Schnarchen

Schnarchen - oft mehr als nur ein unangenehmes Geräusch. Foto: pixabay, Lilly Cantabile

Schnarchen kommt nicht nur bei Erwachsenen vor, sondern auch bei Kindern. Nach Studienlage leiden 5% bis 10% der amerikanischen Kinder unter einer obstruktiven Schlafapnoe, also krankhaft verlängerten Atempausen (Apnoe) im Schlaf, verursacht durch eine Einengung (Obstruktion) der oberen Atemwege. Ursache hierfür können stark vergrößerte Mandeln (Tonsillenhyperplasie) oder auch Übergewicht/ Adipositas sein. In jedem Fall hat eine unerkannte Schlafapnoe gravierende Folgen auf die körperliche und seelische Gesundheit.

Recht typisch für die Schlafapnoen ist eine Tagesmüdigkeit. Weil die Kinder nachts einen immer wieder Episoden mit Sauerstoffmangel durch die Atemaussetzer erleben, ist ihr Schlaf nicht erholsam. Somit setzt tagsüber immer wieder ein Schlafdruck ein, wenn sie weniger gefordert sind wie manchmal in der Schule, wenn Lehrer – frontal – ihnen neue Dinge erklärt. Neben der Tagesmüdigkeit fallen aber auch Verhaltensstörungen auf, mit denen sich die Forschung seit längerem beschäftigt.

In der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC) wurden bereits vor 10 Jahren Kinder im Alter von 4-7 Jahren untersucht. Dabei zeigte sich, dass das Schnarchen dem auffälligen Verhalten vorausging. Symptome wie Schnarchen, sollten bereits für Kinder im ersten Lebensjahr ernst genommen werden. In der deutlichen größeren ABCD-Studie (Adolescent Brain Cognitive Development) mit über 10.000 Teilnehmern wird auch dieser Frage nachgegangen.

Kürzlich erfolgte eine Publikation im Zusammenhang mit der ABCD-Studie. Dort konnte die Forschergruppe um Amal Isaiah über die Messungen mit MRT-Untersuchungen belegen, dass die Verhaltensstörungen häufig von strukturellen Veränderungen an der Großhirnrinde begleitet sind.

Fazit: Schnarchen mag für manche Schläfer im gleichen Zimmer unangenehm sein. Für Kinder hat es unter Umständen aber deutlich größere Folgen, wenn das Schnarchen als Teil einer obstruktiven Schlafapnoe anzusehen ist. Es lohnt sich, diese Frage auch schon bei den Kleinsten mit dem Kinder- und Jugendarzt zu klären.

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