Kategorie: Was tut gut?

Sonnenschutzmittel

Kurz vor dem Sommerurlaub hat sich die Stiftung Warentest wie jedes Jahr der Bewertung von Sonnenschutzmitteln gewidmet. In diesem Jahr wurden die Cremes und Lotiones spezielle für Kinder – übrigens alle mit einem Lichtschutzfaktor von 50+ – nicht erneut getestet. Es liegt jedoch eine Zusammenstellung der getesteten Kindercremes des letzten Jahres vor. In der folgenden Tabelle listen wir die besten auf:

Name LF Note Preis/ ml Anmerkung
Lidl Cien Sun Kids Sonnencreme 50+ 1,4 2,25 / 100 Kinder-Test von Juli 2020
Müller Lavozon Kids Med Sonnenmilch 50+ 1,4 5,75 / 200 Kinder-Test von Juli 2020
Rossmann Sunozon Kids Sonnenspray 50+ 1,5 6,00 / 250 Kinder-Test von Juli 2020
dm Sundance Sensitiv Sonnenbalsam 30 1,4 3,45 /200 NEU
Sun D’Or Sonnenmilch 50 1,4 4,30 / 200 NEU
Müller Lavozon Sonnenmilch 30 1,5 2,45 / 200 NEU
Rossmann Sunozon Sonnenspray 30 1,5 3,50 / 200 NEU

Wichtig wie immer: Die Cremes und Sprays sollten regelmäßig und großzügig angewendet  werden. Im Wasser werden sie teilweise abgewaschen, so dass nach jedem Baden / Abtrocknen der Sonnenschutz neu aufgetragen werden sollte.

Auch im Wasser ist der Sonnenschutz enorm wichtig. Die UV-Strahlung dringt zu über 80% in Tiefen von einem Meter Wassertiefe ein. Gerade Kinder und Jugendliche sollten also mit ausreichend Sonnenschutz ins Wasser steigen.

Wie immer lohnt es sich, den gesamten Test der Stiftung mit den vielen praktischen Details im Einzelnen zu lesen.

Fluorid zur Kariesvorbeugung

Seit Jahrzehnten ein Klassiker und immer wieder in der Diskussion ist die Frage zur kindlichen Karies: Wer braucht wann wieviel Fluorid? Und, sind damit auch negative Wirkungen verbunden?

Karies ist eine chronische Erkrankung, die das Zahnhartgewebe angreift. Ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren begünstigt diesen Prozess:

  • Bakterien im Mundraum wie z.B. Streptokokkus mutans.
  • Kohlenhydrate wie Zucker.
  • der Faktor Zeit.

Im Zusammenspiel dieser Bakterien mit Kohlenhydraten entstehen Säuren, die die Calcium-Phosphate aus dem Zahnschmelz lösen. Das führt zu Demineralisation, die fortschreitet und eine kariösen Zahn hinterlässt.

Fluoride haben Wirkungen, die diesem Prozess entgegenwirken:

  • sie fördern die Re-Mineralisation
  • die verringern die De-Mineralisation
  • die bremsen den Stoffwechsel der Bakterien und führen hierdurch zu einer geringeren Säureproduktion

Diese Effekte können die Fluoride auf zwei unterschiedlichen Wegen entwickeln:

  • systemisch: wenn sie also dem Körper als ganzes (wie z.B. in Tablettenform) zugeführt werden.
  • topisch:  wenn sie auf die Zahnoberfläche aufgebracht werden – sei es als Zahnpasta oder als Lack.

Aber was bedeuten diese Erkenntnisse für den Alltag von Säuglingen, Klein- und Schulkindern?

Das große Dilemma ist, dass Eltern widersprüchliche Empfehlungen präsentiert werden. Die kinderärztlichen Gesellschaften empfehlen seit Jahrzehnten die Gabe von Vitamin D in Kombination mit Fluor (z.B. als D-Fluoretten© 500) beginnend ab dem 10. Lebenstag. Die Kinderzahnärzte betonten derweil immer, dass die regelmäßige Zahnpflege mit Zahnpasta ab dem ersten Zahn sinnvoller sei. Dieser Widerspruch von systemischer Therapie (Kinderärzte) und topischer Therapie (Zahnärzte) könnte sich dieser Tage langsam auflösen. Bald soll eine neue Leitlinie hierzu erscheinen, eine Überarbeitung der alten soll in Bälde vorliegen.

Aus den USA liegt die neueste Empfehlung der amerikanischen Kinderärzte (AAP) gerade vor, die in Pediatrics erschienen ist. Darin steht (verkürzt zusammengefasst):

  • Zahnpasta ab Durchbruch des ersten Milchzahns (zunächst mit reiskorngroßer Menge = etwa 0,1 mf Fluorid)
  • Fluoridlack ab Zahndurchbruch alle 3-6 Monate (bei hochwertiger Zahnpflege kann darauf verzichtet werden)
  • Orales Fluorid, wenn das Trinkwasser nicht fluoridiert ist. Bei Fluoridgehalt von <0,3ppm Zufuhr ab 6 Monaten mit 0,25 mg/ Tag beginnen

Dabei fällt auf, dass in den ersten 6 Monaten kein Fluorid überhaupt gegeben wird. Daneben ist keine Rede von „Kinderzahnpasta“ – die Menge des Fluorids wird also über die Menge an der auch für Erwachsenen üblichen Zahnpasta gesteuert.

Typisch amerikanisch: Klare und einfache Regeln. Wir dürfen sicher sein, dass die deutschen Regeln deutlich komplizierter ausfallen. Die Frage ist, was am Schluss mehr Erfolg hat. Dieser Unterschied ist ja gerade auch für alle bei den Coronaimpfungen zu sehen: Deutschland stellt beste, komplex ausgefeilte Regeln auf – die im Alltag permanent umgangen werden. Ob wir das beim Thema Kariesprophylaxe besser machen werden?

Medien- und Internetabhängigkeit – Ein Problem von Kindern und Jugendlichen?

Von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es einige Daten, die sich mit Sucht bei Kindern und Jugendlichen befassen. Das umfasst Studien zum Rauchen, zum Konsum von Alkohol und zu Drogen.

Zum Thema einer exzessiven Mediennutzung gibt es Studiendaten erst seit 10 Jahren. Kürzlich erschein die BZgA-Studie zum Thema „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019 – Teilband Computerspiele und Internet„, die im Internet zum Download bereitsteht.

Grundlage war die Drogenaffinitätsstudie 2019, für die – ähnlich wie vier Jahre zuvor – 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt wurden. Die Befragung ergab, dass 12- bis 17-Jährige Computerspiele und Internet wöchentlich im Durchschnitt 22,8 Stunden, die Älteren (18- bis 25-Jährige) durchschnittlich 23,6 Stunden nutzten.

Von einer computerspiel- oder internetbezogenen Störung gehen die Autoren bei 8.4% der befragten Jugendlichen und 5.5% der jungen Erwachsenen aus. Interessanterweise sind bei den Jugendlichen mehr Mädchen (10%) als Jungen (7%) davon betroffen. Seit der ersten Untersuchung im Jahre 2011 sowie der Nachfolgeuntersuchung 2015 zeigt sich eine Zunahme dieser Störung.

App bei Lese-Recht-Schreibschwäche (LRS)

Die Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) ist betroffene Kinder und Eltern ein Problem, das im praktischen Umgang sehr mühsam ist. Es beginnt meist in den ersten Klassen, wenn es um die Bewertung und Benotung von Aufsätzen geht. Da sehen Kinder sehr oft den Rotstift und Noten, die ihrem Können oft nicht gerecht werden.

Oft noch schwieriger ist es TherapeutInnen zu finden, die im Umgang mit der LRS weiterhelfen können. Manches Mal geht es um sehr lange Fahrtwege, häufig geht es ums Geld, denn die Bezahlung der Therapien werden von den Krankenkassen meist nur teilweise erstattet.

Da stellt eine App einen Lichtstrahl dar. Linguisten, Informatiker und Psychologen der Universität Tübingen und des Tübinger Insti­tuts für Lerntherapie (TIL) haben ein digitales Lernspiel mit dem Namen Prosodiya entwickelt.

„Viele Kinder mit einer LRS haben Probleme, den Sprachrhythmus wahrzunehmen und die Betonungen der Wortsilben zu erkennen“, erläutert Heiko Holz, einer der Entwickler der App. Das sei ein echter Hemm­­schuh beim Schreibenlernen.

Mithilfe von „Prosodiya“ üben die Kinder, einzelne Wörter in Silben einzuteilen, die betonten Silben zu er­kennen und lange und kurze Vokale zu unterscheiden. Das hilft dabei die Rechtschreiberegeln leichter umzusetzen.

Die App kann von den Kindern selbst ohne Mithilfe der Eltern angewendet werden. Angedacht ist, dass Kinder über zehn Wochen drei bis fünf Mal in der Woche jeweils über 15 Minuten  Prosodiya anwenden.

Die App kann momentan kostenlos heruntergeladen werden kann. Sie wurde im Rahmen eines vom Bundesminis­terium für Bildung und Forschung geförderten Projekts entwickelt und durch die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Zum Ende des Schuljahres wird die App vermutlich kostenpflichtig sein.

Baukindergeld schnell beantragen

Nur wenige Eltern wird es betreffen. Aber noch können Anträge auf das Baukindergeld gestellt werden. Aber nur noch bis zum 31. März 2021.

Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich?

  • zu versteuerndes Einkommen des Haushaltes liegt unter 90.000 €/ Jahr (Grundlage: Einkommen des vorletzten und vorvorletzten Jahres)
  • im Haushalt lebt mindestens 1 Kind unter 18 Jahren
  • bei mehreren Kindern: Pro Kind geht die Einkommensgrenze um 15.000 € nach oben
  • nur für die erste und einzige Wohnimmobilie
  • der Bauantrag bzw. Kaufantrag für die Immobilie muss bis 31.März.2021 gestellt sein

Welche Vergünstigung ist damit verbunden?

  • Familien erhalten für 10 Jahre einen jährlichen Zuschuss
  • pro Kind und Jahr 1200 € – somit 12.000 €/ Kind insgesamt

Weitere Informationen können Sie hier nachlesen.

Weniger Neurodermitis auf dem Bauernhof

Das Leben auf dem Bauernhof ist in vielen Beziehungen günstig für ein gesundes Leben von Kindern. Studien aus Europa haben dies für die Entstehung von Allergien schon mehrfach belegt. So wurde bereits vor 10 Jahren im Rahmen der PASTURE-Study gezeigt, dass frühe Kontakte zu Tieren auf dem Bauernhof bei vielen Kindern das Auftreten von Neurodermitis verhindern kann.

Zusammenhang von der Häufigkeit von Neurodermitis (AD) mit der Anzahl und Diversität von Tieren in der Umgebung. Quelle: JACI, Steiman et al, 2020

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie über das Auftreten von Neurodermitis im Vergleich von Müttern und Kindern, die in den USA auf einem Bauernhof leben. Darin untersuchten Cheryl A. Steiman und Mitarbeiter von der University of Wisconsin in Madison das frühe Auftreten von Neurodermitis (early-onset AD (atopic dermatitis)) bei Müttern, die bereits in der Schwangerschaft auf dem Bauernhof lebten.

Es zeigte sich, dass eine frühe und damit tendenziell schwere Neurodermitis deutlich seltener auftrat, wenn zwei Bedingungen erfüllt waren:

  1. Ständige und enge Kontakte zu Tieren auf dem Bauernhof.
  2. Auf dem Bauernhof lebten viele unterschiedliche Tiere (Diversität).

Dabei spielt schon die Schwangerschaft eine günstige Rolle. Wenn also schwangere Bäuerinnen eng in die Arbeit mit Tieren eingebunden waren, trat bei ihren Kindern später seltener die – eher schwere – Frühform einer Neurodermitis auf.

Das enge Zusammenleben mit verschiedenen Tieren ist also auch in Bezug auf die Verhinderung einer Neurodermitis günstig. Für einzelne Tiere wie Katzen oder Hunde ließ sich dieser Effekt bisher nicht belegen.

Vitamin D jenseits des zweiten Lebensjahres

Langsam werden die Tage wieder länger und die Sonne scheint stärker auf uns herab. Dennoch reicht das Sonnenlicht, genauer die UV-B-Strahlung, noch nicht aus, um unseren täglichen Bedarf an Vitamin D zu decken. Das gelingt erst den Monaten April bis September, wenn wir um die Mittagszeit (10-15 Uhr) nach draußen gehen und dabei eine Viertelstunde mit unbedecktem Kopf und Unterarmen der Sonne ausgesetzt sind.

Etwa 10% des täglichen Bedarfs an Vitamin D können vom Körper mit der Nahrung aufgenommen werden. Hierzu tragen Meeresfische aus Kaltwasserregionen (Lachs, Hering u.a.) besonders bei. Das aufgenommene Vitamin D wird über die Leber und die Nieren weiter verstoffwechselt und in die aktive Form Calcitriol gebracht.

Die übrigen 90% des Vitamin-D-Bedarfs werden über die Sonnenstrahlung gedeckt. Diese ist im Winter gering, womit auch die Vitamin-D-Spiegel im Körper absinken. Aber welcher Spiegel ist normal? Diese Frage ist sehr komplex. Denn der Vitamin-D-Spiegel ist von vielen Faktoren beeinflusst, so auch von der körperlichen Aktivität. Auch die Bestimmung des Vitamin-D im Labor ist aufwendig und häufig werden Methoden verwandt, die finanziell günstiger aber nicht ausreichend genau sind (wie der ELISA).

Über die letzten Jahrzehnte wurde klar, dass Vitamin-D eine weit höhere Bedeutung hat als die Regelung des Knochenstoffwechsels. Belegt ist ein Bezug auf das Immunsystem, über den sich auch der vermutete Einfluss auf Autoimmunerkrankungen, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale oder Infektionskrankheiten erklären könnte.

Was bedeuten all diese Informationen für Kinder und Jugendliche in Deutschland? Die KiGGS (Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland) zeigte, dass der Vitamin-D-Spiegel nur bei einem Drittel der Kinder im Zielbereich lag. Bei den anderen lag der Wert darunter. Echte Mangelerkrankungen sind aber eine Rarität. Die deutschen Kinder- und Jugendärzte vertreten in der Mehrheit den Standpunkt, dass allein ein niedriger Vitamin-D-Wert bei Kindern nach dem zweiten Geburtstag keinen Behandlungsgrund darstellt.

Eine Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie (DGKED) zur Gabe von Vitamin D bei über 2-jährigen Kindern liegt seit 2018 vor. Darin können Sie weitere Details zu dieser Frage nachlesen.

Kann Fischöl Asthma verhindern?

Hat der Verzehr von Fischöl einen günstigen Einfluss und vermag die Entstehung von Asthma bronchiale bei Kindern zu verhindern? Das legt eine Studie nahe, die Hinweise für einen Zusammenhang zwischen zu wenig langkettigen Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung und dem vermehrten Auftreten von Asthma fanden.

Durch die Ernährung nehmen wir je nach Zusammensetzung der Speisen mehr oder weniger Omega-3-Fettsäuren auf. Prinzipiell ist der menschliche Stoffwechsel jedoch in der Lage, die wichtigen langkettigen Omega-3-Fettsäuren (Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA)) selbst zu bilden. Dazu benötigt er das Enzym Delta-6-Desaturase. Das Gen für dieses Enzyms kann jedoch die Variante (rs1535) aufweisen, wodurch die Aktivität deutlich herabgesetzt ist. In der Folge gelingt es dem Körper nicht, einen Mangel an der Zufuhr der langkettigen Omega-3-Fettsäuren bei einer Durchschnittskost aus der Nahrung ausgleichen.

Eine Forschergruppe um Seif Shaheen von der Queen Mary University of London hat im Rahmen der Avon Longitudinal Study of Parents and Children – kurz ALSPAC-Studie – gefunden, dass fast die Hälfte der untersuchten Kinder von der Variante rs1535 betroffen sind. Bezogen auf die Zufuhr der langkettigen Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung zeigte sich, dass Kinder, die im Alter von 7 Jahren sehr viele der Omega-3-Fettsäuren – beispielsweise als Fischöl – in ihrer Nahrung aufnahmen, im Alter von 11 bis 14 Jahren nur halb so oft an Asthma bronchiale erkrankt waren.

Noch ist der Zusammenhang nicht wissenschaftlich gesichert. Dazu bedarf es weiterer Studien, die diese Frage unter Einsatz von Placebos direkt untersuchen (sog. randomisierte placebo-kontrollierte Doppelblindstudien).

Bis dahin ist es sicher kein Fehler, bewusst Fisch auf den Tisch zu bringen. Die gewünschten langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA finden sich besonders bei Fischen aus Kaltwasserregionen: Lachs, Hering, Makrele und Thunfisch. Für viele Eltern ist aber die schwierigere Frage: Wie kann ich meine Kinder dazu bewegen, Fisch zu essen? 

Babymenus

Der Ernährungsaufbau von Säuglingen ist für Eltern so manches Mal verwirrend. Es gibt jedoch einige Eckpfeiler. Einer – allen bekannt – ist, dass Stillen die beste Nahrung für den Säugling ist. Und dass Säuglinge – soweit es der Mutter möglich ist – mindestens 4 Monate, besser 6 Monate, voll gestillt werden sollten.

Nach dem 4. Lebensmonat, wenn also der fünfte Monat begonnen hat, kann mit dem Zufüttern begonnen werden. Ein weiterer Eckpfeiler ist: Spätestens, wenn der Säugling volle sechs Monate alt ist, sollte er neben dem Stillen zugefüttert werden.

Die Breie können von den Eltern selbst hergestellt werden. Gerade zu Beginn des Zufütterns, wenn Säuglinge sich mit Löffelmahlzeiten noch etwas schwer tun und vieles wieder heraustrielen oder – spucken, sind die „Gläsle“ jedoch sehr praktisch.

Dass es bei den Fertiggläschen Qualitätsunterschiede gibt, verwundert nicht. Ein Test der Stiftung Warentest fand heraus, dass nur ein Teil der Produkte die Babys optimal mit Nährstoffen versorgt. Dazu zählen folgende Breie:

Produkt Note Preis Anmerkung
dmBio Fenchel-Pastinake mit Couscous&Huhn 2,2 0,87 € sehr vorteilhafter Fettgehalt
Hipp vegetarisches Menü Couscous Gemüse-Pfanne 2,2 1,25 € vegetarisch; sehr vorteilhafter Fettgehalt
Alnatura vegetarisches Menü Linsengemüse mit Couscous 2,3 1,09 € vegetarisch
Bebivita Rahmkartoffeln mit Karotten und Hühnchen 2,3 0,85 € sehr vorteilhafter Fettgehalt; viel zugesetztes Eisen
Bebivita Kartoffel-Püree mit Gemüse und Hackfleisch 2,4 0,85 € viel zugesetztes Eisen
Alnatura Gemüse mit Süßkartoffeln und Huhn 2,5 1,09 € einziger Brei mit zugesetztem Vitamin C
dm Babylove Tomaten-Gemüse mit Nudeln 2,5 0,58 € vegetarisch; günstigster Fertigbrei, viel Jod

Die Tabelle zeigt die empfehlenswerten Babybreie. Alle enthalten übriges 190 Gramm Brei pro Gläschen. Spannend sind auch viele weitere Informationen, die im Test aufgeführt sind. Wir möchten Ihnen also empfehlen, den ganzen Test zu lesen (Heft 01/2021).

Impfungen: Was haben sie bisher erreicht?

Das Thema Impfung löst bei uns Deutschen häufig enorme Emotionen aus. Das Spektrum reicht von der Sorge um vermeintlich hohe Raten an Nebenwirkungen (die verschweigen würden) bis hin zu Genmanipulationen im Zusammenhang mit den neuen mRNA-Impfstoffen von BioNTech, Moderna und CureVac.

Manchmal ist ein Blick zurück ganz sinnvoll. Was haben Impfstoffe in den letzten Jahrzehnten erreicht? Da aus Deutschland nur unzureichende Daten vorliegen, werfen wir hier anhand der Daten der American Academy of Pediatrics* einen Blick darauf, was Impfungen bisher in den USA aufweisen können:

Erkrankung Jährliche Erkrankungen vor Einführung der Impfung Jährliche Erkrankungen im Jahr 2007 Rückgang in %
Pocken 48.164 0 100
Diphterie 175.885 0 100
Tetanus 1314 28 98
Keuchhusten 147.271 10.545 93
Kinderlähmung 16.316 0 100
Masern 503.282 43 > 99
Mumps 152.209 800 > 99
Röteln 47.745 12 > 99

Dabei zeigt sich, dass einige Krankheiten mithilfe der Impfungen – bezogen auf die USA – auf dem amerikanischen Kontinent ausgerottet sind: Pocken, Kinderlähmung. Der riesige Impferfolg bei anderen Infektionskrankheiten beginnt jedoch zu bröckeln. Die Bereitschaft zum Impfen ist in einigen Gruppen der Bevölkerung abgesunken. Das gilt besonders für die Masern. Aber Impferfolge sind davon abhängig, dass sich gesunde Menschen solidarisieren und sagen: Ich lasse mich impfen, damit ein Erreger sich in meinem Körper nicht ausbreiten kann. Und das, obwohl mir die Krankheit wenig ausmachen würde. Weil es andere Menschen gibt, die keine so gute Immunität haben und meine Solidarität brauchen. Wenn wir beim Impfen erfolgreich sein wollen, müssen wir vom Egoismus etwas abkehren – vom Ich zum Wir.

Die Mehrheit der Menschen in den Industrieländern haben diese schlimmen Krankheiten nicht mehr kennengelernt, die heute – bis auf den Keuchhusten und Tetanus – komplett zu besiegen wären. Ob die Impfpflicht gegen Masern hier etwas bewirken wird, bleibt abzuwarten. Deren Umsetzung wird auch nach der Corona-Pandemie mühsam sein.

Mit den neu entwickelten Impfstoffen gegen das SARS-Coronavirus-2 ist die Diskussion um Impfungen wieder aufgeflammt. Das bietet den Wissenschaftlern die Chance, interessierten Menschen zu erklären, wie die unterschiedlichen Konzepte funktionieren. Das sind jedoch keine Information so nebenbei. Die Impfprinzipien können nicht mit einfachen Schlagwort beschrieben werden. Wichtig ist, dass die Aussagen wie sie die AfD verbreitet zwar einfach sind – aber ebenso auch falsch: fake news. Wer von Genetik spricht, sollte sich auch die Mühe machen, nicht Birnen mit Äpfeln zu vermengen.

* Active and passive immunization. In: Pickering LK, Baker CJ, Kimberlin DW, Long SS, eds. 2009 red book: report of the Committee on Infectious Diseases. 28th ed. Elk Grove Village, IL: American Academy of Pediatrics; 2009; 48-49