Kategorie: TIPP

Sonnenschutzmittel

Kurz vor dem Sommerurlaub hat sich die Stiftung Warentest wie jedes Jahr der Bewertung von Sonnenschutzmitteln gewidmet. In diesem Jahr wurden die Cremes und Lotiones spezielle für Kinder – übrigens alle mit einem Lichtschutzfaktor von 50+ – nicht erneut getestet. Es liegt jedoch eine Zusammenstellung der getesteten Kindercremes des letzten Jahres vor. In der folgenden Tabelle listen wir die besten auf:

Name LF Note Preis/ ml Anmerkung
Lidl Cien Sun Kids Sonnencreme 50+ 1,4 2,25 / 100 Kinder-Test von Juli 2020
Müller Lavozon Kids Med Sonnenmilch 50+ 1,4 5,75 / 200 Kinder-Test von Juli 2020
Rossmann Sunozon Kids Sonnenspray 50+ 1,5 6,00 / 250 Kinder-Test von Juli 2020
dm Sundance Sensitiv Sonnenbalsam 30 1,4 3,45 /200 NEU
Sun D’Or Sonnenmilch 50 1,4 4,30 / 200 NEU
Müller Lavozon Sonnenmilch 30 1,5 2,45 / 200 NEU
Rossmann Sunozon Sonnenspray 30 1,5 3,50 / 200 NEU

Wichtig wie immer: Die Cremes und Sprays sollten regelmäßig und großzügig angewendet  werden. Im Wasser werden sie teilweise abgewaschen, so dass nach jedem Baden / Abtrocknen der Sonnenschutz neu aufgetragen werden sollte.

Auch im Wasser ist der Sonnenschutz enorm wichtig. Die UV-Strahlung dringt zu über 80% in Tiefen von einem Meter Wassertiefe ein. Gerade Kinder und Jugendliche sollten also mit ausreichend Sonnenschutz ins Wasser steigen.

Wie immer lohnt es sich, den gesamten Test der Stiftung mit den vielen praktischen Details im Einzelnen zu lesen.

Allergischer Schock bei Kindern

Auch im Kindesalter kommt es zu schwersten allergischen Schockzuständen. Wir Mediziner nennen das eine Anaphylaxie. Dieser Begriff beschreibt eine Überreaktion des erworbenen Immunsystems. Dabei erkennt das Immunsystem eine Substanz, wie beispielsweise Kuhmilch beim Säugling, als fremd und will sie deswegen abwehren.  Die Abwehr dieses fremden Stoffes gerät jedoch so aus den Fugen, dass der eigene Organismus lebensbedrohlich gefährdet wird.

Die Anaphylaxie tritt in rasender Geschwindigkeit auf. Meist dauert es nur wenige Minuten nach dem Kontakt zum Auslöser, bis in kurzer Abfolge die Symptome auftreten: Urtikaria (Nesselsucht), Verengungen der Atemwege (sog. Larynx-Ödem, Asthmaanfall), nach kurzzeitigem Blutdruckanstieg kommt es rasch zu einem Abfall des Blutdrucks mit nachfolgendem Kreislaufschock.

Sesamsamen Foto: pixabay, TheUjulala

In der Bevölkerung treten 26% aller Fälle von Anaphylaxie bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Geburtstag auf. Auf 1000 Patientenjahre wurden im Jahr 2016 fünf Anaphylaxien festgestellt. Das hat kürzlich nochmals eine Studie der Harvard Universität in Boston betreffend Kinder unter 3 Jahren aus des USA bekräftigt. Auffallend war dabei ein Anstieg der Häufigkeit bei den Nahrungsmittelallergien (hier besonders auf Nüsse und Samen). Als Auslöser für eine Anaphylaxie kommen im Kindes- und Jugendalter besonders in Frage:

  • Nahrungsmittel: Milch, Ei (Eiweiß > Eigelb), Erdnüsse, Nüsse, Samen (z.B. Sesam), Fisch u.a.
  • Insektengifte: Wespengift und Bienengift, seltener auch Gift der Hornisse
  • Medikamente: Häufigkeit liegt bei 1-2% aller Anaphylaxien. Auch für die mRNA-Impfstoffe ist eine extrem seltene Anaphylaxie bekannt (vermutlich auf Polyethylengykol PEG)

Die Rate der Anaphylaxien ist zwar angestiegen, die Mortalität (Tödlichkeit) glücklicherweise nicht. Weltweit liegt die Tödlichkeit bei 0.5 bis 1 Todesfall pro 1 Million Einwohner und Jahr.

Es ist leuchtet ein, dass eine Therapie des anaphylaktischen Schocks ebenso schnell eingeleitet werden muss um eine Chance zu haben. Der erste Schritt ist, den Auslöser für den Schock zu stoppen: Kein weiterer Verzehr des Nahrungsmittels (z.B. Milch, Erdnuss) oder Beendigung einer Infusion (z.B. bei einer Penizillinallergie). Meist werden die ersten Symptome wie Hitzegefühl, Kribbeln in den Händen oder Juckreiz bald abgelöst von schweren Symptomen wie Atemnot, Schluckbeschwerden und einer zunehmenden Angst.

Adrenalin – Epinephrin. Foto: pixabay, WikiMediaImages

Ab diesem Moment besteht die Gefahr einer gefährlichen Kreislaufspirale: Zunächst schafft es der Körper durch eine kurze Gegenreaktion den Blutdruck ansteigen zu lassen. Dieser hoffnungsvollen Maßnahme folgt jedoch bald ein Abfall des Blutdrucks, der letztlich über den Verlauf des allergischen Schocks entscheidet. Spätestens in dieser Phase muss Adrenalin als Spritze – Adrenalin-Autoinjektoren wie Emerade©, EpiPen©, Fastjekt© –  in den Oberschenkel gegeben werden, um die Abwärtsspirale zu stoppen. Denn jeder weitere Abfall des Blutdrucks führt zu neuerlichem Blutdruckabfall, an dessen Ende ein Kreislaufversagen steht. Damit ist klar, dass Menschen, die um ihr Risiko für einen allergischen Schock wissen (Bienengiftallergiker z.B.) immer einen Adrenalin-Autoinjektor mit sich führen müssen. Nur damit lässt sich die Zeit zwischen dem Beginn des Schocks und dem Eintreffen eines Notarztes überbrücken. Egal, ob man sich in der Innenstadt von Karlsruhe oder auf dem Feldberg im Schwarzwald befindet.

Inzwischen gibt es für Eltern und Kinder gute Möglichkeiten, sich über die Anaphylaxie zu informieren und insbesondere auch über deren Erkennung und Therapie. Empfehlenswert sind die Informationen zu Frühwarnzeichen und Umgang mit dem Notfallset der GPA (Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie) sowie deren Elternratgeber.

Um gut vorbereitet zu sein, sind einige Informationen wichtig, damit die Umgebung im Falle einer anaphylaktischen Reaktion schnell informiert ist: Der Anaphylaxie-Pass und der Anaphylaxie-Notfallplan. Bei können beispielsweise über den Deutschen Allergie- und Asthmabund (daab.de) hier bestellt werden.

Autokindersitze: Schalen für Babys

Pünktlich zur Sommersaison, wenn Familien mehr Zeit haben etwas zu unternehmen, kommt ein aktueller Test der Stiftung Warentest zu Autokindersitzen. In der folgenden Tabelle führen wir alle 15 Modelle mit einer zumindest guten Note auf. Eine erfreulich große Auswahl.

Modell Preis Note Anmerkung
Silver Cross Dream+Dream i-Size Base 450 € 1,5 bereits in 7/2020 getestet
Maxi-Cosi Coral+FamilyFix3 Base 520 € 1,6  bereits in 7/2020 getestet
Nuna Pipa Next + Pipa Next Base 370 € 1,6  bereits in 7/2020 getestet
Babyzen Yoyo iZi Go Modular X1 i-Sizeby BeSafe + iZi Modular i-Size Basis 490 € 1,7
Maxi-Cosi Tinca + Maxi-Cosi Tinca Base 330 € 1,7
Peg-Pérego Primo Vaggio Lounge + i-Size Basis 420 € 1,7
Silver Cross Simplicity Plus + Simplifix Isofix Base 440 € 1,7
Stokke iZiGo Modular X1 i-Size by BeSafe + iZi Modular i-Size Basis 520 € 1,7
Maxi-Cosi Marble 350 € 1,8
Maxi-Cosi Tinca 159 € 1,8
Babyzen Yoyo iZi Go Modular X1 i-Sizeby BeSafe 259 € 2,0
Stokke iZiGo Modular X1 i-Size by BeSafe 289 € 2,0
Chicco Kiros i-Size 420 € 2,3
Silver Cross Simplicity Plus 239 € 2,3
Peg-Pérego Primo Vaggio Lounge 279 € 2,4

Diese Zusammenstellung kann nur eine ersten Eindruck über die verschiedenen Angebote sein. Wie bei allen Test der Stiftung aus Berlin: Im Text des Hefts (Juni 2021) stehen noch viele Details, die für einen Kauf von großer Bedeutung sind.

Schweizer Studie: Cannabiskonsum mit Wasserpfeife riskant

Das Thema Drogen beschäftigt wohl alle Eltern in der Pubertät ihrer Kinder. In aller Regel liegt ein Tabu über allem. Das zeigt sich in vollmundigen Statements wie: „In unserer Schule haben wir kein Drogenproblem“. Auf dem Lande verweist man dabei gerne auf den Sündenpfuhl der Städte. Dass Drogen aber in allen Landesregionen eine Rolle spielen, zeigt ein schlichter Blick in die regionalen Tageszeitungen.

Ein Thema ist in diesem Zusammenhang die Wasserpfeife (Shisha), über die verschiedenes inhaliert werden kann, eben auch Cannabis.

Mit diesem Thema hat sich eine Untersuchung in der Schweiz befasst. In der Studie um die Forscherin Dai-Hua Tsai von der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsspitals in Zürich wurden 5987 Schweizer Rekruten bei Ihrer Eingangsuntersuchung ins Militär befragt. In die Studie aufgenommen wurden 1108 Rekruten, die bei der ersten Befragung (zwischen 2010 bis 2012) angaben, nur Cannabis zu konsumieren. Von diesen benutzten 343 (30%) eine Wasserpfeife als Mittel zur Inhalation von Cannabis.

Bei einer weiteren Untersuchung 6 Jahre später (2016-2018) zeigte sich, dass sich unter den Nutzern der Wasserpfeife mehr Männer befanden, die inzwischen auch andere illegale Drogen (Stimulantien, Halluzinogen)  konsumierten. Das Risiko, weitere Drogen zu nutzen war gegenüber den Nicht-Wasserpfeifen-Nutzern um über die Hälfte (aOR 1,54) höher.

Die Nutzung der Wasserpfeife als Mittel zur Inhalation von Cannabis erhöht das Risiko, später zu härteren Drogen zu greifen.

Kampf dem Plastikmüll: Auch ein Weg für gesündere Atemwege unserer Kinder

Mit dem wärmer werdenden Frühling wird auch die Luftqualität in den Städten meist schlechter. Die Qualität ergibt sich aus einer Summe vieler Schadstoffe, die von uns Menschen verursacht sind. Die gute Seite: Was wir verbockt haben, können wir – rein theoretisch und mit einigen Kraftanstrengungen – auch wieder in die positive Richtung ändern und damit die Zunahme weiterer Schäden verlangsamen.

Hauptursache für eine schlechte Luftqualität ist das Verbrennen fossiler Energieträger und von Biomasse wie bei den Brandrodungen. Dabei entstehen Giftgase wie SO2, NOx, Methan , Feinstaub und Schwebestoffe aus unterschiedlichen Quellen.

Apropos Schwebestoffe. Auch Plastikmüll schadet langfristig enorm. Allein in Deutschland verbrauchen die Menschen pro Stunde 320.000 Stück Kaffeebecher, wie das Bundesumweltministerium berechnet hat. Pro Jahr sind das 2,8 Milliarden Becher. Und damit eine Menge Mikroplastik für die Zukunft, die über Jahre den zerfallenden Plastikbechern entfleucht. Mikroplastik ist schon heute in spürbaren Mengen in der Nahrung. Und es findet sich sogar in der Luft, wie Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts nachweisen konnten. In frisch gefallenem Schnee in den Bayrischen Alpen fanden sie bis zu 154.000 Plastikteilen pro Liter, die der Schneefall aus der Luft „ausgewaschen“ hatte. Es sieht also so aus, als würden wir zunehmend auch Mikroplastik einatmen. Dass diese Teilchen fliegen können dürfte nicht verwundern. Immerhin haben uns in diesem Jahr schon mehrere Sahara-Staubwolken aus über 3000 km Entfernung in Baden-Württemberg erreicht.

In wenigen Wochen, ab dem 3. Juli 2021, ist die Herstellung von Einwegplastik in der EU untersagt. Das ist ein wichtiger Schritt, der unseren Alltag verändert. Mit der beginnenden Grillsaison können wir direkt dazu beitragen und Einwegplastik einsparen. Eine Möglichkeit ist, schon jetzt auf essbares Besteck umzusteigen.

Das wird zum Beispiel vom Start-up-Unternehmen Kulero angeboten, das von Hemant Chawla mit seiner Geschäftspartnerin Juliane Schöning aufgebaut wurde. Sie stellen essbare Löffel, Schüsseln, Strohhalme oder Teller her, wobei in Westindien sowie bei einem Kekshersteller in Baden-Württemberg produziert wird. Abnehmer ihrer Produkte sind Supermarktketten wie Edeka oder Rewe ebenso wie Restaurants und Gefängnisse.

Alexander von Humboldt. Statue im Central Park, NYC Foto: wikimedialimages

Ein kleiner Beitrag zur Verbesserung der Umwelt. Immerhin. Übrigens hat schon Alexander von Humboldt – lange bevor das Auto erfunden oder Industrieschlote rauchten – erkannt, wie die Menschen durch ihr Verhalten die Abläufe der Natur nachhaltig stören. Auf seiner Reise durch Südamerika von 1799 bis 1804 beschrieb er beispielsweise den Einfluss von Waldrodungen auf den Wasserhaushalt. Obwohl wir  Menschen das seit über 220 Jahren wissen, werden weiter Wälder abgeholzt um Soja anzubauen, damit wir schließlich mehr Fleisch auf den Tisch bekommen. Und vieles andere mehr.

Fluorid zur Kariesvorbeugung

Seit Jahrzehnten ein Klassiker und immer wieder in der Diskussion ist die Frage zur kindlichen Karies: Wer braucht wann wieviel Fluorid? Und, sind damit auch negative Wirkungen verbunden?

Karies ist eine chronische Erkrankung, die das Zahnhartgewebe angreift. Ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren begünstigt diesen Prozess:

  • Bakterien im Mundraum wie z.B. Streptokokkus mutans.
  • Kohlenhydrate wie Zucker.
  • der Faktor Zeit.

Im Zusammenspiel dieser Bakterien mit Kohlenhydraten entstehen Säuren, die die Calcium-Phosphate aus dem Zahnschmelz lösen. Das führt zu Demineralisation, die fortschreitet und eine kariösen Zahn hinterlässt.

Fluoride haben Wirkungen, die diesem Prozess entgegenwirken:

  • sie fördern die Re-Mineralisation
  • die verringern die De-Mineralisation
  • die bremsen den Stoffwechsel der Bakterien und führen hierdurch zu einer geringeren Säureproduktion

Diese Effekte können die Fluoride auf zwei unterschiedlichen Wegen entwickeln:

  • systemisch: wenn sie also dem Körper als ganzes (wie z.B. in Tablettenform) zugeführt werden.
  • topisch:  wenn sie auf die Zahnoberfläche aufgebracht werden – sei es als Zahnpasta oder als Lack.

Aber was bedeuten diese Erkenntnisse für den Alltag von Säuglingen, Klein- und Schulkindern?

Das große Dilemma ist, dass Eltern widersprüchliche Empfehlungen präsentiert werden. Die kinderärztlichen Gesellschaften empfehlen seit Jahrzehnten die Gabe von Vitamin D in Kombination mit Fluor (z.B. als D-Fluoretten© 500) beginnend ab dem 10. Lebenstag. Die Kinderzahnärzte betonten derweil immer, dass die regelmäßige Zahnpflege mit Zahnpasta ab dem ersten Zahn sinnvoller sei. Dieser Widerspruch von systemischer Therapie (Kinderärzte) und topischer Therapie (Zahnärzte) könnte sich dieser Tage langsam auflösen. Bald soll eine neue Leitlinie hierzu erscheinen, eine Überarbeitung der alten soll in Bälde vorliegen.

Aus den USA liegt die neueste Empfehlung der amerikanischen Kinderärzte (AAP) gerade vor, die in Pediatrics erschienen ist. Darin steht (verkürzt zusammengefasst):

  • Zahnpasta ab Durchbruch des ersten Milchzahns (zunächst mit reiskorngroßer Menge = etwa 0,1 mf Fluorid)
  • Fluoridlack ab Zahndurchbruch alle 3-6 Monate (bei hochwertiger Zahnpflege kann darauf verzichtet werden)
  • Orales Fluorid, wenn das Trinkwasser nicht fluoridiert ist. Bei Fluoridgehalt von <0,3ppm Zufuhr ab 6 Monaten mit 0,25 mg/ Tag beginnen

Dabei fällt auf, dass in den ersten 6 Monaten kein Fluorid überhaupt gegeben wird. Daneben ist keine Rede von „Kinderzahnpasta“ – die Menge des Fluorids wird also über die Menge an der auch für Erwachsenen üblichen Zahnpasta gesteuert.

Typisch amerikanisch: Klare und einfache Regeln. Wir dürfen sicher sein, dass die deutschen Regeln deutlich komplizierter ausfallen. Die Frage ist, was am Schluss mehr Erfolg hat. Dieser Unterschied ist ja gerade auch für alle bei den Coronaimpfungen zu sehen: Deutschland stellt beste, komplex ausgefeilte Regeln auf – die im Alltag permanent umgangen werden. Ob wir das beim Thema Kariesprophylaxe besser machen werden?

TIPP Mutter/Vater-Kind-Kur abgelehnt: Wie Einspruch einlegen?

Für kranke oder überlastete Eltern gibt es die Möglichkeit von Kuren. Diese kann unter gewissen Voraussetzungen zusammen mit den eigenen Kindern erfolgen. Im Zentrum dieser Maßnahme stehen Mutter oder Vater, weswegen sie auch als Mutter/Vater-Kind-Kur bezeichnet wird. Als Voraussetzung für die Mitaufnahme des/der Kinder kommen in Frage:

  • Das Kind kann ebenfalls behandlungsbedürftig, weil es zum Beispiel an einem Infektasthma leidet.
  • Es zu befürchten ist, dass das Kind unter der Trennung von der Mutter/Vater leidet.
  • Bei alleinerziehenden Vätern oder Müttern: Eine belastende Mutter-(Vater)-Kind-Beziehung soll verbessert werden.
  • Bei alleinerziehenden Vätern oder Mütter: Das Kind kann während der Kur nicht anderweitig betreut werden.

Diese Fragen beantwortet der Kinder- und Jugendarzt auf einem Antrag, der der jeweiligen Krankenkasse vorgelegt wird.

Was aber tun, wenn trotz allem der Antrag auf die Mutter/Vater-Kind-Kur abgelehnt wird? In vielen Fällen hängt das davon ab, bei welcher Krankenkasse man versichert ist; manche Kassen lehnen häufiger ab als andere. Auch die Dauer der Bearbeitung dieser Anträge ist höchst unterschiedlich. Nach Untersuchungen braucht die AOK Baden-Württemberg hierfür besonders lang, nämlich bis zu 6 Wochen.

Eine Ablehnung ist nicht in Stein gemeißelt. Insofern kann und sollte man gegen den negativen Bescheid Widerspruch einlegen. Untersuchungen belegen, dass 40% der Widersprüche erfolgreich sind.

Wie lege ich Widerspruch ein?

Zunächst reicht ein formloses Schreiben, in dem das Aktenzeichen und Datum der Ablehnung vermerkt sind. Hierzu kann man beispielsweise das Muster verwenden, das die Redaktion von Finanztip.de bereithält. Der Widerspruch muss innerhalb eines Monats bei der Krankenkasse eingehen. Um das nachweisen zu können, sollte man ihn als Einschreiben verschicken.

In diesem Widerspruch sollte die Notwendigkeit der Kur nochmals begründet werden. Dabei kann die Unterstützung durch den Arzt/Kinderarzt sowie Beratungsstellen (Verbraucherzentrale, Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)) sinnvoll sein.

Medien- und Internetabhängigkeit – Ein Problem von Kindern und Jugendlichen?

Von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es einige Daten, die sich mit Sucht bei Kindern und Jugendlichen befassen. Das umfasst Studien zum Rauchen, zum Konsum von Alkohol und zu Drogen.

Zum Thema einer exzessiven Mediennutzung gibt es Studiendaten erst seit 10 Jahren. Kürzlich erschein die BZgA-Studie zum Thema „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019 – Teilband Computerspiele und Internet„, die im Internet zum Download bereitsteht.

Grundlage war die Drogenaffinitätsstudie 2019, für die – ähnlich wie vier Jahre zuvor – 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt wurden. Die Befragung ergab, dass 12- bis 17-Jährige Computerspiele und Internet wöchentlich im Durchschnitt 22,8 Stunden, die Älteren (18- bis 25-Jährige) durchschnittlich 23,6 Stunden nutzten.

Von einer computerspiel- oder internetbezogenen Störung gehen die Autoren bei 8.4% der befragten Jugendlichen und 5.5% der jungen Erwachsenen aus. Interessanterweise sind bei den Jugendlichen mehr Mädchen (10%) als Jungen (7%) davon betroffen. Seit der ersten Untersuchung im Jahre 2011 sowie der Nachfolgeuntersuchung 2015 zeigt sich eine Zunahme dieser Störung.

Fingerknacken – ein Problem?

Jedes Kind probiert das wohl mal aus: das Fingerknacken. Wenn Eltern das mitbekommen sind sie häufig besorgt, was einige Kinder dazu anregt es immer wieder zu machen, Manchmal als Provokation, häufig auch aus Langeweile.

Ist das Fingerknacken schädlich? Hat es Folgen für die Gelenke, sei es dass diese vermehrt beweglich würden oder dass eine Arthrose die Folge ist? So einfach solche Fragen scheinen, so führen sie doch oft zu Stirnrunzeln beim Kinder- und Jugendarzt.

Erstaunlicherweise gibt es zu diesem Thema einige Literatur. Diese bezieht sich zumeist auf Erwachsene, die jedoch schon lange das Fingerknacken praktizierten. Das Ergebnis: Ein negativer Effekt auf die Gelenke lässt sich mit verschiedenen Methoden nicht nachweisen. Die Literatur zu diesem Thema gipfelt in dem Selbstversuch eines Dr. Donald L. Unger aus Kalifornien (in Englisch), der an seiner linken Hand über 50 Jahre die Finger mindestens 2 mal täglich knackte, während er die rechte Hand in Ruhe ließ. Nach mindestens 36.500 Knackversuchen konnte er keinen Unterschied zwischen beiden Händen finden und insbesondere keine Arthrose.

Eltern können also gelassen ihren Kindern zuschauen, wenn sie die Finger knacken lassen. Mit dieser Nonchalance dürfte dieser Tic der Kinder bald vorbei sein.

Trampolinspringen

Der Frühling kommt. Kinder und Jugendliche drängt es nach draußen. Wärme, Freiheit und Bewegung. Was gibt’s da schöneres als ein Trampolin?

Wir verbinden es mit der Freiheit zu fliegen, dem ausgelassenen Spaß draußen im Grünen und der Einladung, sich körperlich zu verausgaben. Leider sieht die Realität oft anders aus. Die meisten Kinder sind eben nicht so sportlich. Und, das Trampolin ist ein Saison-Gerät. Nach einem langen Winter sind einige Bewegungen nicht mehr so drin wie im Jahr zuvor – kurzum: es birgt gerade zu Beginn im Frühjahr einige Risiken.

Dazu liegen vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) liegen erstmals Merkblätter zu den Trampolinunfällen vor. Und gleich in mehreren Sprachen: Deutsch, Türkisch, Englisch, Polnisch, Italienisch und Französisch. In gedruckter Version gibt es sie nicht, sie können aber nach Registrierung kostenlos bei der bvkj-service GmbH bestellt und runtergeladen werden.

Die Zahl der Unfälle mit dem Trampolin werden von vielen Eltern unterschätzt. Sie kommen in der Praxis jedes Kinder- und Jugendarztes regelmäßig vor. Eine zentrale Regel ist: Für Kinder unter 6 Jahren ist kein Trampolinspringen sinnvoll.