Kontrollgruppe verzichtete auf die Softgetränke. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Süßgetränke zu einer Verdopplung der Fettproduktion in der Leber der Probanden führte.

Die von der Leber produzierten Fette werden in der Leber eingelagert und führen zu einer Fettleber. Somit ist davon auszugehen, dass neben fettreichen Nahrungsmittel auch zuckerreiche Lebensmittel mittelfristig zu Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes Typ II und Fettleber führen. Dazu bemerkt Prof. Dr. Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS): „In Deutschland leidet bereits jetzt fast jeder Dritte an einer nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL). Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 die Anzahl der Patienten mit einer Fettleberhepatitis (NASH) auf 4,7 Millionen ansteigen wird. Die Politik ist in der Verantwortung, Maßnahmen gegen diese Entwicklung zu ergreifen“, so Wedemeyer.

In diesem Zusammenhang lohnt sich der Blick auf ein Klassiker-Getränk: Coca-Cola. Ein Liter Coca-Cola enthält 90 Gramm Zucker.

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