Schlagwort: Gräserpollen

Was geht rum? 03. Juli 2021

3 Milliarden Menschen geimpft – Impftempo nimmt Fahrt auf

Wird eine dritte Corona-Impfung kommen? 

Badedermatitis: Larven dringen in die Haut

USA: Winterinfekte schon im Sommer – bald auch bei uns?

Am Dienstag dieser Woche war es soweit: 3.000.000.000 (3 Milliarden) Corona-Impfungen sind weltweit verabreicht worden. Die erste Milliarde war innerhalb 20 Wochen verimpft worden, die letzte in nur 4 Wochen. Eine großartige Leistung. Richtig stolz können wir aber erst sein, wenn auch Menschen außerhalb der Industriestaaten – wie in Afrika – erreicht wurden.

Das Impftempo in Deutschland ist seit Wochen enorm hoch. Deutschland hat inzwischen sogar die USA übertroffen: In Deutschland sind zur Mitte des Jahres 54,08 Prozent der Bevölkerung erstgeimpft, in den USA sind es 53,80 Prozent. Bei den Zweitimpfungen haben wir noch Nachholbedarf.

Anteil der Virusvarianten in den auf SARS-CoV-2 untersuchten Proben des RKI nach Kalenderwoche. Foto: RKI

Am Wettlauf beteiligt sich auch die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus (B.1.617.2). Seit dieser Woche gehen 37% aller Infektionen (Stand 30.06.) deutschlandweit auf diese Variante zurück. In Baden-Württemberg liegt die Zahl mit 32% etwas niedriger. Trotzdem: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem SARS-CoV-2 sinkt – noch!

Brauchen wir vielleicht eine dritte Impfung? Eine solche Booster-Impfung sollte für den wieder erlahmenden Impfschutz bei älteren oder immungeschwächten Menschen ein Antrieb (engl: booster) sein. Zu dieser Frage startet in England gerade die CoV-BOOST-Studie. In ihr wird verglichen, wie gut die Auffrischung einer bisher zweimaligen Impfung mit AstraZeneca oder BioNTech durch eine weitere Impfung gelingt. Zum Einsatz kommen dabei 7 verschiedene Impfstoffe, unter ihnen natürlich AstraZeneca (ChadOx1 nCoV-1), BioNTech (BNT162b2), aber auch Novavax (NVX-CoV2373) und CureVac (CVnCoV). Letzterer ist bekanntlich der Impfstoff aus Tübingen, dessen Wirkprofil im Moment heiß diskutiert wird.

Zu den Coronaimpfungen kommen in enger Taktung immer neue Aspekte ans Tageslicht. Ist ja auch verständlich: Immerhin gibt es die Impfung erst seit 7 Monaten. Viele Menschen sind verwirrt, besonders wenn es um die ständigen Wechsel bei der Strategie mit dem AstraZeneca- Impfstoff geht. Man wir an ein Zitat von Kurt Tucholsky erinnert: „Ich glaube jedem, der die Wahrheit sucht. Ich glaube keinem, der sie gefunden hat. “

Wasservögel. Foto: pixabay, S. Hermann & F. Richter

Im Juli wärmen sich die Seen in Baden-Württemberg spürbar auf, das Baden wird sehr angenehm. Die Wassertemperaturen gefallen aber auch den Zerkarien, kleinen Larven von Saugwürmern, die auf der Suche nach Enten sind, die sie befallen können. Auf diesem Weg verirren sie sich manchmal in die Haut von Menschen, die dann über viele Tage vom Juckreiz geplagt sind: Badedermatitis oder Zerkariendermatitis. Im praxisblättle der letzten Woche können Sie weitere Informationen hierzu finden.

Aus den USA kommen vermehrt Berichte, dass Kinder schon jetzt – vor der eigentlichen Infektzeit – die typischen Infekte der kalten Jahreszeit bekommen: Fieber, Halsschmerzen, Ohrentzündungen verursacht durch die Erkältungsviren (Rhinoviren, Parainfluenzaviren u.a.). Die Washington Post (in Englisch) hat gerade einen Artikel veröffentlicht, dass im Süden der USA die „Erkältungen“ schon jetzt begonnen haben. In Baden-Württemberg sind wir nicht soweit. Die Wintersaison wird aber in diesem Jahr zwischen den Erkältungsviren, Grippeviren und Coronaviren anders aussehen als vor der Pandemie.

Nach langer Pause sind im Kreis Konstanz zwei Fälle von Mumps aufgetreten. Wegen der Pandemie sind in Baden-Württemberg in diesem Jahr bisher nur 7 Fälle bekannt geworden. Im letzten Jahr waren es zur gleichen Zeit 62. Andere ansteckende Krankheiten des Kindes- und Jugendlichenalters sind nicht auffällig.

Bei den Pollen bleibt alles beim Gleichen: Am Wochenende werden die Gräserpollen wieder zu einem Höhenflug antreten nach einer weitgehend verregneten Woche. Begleitet werden sie von den Pollen des Spitzwegerich.

Grillspieße Foto: pixabay, Paweł Szpiler

Mit den warmen Temperaturen gibt es am Wochenende wieder vermehrt Grillfeste. Für Kinder sind das wunderbare Gelegenheiten, sich draußen auszutoben. Kontakt zu Gräsern wird sicher dabei sein. Deswegen sollte am Abend der Körper auf Zecken untersucht werden. Keine Panik: Gerade die Übertragung der Borrelien dauert Stunden. Wenn Zecken erst am Abend entdeckt werden, kann also eine Infektion höchstwahrscheinlich verhindert werden. Weitere Informationen hier.

Was geht in der Welt rum? In Nicaragua sind im Laufe dieses Jahres bereits 20.365 Menschen am Dengue-Fieber erkrankt, im letzten Jahr waren es insgesamt über 53.000 Betroffene. Mückenschutz ist die wichtigste Maßnahme, eine Ansteckung zu verhindern.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes und genussvolles Wochenende, Ihr

Was geht rum? 26. Juni 2021

Sommer I: Schwimmen lernen – weil’s Spaß macht und vorm Ertrinken schützt

Sommer II: Mit Sonne weniger Corona-Infektionen

Sommer III: Erneut erheblicher Gräserpollenflug

Sommer: IV: Kaum Infektionen

Schwimmen in Bädern, in Seen oder im Meer ist für viele der Höhepunkt eines Sommer. Mit der Corona-Pandemie dürfte jedoch die Zahl der Kinder die schwimmen können zurückgegangen sein. Aus den USA liegen Daten vor, die klarmachen, wie wichtig die Fähigkeit zu schwimmen für Kinder ist. Demnach ist der Ertrinkungstod die zweithäufigste Todesursache von Kindern unter 14 Jahren. Das gilt auch für Deutschland. Bei uns sind es pro Jahr 30-40 Kinder, die so ihr Leben verlieren. Umso wichtiger ist es, Kinder in diesem Sommer den Wasserspaß genießen zu lassen. Damit sie Lust bekommen, schwimmen zu lernen.

Einflussfaktoren auf den saisonalen Rückgang der SARS-CoV-2 Infektionen im Sommer in Europa. Foto: Tomáš Gavenciak et al., 2021

Drängt der Sommer die Bedeutung der Coronaviren zurück? Betrachtet man die Erkrankungszahlen scheint dies der Fall zu sein. Auch Wissenschaftler wie Prof. Drosten von der Charité weisen darauf hin: „Nach derzeit konsensfähigen Schätzungen bewirkt der Sommereffekt ca. 20% Reduktion“ schreibt er auf Twitter. Eine Studie der Universität Oxford findet mit ihren Modellrechnungen, dass in 143 gemäßigten Klimazonen in Europa ein Rückgang der Übertragung von 42,1% zum letzten Winter stattgefunden hat. Diese Saisonalität ist jedoch komplexer als gedacht, wie die obenstehende Graphik (in Englisch) zeigt. So geht der Sommer mit mehr UV-Strahlung einher, Menschen halten sich länger draußen auf und somit wird die Empfänglichkeit für Infektionen auch über höhere Vitamin-D-Spiegel vermutlich verringert.

Vor den Ferien hat das Auswärtige Amt eine wichtige Änderung umgesetzt: Ab Juli werden nur noch Reisewarnungen für Hochrisikogebiete ab einem Inzidenzwert von 200 (Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf 100.000 Einwohner pro Woche) ausgesprochen.

Die Gräserpollensaison wird zum Wochenende einen zweiten heftigen Anlauf nehmen. Dieser wird vom (geringen) Flug der Spitzwegerichpollen begleitet sein.

Atemwegsinfektionen sind jahreszeitlich bedingt weiterhin selten. Bei den Kinderkrankheiten wirken die Corona-Schutzmaßnahmen nach: keine Masern, kein Mumps, keine Röteln im Ländle in der letzten Woche. Der Sommer ist eine gute Gelegenheit, das Impfheft herauszuholen und fehlende Impfungen (nicht nur) bei Kindern nachzuholen.

Was geht in der Welt rum? In Madagaskar steigt die Zahl der Malaria-Erkrankten seit dem vierten Quartal 2020 stark an. Bis März dieses Jahres wurden etwa 768.200 Fälle dokumentiert, wobei die südlichen Regionen der Insel im Indischen Ozean besonders stark betroffen sind. Dort regnet es – vermutlich infolge des Klimawandels – in den letzten Jahren kaum noch, die chronische Unterernährung (stunting) nimmt dramatische Ausmaße an und die Gesetzeslosigkeit (Vieh-Diebstahl von sog. valahos) ebenso. Als Reiseziel ist diese Region aus genannten Gründen kaum zu empfehlen. Für  unerschrockene Menschen dürften die Malariaprophylaxe oder das Verhindern von Coronainfektionen vernachlässigbare Probleme sein.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sommerwochenende mit Ihrer Familie. Herzlich grüßt Sie  Ihr

Was geht rum? 08. August 2020

Der Hochsommer ist wieder da. Mit ihm trockene Luft, in der sich Pollen Hunderte Kilometer weit bewegen können. Gräserpollen spielen im Südwesten vorwiegend in den höheren Lagen eine Rolle. Dort ist auch der Wegerich aktiv, während am Rhein die Beifußpollen bedeutsamer sind. Je länger es trocken bleibt, umso weniger Pollen sind übers Wochenende zu erwarten.

Banale Infekte spielen inzwischen kaum eine Rolle mehr. Die kleine Infektwelle, die mit der Öffnung der KiTas und Schulen einherging, ist vorbei. Und trotz alledem bewegen sich die Erkrankungszahlen bei den Kinderkrankheiten auf niedrigem Level. Seit 22 Wochen traten keine Masern auf – der letzte Woche gemeldete Fall war eine Fehlmeldung. Auch bei Keuchhusten und Windpocken wenig Neuerkrankungen – außer in der Region Freiburg.

Corona bleibt das Hauptthema. Ob nun Dauerwelle oder zweite Welle oder was auch immer: Das Corona-Virus ist unter uns und verbreitet sich. Nach den Ferien hat sich Prof. Dr. Drosten vom Robert Koch-Institut in DIE ZEIT mit klugen Gedanken zu Wort gemeldet: „Während das Virus mit der ersten Welle in die Bevölkerung eingedrungen ist, wird es sich mit der zweiten Welle aus der Bevölkerung heraus verbreiten.“ Künftig gilt es, Cluster – also Anhäufungen von Infektionen – schnell zu erkennen, bevor sich das Virus von dort aus spinnenartig ausbreitet.

Tollkirsche Quelle: pixabay, hans

Bald trägt die Tollkirsche in einigen Landstrichen wieder Früchte. Glücklicherweise sind diese schwarz und damit für die meisten Kinder nicht so recht attraktiv. Eltern schweigen sich also am besten aus, wenn sie an Tollkirschen vorbeikommen. Erst ältere Kinder und Jugendlichen sollten über die Gefährlichkeit dieser Pflanze aufgeklärt werden. Wenn Sie sich noch mal informieren wollen – hier in einem Beitrag des praxisblättle finden Sie das Wichtigste.

Was geht in der Welt rum? Für Reisende in Europa ist eine oft unbekannte, aber wichtige Erkrankung das West-Nil-Fieber. In den letzten vier Wochen traten in Griechenland zehn Infektionen auf, besonders in den Regionalbezirken Xanthi, Thasos und Serres im Nordosten des Landes. Mückenschutz ist wichtig.

Ab Montag schauen wir nach Berlin. Dort werden 365.000 Schülerinnen und Schüler wieder ihre Ranzen packen und zur Schule gehen. Dort soll Regelunterricht in voller Klassenbesetzung stattfinden. Manche Lehrer haben Sorge, wie das gut gehen sollte. Die Politik hat noch keine schlüssige Antwort geliefert. Immerhin landen am Flughafen in Tegel Flugzeuge mit 2000 Personen aus Risikogebieten – täglich. „Dit is Berlin“. Wir im Südwesten sollten genau hinsehen. Damit bei uns Regelunterricht ab Mitte September wieder für alle Schüler möglich wird.

Ich wünsche Ihnen ein faules Wochenende mit schattigen und leicht belüfteten Plätzen in der Natur, wo man die Seele baumeln lassen kann und verbleibe mit herzlichen Grüßen

Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 13. Juni 2020

Erste Pressestimmen sprechen inzwischen über die Kinder in der Coronakrise. Meist noch unter dem Titel, dass Kinder ein Recht auf Bildung haben. Das ist schon mal gut. Kinder und Jugendliche sollten aber auch ein Recht zugesprochen bekommen, wieder mehr gemeinsam machen zu dürfen: Mit anderen Kindern im Sandkasten. Oder in Jugendzentren abhängen. Ohne gleich „gebildet“ zu werden. Für ihre Entwicklung ist das mindestens genauso wichtig, macht den meisten jedoch erheblich mehr Spaß.

Altersanteil der COVID-19-Erkrankungen über die Kalenderwochen 10 bis 21 Quelle: RKI

Die Virologen um Prof. Drosten sind noch zögerlich, den Kinder und Jugendlichen mehr Freiheit im öffentlichen Raum zuzugestehen. Ein wichtiger Grund ist, dass seit dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, also seit Ende März, der prozentuale Anteil der Kinder und Jugendlichen (0-20 Jahre) an allen Erkrankten immer mehr ansteigt. Andere Daten sehen eine Verbreitung der Infektion unter Kindern gelassener. Wie auch immer, wir sollten langsam versuchen, Kindern mehr Freiheit zu geben. Für die Beschränkung der elementaren Bedürfnisse von Kindern liegen keine ausreichenden Gründe vor. Einige Bundesländer wie Schleswig-Holstein haben jetzt damit begonnen, diese Freiheiten für Kinder wiederherzustellen. Neue Hoffnungen.

Gräserpollenkonzentration der letzten Woche am Bodensee Quelle: pollenundallergie.ch

Nach den regenreichen Tagen sind die Pollen seit gestern in Hochform. Gräserpollenallergiker sollten erstmal vorsichtig sein. In den kommenden Tagen ist mit einem leichten Rückgang der Pollenbelastung zu rechnen, sofern kein bedeutsamer Wind hinzukommt.

Infekte? Noch immer fast Fehlanzeige. Welch ein Glück für Kinder und Jugendliche.

Was machen die Kinderkrankheiten? Bei den Masern wurde die vorletzte Neuerkrankung in der 9. Kalenderwoche in Baden-Württemberg gemeldet. Der Lockdown hat in den folgenden Wochen dazu geführt, dass keine Masern mehr auftraten. Nun ist in der letzten Woche erstmals wieder eine neue Infektion aus Reutlingen gemeldet worden – nach 12 Wochen Pause also jetzt der Erkrankungsfall Nummer 26 in diesem Jahr. Im letzten Jahr waren es zur gleichen Zeit 67 Betroffene.

Was geht in der Welt rum? Bald dürfen wir wieder reisen. Aber nur in Europa. Auch hier können uns Krankheiten begegnen. Sogar in der so idyllischen Schweiz, wo in diesem Jahr bereits 67 Erkrankungen an FSME (Frühsommer-Meningo-Encephalitis) gesichert wurden, mehr als im bisherigen Rekordjahr 2018. Die Zecken machen also an der Grenze nicht Halt. Im angrenzenden Baden-Württemberg haben in der letzten Woche 9 neue Fälle die Zahl der Betroffenen auf 42 hochschnellen lassen. Gemessen daran, dass im Ländle aber 2.5 Millionen Menschen mehr leben, ist die Zahl erstaunlich gering. In jedem Fall: Vorsicht vor Zecken. Egal ob im Ländle oder in der Schweiz. Mehr dazu finden Sie hier.

Am Montag beginnt nach 3 Monaten wieder der Unterricht für alle Kinder und Jugendlichen, im Schichtbetrieb und ausgedünnt. Aber immerhin. Je nach Schule (und Zahl der arbeitenden Lehrer) sind das bis zu den Sommerferien mal knapp 5 Tage Unterricht, mal wochenweise halbtags.

Das Wochenende bringt heute Morgen Sonnenschein und angenehme Wärme, später am Nachmittag wohl mehr Sturm und Regen. Genießen Sie das Wechselspiel. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 06. Juni 2020

Für die allergischen Kinder und Jugendlichen kommt an diesem Wochenende eine kleine Erholungspause. Mit dem Regen dieser Tage werden die Pflanzen aber wieder neue Pollen bilden können, die sich zur Wochenmitte bei ansteigenden Temperaturen ausbreiten werden. Dann wird sich die Saison der Gräserpollen fortsetzen.

Auf die Infekte hat das Wetter wohl keinen Einfluss. Sporadische Infekte sind immer möglich, es gibt aber keine eindeutigen Trends. Auffallend ist nur, wie selten Infektionen auftreten: Die Zahl der Rotavirus-Infektionen (Magen-Darm-Grippe) liegen in diesem Jahr gegenüber 2019 um mehr als 75% niedriger. Und, in ganz Baden-Württemberg trat in dieser Woche kein einziger Fall von Masern, Mumps oder Röteln auf. An Kinderkrankheiten spielt nur Scharlach, Windpocken und Keuchhusten eine Rolle. Aber nur eine kleine!

Die Erkrankungen mit dem Coronavirus sind in Baden-Württemberg auf sehr niedrigen Niveau angekommen. Pro 100.000 Einwohner sind – Stand 04.06.32020 –  genau 1,2 Personen davon betroffen. Die Schwankungen bewegen sich von Werten über 6 (Schwarzwald-Baar) bis zu 0 (Breisgau-Hochschwarzwald, Bodenseekreis, Freudenstadt, Göppingen, Konstanz, Lörrach, Ravensburg, Sigmaringen, Tuttlingen, Waldshut, Baden-Baden). Das ist nur eine Momentaufnahme, die Zahlen können sich schnell ändern. Wir sollten sorgsam mit der gebesserten Situation umgehen. Ein zentrales Ziel sollte weiterhin sein, den Kindern und Jugendlichen möglichst bald ein unbeschwertes und freies Leben in der Gruppe möglich zu machen. Auf den Absacker in der Bar, sollten wir solange verzichten.

Was geht in der Welt rum? Die Demokratische Republik Kongo erlebt gerade wieder einen Ausbruch von Ebola hämorrhagisches Fieber (EHF) in der Provinz Équateur. Noch sind es erst 3 gesicherte und 3 Verdachtsfälle. Vorsicht in angesagt, denn vor 2 Jahren nahm dort der schwere Ebola-Ausbruch seinen Anfang.

Traumstrände. Kein Mensch, Natur pur. Quelle: ptw

Zieht es Sie und Ihre Familie wieder in den Urlaub in Europa? Dann vergessen Sie nicht, über eine Auslandskrankenversicherung nachzudenken. Nein, wir vom praxisblättle werden von keinem Versicherungsunternehmen gesponsert. Es stimmt, dass die gesetzliche Krankenkasse prinzipiell für Krankheitskosten in der Europäischen Union, in Island, Liechtenstein und Norwegen und einigen anderen Ländern für einen Anteil der Arzt- und Krankheitskosten aufkommt. In der Regel erstattet sie nur einen Teil der angefallenen Kosten. Bei der Erstattung von Medikamenten-Kosten wird es oft noch schwieriger. Eine Auslandskrankenversicherung kostet hingegen für eine Familie um die 20 € fürs ganze Jahr. Fast immer eine lohnende Sache.

Ausgedehnte Wanderungen werden wohl die wenigsten an diesem Wochenende unternehmen. Es sieht eher nach nass-kaltem Wetter aus. Egal, ob Sie nun Ihr Haus aufräumen oder mit den Kindern einen ausgedehnten Spiele-Nachmittag verbringen – genießen Sie die Abwechslung. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 30. Mai 2020

Für Kinder könnte vieles so toll sein. Im Rahmen der Pandemie ging die Zahl der üblichen Virusinfekte massiv zurück. Hinzu kam auch eine größere Sicherheit im Verkehr mit deutlichem Rückgang der tödlichen Unfälle (für März: minus 23%). Für den Alltag der Kinder hat sich bis heute nur wenig verbessert. Sie müssen noch einen weiteren Monat warten, bis sie ohne Einschränkungen mit Freunden spielen können wie es ihnen gefällt.

Auch wenn die Temperaturen in Baden-Württemberg morgens in dieser Woche zumeist einstellig waren, dürfen wir uns nicht täuschen lassen: Die Sonne tagsüber hat enorme Kraft und ist ebenso stark wie im Juli. Es ist gut, an den Sonnenschutz der Kinder zu denken. Was ist wichtig?

  • Etwa 80% der lebenslangen UV-Bestrahlung der Haut findet im Kindes- und Jugendlichenalter statt. Wer seine Kinder gut schützt verhindert also Folgeerkrankungen (z.B. Hautkrebs) so effektiv wie es nie wieder möglich ist.
  • UV-Strahlung erzeugt keine Wärme.Wir spüren also nicht, wenn unsere Haut leidet. Spürbar ist erst der Sonnenbrand. Aber dann ist’s bereits zu spät.
  • Schatten ist der beste Sonnenschutz für Kinder. Und nebenbei ohne Nebenwirkungen oder Kosten
  • Die stärkste UV-Strahlung besteht um die Mittagszeit. Dann sollten Kinder eher im Haus eine kleine Pause einlegen. 

Weitere detaillierte Hinweise finden Sie in einem früheren Beitrag des praxisblättle. Gute Sonnenschutzmittel sind heute auch in Discountern zu finden, wobei in unseren Breiten ein Schutzfaktor von 30 ausreichend ist. Und besser als jede Creme bleibt der Schatten.

Der Gräserpollenflug geht wie vermutet weiter. In den meisten Jahren geht er erst Ende Juni langsam zurück. Neben den Dauermedikamenten sollten die Notfallmedikamente bereit gehalten werden. Bei neu auftretenden Symptomen, wenn beispielsweise zum Heuschnupfen Husten hinzutritt, sollte zeitnah eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Allergien können mit der Zeit besser werden. Leider aber können sie sich auch verschlechtern und andere Notfallmedikamente erfordern.

Wo Kinder gerade selten von Infektionen heimgesucht werden, besteht eine gute Gelegenheit, sie gegen andere üble Erreger zu impfen. Eine große Untersuchung der Cochrane Library hat Daten zur Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken veröffentlicht. Dabei wurde zunächst in 51 Studien mit zusammen etwa 10 Millionen Kindern die Wirksamkeit geprüft. Es zeigte sich, dass bereits nach der ersten Impfung (empfohlen werden zwei) gegen Masern und Windpocken ein Schutz von 95% aller Geimpften vorliegt. Bei Mumps ist die Rate nach der ersten von zwei Impfungen lediglich bei 72%.

In Bezug auf die Nebenwirkungen wurden viele Studien mit zusammen 13 Millionen Kindern ausgewertet. Nochmals konnte ein Zusammenhang mit Autismus klar ausgeschlossen werden. Aber auch in Bezug auf Hirnhautentzündungen, Entwicklungsstörungen oder Leukämie zeigten sich keine Hinweise. Die Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) und Masern-Mumps-Röteln-Windpocken (MMR-V) sind also sehr effektiv und sicher.

Wie steht es um die schweren Verläufe von Corona-Virus-Infektionen? Das zeigt die oben stehende Graphik. Seit 3 Wochen nur noch wenige stationäre Aufnahmen in deutschen Kinderkliniken. Und, vielleicht noch wichtiger, keines der Kinder und Jugendlichen musste auf die Intensivstation verlegt werden. War’s das? Wir wissen es nicht. Vorsicht ist weiter angesagt. Ganz besonders der Abstand gegenüber fremden Menschen.

Ach so, ob Infekte rumgehen? So gut wie gar nicht. Vieles ist schwierig. Aber Eltern und Kinder können diese Tage fast ohne Infekte genießen. Da kommen manchem nur die Pollen in den Weg. Aber auch da gibt es für die meisten gute Möglichkeiten, auszuweichen. So ist die Pollenbelastung in den Bergen im Moment nicht gar so stark.

Was geht in der Welt rum? Weiterhin sind die Infektionen mit dem Dengue-Virus besonders bedeutsam. Sie kommen in Asien, Afrika und Lateinamerika vor. Besonders beunruhigend ist, dass trotz einer großen Impfkampagne in Pakistan 49 Personen in diesem Jahr wieder an Polio (Poliomyelitis-Wildvirus) erkrankt sind.

Welches Thema wird am Montag im praxisblättle behandelt? Diesmal geht es nicht um das Corona-Virus, sondern um die Zecke. Genauer, um eine weitgehend unbekannte und elegante Methode, Zecken zu entfernen.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes und sommerliches Pfingsten, Zeit zum Genießen der Natur und Picknicken mit Ihren Kindern. Bleiben wir hoffnungsvoll, dass auch alle Viren sich entspannen und wir wieder enger zusammenrücken dürfen.  Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 23. Mai 2020

Kinder und Jugendliche brauchen wieder einen Alltag miteinander. Und die Wissenschaft hat mehrfach belegt, dass dem nur wenig Argumente entgegenstehen. Im praxisblättle haben wir uns schon länger dafür ausgesprochen. Nun liegt eine Stellungnahme der wichtigsten deutschen Fachgesellschaften der Kinder- und Jugendmedizin vor: Schulen und Kitas sollten wieder geöffnet werden.

Dem widersetzen sich noch einzelne Personen, denen wir die Kinder anvertraut haben und die aus Angst lieber zuhause bleiben wollen. Weil sie über 60 sind oder einen Onkel haben, der an Krebs erkrankt ist. Vorbei mit dem Engagement für Kinder? Risikogruppen haben ein erhöhtes Risiko, soweit richtig. Aber sie müssen sich nicht verstecken. Ein Kontakt für sie ist nicht gleich mit einer schweren Erkrankung verbunden. Nur das Risiko hierfür ist etwas höher. In Kliniken arbeiten Schwestern, Pfleger und Ärzt*Innen schon seit Monaten, weil ihnen unser aller Wohl am Herzen liegt. Auch wenn sie damit höhere Risiken eingehen. Diese Einstellung muss nun bei manchem Pädagogen ankommen. Nur Mut! „Eure“ Kinder brauchen Euch!

Gräserpollenflug am Bodensee. Die graue Fläche zeigt die Werte von 2009-2019. Die schwarzen Säulen zeigt die aktuellen Werte. Quelle: pollenundallergie.ch

Die Gräserpollensaison ist im vollen Gange. Sie begann ja schon Anfang April und erreichte in den letzten Tagen Spitzenwerte. Kinder und Jugendliche mit Allergien gegen Sommerkräuter müssen sich langsam darauf einstellen, dass auch sie mit eher frühen Allergiesymptomen rechnen müssen.

Zecken. Nicht nur auf Gräsern Quelle: pixabay, Erik Karits

Was wir nicht vergessen sollten: Die Zecken. Jetzt feiern auch sie die angenehme Temperatur und krabbeln von den Blättern und Blüten gerne auf die Haut unserer Kinder. Das machen sie alles sehr elegant. Irgendwann juckt es vielleicht auf der Haut und man spürt beim Kratzen den kleinen Zecken-Körper. Der sollte gekonnt entfernt werden. Spätestens beim abendlichen Absuchen der Haut. Wenn hohe Risiken erwartet werden, kann auch mal im Vorfeld ein Insektenschutzmittel angewendet werden.

Seit Wochen die gleiche Meldung an dieser Stelle: Wenig Infektionen. Im Moment geht kaum was rum. Schnupfen – außer allergisch – gibt’s kaum. Husten im Rahmen von Infekten ebenso wenig. Magen-Darm-Infektionen durch Viren sind sehr selten: Bei Noroviren 50% der üblichen Zahl. Bei den Rotaviren, die vorwiegend Kinder betreffen, sind es gar nur noch 25% der üblichen Erkrankungen. Daneben sehr wenige Kinderkrankheiten mit der Ausnahme von Mumps (2 Neuerkrankungen). Wir könnten so zufrieden sein, wenn da nicht……

… noch die Coronaviren wären. Was über sie mit Bezug auf die Kinder Neues bekannt wurde,  können Sie ab Montag an dieser Stelle lesen. Im EXTRA-blättle gehen wir dann auf wichtige Informationen der vergangenen Woche ein.

Was geht in der Welt rum? Corona hin oder her. Weltweit breitet sich das Dengue-Virus mehr aus als einem lieb sein. kann. Es ist zwar nicht mit soviel Todesfällen verbunden, kann aber gerade Kinder oder Schwangere heftig treffen. Im Moment sind die Karibikinseln Martinique von 3236 Dengue-Fieber-Fällen betroffen. Die kaum 80 km entfernte Insel Guadeloupe hat seit Jahresbeginn 4605 Neuerkrankungen registriert. Aber auch Asien ist betroffen. Dort haben sich – ähnlich wie auf den Inseln der Karibik – in Singapur die Fälle (7620 in diesem Jahr) gegenüber dem letzten Jahr verdoppelt.

Genießen Sie nach dem Brückentag das restliche Wochenende und die Aussicht, dass der Alltag für Eltern und ihre Kinder bald angenehmer wird. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 18. April 2020

Wie kommen wir zur Normalität zurück? Indem wir uns im Alltag weiterhin unnormal bewegen und Abstand halten. Warum, das zeigt diese Animation der New York Times sehr anschaulich. Der Flug von kleinsten Tröpfchen ist beeindruckend.

Die Öffnung der Schulen und Kindergärten wurde in den letzten zwei Wochen von vielen Seiten diskutiert. Das Coronavirus hat in Deutschland maximal eine Million Menschen infiziert, genau weiß das keiner („Dunkelziffer“ der nicht ernsthaft Erkrankten). Bis wir ein halbwegs normales Leben führen können, müssen also mindestens 50 weitere Millionen Deutsche infiziert sein. Warum nicht bei den Kindern beginnen? Abgesehen von den Neugeborenen, die von der COVID-19 stark betroffen sein können, haben Kinder eher wenig zu befürchten. Nebenbei würde die Kluft zwischen Schülern geschlossen, die zuhause gefördert werden und jenen, die das nicht erleben. Da geht es also auch um den sozialen Zusammenhalt. Wir können solange mal nach Dänemark schauen, die einen Schritt weiter gehen. Dort öffnen Kindergärten und Schulen. Aber unter Auflagen. So müssen Teddybären (Kuscheltiere) beim Eintritt abgegeben und viele andere Regeln beachtet werden.

Gerade für Kleinkinder hat sich die Welt massiv verkleinert. Sie lieben den Auslauf, bewegen sich spontan und spielen gerne in Gruppen. Die Mobilitäts-App zeigt, wie stark sich das Virus auf unsere Bewegungen im Freien „walking“) ausgewirkt hat. Für alle Kinder eine enorme Belastung. Gegenüber dem 13. Januar 2020 ist immerhin gleichzeitig der lokale Verkehr („driving“)  zurückgegangen. Weniger Bewegung, aber in besserer Luft. Wer weitere Informationen sucht findet sie vielleicht hier.

Kinderkrankheiten ? Absolut gesehen spielen die Erkrankungen an Mumps keine so große Rolle. Das liegt daran, dass Mumps oft mit geringsten Symptomen verlaufen und damit leicht übersehen werden kann. In diesem Jahr traten traten bislang viermal (49) so viele Infektionen auf wie zur gleichen Zeit im letzen Jahr. Damals war es weniger als eine pro Woche. Woran man Mumps erkennen kann, können Sie hier nochmals nachlesen.

Andere Infektionen kommen nur vereinzelt vor. Rotaviren, sonst ganz vorne dabei im Frühjahr, haben ihre Häufigkeit gedrittelt. Die Infektionen der oberen Luftwege wie Schnupfen spielen kaum eine Rolle. In Anbetracht der Pandemie, werden sie wohl kaum mehr wahrgenommen.

Gräserpollenflug am Bodensee Quelle: pollenundallergie.ch

Die Pollen von Birke und Esche fliegen seit April massiv, wir wir jeden Morgen auf dem gelb bestäubten Auto sehen können. Nun fliegen am Bodensee bereits seit einer Woche die ersten Gräserpollen. Eltern allergischer Kinder müssen sich also auf diese Belastung in den kommenden Wochen vorbereiten. Dabei steht an erster Stelle die Frage, ob alle Notfallmedikamente vorrätig sind. Die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA) unterstreicht nochmals, dass auch in Zeiten von Corona die Standardtherapie fortgesetzt werden sollte. Feuchtinhalationen (z.B. über den PARI-boy) sollten jedoch unterlassen werden. Inhalationen mit Dosieraerosolen („Spray“) oder Pulverinhalationen sind zu bevorzugen.

Zum Schutz vor hohen Belastungen durch Pollen, sind viele weitere Maßnahmen geeignet. Sehr wirksam ist abendliches Duschen und das Schließen der Fenster von momentan 06:00 Uhr bis 09:00 Uhr morgens, da hier der grösste Pollenflug zu erwarten ist.

Was geht in der Welt rum? Im Kongo hat das Ebola-Fieber seit Mitte letzten Jahres bis heute 3.456 Menschen betroffen. Zuletzt schien es, als ob die Infektion vorbei sei. Nun sind im April drei weitere Personen erkrankt, zuletzt ein 7-jähriges Mädchen. Die Zahl der Toten hat sich auf 2.277 summiert. Es gibt also noch schlimmere Erkrankungen als die COVID-19.

Unsere englischen Nachbarn haben schon immer einen Sinn fürs Spezielle gehabt. Im März noch haben dem Corona-Virus noch freien Lauf gelassen, jetzt setzen sie auf Hunde. Die sollen darauf trainiert werden, das Virus zu erschnüffeln, berichtet eine amerikanische Nachrichtenagentur.

Der Frühsommer wird immer schöner. Ich hoffe, Sie können ihn mit Ihren Kindern in freier Natur genießen. Noch mehr hoffe ich, dass die Situation eine Öffnung der Schulen weiter zulässt. Für Ihre Kinder – und auch für Sie als Eltern. Im Moment wird viel von Ihnen abverlangt. Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

 

Luftschadstoffe verschlimmern Gräserpollenallergie

Auch wenn die Klimadebatte erst in den letzten Jahren Bedeutung gewann, ist der Einfluss von Schadstoffen auf die allergische Reaktion schon seit 30 Jahren bekannt. Eine europäische Studie konnte nun diesen Einfluss auf den allergischen Schnupfen belegen.

In der MASK-POLLAR Studie konnten Annabelle Bédard und viele weitere Mitarbeiter aus neun europäischen Städten von Barcelona bis Vilnius zeigen, dass der Gräserpollenflug durch einige Schadstoffe ungünstig beeinflusst wird. Bei einigen der 3323 Teilnehmer trat während der Gräserpollensaison ein unkontrollierter allergischer Schnupfen auf. Als „unkontrolliert“ wurde der allergischer Schnupfen bezeichnet, wenn die Symptome (auf einer bestimmten Skala) und / oder der Verbrauch an Medikamenten sehr hoch war.

Diese Befunde wurden in Beziehung gesetzt zu den Messungen von Luftschadstoffen. Dabei zeigte sich, dass bei hohen Ozonwerten oder hohen Werten von kleinsten Luftpartikeln (PM2,5– das sind alle Schwebeteilchen in der Luft, die einen kleineren Durchmesser als 2,5 μm haben) auch die Symptome von Allergikern stärker waren. Die Folge war, dass es zu einem Anstieg der schwerwiegenden Symptome um 25% kam.

Diese Verschlechterung kann dadurch erklärt werden, dass die Luftschadstoffe Pollen zerstören können, wodurch diese eine grössere allergische Potenz bekommen. Inwieweit ein solcher Zusammenhang auch beim allergischen Asthma besteht, ist noch nicht abschließend geklärt.

Konsequenz? Während der Gräserpollensaison sollten betroffene Allergiker bei hoher Schadstoffbelastung in der Luft die körperliche Belastung im Freien gering halten. Das wäre insbesondere um die Mittagszeit günstig, wenn die Ozonkonzentration am höchsten liegt. Für PM2,5 gibt es leider keine einfache Regel zur Ermittlung der maximalen Belastung.

Was geht rum? 10. August 2019

Viele Familien aus Baden-Württemberg sind jetzt im Urlaub. Wir daheim Gebliebenen erleben zwar auch Regentage, bleiben aber relaxt. In den Einkaufsmärkten sieht man neben Müttern auch viele Väter, wie sie mit den Kindern fürs Mittagessen einkaufen. In der Natur unternehmen die Familien Fahrradtouren. Und danach wird gegrillt: Stockbrot. Theodor Heuss, unser schwäbischer Bundespräsident kommt einem in den Sinn: „Der Sinn des Reisens ist, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns, unterwegs zu sein“.

Allergiker können sich glücklich schätzen. Die meisten Pollen sind nur noch in geringer Konzentration in der Luft. Das gilt ganz besonders für die Gräserpollen. Diese können uns aber bis in den Oktober hinein begleiten und kurzfristig in der Nähe von Feldern Probleme bereiten. Stark in der Luft vertreten sind hingegen Pilzsporen. Die wiederum sind für Kinder und Jugendliche von sehr geringer Bedeutung.

Die Zecken-vermittelte FSME ist seit Wochen kein mediales Thema mehr. Tatsächlich liegen die Erkrankungszahlen in Baden-Württemberg unter denen des letzten Jahres. Bislang kommen in diesem Jahr 131 Neuerkrankungen zusammen, davon 12 alleine in der vergangenen Woche. Grund genug, den Impfschutz nochmals zu überprüfen.

Auch die Kinderkrankheiten machen keine Pause. In Freudenstadt wurden in der letzten Woche 6 Neuerkrankungen an Keuchhusten gemeldet. Deutlich höhere Erkrankungszahlen gibt es für die Windpocken aus der Regionen Freiburg und Karlsruhe. Übers Jahr gesehen sind im Ländle 3.683 Kinder und auch ältere Personen hieran erkrankt.

Die Magen-Darm-Infektionen hingegen gehen leicht zurück. Atemwegsinfektionen spielen im Moment kaum eine Rolle.

Was geht in der Welt rum? Das Dengue-Fieber ist in nahezu allen tropischen Ländern ein zunehmendes Problem. In den letzten 12 Monaten sind in Tansania (Tanga, Pwani und Daressalam) 6.680 Infektionen festgestellt worden. Noch höher liegen die Zahlen in Singapur. Hier sind im laufenden Jahr 9.321 Menschen neu an Dengue-Fieber erkrankt, nachdem es im Jahr zuvor „nur“ 3.285 waren. Das verwundert durchaus, legt der Stadtstaat doch besonderen Wert auf seine Sauberkeit. Die tagaktiven  Mücken scheint das jedoch wenig zu interessieren. Allen Reisenden ist mangels anderer Möglichkeiten dringend zu raten, einen guten Mückenschutz sicherzustellen.

In Baden-Württemberg wurden übrigens in diesem Jahr 120 Erkrankungen mit Dengue-Fieber gemeldet. Alle Erkrankungen sind importiert. Aber es verwundert nicht, dass sich die Zahlen gegenüber dem Vergleichszeitraum im letzten Jahr (53) mehr als verdoppelt haben.