Schlagwort: Jugendliche

Was geht rum? 05. Juni 2021

Zwei Milliarden Coronaimpfungen weltweit

Coronaimpfungen für Jugendliche: Das Ringen um den richtigen Weg

Coronainfektionen in Kindertagesstätten

Gräserpollen und Hantaviren

Vor weniger als einem halben Jahr begann die weltweite Impfkampagne. Seit dem 2. Juni dieser Woche sind mehr als 2 Milliarden Impfungen durchgeführt worden. Damit wurde etwa ein Viertel der Erwachsenen weltweit erreicht. Bis alle durchgeimpft sein werden sind jedoch noch weitere 10 Milliarden Impfungen erforderlich.

Die Häufigkeit an Coronainfektionen in Deutschland geht zurück. Manche Menschen haben dennoch sehr große Angst, weil es nicht nur um sie selbst geht: Schwangere sind verunsichert, ob eine Erkrankung auch Folgen für ihr Baby haben kann. Die Beobachtung, dass kein Grund zur Sorge besteht, teilt nun auch eine schwedische Studie um Mikael Norman vom Karolinska Institutet in Stockholm, in der 92% aller Geburten während der ersten 10 Monate der Pandemie in Schweden erfasst wurden. Demnach ist die Rate von Atemproblemen bei Neugeborenen von Corona-infizierten Müttern mit 2,8% gegenüber den anderen Müttern (2,0%) nur leicht erhöht.

Über die Bedeutung von Coronainfektionen für Kindern wird inzwischen kontrovers diskutiert. Das ist eine gute Nachricht. Inzwischen ist unumstritten, dass Kinder und Jugendliche seltener und schwächer an COVID-19 erkranken als Erwachsene. Unklar ist jedoch die Häufigkeit und die Bedeutung der Komplikationen wie long-COVID oder PIMS (MIS-C). Eine andere Frage hat die Forschergruppe um Prof. Dr. Drosten erhellt. In Ihrer Studie in Science konnte die Berliner Gruppe zeigen, dass im Erwachsenenalter keine bedeutsamen Unterschiede in der Viruslast bei von COVID-19-Infizierten vorliegen (in den PCR-Abstrichen um die 2,5 Millionen Kopien des SARV-CoV-2-Erbmaterials). Bei Kindern und Jugendliche über 5 Jahren ließen sich mit steigendem Alter gleiche Werte belegen: „Mein anfänglicher Eindruck einer ungefähr gleich großen Infektiosität aller Altersgruppen hat sich bestätigt, nicht nur hier, sondern auch in anderen Studien“, so Drosten. Ob Impfungen von Kindern im Schulalter sinnvoll sein könnten, hängt also auch von der Bedeutung von COVID-19-Komplikationen bei Kindern ab. Ab Montag werden sie erlaubt sein. Die STIKO bewertet momentan die Daten aus der Zulassungsstudie von BioNTech/Pfizer, die sie für nicht ausreichend hält: „Die Zahl der in der Studie geimpften Kinder ist einfach zu gering, um eine belastbare Aussage über die Sicherheit in dieser Alters­gruppe zu machen“, so der Vorsitzende der STIKO Prof. Dr. Thomas Mertens aus Ulm

Im Leicester Children’s Hospital in Großbritannien wurden von März 2020 bis Februar 2021 Kinder bei Aufnahme in die Klinik auf SARS-CoV-2 untersucht. Von den 1427 aufgenommenen Kindern waren 5,6% in der PCR positiv getestet worden, von denen wiederum 20% keine COVID-19-Symptome aufwiesen. Auffallend war, dass mit der Öffnung der Schulen in Großbritannien die Zahl der asymptomatischen Kindern im Krankenhaus um das 1,65-fache anstiegen. 

Aus Washington, DC, gibt es eine Studie der Kindertagesstätten (day care centers). Dort waren zwischen Juli und Dezember 2020 etwa 24% der 449 KiTas von mindestens einem Fall einer Coronavirusinfektion betroffen, 5,8% hatten einen Ausbruch. Von den insgesamt 319 Infizierten waren nur 43,9% Kinder. Ansonsten waren Lehrer und andere Mitarbeiter betroffen.

Infekte treten im Sommer wenige auf. Das ist seit Wochen so und zuletzt – bei ansteigenden Temperaturen – nicht anders. Das gilt nicht für das Hantavirus, das in diesem Jahr zu 796 (2021: 24 Infektionen) Infektionen geführt hat.

Pollenbelastung der Gräserpollen in Basel über die letzten 365 Tage in No/qm Foto: meteoschweiz.ch

Die Gräserpollenzeit ist gekommen. Besonders starke Belastung wird aus dem Bodenseeraum und vom Oberrhein gemeldet. Begleitend haben sich die ersten Wegerichpollen zurückgemeldet.

Was geht in der Welt rum? Unterernährung ist gerade für Kinder ein unermesslich gravierendes Problem. Es betrifft vorwiegend Kinder in Afrika: Stunting, so wird das in der Medizin genannt, wenn die Körpergröße aufgrund der Mangelernährung deutlich unter der Norm liegt. Das gibt leider keine Schlagzeilen in den Medien, setzt aber Kindern und Jugendlichen kurz- und langfristig Grenzen für ein würdiges und erfolgreiches Leben auf diesem Planeten. Zwischen 2010 und 2020 ist nach Angaben der WHO die Häufigkeit des Stunting bei Kindern unter 5 Jahren von 27.7% auf 22% zurückgegangen. Anders gesagt. Es sind nun 30 Millionen weniger Kinder, die darunter leiden müssen. Ein erster Erfolg, der anspornen sollte.

Genießen Sie mit Ihren Kindern ein warmes und abwechslungsreiches Wochenende. Herzlich grüßt Sie Ihr

 

Was geht rum? 22. Mai 2021

COVID-19: Sind Impfungen für Kinder sinnvoll?

Vaxzevria (Impfstoff von Astra-Zeneca): Nutzen und Risiko abwägen

Wenige Infekte bei Kindern – kaum Pollenflug – aber viel Hantavirus

Q-Fieber in Spanien

Immer häufiger kommen die Impfungen von Kinder und Jugendlichen in den Fokus. Seit diesem Monat, wir berichteten darüber, sind Impfungen für Jugendliche ab 12 Jahren mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff in den USA und Kanada möglich geworden. Europa wird in Kürze folgen.

Für Eltern bleibt die Frage, ob Impfungen auch für Schulkinder oder sogar Kleinkinder möglich werden. Oder noch wichtiger: Sind diese Impfungen sinnvoll oder nötig, damit der KiTa- oder Schulbetrieb wieder ohne Maske und Homeschooling laufen kann? Es gab Perioden in der dritten Welle, in denen die Infektionsrate bei Kindern und Jugendlichen besonders hoch war. Ende April 2021 ist sie – zumindest in den USA – trotz häufigen Präsenzunterrichts wieder zurückgegangen.

Alle diese Überlegungen sind eng verknüpft mit der Frage: Wie gefährlich ist nun eigentlich COVID-19 für Kinder? Ist es so harmlos wie oft gesagt? Oder sind nur die meisten akuten Verläufe harmlos, aber chronischelong-COVID“ sogar häufiger? Es gibt Hinweise, dass das multisystem inflammatory syndrome in children (MIS-C) – oder auch paediatric inflammatory multisystem syndrome (PIMS) mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1000 Infektionen auftritt. Beim MIS-C handelt es sich um eine schwere Allgemeininfektion bei Kindern nach Coronaerkrankung, die in vielen Aspekten dem Kawasaki-Syndrom ähnlich ist. Diese Häufigkeit von 1:1000 wäre somit sehr besorgniserregend. Beides, das long-COVID und das MIS-C, sind Faktoren, die für eine Impfung von Kindern ab dem Schulalter sprechen. Bleibt zu hoffen, dass über das Für und Wider einer Impfung intensiv und sachlich unter Wissenschaftlern diskutiert und entschieden wird.

Momentan kann eine Empfehlung an Eltern sein, sich selbst in jedem Fall impfen zu lassen. Dadurch kommt ein individueller Impfschutz sowie – indirekt – auch ein gewisser Schutz für die Kinder zusammen.

Tesla, Model 3 Fot: pixabay, capital street fx

Wär das was? Sie nehmen an einer Verlosung für eine Tesla Model 3 teil, wenn Sie sich impfen lassen. Das ist gerade bei Dr. Vazquez in Buffalo (New York) möglich. Ob diese Motivationshilfen für Impfungen auch in Deutschland ankommen darf bezweifelt werden.

Nutzen / Risiko des Impfstoffes von AstraZeneca bei einer Inzidenz von 140 pro 100.000 Personen und Woche. Foto: Winton Centre Cambridge

Coronaimpfungen. Hitzig wird es oft, wenn es um die Impfung mit Vaxzevria, den Impfstoff von Astra-Zeneca geht. Die Diskussionen über diesen Impfstoff sind häufig emotional, auch in den Medien steht der Impfstoff eher schlecht da. Aus den bisherigen Daten und der Graphik des Winton Centre wird jedoch deutlich, dass der Nutzen der Impfung das Risiko mit zunehmendem Alter übersteigt. Oder anders herum: Je niedriger die Inzidenz – somit das Risiko an COVID-19 zu erkranken – umso weniger sinnvoll ist es für Menschen unter 30 bis 40 Jahren sich mit dem Impfstoff von AstraZeneca schützen zu lassen. Eine ausführliche und individuelle ärztliche Beratung ist sehr wichtig.

Noch ist der Mai nicht richtig angekommen. Wenn selbst in Freiburg die Temperaturen unter 20 Grad herumdümpeln halten sich die Pollen sehr zurück. Die Gräserpollen sind zwar da, aber für einen Startflug reicht es nur selten. Die Verbreitung des Hantavirus, sonst eine Rarität im Lande, nimmt fast das Ausmaß einer Explosion an: 657 Fälle in diesem Jahr, im letzten waren es zur gleichen Zeit gerade mal 22. Für Kinder und Jugendliche ist dies eher wenig bedeutsam. Vorsicht ist in Räumen geboten, in denen sich Mäuse aufhalten könnten (Scheunen, Dachböden u.a.). Atemwegsinfekte gibt es zu Zeit kaum. Beim Keuchhusten traten in der letzten Woche gerade mal 2 Erkrankungen in Baden-Württemberg auf. Das ist die kleine positive Kehrseite der Corona-Pandemie.

Was geht in der Welt rum? Aus Spanien werden Fälle des Q-Fiebers gemeldet. Betroffen sind Sportkletterer, die sich in einer Karsthöhle Cuevas de Baltzola im Baskenland aufgehalten haben. Ausgelöst wird das Q-Fieber durch das Bakterium Coxiella burnetii, das von speziellen Zecken auf Schafe und Ziegen übertragen wird. Es findet sich dann oftmals im Staub, von wo es über die Einatmung in die Lunge gelangt. Dabei reicht ein einziges Bakterium um eine Infektion auszulösen. Diese kann dann als Hepatitis (Leberentzündung) oder auch Pneumonie (Lungenentzündung) verlaufen. Insgesamt verläuft es mit grippeartigen Symptomen und Fieber oft über 7 Tage.

Machen Sie das Beste aus dem Wochenende mit mehr Bewegungsfreiheit. Herzlich grüßt Sie Ihr

Was geht rum? 08. Mai 2021

So kommen Sie einfacher an Ihren Impftermin: Tool aus Ostfildern

Fahrradhelm: Eltern als gutes Vorbild

Jugendliche in den USA/Kanada: Impfung mit BioNTech ab nächste Woche möglich

Nichts für schwache Nerven? Ohnmachtsanfälle nach Johnson&Johnson-Impfstoff

Kinder und Jugendliche: Wenig Infektionen, aber drohender Pollenflug

Endlich beginnt der Frühling richtig. Und für einen Tag, nämlich morgen am Sonntag, kommt der Sommer zurück. Viele Familien werden mit ihren Kindern das Haus verlassen, wandern oder auch Fahrradfahren.

Sie suchen für sich oder andere einen Impftermin? Ist ja nicht ganz leicht. Der 17-jährige Schüler Julian Ambrozy versteht etwas vom programmieren und hat ein sehr hilfreiches Tool für die Terminsuche für seinen Opa erstellt. Damit war er in 15 Minuten erfolgreich. Seither dürfen auch Sie den Link nutzen.

Fahrradfahrer: Anzahl der Helmträger. Foto: statistaUnter den Erwachsenen ist noch immer jeder zweite ein Helmmuffel. Das zeigt eine Umfrage unter 1352 über 18-Jährigen, die von YouGov und statista durchgeführt wurde. Der Anteil der der Befragten mit einem Elektrofahrrad oder Pedelec lag bei nur 10%. Fahrer von Rennräder, die sehr konsequent Helm tragen, waren nur mit 4 Prozent in der Untersuchung vertreten. Vielleicht kommt durch ein konsequentes (positives) Vorbild der Eltern nun eine Trendwende?

COVID-19-Impfungen für Kinder werden bald Realität. In den USA wird erwartet, dass die Zulassung des Pfizer/BioNTech-Impfstoffes für 12-15-Jährige schon für nächste Woche vorliegt. In Kanada ist das bereits seit letzter Woche umgesetzt. Daneben hat der amerikanische Pharmariese Pfizer angekündigt, die Impfung voraussichtlich im September 2021 für Kinder der Altersgruppe von 2-11 Jahren anzubieten. Es tut sich was! Für Familien könnten sich auch in Deutschland bis Ende des Jahres neue Freiheiten abzeichnen, die wir schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr hatten. Kommen dann vielleicht wieder Zeiten ohne Masken auf uns zu? Man wagt kaum an so etwas  zu glauben.

Aller guten Dinge sind drei? Foto: pixabay, Manfred Antranias Zimmer

Es war zu erwarten: Das Pharmaunternehmen Moderna bringt eine dritte Impfung ins Spiel. In einer Studie habe sich gezeigt, dass diese dritte Impfung eine deutlich bessere Wirkung gegenüber den Virusvarianten (B1.351; P1) bewirke. Grundlage ist allerdings eine Untersuchung von nur 40 Personen.

Das Center for Disease Control and Prevention (CDC) berichtet von Angstzuständen nach der Impfung mit dem Impfstoff von Janssen/Johnson&Johnson. Bei Massenimpfungen an fünf verschiedenen Standorten sei es unter 8624 Geimpften zu Benommenheit, Schweißausbrüchen und Ohnmachtsanfällen gekommen. Betroffen waren 64 Personen. Letzteres, was Mediziner als Synkope bezeichnen, trat mit einer Häufigkeit von 8.2 Fällen auf 100.000 Impfdosen auf. Das ist deutlich mehr als bei Grippe-Impfungen, bei denen diese Zustände nur in 0.05 Fällen pro 100.000 Impfungen vorkommen.

Nach zaghaftem Frühlingsbeginn heute, wird morgen wohl schon der Somme im Ländle Einzug halten. Allergiker müssen sich auf einen erheblichen Gräserpollenflug einstellen.

Bei allem Ärger in der Coronapandemie um Impftermine oder die Einschränkungen der Freiheitsrechte: In der Pandemie sind viele Infektionen deutlich seltener aufgetreten. Das betrifft etwa die Rotavireninfektionen, die besonders Kleinkinder im Frühjahr heimsuchen. Vor zwei Jahren waren bis Anfang April 965 Erkrankungen aufgetreten, im letzten Jahr (Abklingen der ersten Corona-Welle) 285 Fälle. Im Jahr 2021 waren es bislang nur 128 Erkrankungen – ein Siebtel gegenüber der Vor-Corona-Zeit.

Was geht in der Welt rum? Auch für viele Nicht-Industrieländer ist die Corona-Pandemie eine enorme gesundheitliche Belastung, wirtschaftlich ist die Pandemie eine Katastrophe. Die Bevölkerung vieler Ländern ist zwar sehr jung: In einigen Ländern Afrikas wie Niger, Uganda oder Mail ist über die Hälfte der Menschenunter 16 Jahre alt. Dadurch erkranken zwar weniger Menschen schwer an COVID-19. Mit solchen Erkrankungen ist das Gesundheitssystem jedoch völlig überfordert. Da wäre eine Prävention wichtig. Doch den Zusagen über die Lieferungen von Impfstoffen folgten wenig Taten: So sind in Afrika gerade mal 1% der Menschen erstmals geimpft, in Asien 4.4% (Europa: 32%, USA 49%). Eine Forschergruppe der Universität Oxford hat errechnet, das 1 von 100 Impfdosen an die armen Länder des Südens geliefert wurden. Gerade China und Russland setzen den Impfstoff häufig ein, um politische Erfolge zu erzielen.

Viel Spaß und Genuss an diesem sonnigen Wochenende wünscht Ihnen Ihr

Was geht rum? 01. Mai 2021

Wie viele Personen erkranken trotz Impfung an COVID-19 ?

Coronaimpfung in der Schwangerschaft?

Coronapandemie: Psychische Belastung für Kinder und Jugendliche

Birkenpollen – Rotaviren – FSME

Die Zahl der Geimpften steigt nun auch in Deutschland stetig an. Aber wie hoch ist die Zahl der Durchbruchsinfektionen? Wie viele Personen erkranken mit COVID-19 trotz einer Impfung? Dazu gibt es aktuelle Informationen vom CDC (Centers for Disease Control an Prevention) aus den USA. Stand 20. April sind dort 87 Millionen Menschen vollständig geimpft, während 7157 von ihnen eine Durchbruchsinfektion erlitten (0,008% – also eine Person auf 12.155 Geimpfte). Von diesen waren 46% älter als 60 Jahre und 1% verstarb an der Infektion – also 1 auf 1 Million Geimpfte.

Schwangerschaft Foto: pixabay, Marjon Besteman

Bislang wird in Deutschland eine Impfung in der Schwangerschaft von der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut) generell nicht empfohlen. Für Einzelfälle ist sie nach Abwägung von Nutzen und Risiko aber möglich. Schwangere und ungeborene Kinder genießen einen besonderen Schutz, der sich auch auf Impfungen erstreckt. Andererseits erkranken schwangere Frauen nachweislich schwerer an SARS-CoV2. In einer umfangreichen Studie des CDC zeigte sich, dass – gegenüber nicht schwangeren Frauen – sie 3 Mal häufiger auf Intensivstationen behandelt und beatmet werden müssen. Auch das Sterberisiko ist über die Hälfte größer.

Mit Hilfe einer komplexen Studie hat das Center for Disease Control and Prevention (CDC) (in Englisch) nun erste Ergebnisse zur Coronaimpfung von 35.000 Schwangeren veröffentlicht. Sie beziehen sich auf Daten von Mitte Dezember 2020 bis Ende Februar 2021 nach Impfungen mit mRNA-Impfstoffen erfolgte. Es zeigte sich, dass gegenüber einer Kontrollgruppe nicht geimpfter schwangerer Frauen keine Unterschiede in Bezug auf Komplikationen (Abort, Blutungen, Frühgeburtlichtkeit u.a.)  zu sehen waren. Das ist sehr erfreulich, gibt aber nur Informationen über 2 1/2 Monate einer Schwangerschaft wieder. In einigen Ländern werden Schwangere sogar priorisiert geimpft. In Frankreich gilt seit dem 16. April 2021: „Schwangere Frauen ab dem 2. Trimester können sich in einer Impfstelle impfen lassen“

Symptome von Jugendlichen in Zürich im Zusammenhang mit COVID-19 Foto: NZZ

Schulschließungen, geschlossene KiTas, gesperrte Kinderspielplätze und geschlossene Clubs seit Monaten. Für Kinder und Jugendliche sind körperliche Erkrankungen im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2 sicher eher selten. Die Bedeutung der psychischen Auswirkungen werden andererseits klarer und bedrückender. So berichtet Markus A. Landolt vom Kinderspital Zürich, dass im Jahr vor der Coronainfektion 19 Kinder und Jugendliche auf der Notfallstation wegen eines Suizidversuchs aufgenommen wurden. Im Corona-Jahr 2020 waren es bereits 49, mehr als doppelt so viele. In einer Studie befasst sich das Team um Landolt (in Englisch) mit den Auswirkungen von Corona auf die seelische Gesundheit in den verschiedenen Altersstufen. Für Jugendliche zeigt sich, dass depressive Symptome und Ängste gegenüber aggressivem Verhalten überwiegen.

Für dieses Wochenende ist Regen angekündigt, die Birkenpollen werden vermutlich erst am Montag wieder zum Flug ansetzen. Der könnte dann aber heftig ausfallen.

Wie in jeder Woche, so sind auch jetzt Infektionen bei Kindern glücklicherweise rar. Magen-Darm-Infektionen durch Rotaviren und Noroviren spielen kaum eine Rolle. Die von Zecken übertragene FSME kommt – vermutlich wegen des recht kalten Aprils – noch selten vor: ein Fall in der letzten Woche.

Was geht in der Welt rum? In Indien ist je nach Lesart eine zweite oder dritte Welle mit Coronainfektionen ausgebrochen mit dramatischen Folgen für die Menschen auf dem Subkontinent. Aus vielen anderen Ländern werden eher erfreuliche Zahlen gemeldet.

Ich wünsche einen angenehmen Start in den Wonnemonat. Ganz herzlich grüßt Sie Ihr

Was geht in der Welt rum? 10. April 2021

Moderna: Entwicklung eines spezifischen Impfstoffs gegen britische Mutante

AstraZeneca: Pausiert die Corona-Impfstoffstudie bei Kindern

Starker Birkenpollenflug im Oberrheintal

Luftqualität: Schadstoffe nehmen bei ruhiger Wetterlage zu

Das Corona-Durcheinander für Schulen und KiTas bleibt uns erhalten: Präsenzunterricht oder Wechselunterricht? Oder doch Lockdown? Ach so, testen wäre gut. Aber womit? Tests sind versprochen, sind aber in den meisten Schulen und KiTas bisher nicht angekommen. Und wenn Tests da sind – wo sollen sie durchgeführt werden? Zuhause oder in der Schule? Die Serie an Fragen könnte locker verlängert werden. Antworten sind wichtig: Damit wir nicht länger locked-down bleiben.

Coronavirus. Foto: pixabay, Gerd Altmann

Im Corona-Chaos wird deutlich, dass nur die Impfungen dem SARS-CoV-2 effektiv und anhaltend etwas entgegenzusetzen haben. Aber was ist mit den Mutanten? Die National Institutes of Health (NIH) in den USA haben eine erste Studie gestartet, in der eine Variante des mRNA-Impfstoffs von Moderna getestet wird: mRNA-1273.351. Dieser Impfstoff ist speziell gegen die südafrikanische Variante B.1.351 gerichtet. Mal sehen, ob und wie schnell es nach Beginn der ersten Testung (Phase 1) bis zu einem guten – gleich wirksamen und verträglichen – Impfstoff kommt. Das ist die zweite große Hoffnung, die sich mit der neuen mRNA-Technologie verknüpft: In kurzer Zeit wirksame Impfstoffe bereitstellen zu können.

BioNTech und Pfizer haben gestern bekannt gegeben, dass sie ihren Coronaimpfstoff Comirnaty© bei Jugendlichen ab 12 Jahren einsetzen wollen. Eine Ende März veröffentlichte Studie hatte für die Altersgruppe der 12-15-Jährigen eine 100%-ige Wirksamkeit gezeigt .Die Erweiterung der  Notfallzulassung für den Impfstoff sei bei der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) eingereicht worden. Bislang besteht eine Zulassung ab 16 Jahren.

AstraZeneca und kein Ende der Pannen. Gerade wurde bekannt, dass die schwedisch-britische Pharmafirma ihre Corona-Impfstoffstudie bei Kindern pausiert. Von der Universität Oxford, die den Impfstoff entwickelt hat, war zu hören: „Während es keine Sicher­heitsbedenken in der pädiatrischen klinischen Studie gibt, warten wir auf zu­sätzliche Informationen von der britischen Arzneimittelbehörde MHRA über ihre Überprüfung der selte­nen Fälle von Thrombosen bei Erwachsenen“.

Wie weit wir in Deutschland mit den Impfungen aktuelle sind, zeigt der Corona-Impfindex, zusammengestellt vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) und der Kassenärztlichen Bundes­ver­einigung (KBV).

Birkenpollenflug am Oberrhein (Basel). Foto: pollenundallergie.ch

Der Birkenpollenflug hat über Ostern am Oberrhein begonnen. Nach kurzer Unterbrechung, hat er vor zwei Tagen erneut Fahrt aufgenommen. Pollenallergikern stehen nun einige harte Wochen bevor, denn nach den Birkenpollen fliegen bald auch die Gräserpollen – diese beiden sind die für Kinder und Jugendliche häufigsten Pollenarten.

Luftqualität in Freiburg gestern (09.04.2021). Foto: Umweltbundesamt

Leider liegt noch viel mehr in der Luft als nur Pollen. Die Luftqualität hängt von einigen Faktoren ab. Der wichtigste ist die Menge an Schadstoffen, die in die Luft eingebracht wird – sei es durch Industrie, private Feuerungsanlagen oder den Autoverkehr. Der zweite Faktor ist die Wetterlage. Im Winter ist diese eher ruhig (z.B. die Inversionswetterlage): wenig Wind und oft Nebel. Das bedeutet, dass die eingebrachten Schadstoffe am Ort bleiben und nicht verdünnt oder weggetragen werden. In den Sommermonaten hingegen trägt die Sonneneinstrahlung zum Anstieg des Ozons bei. Gestern am Freitag – das zeigt die Graphik mit Daten aus Freiburg – war der Wind am Morgen eher schwach und das Stickstoffdioxid (NO2) – vornehmlich bedingt durch den Autoverkehr –  stieg in den Morgenstunden auf mäßige Werte an. Mit der Sonne kam Wind (im Mittel 20 km/h) auf mit zwei Folgen: Die NO2-Werte sanken ab (gepunktete Linie), weil eine Verdünnung eintrat. Und die Werte für Ozon stiegen an.

Bei den Infektionen läuft es hingegen günstig: Die Zahlen bewegen sich auf sehr niedrigem Niveau für Masern (0 Fälle in diesem Jahr), Mumps (3), Keuchhusten (56 in 2020 gegenüber 558 zur gleichen Zeit im letzten Jahr), Noroviren (264 gegenüber 3481 Fällen zur gleichen Zeit im letzten Jahr) … und so weiter. Außer: Das Hantavirus kommt enorm häufig vor. Allein im Kreis Reutlingen wurden in der letzten Woche 13 neue Fälle registriert.

Was geht in der Welt rum? In Neukaledonien, einer Inselgruppe zwischen Australien und den Fidschi-Inseln im Südpazifik kam es in diesem Jahr zu einem Ausbruch von Hepatitis A – einer infektiösen Leberentzündung, die für alte Menschen und Schwangere gefährlich werden kann. Bei Kindern und Jugendlichen verläuft die Infektion häufig ohne jeglichen Symptome. Reisen zu diesen Inseln sind im Moment nicht möglich, ansonsten würde eine Impfung gegen Hepatitis A perfekt helfen: fast 100%-iger Schutz + beste Verträglichkeit.

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende. Ganz herzlich grüßt Sie

Ihr

Was geht rum? 03. April 2021

mRNA-Impfung bei Jugendlichen (12-15 Jahre): perfekte erste Studiendaten

Testungen an Schulen: Auch mit genügend Tests nicht so einfach

Einfluss der COVID-19-Impfung auf Mutter und Kind in der Schwangerschaft

Hantavirus im Ländle auf dem Vormarsch

Seit dieser Woche liegen erste Daten vor, dass die mRNA-Impfung auch bei Jugendlichen von 12-15 Jahren gut funktioniert. So berichtet die New York Times (in Englisch), dass in einer Studie mit 2260 Jugendlichen 19 symptomatische Infektionen auftraten – alle in der Placebo-Gruppe. Kein mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff Geimpfter erkrankte. Nebenbei bauten die Jugendlichen um etwa 75% höhere Antikörpertiter auf als junge Erwachsene. Nebenwirkungen traten seltener auf. Eine wissenschaftliche Bewertung der Daten steht noch aus. Sollte diese ebenfalls positiv sein, wäre ein weiterer kleiner Schritt Richtung Herdenimmunität erreicht.

Schule. Foto: pixabay, congerdesign

Alles ist bei genauer Betrachtung nicht gar so einfach. Zu den Testungen auf das SARS-CoV-2 an den Schulen äußerten sich die beiden wichtigsten Verbände der Kinder- und Jugendärzte in dieser Woche: „Bei zwölf Millionen Schülern und 780.000 Lehrern in Deutschland, die regelmäßig zwei Mal in der Woche getestet werden, ergibt sich bei einer Spezifität von 98 Prozent eine Summe von 511.000 falsch positiv getesteten Personen in einer Woche, die in ein Post-Testverfahren eingeschleust und bis zum Ergebnis des PCR-Kontrolltestes isoliert werden müssen“, erklärten die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Falsch positiv“ sind Tests mit positivem Ergebnis, obwohl die betroffene Person nicht infiziert ist. Eine PCR-Testung würde also ein negatives Ergebnis zeigen. Dieser Sachverhalt wir als Spezifität eines Tests bezeichnet. Es ist also die Fähigkeit des Tests, die Patienten ohne Krankheit korrekt zu identifizieren. Das ist eine große Schwäche der Schnelltests, bei dem die Spezifität einiger Tests nur knapp über 80% liegt. Genauere Informationen zu Test gibt das RKI hier.

Ein Thema für werdende Mütter: Welchen Einfluss hat eine COVID-19-Impfung auf Mutter und Kind in der Schwangerschaft? Eine kleine Studie der Harvard-Universität (Preprint in Englisch) gibt Hinweise. Demnach sind die Antikörper einer geimpften Schwangeren ebenso hoch wie die einer nicht schwangeren Geimpften. Und die Antikörper von Schwangeren sind nach einer Impfung höher als nach einer natürlichen Infektion. Wichtig ist die Beobachtung, dass die Antikörper auch im Nabelschnurblut sowie in der Muttermilch nachweisbar sind.

Virus im Aerosol. Vermutlich der wichtigste Weg, um die Atemwege anderer Menschen zu erreichen. Foto: pixabay, PIRO4D

Haben Sie Interesse, Ihr COVID-19-Infektionsrisiko durch Aerosole in verschiedenen Situationen näherungsweise zu bestimmen? Dazu hat die TU Berlin eine Berechnung erstellt, die diesen komplexen Prozess recht einfach erfasst. Hierzu gibt es weitere Literatur, die den Prozess etwas detaillierter darstellt – einen ersten Einstieg finden Sie hier.

Lebensmittel in Deutschland sind von guter Qualität. Damit das so bleibt, finden regelmäßig Kontrollen in Betrieben und Restaurants statt. Die Organisationen Foodwatch und „Frag den Staat“ haben nun die Internetplattform „Topf Secret“ erstellt, auf der Sie die Ergebnisse dieser Lebensmittelkontrollen mittlerweile – zumindest teilweise – einsehen können. Die Karte umfasst Restaurants und Cafés in ganz Deutschland.

Neben der Zunahme bei den Coronaviren fällt die rasante Zunahme an Infektionen mit dem Hantavirus in Baden-Württemberg auf. Allein in der letzten Woche kamen 25 neue Infektionen hinzu, so dass in diesem Jahr 165 Erkrankungen gesichert sind gegenüber nur 17 im letzten Jahr. Welche Bedeutung das Hantavirus hat können Sie hier lesen.

Infekte sind selten. Bei den Kinderkrankheiten setzt sich der Trend fort: deutlich weniger Infektionen als zur gleichen Zeit im letzten Jahr: 0 x Masern in 2020 (2019:25), 3 x Mumps in 2020 (2019:44), 55 x Keuchhusten in 2020 (2019:533). Grund zur Freude. Ebenso Grund zum Impfen, weil mit dem Ende der Coronamaßnahmen alle diese Erkrankungen wieder zunehmen werden.

Birkenpollenflug am Oberrhein (Basel). Foto: www.pollenundallergie.ch

Mit dem frühsommerlichen Wetter stehen die Birken in tiefen Lagen wie im Oberrheingraben in vollen Blüte. Birkenpollenallergiker werden in den kommenden Wochen mit Symptomen rechnen müssen. Empfehlung: Notfallmedikamente kontrollieren und ggf. ersetzen.

Straße auf dem Weg in ein Dorf im Kongo. Mit einem heißen Ritt auf einem Motorrad haben mein Kollege und der Autor dieses Beitrags das Ziel nach 36 Stunden erreicht. Foto: ptw

Was geht in der Welt rum? In der Demokratischen Republik Kongo kam es seit Januar nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen in einigen nördlichen Provinzen zu Ausbrüchen von Masern. Betroffen seien 13.000 Neuerkrankte in den Provinzen Nord-Ubangi und Süd-Ubangi. Viele Dörfer dort sind von der Gesundheitsversorgung abgeschnitten und schwer erreichbar – das Bild, aufgenommen von mir im Jahre 2006, zeigt eine solche Straße durch den Busch. Bisher seien 186 Menschen an den Masern verstorben.

Ich wünsche Ihnen ein frohes und sonniges Osterfest,

ganz herzlich grüßt Sie Ihr

 

 

Was geht rum? 20. März 2021

Britische Corona-Variante B.1.1.7 bei Kindern in Südbaden

Lolli-Tests an Schulen? 

6 Fuß oder 3 Fuß? Abstandsregeln in Schulen

Impfstofftestung bei Kindern unter 12 Jahren gestartet

Das Frühjahr ist seit heute 10:37 Uhr da. Auch wenn mancherorts noch Schneeflocken fallen, die ersten Hummeln und Bienen fliegen bereits die Blüten von Mandelbäumen und Heidekräutern an. Für Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Insektenallergie das untrügliche Zeichen, dass auch die Notfallapotheke überprüft werden sollte. Im gleichen Zuge kann die Anwendung des Injektors in Gedanken durchgespielt werden. Was für das Präparat Emerade© wichtig ist, zeigt diese Patientenbroschüre anschaulich auf.

Durch die Pandemie wurden im vergangenen Jahr weltweit 168 Millionen Kinder vom Schulunterricht ausgeschlossen. Das gab die UNICEF bekannt. Eine von vielen Zahlen, die belegen, wie heftig sich das SARS-CoV-2 für Kinder und Jugendliche auswirkt. Die indirekten Folgen im Alltag – das enge Zusammenleben in kleinen Wohnungen, die fehlende Nähe zu Freunden und die damit verbundenen Folgen – treten zunehmend in den Vordergrund. Vom Defizit bei der Bildung ganz zu schweigen.

Die Coronainfektionen mit der britischen Virusvariante (B 1.1.7) nehmen rasant zu. Davon betroffen sind in dieser dritten Welle besonders die Kinder. In Freiburg (Stadt- und Landkreis) wurden laut Badischer Zeitung seit Januar bis jetzt (Stand Dienstag der Woche) 721 Fälle mit dem britischen V-Virus gesichert. Betroffene Kinder unter 10 Jahren: 78 (10.8%), betroffene Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre: 72 (10.0%). Hören wir von Plänen, wie die Schulen trotz solcher Belastungen weiter geöffnet bleiben können? Statt dessen treten „Experten“ in den Medien auf, die mangels eigener Information nicht in der Lage sind, die Sinusvenenthrombose nach Impfung korrekt einzuordnen. Kurzum: Das wichtigste Thema sollte aus meiner Sicht sein: Wie können die Kindergärten und Schulen auch in einer dritten Welle weiter offen bleiben (Tests, Impfungen, nicht-pharmazeutische Maßnahmen)?

Lollipop Quelle: pixabay; Rudy and Peter Skitterians

Eine Möglichkeit wären systematische Testungen. Ein Pilotprojekt hierzu ist SCHOCO – „Schul-Observation auf Corona“, das in Freiburg im Zusammenarbeit von Stadt, Schulen, Gesundheitsamt und der Universität gerade umgesetzt wird. Einmal pro Woche werden Schulklassen der beteiligten Schulen getestet. Dabei lutschen Schüler jeweils 30 Sekunden auf zwei Wattestäbchen („Lolli-Test“) herum und speicheln diese unter Aufsicht der Lehrer ein. Die Stäbchen (max. 25) kommen dann in ein großes Reagenzglas als Pool-Testung. Die bisher getesteten Klassen waren alle negativ.

Aber werfen wir mal ein Blick zurück in die zweite Corona-Welle: Für die Zeit von Oktober bis Dezember 2020 zeigt uns eine Studie aus New York , dass dort in Schulen die Inzidenz der Infektionen um 60% niedriger lag als in der allgemeinen Bevölkerung. Die Forscher um Jay K. Varma untersuchten 234.132 Schüler und Lehrer (sowie weiteres Personal) in 1594 öffentlichen Schulen und fanden 986 SARS-CoV-2-positive Tests (0,4%). Harte Fakten, die es leichter machen, auch jetzt die Schulen (und KiTas) offenzuhalten.

Füsse. Quelle: ptw

Eine große Diskussion hat die USA erfasst: 6 Fuß oder doch 3 Fuß? Dort wird ja nicht in Metern sondern „in Füßen“ gemessen. Es um die Frage, wie eng Kinder in Schulen in Kontakt kommen dürfen: 3 Fuß = 0,9144 Meter oder sollte der Abstand doch lieber das Doppelte betragen: 6 Fuß = 1,8288 Meter? Eine retrospektive Studie, die also Daten im Nachhinein untersucht, hat sich in Bezug auf die Schulen mit dieser Frage befasst. Das Team um Westyn Branch-Elliman von der Harvard Medical School hat 537.336 Schüler sowie 99.390 Mitarbeiter während 16 Wochen (September 2020 bis Januar 2021) untersucht. Dabei kam es unter den Schülern zu 4.226 und beim Schulpersonal zu 2.382 Infektionen mit SARS-CoV-2. Die Rate an Infektionen war gleich hoch, egal, ob regional ein Abstand von 3 Fuß (WHO: 1 Meter), 6 Fuß (CDC) oder 3-6 Fuß (AAP, amerikanische Kinderärzte) empfohlen worden war. Inzwischen hat sich auch die Direktorin des CDC, Rochelle Walensky, in einem kurzen Video (in Englisch, 01:12 Minuten) für die 3-feet-Regel ausgesprochen.

Seit kurzem werden auch Coronaimpfstoffe für Kinder getestet. So gab die Firma Moderna bekannt, dass sie eine Testreihe bei Kindern gestartet habe. Dabei werde bei 6.750 gesunden,  sechs Monate bis 11 Jahre alten Kindern in den USA und Großbritannien der Impfstoff mRNa-1273 auf seine Wirksamkeit und Sicherheit getestet. Untersuchungen für die Altersgruppe von 12-18 Jahren sind schon seit einigen Monaten im Gange (u.a. bei Moderna, AstraZeneca und BioNTech/Pfizer). Ergebnisse sind vor Herbst nicht zu erwarten.

Gibt’s eigentlich keine Grippe in diesem Jahr? Vor einem Jahr um diese Zeit waren in Baden-Württemberg 20.544 Menschen an der Influenza erkrankt. In diesem Jahr weniger als ein Tausendstel: 19 Erkrankungen. In der letzten Woche: 2 Fälle. Selbst die Rotaviren, die sich als Magen-Darm-Grippe gern bei Kleinkindern austoben treten nur vereinzelt auf. Mit Öffnung der KiTas sind jedoch wieder mehr Schnupfeninfekte (Rhinoviren?) bei Kindern zu beobachten.

Was geht in der Welt rum? Von der Welt sehen wir in der Pandemie ja wenig. Dennoch gibt es gerade in den tropischen Ländern bedeutsame und schwerwiegende Krankheiten, die sich von der Coronainfektion kaum beeindrucken lassen. Beispielsweise das Gelbfiebervirus. Das tritt auch – wenngleich selten – in Brasilien auf. Zuletzt wurden Neuerkrankungen im Bundesstaat Santa Catarina bekannt. Vor Reisen in den Amazonasstaat ist allen Menschen anzuraten, sich ärztlichen Rat zu aktuell wichtigen Impfungen einzuholen.

Märklin-Eisenbahn-Modell, ca. Baujahr 1930. Quelle: ptw

Die Pandemiezeiten sind schwierig. Besonders für Jugendliche. Denn für sie gibt es spürbar weniger Angebote an Ausbildungsstellen. Ein kleiner und überraschender Lichtblick: Märklin aus Göppingen. Eigentlich haben Modelleisenbahnen ein verstaubtes Image. Dennoch legte im letzten Jahr der Umsatz des Traditionsunternehmens mit 1170 Mitarbeitern um über 70 Prozent zu. Und so will das 162 Jahre alte Unternehmen am Rande der Schwäbischen Alb seit Jahren erstmals wieder Lehrlinge einstellen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein entspanntes Wochenende.

Herzlich grüßt Sie, Ihr

Was geht rum? 06. Februar 2021

Corona-Impfung für Kinder? Erste Studien sind im Gange

Schulkinder ebenso oft von Corona betroffen wie Erwachsene

Erster Pollenflug am Oberrhein

Tollwut bei einem Kind in Südafrika

Kinder kommen in der Diskussion um den Corona-Impfstoff nicht vor. Von der Pandemie sind sie aber sehr wohl betroffen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC schätzt, dass die Erkrankungszahlen von Kindern und Jugendlichen (5-17 Jahre) der Erwachsenen (18-49 Jahre) etwa gleich hoch ist. Wie steht es also um die Impfung? Die Akademie der amerikanischen Pädiater (AAP) berichtet, dass vier der Impfhersteller bereits Studien mit Jugendlichen durchführen. Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer – bereits ab dem 16. Geburtstag zugelassen – wird gerade für die Altersgruppe 12-15 Jahre getestet. Man hofft eine Notfallzulassung (EUA) bereits in der ersten Hälfte dieses Jahres zu bekommen. Andere Firmen (Moderna, AstraZeneca, Janssen) haben vergleichbare Studien.

Auch eine Seroprävalenzstudie der Universitätsklinik von Genf kommt zum Schluss, dass Kinder von 6-17 Jahren etwa gleich oft von der COVID-19 betroffen sind wie die Erwachsenen von 18-64 Jahren. In einer Gruppe von 4000 Probanden fanden sie in der Zeit von Ende November bis Ende Dezember 2020 Antikörper gegen das SARS-CoV-2 in der Altersgruppe von 6-17 Jahren bei etwa 23%. Schulkinder und Jugendliche infizieren sich also ähnlich häufig wie die Erwachsenen. Unklar bleibt die Frage, ob sie auch ähnlich ansteckend sind. Da sie oft asymptomatisch sind, ist wohl ihre Viruslast geringer. Und die ist im Zusammenhang mit einer Ansteckung bedeutend.

In der Summe dieser und anderer Studien wird klar, dass sich die Ausbreitung des Virus bei Kleinkindern – also in der KiTa – anders verhält als bei Schulkindern. So kommt auch Prof. Christian Drosten im ndr-Podcast zur Ansicht, dass man „im KiTa-Bereich etwas kompromissbereiter sein kann„. Gerade in der Diskussion um die ansteckenden Virus-Mutanten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien sollten wir jedoch nicht vergessen, dass die Wocheninzidenz von 50 auf 100.000 im letzten Herbst das Schreckensgespenst war. Warum die gleiche Zahl nun allen als glücksbringend erscheint ist schwer nachzuvollziehen. Natürlich sehnen wir uns alle nach „Normalität“ – aber das Jojo-Spiel wünscht sich nun wirklich niemand. 

Praxisindex: Atemwegsinfektionen, die in den Praxen behandelt werden. Die rote Kurve zeigt den Verlauf der Saison 2020/2021 Quelle: AGI

Die übrigen Infekte, die uns vor einem Jahr noch plagten, sind gegenüber den Vorjahren im Ländle deutlich zurückgegangen, wie die rote Kurve (Saison 2020/2021) zeigt. Das kann viele Gründe haben. Einer ist, dass sich Menschen mit leichten Infekten nicht mehr so schnell an ihren Hausarzt wenden in der Angst, sich dort im Wartezimmer mit dem Coronavirus anstecken zu können. Ein anderer ist, dass viele Infekte – so z.B. die Influenza – schlicht deutlich seltener vorkommen: Für die ersten 4 Wochen des Jahres sind in Baden-Württemberg 10 Fälle von Influenza gesichert – im gleichen Zeitraum letztes Jahr: 2368 (da fehlt keim Komma). Wir sind ja mit dem SARS-CoV-2 auch ausreichend geplagt.

Die meisten „leichten“ Infekte dürften auf die Rhinoviren zurückgehen. Sie haben keine empfindliche Membranhülle wie etwa die Grippeviren, sondern eine stabile Proteinschale. Das macht sie widerstandsfähig und hochansteckend. So können sie leicht über Oberflächen übertragen werden. Mit mehr Händewaschen könnten wir dagegen etwas unternehmen. Aber so perfekt sind wir halt nicht. Das nutzen die Rhinoviren aus und sorgen weiter für Schnupfen und Husten.

Weidekätzchen – eines der ersten Zeichen für den beginnenden Frühling   Quelle: ptw

Seit zwei Tagen sind am Oberrhein die Erlen- und Haselpollen in den Lüften. Nach Ansicht der Meteorologen wird sich die Pollenbelastung am Sonntag wieder legen. Eltern von allergischen Kindern und Jugendlichen können aber schon mal nachsehen, ob sie für den Frühlingsbeginn gerüstet sind: „Allergietabletten“? Nasenspray? Asthmaspray? 

Lachsfilet. Quelle: pixabay, Shutterbug75

Hat Fischöl einen Einfluss auf die Entstehung von Asthma bronchiale bei Kindern? Das könnte der Fall sein wie eine Studie zeigt. Wissenschaftlich sicher belegt ist es damit nicht. Wieder einmal geht es um die Bedeutung der langkettigen Omega-3-Fettsäuren, wie der Beitrag in unserem praxisblättle zeigt. Diese kommen besonders in Fischen vor, die in kalten Meeresgewässern leben (u.a. Lachs). Fisch zu essen macht wissenschaftlich gesehen also Sinn. Andere würden sagen – „es ist gesund“.

Was geht in der Welt rum? In Südafrika ist der erste Todesfall durch Tollwut in diesem Jahr aufgetreten. Gestorben ist ein 10 Jahre alter Junge in der Provinz KwaZulu-Natal, der im letzten November von einem Hund gebissen worden war. Tollwut wird in den meisten Fällen bei  Hundebisse übertragen. Deswegen ist es für Eltern ratsam, ihre Kinder beim Umgang mit Hunden zu beobachten und zu vorsichtigem Verhalten zu bewegen.

Genießen wir heute nochmal einen Hauch von Frühling im Südwesten, bevor dunkle Wolken und Regen den Himmel wieder verdecken. Es grüßt Sie herzlichst, Ihr

Im Strudel der Veränderungen: Die Kinder nicht vergessen!

Vermutlich werden Sie aufatmen, wenn dieses Jahr in wenigen Stunden zu Ende geht. Für die allermeisten von uns hat es die unterschiedlichsten Veränderungen und Belastungen mit sich gebracht.

Da sind einige Leser, die selbst mit dem Coronavirus erkrankt sind und erfahren haben, dass diese Erkrankung wahrlich mehr machen kann als andere Atemwegsinfekte. Obwohl ihre Krankheit nach außen hin zumeist nicht gar so schlimm erscheint, sind sie vielleicht von einer lähmenden Müdigkeit betroffen, die sie ängstigt. Eltern fragen sich, wie lange kann ich noch für meine Kinder da sein?

Andere Menschen erleben die Folgen des Virus nur aus den Medien und kennen vielleicht keinen, der betroffen ist. Sie merken nicht, dass die Familie an der Kasse des Einkaufsmarktes vor ihnen zum ersten Mal wieder in der Öffentlichkeit ist und die Mutter der drei Kinder es kaum schafft, so lange auf den Beinen zu bleiben. So bleibt ihre Sicht der Welt, dass die Pandemie von böswilligen Kräften gesteuert würde, unverändert.

Viele Kinder kennen zwar das Wort Corona, aber was das genau bezeichnet, ist vielen nicht klar. Sie wissen nur: Seit sie dieses Wort hören, hat sich die Welt komplett verändert. Im Kindergarten dürfen sie nicht mehr zu ihrer Freundin in die andere Gruppe. Ein Kindergeburtstag findet nur im kleinsten Rahmen statt – und Spontanität unter Kindern wird an allen Ecken und Enden ausgebremst. Obwohl sie erst 3 oder 4 Jahre auf dem Planeten leben, sind sie bereits um eine volles Jahr Sorglosigkeit betrogen worden. Wenn über Kinder geredet wird, sind entweder die Eltern gemeint (Vereinbarkeit mit der Arbeit) oder die Bildung (sprich: die Wirtschaft). Beides wichtige Aspekte. Aber sollten wir nicht mehr an die Lust der Kinder denken zu rennen, zu spielen, zu probieren, zu lachen, mit Freunden zusammen zu sein?

Jugendlichen geht es kaum besser. Sie wollen sich vom Elternhaus abnabeln und ihr eigenes Leben aufbauen. Dazu suchen sie Freunde, mit denen sie gemeinsam verrücktes erleben wollen, ausprobieren, über die Stränge schlagen. Wenn sie heute provozieren, verstoßen sie sofort gegen Regeln, die zum Schutz der Gesellschaft etabliert wurden: Treffen zweier Haushalte? Gerade noch möglich. Aber wie soll ein Jugendlicher Erfahrung sammeln ohne sich in seiner Gruppe von Freunden zu treffen? Die meisten wurden um ein Jahr Jugend beraubt – der Vergleich sei erlaubt – wie ihre Großeltern im Krieg, wenngleich damals Gewalt und Hunger hinzukamen. Nebenbei wird die Partnersuche auf später verschoben. Ganz schön heftig.

Und Sie als Eltern? Vielleicht hatten Sie nie Kontakt zu jemandem, der die Coronainfektion erlebt hat. Sie erleben aber die Folgen umso deutlicher: In der Arbeit (Homeoffice), zuhause (zu enge Wohnung für eine Quarantäne) und mit den Kindern (die nicht in die KiTa oder die Schule dürfen und sie müssen trotzdem schauen, dass Geld aufs Konto kommt).

Es verwundert nicht dass Menschen aufmucken. Das Volk will nicht mehr folgen. Vielleicht eint uns bald doch der Gedanke, das Virus bewusst austrocknen zu können? Mit Maske, Abstand und Hygiene? Noch sind viele dazu nicht bereit.

Alle zusammen haben wir Lust auf das neue Jahr. Hoffentlich gelingt es uns das Virus einzugrenzen, wie auch immer. Und möglichst schnell. Deswegen wünschen sich die meisten eine Impfung – aber bitte ohne Hast. Eine solche Maßnahme muss gut geplant und überlegt sein. Eile ja, Hast nein.

Ich wünsche Ihnen, dass im kommenden Jahr zumindest ein Teil unserer zarten Wünsche in Erfüllung gehen wird: Wieder einmal Freunde umarmen, Kinder spielen und Jugendliche in Clubs abhängen lassen so wie sie es wollen.

Ganz herzlich grüßt Sie, Ihr

Was geht rum? 24. Oktober 2020

Jedes Jahr gehört eine bunte Diskussion über den Sinn einer Impfung gegen Influenza (Grippeimpfung) ebenso zum Herbst wie die farbenfrohen Blätter. Da ist es gut, wenn das RKI schon vorab einige Daten veröffentlicht, die diese Diskussion versachlichen können.

Wirksamkeit der Impfung gegen Influenza. Quelle: Epidemiologisches Bulletin 45 des RKI

Die Tabelle des RKI links fasst die Informationen kurz zusammen. Darin ist die Wirksamkeit der Grippe-Impfstoffe ab der Saison 2012/2013 bis zur letzten Saison sowohl für das Influenza-Virus Typ A (zwei Subtypen) und das Influenza-Virus Typ B aufgeführt. Demnach lag die Wirksamkeit in letzten Winter – also von Januar bis März 2020 – bei 61-73% und damit günstiger als in den Jahren zuvor. Ein guter Grund, die Grippe-Impfung auch dieses Jahr wahrzunehmen. Ohne Gewissheit auf Erfolg. Es gab allerdings auch Jahre, in denen die Impfung wenig wirksam war wie 2016/2017. Übrigens: Grippeimpfungen sind auch für Kinder ab 6 Monate sinnvoll und empfohlen.

In jedem Fall wären wir sehr glücklich, gäbe es eine solche Impfung bereits für das SARS-CoV-2. Immerhin sind die Aussichten besser geworden. So präzisierte die für die Zulassung von Impfstoffen in den USA zuständige FDA die Bedingungen für eine Notfallgenehmigung (Emergency Use Authorization) für COVID-19-Impfstoffe. Darin verlangt sie beispielsweise eine Nachbeobachtung nach der letzten Impfung von mindestens 2 Monaten. Die Firmen Moderna (USA) und BioNtech (Mainz) könnten, wenn die Tests weiterhin gut laufen, Ende November den Antrag stellen. Das wäre eine sensationell schnelle Entwicklung eines Impfstoffes.

Vor einer Woche hat es Prof. Dr. Christian Drosten nochmals erwähnt: Das Cluster-Kontakt-Tagebuch. Er empfiehlt, dass jeder am Abend kurz notiert, in welcher Situation am Tag sie/er sich etwas unwohl fühlte, weil sie/er mit vielen Menschen zu eng zusammen war. Damit erzielt man zwei Effekte:

  1. Sollte man tatsächlich erkranken, kann man mit der Hilfe dieses Tagebuches die Quelle der Infektion, also das Quell-Cluster erkennen. Das würde den Ermittlern im Gesundheitsamt helfen, viele andere Personen zu identifizieren und dieses Quelle des Virus auszuschalten.
  2. Gleichzeitig sensibilisiert so ein Tagebuch „mich selbst“: Es wird mir klar, in welche heiklen infektiösen Milieus ich mich begebe. Und vielleicht schaffe ich das, dies künftig zu vermeiden. 

Jugendliche und junge Erwachsene haben’s nicht leicht im Moment. Sich mit Freunden treffen und Party machen ist Teil ihres Lebens. Das ist heute nicht anders als früher. Sie setzen sich von den Eltern ab, finden unter ihren Altersgenossen ihre neuen Freunde. So entwickeln sie einen Lebensplan, probieren manches aus, auch nicht immer nur harmloses. Und junge Menschen  finden Freundschaften, oft auch die große Liebe. Jetzt kommt Corona und kaum mehr etwas ist so richtig erlaubt. „Weißt Du noch, als wir damals …..“, das höre ich von vielen alten Leuten. „Auch wir waren keine Engel“ sagen sie. Die gleichen Leute verlangen aber von den Jungen den totalen Verzicht. Jetzt echt? Sie als Eltern sind noch nicht lange von den chaotischen Zeiten der Jugend entfernt. Sie können besser verstehen, warum diese Party machen. Ich meine, Corona trifft die Menschen in den ersten 3 Lebensjahrzehnten mehr als andere. Nicht als Todesfall, aber als Verlust von Unbeschwertheit und Lebenslust. Wie denken Eltern mit jugendlichen Kindern darüber?

Gute Nachrichten gibt es auch. Die neueste Analyse der Satelliten-Daten der NASA ergab, dass im Jahre 2019 die Umweltverschmutzung mit Schwefeldioxid (SO2) weltweit um 6% zurückgegangen ist. Die Forscher nehmen an, dass die Kohlekraftwerke in Indien, China und Russland weniger zum Einsatz kamen als in den Jahren zuvor. Ein zarter Lichtschimmer für eine bessere Umwelt für unsere Kinder.

Mit den üblichen Schnupfenviren verabschieden sich die Schüler im Ländle in die Herbstferien. Vereinzelt tritt Krupphusten auf sowie bei den Kleinkinder obstruktive Bronchitis. Durchfall gibt es allenfalls als Begleitreaktion dieser Infekte und ganz selten infolge von Salmonellen. In der gesamten Woche trat kein einziger Fall von Rotavirusinfektion auf. Nicht erstaunlich. Im ganze Jahr ist die Häufigkeit dieser sonst typischen Infektion bei Kindern fast auf ein Fünftel gefallen.

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Traumhafte Schweiz. Quelle ptw

Was geht in der Welt rum? Viele Menschen aus Baden-Württemberg haben den Sommer genutzt und einen Tagestrip in die Schweiz unternommen. In Erinnerung sind herrliche Landschaften und grauselige Preise in den Spunten- pardon Restaurants. Gleichzeitig lauerte im Land der Eidgenossen auch die FSME. Bis Mitte Oktober wurden 428 Infektionen mit dem Zeckenvirus festgestellt. Im Ländle waren es zur gleichen Zeit 336 – trotz 3 Millionen mehr Einwohner.

Ich wünsche Ihnen eine entspannte Ferienwoche mit Ihren Kindern, Ihr