Schlagwort: Sonnenschutz

Vorbereitungen für Ferien mit Kindern

Nicht wenige Familien werden in diesem Sommer Ferien machen: im Schwarzwald, in der Türkei oder bei sich zuhause. Bislang ist der Sommer noch nicht im Ländle angekommen. Die Morgenstimmungen erinnern eher an den Herbst. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf und wollen Ihnen einige Themen vorstellen, die in einem echten Sommer wichtig werden können.

Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenteritis)

Eine Magen-Darm-Grippe beginnt oft damit, dass ein Kind akut erbricht, manchmal mehrfach. Was ist da zu machen? In den meisten Fällen hilft es, das Kind zu beruhigen, in den Arm zu nehmen und ihm langsam ein Getränk zuzuführen. Dabei sind Elektrolytlösungen wie Oralpädon© oder Santalyt© ideal. Das Problem besteht darin, dass viele Kinder, die an sich nicht schlecht schmeckenden Getränke schlicht verweigern. Dann kann man alternativ auf eine Apfelschorle (1 Teil Apfelsaft + 3 Teile Wasser, dazu etwas Salz direkt oder indirekt als Salzstängele) zurückgreifen, die von fast allen Kindern gerne getrunken wird. Aber es gibt noch eine bessere Möglichkeit, die sich über Jahrzehnte bewährt hat: Die „Fanconi-Lösung“

Diese Fanconi-Lösung ist für Kinder schmackhaft und in ihrer Zusammensetzung besser als die Apfelschorle (jedoch nicht ganz so gut wie die o.g. Elektrolytlösungen). Mit dieser Lösung gelingt es, die Salzverluste nach dem Erbrechen wieder gut aufzufangen:

  • 3 Esslöffel (Trauben-) Zucker
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • beides zusammen in 300 ml Orangensaft auflösen und diese Mischung dann in
  • 1 Liter verdünnten Schwarztee geben

Alle diese Getränke werden zunächst löffelweise gegeben mit langsam zunehmender Menge. Dabei sollte ein Kleinkind nach 30 Minuten etwa 100 ml getrunken haben (nicht mehr!). Ist bis dahin kein Erbrechen mehr aufgetreten, kann das Kind so viel trinken wie es mag. Im anderen Falle wieder zur löffelweisen Gabe der Flüssigkeit zurückkehren und von vorne beginnen. Immer sehr langsam, mit viel Geduld und ohne die Frage „Musst Du spucken?“. Denn dem Kind geht es meist schon schlecht genug und es ist besser, es geschickt z.B. durch Anschauen eines Bilderbuches abzulenken.

Ein Durchfall, der meist auch auftritt, ist in der Regel solange unproblematisch, solange ein Kind nach der ersten Phase des Erbrechens ordentlich in kleinen Mengen (!!) isst. Eine Diät ist selten nötig, Hauptsache, die Kinder nehmen etwas zu sich. Wann muss ein Arzt aufgesucht werden? Wenn…

  • das Erbrechen lange anhält (abhängig vom Alter des Kindes!) oder
  • Blut im Stuhl auftaucht oder
  • hohes Fieber auftritt

Verbrennungen

Verbrennungen sind in den vergangenen Jahren glücklicherweise selten geworden, kommen aber trotzdem immer wieder vor und sollen deswegen hier ins Gedächtnis gerufen werden. Die meisten Verletzungen treten beim Grillen auf, wenn Kinder aus Unachtsamkeit bzw. bei mangelnder Beobachtung durch die Erwachsenen sich verbrennen. Hier gilt es, Kinder behutsam ans Feuer heranzuführen und ihre ersten Versuche – wenn sie denn alt genug sind – sorgsam zu überwachen. Verbrennungen, wie sie beim Grillen auftreten, sind oft schwerwiegend.

Sonnenbrand

Schwere Sonnenbrände beobachten wir in den Sommermonaten immer häufiger. Abgesehen von der akuten Beeinträchtigung mit massiven Schmerzen und teilweise Blasenbildungen, sind sie langfristig ein bedeutsames Problem wegen des Risikos der Entwicklung von Hautkrebs (malignes Melanom). Deswegen hier nochmals die Hinweise, wie wir sie im praxisblättle 2009 bereits veröffentlich haben.

Das Sonnenlicht, das uns auf der Erde erreicht, besteht zu 5% aus ultravioletter Strahlung (UV), die für unsere Haut einen Reiz darstellt. UV-B-Strahlen (280 – 315 nm) führt durch die verstärkte Pigmentierung zur Bräunung, wodurch der Körper seinen Sonnenschutz um das 2- bis 3-fache steigert. Eine Verdickung der Hornschicht schließlich steigert diesen Schutz nochmals auf das 4-fache. Es gibt aber Körperregionen, die nicht bräunen können und dadurch unter UV-B leiden: die Lippen. Sie sollten mit einem Sonnenschutzstift geschützt werden. Die UV-Strahlung schwächt übrigens auch das Immunsystem, weswegen es nach Sonneneinstrahlung oft z.B. Lippenherpes durchbricht.

Die UV-A-Strahlung (315 – 380 nm) verursacht eine sofortige und eine verzögerte Pigmentierung der Haut. Dieses UV-Licht trägt besonders stark zur Hautalterung bei. Andererseits ist es UV-B, das die Entstehung von Hauttumoren zu über 60% bedingt. Diese treten mit zunehmender Häufung von Sonnenbränden vermehrt auf, abhängig auch vom Hauttyp.

Besonderheiten beim Kind

Die Haut des Kindes ist wie die meisten kindlichen Organe in einem Reifungsprozess. Körpereigene Abwehrmechanismen wie Pigmentierung und Lichtschwiele sind noch nicht richtig ausgebildet. Auch der schützende Lipidfilm durch die Talgdrüsenfunktion fällt weitgehend weg. Ebenso schwitzen Kinder deutlich weniger und bilden damit auch kaum Urokaninsäure, die wiederum UV-absorbierend ist. In Summe ist die kindliche Haut deutlich lichtempfindlicher als die der Erwachsenen. Darüber hinaus verbringen Kinder deutlich mehr Zeit in der Sonne als Erwachsene, was das Risiko weiter erhöht. Bis zum 18. Geburtstag erleben Menschen 50 – 80% ihrer Sonnenbestrahlung des gesamten Lebens. In dieser Zeit wird also auch die Basis für die Tumoren im Erwachsenenalter gelegt.

Welcher Sonnenschutz ist sinnvoll?

Meiden der Sonne: Die Zeit zwischen 11:00 und 16:00 ist am sonnenintensivsten. Zumindest in der Kernzeit 12:00 bis 14:30 Uhr sollten Kinder im Haus bleiben. Sollte draußen die Sonne nicht scheinen, denken Sie bitte daran, dass die lichtschützende Wirkung von Wolken überschätzt wird: Eine dünne Wolke mindert die UV-Strahlung gerade mal um 20 bis 40%. Der Effekt, drinnen zu bleiben, ist also der sicherste Weg.

2 Unter einem Sonnenschirm ist die UV-Strahlung meist 50% geringer, besonders bei heller Umgebung mit Abstrahlung (Strand, helle Hauswand). Auch im Wasser gibt es noch erhebliche UV-Strahlung. Dort, wo beim Schwimmen die Füße sind, also in etwa 50 cm Tiefe, sind noch 60% des UV-B und 75% des UV-A wirksam.

3 Der textile Sonnenschutz durch Kleider ist sicher, wirksam und billig. Gelegentlich ist er schwer durchzusetzen. Aber an seine Schutzwirkung kommen die Sonnenschutzmittel nicht heran

Sonnenschutzmittel. Nur Regionen, die nicht von Kleidern beschützt sind sollten durch Sonnenschutzmittel behandelt werden. Sonnenschutzmittel sind also Ergänzungen und nicht wie oft angenommen im Zentrum des Sonnenschutzes. Es wird grundsätzlich ein Lichtschutzfaktor von mindestens LSF 30 empfohlen. Der Sonnenschutz sollte etwa 15 min vor Sonneneinstrahlung dick aufgetragen werden. Von einem Schutz kann man dann für 2 Stunden ausgehen. Zwei Arten von Sonnenschutz gibt es:

a) chemischer Sonnenschutz
b) physikalischer Sonnenschutz.

Der physikalische Sonnenschutz besteht aus anorganischen Nanopartikeln (Zinkoxid, Titandioxid), die die UV-Strahlen streuen, absorbieren und auch reflektieren. Sie dringen – im Gegensatz zum chemischen Schutz – nicht in die lebenden Hautschichten ein und sind somit für Kinder besonders zu empfehlen. Aktuell als gut eingestufte Sonnenschutzmittel finden Sie hier.

Sonnenschutzmittel

Kurz vor dem Sommerurlaub hat sich die Stiftung Warentest wie jedes Jahr der Bewertung von Sonnenschutzmitteln gewidmet. In diesem Jahr wurden die Cremes und Lotiones spezielle für Kinder – übrigens alle mit einem Lichtschutzfaktor von 50+ – nicht erneut getestet. Es liegt jedoch eine Zusammenstellung der getesteten Kindercremes des letzten Jahres vor. In der folgenden Tabelle listen wir die besten auf:

Name LF Note Preis/ ml Anmerkung
Lidl Cien Sun Kids Sonnencreme 50+ 1,4 2,25 / 100 Kinder-Test von Juli 2020
Müller Lavozon Kids Med Sonnenmilch 50+ 1,4 5,75 / 200 Kinder-Test von Juli 2020
Rossmann Sunozon Kids Sonnenspray 50+ 1,5 6,00 / 250 Kinder-Test von Juli 2020
dm Sundance Sensitiv Sonnenbalsam 30 1,4 3,45 /200 NEU
Sun D’Or Sonnenmilch 50 1,4 4,30 / 200 NEU
Müller Lavozon Sonnenmilch 30 1,5 2,45 / 200 NEU
Rossmann Sunozon Sonnenspray 30 1,5 3,50 / 200 NEU

Wichtig wie immer: Die Cremes und Sprays sollten regelmäßig und großzügig angewendet  werden. Im Wasser werden sie teilweise abgewaschen, so dass nach jedem Baden / Abtrocknen der Sonnenschutz neu aufgetragen werden sollte.

Auch im Wasser ist der Sonnenschutz enorm wichtig. Die UV-Strahlung dringt zu über 80% in Tiefen von einem Meter Wassertiefe ein. Gerade Kinder und Jugendliche sollten also mit ausreichend Sonnenschutz ins Wasser steigen.

Wie immer lohnt es sich, den gesamten Test der Stiftung mit den vielen praktischen Details im Einzelnen zu lesen.

Sonnenschutzmittel für Kinder

Pünktlich zur sonnigsten Jahreszeit hat die Stiftung Warentest ein Untersuchung zu 17 Sonnenschutzmitteln für Kinder veröffentlicht. Bis auf das teuerste sind alle gut geeignet. In der folgenden Tabelle haben wir die vier Besten zusammengestellt.

Produktname Preis pro 100 ml Note Anmerkung
Lidl Cien Sun Kids Sonnencreme 2,25 € sehr gut (1.4) Feuchtigkeitsanreicherung (1.0)
Müller Lavozon Kids Med Sonnenmilch 2,48 € sehr gut (1.4)
Aldi Ombra Sonnenspray Easy Protect 1,99 € sehr gut (1.5) Anwendung nur gut (2.2)
Rossmann Sunozon Kids Sonnensoray 2,40 € sehr gut (1.5)

Die Unterschiede zwischen diesen Produkten sind in allen Aspekten marginal. So stehen für Kinder somit sehr gute Produkte als Creme, Milch oder Spray zur Verfügung. Das test-Heft Juli 2020 enthält den kompletten Test mit den oft spannenden Hinweisen im Text. Darin sind auch gute Sonnenschutzpräparate aus früheren Jahren (2018 und 2019) nochmals aufgeführt.

Was geht rum? 30. Mai 2020

Für Kinder könnte vieles so toll sein. Im Rahmen der Pandemie ging die Zahl der üblichen Virusinfekte massiv zurück. Hinzu kam auch eine größere Sicherheit im Verkehr mit deutlichem Rückgang der tödlichen Unfälle (für März: minus 23%). Für den Alltag der Kinder hat sich bis heute nur wenig verbessert. Sie müssen noch einen weiteren Monat warten, bis sie ohne Einschränkungen mit Freunden spielen können wie es ihnen gefällt.

Auch wenn die Temperaturen in Baden-Württemberg morgens in dieser Woche zumeist einstellig waren, dürfen wir uns nicht täuschen lassen: Die Sonne tagsüber hat enorme Kraft und ist ebenso stark wie im Juli. Es ist gut, an den Sonnenschutz der Kinder zu denken. Was ist wichtig?

  • Etwa 80% der lebenslangen UV-Bestrahlung der Haut findet im Kindes- und Jugendlichenalter statt. Wer seine Kinder gut schützt verhindert also Folgeerkrankungen (z.B. Hautkrebs) so effektiv wie es nie wieder möglich ist.
  • UV-Strahlung erzeugt keine Wärme.Wir spüren also nicht, wenn unsere Haut leidet. Spürbar ist erst der Sonnenbrand. Aber dann ist’s bereits zu spät.
  • Schatten ist der beste Sonnenschutz für Kinder. Und nebenbei ohne Nebenwirkungen oder Kosten
  • Die stärkste UV-Strahlung besteht um die Mittagszeit. Dann sollten Kinder eher im Haus eine kleine Pause einlegen. 

Weitere detaillierte Hinweise finden Sie in einem früheren Beitrag des praxisblättle. Gute Sonnenschutzmittel sind heute auch in Discountern zu finden, wobei in unseren Breiten ein Schutzfaktor von 30 ausreichend ist. Und besser als jede Creme bleibt der Schatten.

Der Gräserpollenflug geht wie vermutet weiter. In den meisten Jahren geht er erst Ende Juni langsam zurück. Neben den Dauermedikamenten sollten die Notfallmedikamente bereit gehalten werden. Bei neu auftretenden Symptomen, wenn beispielsweise zum Heuschnupfen Husten hinzutritt, sollte zeitnah eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Allergien können mit der Zeit besser werden. Leider aber können sie sich auch verschlechtern und andere Notfallmedikamente erfordern.

Wo Kinder gerade selten von Infektionen heimgesucht werden, besteht eine gute Gelegenheit, sie gegen andere üble Erreger zu impfen. Eine große Untersuchung der Cochrane Library hat Daten zur Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken veröffentlicht. Dabei wurde zunächst in 51 Studien mit zusammen etwa 10 Millionen Kindern die Wirksamkeit geprüft. Es zeigte sich, dass bereits nach der ersten Impfung (empfohlen werden zwei) gegen Masern und Windpocken ein Schutz von 95% aller Geimpften vorliegt. Bei Mumps ist die Rate nach der ersten von zwei Impfungen lediglich bei 72%.

In Bezug auf die Nebenwirkungen wurden viele Studien mit zusammen 13 Millionen Kindern ausgewertet. Nochmals konnte ein Zusammenhang mit Autismus klar ausgeschlossen werden. Aber auch in Bezug auf Hirnhautentzündungen, Entwicklungsstörungen oder Leukämie zeigten sich keine Hinweise. Die Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) und Masern-Mumps-Röteln-Windpocken (MMR-V) sind also sehr effektiv und sicher.

Wie steht es um die schweren Verläufe von Corona-Virus-Infektionen? Das zeigt die oben stehende Graphik. Seit 3 Wochen nur noch wenige stationäre Aufnahmen in deutschen Kinderkliniken. Und, vielleicht noch wichtiger, keines der Kinder und Jugendlichen musste auf die Intensivstation verlegt werden. War’s das? Wir wissen es nicht. Vorsicht ist weiter angesagt. Ganz besonders der Abstand gegenüber fremden Menschen.

Ach so, ob Infekte rumgehen? So gut wie gar nicht. Vieles ist schwierig. Aber Eltern und Kinder können diese Tage fast ohne Infekte genießen. Da kommen manchem nur die Pollen in den Weg. Aber auch da gibt es für die meisten gute Möglichkeiten, auszuweichen. So ist die Pollenbelastung in den Bergen im Moment nicht gar so stark.

Was geht in der Welt rum? Weiterhin sind die Infektionen mit dem Dengue-Virus besonders bedeutsam. Sie kommen in Asien, Afrika und Lateinamerika vor. Besonders beunruhigend ist, dass trotz einer großen Impfkampagne in Pakistan 49 Personen in diesem Jahr wieder an Polio (Poliomyelitis-Wildvirus) erkrankt sind.

Welches Thema wird am Montag im praxisblättle behandelt? Diesmal geht es nicht um das Corona-Virus, sondern um die Zecke. Genauer, um eine weitgehend unbekannte und elegante Methode, Zecken zu entfernen.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes und sommerliches Pfingsten, Zeit zum Genießen der Natur und Picknicken mit Ihren Kindern. Bleiben wir hoffnungsvoll, dass auch alle Viren sich entspannen und wir wieder enger zusammenrücken dürfen.  Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Peter Th. Wolff

Was geht rum? 15. Juni 2019

Die nächsten vier Wochen werden uns die meisten Sonnenstunden des Jahres bescheren. Zumindest, solange die Sonne durchkommt. Genau genommen, kommt sie aber auch durch Wolkenschichten sehr wohl durch, so dass der Sonnenschutz für Kinder und Jugendliche in den nächsten Wochen immer bedeutsam ist. Wer die wichtigsten Dinge nochmals nachlesen möchte kann das hier im praxisblättle machen.

An diesem Wochenende gehen die Temperaturen im Südwesten etwas zurück und es soll auch wieder regnen. Damit bekommen alle Allergiker eine Verschnaufpause, nachdem sie die letzten zwei Tage eine sehr starke Konzentration bei den Gräserpollen ertragen mussten.

Die Infekte in Baden-Württemberg werden weniger. Vielleicht ist das dem Urlaub geschuldet. Traditionell gehen viele Familien um Pfingsten nach Südtirol und den Gardasee. Noch gibt es Luftwegsinfekte, die oftmals von Mittelohrentzündungen begleitet sind. Darminfektionen hingegen sind eher selten geworden, was typisch für diese Jahreszeit ist.

Was geht in der Welt rum? In Irland gibt es seit Anfang diesen Jahres vermehrt Erkrankungen an Mumps. Bisher wurden über 1300 Neuerkrankungen gemeldet. Im gleichen Zeitraum traten in Baden-Württemberg nur 24 Fälle auf. Familien, die mit ihren Kindern nach Irland reisen, sollten den Impfschutz kontrollieren. Kinder und Jugendliche sollten zwei Impfungen mit MMR-Impfstoffen (z.B. Priorix©) aufweisen.

Was geht rum? 20. April 2019

Der Frühling ist da. Angenehme Temperaturen, zwitschernde Vögel, bunte Vielfalt an Blumen. Aber nicht nur die Blumen blühen, sondern auch Allergie auslösende Gräser, Büsche und Bäume. Und nicht zu vergessen die Zecken. Sie kommen zu voller Aktivität. In dieser Hinsicht haben sich seit letzter Woche keine grundlegenden Änderungen ergeben. Nur sind Pollen und Zecken noch aktiver als zuvor.

Abbildung 1. Flug der Birkenpollen im März und April 2019 (schwarze Balken) gegenüber dem langjährigen Durchschnitt (graue Fläche). Foto: pollenundallergie.ch

Was beim Ganzen oft in den Hintergrund gerät: die Sonne. Sie wärmt so herrlich und tut der Seele so gut. Aber, sie hat schon jetzt eine enorme Kraft. Für uns und unsere Kinder müssen wir also auch an den Sonnenschutz denken. Immerhin ist die Sonne heute so stark wie am 20. August, also mitten in den Sommerferien. Jetzt sind die Temperaturen halt angenehmer. Wie Sonnenschutz gut umsetzbar ist, finden Sie hier.

Abbildung 2: Praxisindex für Atemwegserkrankungen. Die rote Kurve (Saison 2018/2019) hat wie in den Vorjahren fast das Normalniveau wieder unterschritten. Die Infektwelle ist vorbei. Foto: AG Influenza

So bunt wie die Natur im April ist auch das Spektrum an Infektionskrankheiten. Die Grippe (Influenza) hat sich nahezu verabschiedet. Mit Ihr auch die anderen Infekte, wie die Abbildung 2 zeigt, ging der Praxisindex – er vermittelt die Veränderung bei den Atemwegserkrankungen – deutlich unter das Normalniveau zurück. Die Infektwelle ist zu Ende.

Die Zahl der Rotavirusinfektionen nimmt ebenfalls wieder ab. Weiterhin treten jedoch die einfachen Luftwegsinfekte auf, die selten von Mittelohrentzündungen oder Lungenentzündungen begleitet sind. Streptokokkeninfektionen sowie vereinzelt Scharlach sind noch immer zu beobachten.

Was geht in der Welt rum? Mit Frankreich verbindet uns Deutsche ja eine enge Kooperation und Freundschaft. Leider sind wir auch bei den Masern auf einer Linie. In diesem Jahr sind in Frankreich bereits 573 Menschen daran erkrankt. Ganz besonders viele im Wintersportort Val Thorens (Region Auvergne-Rhône-Alpes) mit 53 Erkrankungen. Dort leben nur 800 Einwohner – aber übers Jahr kommen 300.000 Touristen. Die sollten sich vorher über den Stand ihrer Impfungen gute Gedanken machen.

Ich wünsche Ihnen frohe Osterfeiertage.

Sonnenschutz: gute Produkte, dick aufgetragen

Mit der Sonnenwende im Juni hat die Sonne wieder ihren Rückzug angetreten. Sie wird also bis kurz vor Weihnachten jeden Tag ein bisschen weniger stark strahlen. Aber mit den Ferien sind die Kinder in den kommenden Wochen der Sonne deutlich häufiger ausgesetzt als bisher. Da lohnt es sich ein Blick auf den Sonnenschutz zu werfen.

Der beste Sonnenschutz ist der effektive Schatten. Dabei ist der Schatten von Häusern besser als der von Sonnenschirmen. Dieser Sonnenschutz ist kostenlos und ohne Nebenwirkungen.

Sonnenschutzmittel helfen in den Situationen, wenn Sonne unsere Haut bestrahlt. Sie sind auch in unseren Breiten wichtig, wenn wie uns in der Natur aufhalten. Zu den wichtigen Fragen hierzu haben wir im praxisblättle im April 2018 die wesentlichen Fragen beantwortet. Zentral für die Sonnenschutzmittel ist, dass sie dick (und nach jedem Schwimmen erneut) aufgetragen werden. Welche Sonnenschutzmittel sinnvoll sind, hat nun die Stiftung WARENTEST im Juliheft veröffentlicht. Im Folgenden sind auszugsweise für Kinder und Jugendlichem wichtige Lotiones aufgeführt.

Produktname Bewertung Preis pro 100 ml LF*  Anmerkung
 LIDL Cien Sun Sonnenmilch 1,3 1,18 € 30  zu Zeit im Angebot -18%
 Penny und REWE t.today 1,3 1,17 € 30
 dm Sundance Sonnenspray  1,4 2,23 € 50
 Real Sôi Sonnenmilch 1,4 1,50 € 30
 Aldi Ombra Sun Sonnenspray Easy Protect 1,7 1,97 € 30

*LF Lichtschutzfaktor    Preis ist zur besseren Vergleichbarkeit für jeweils 100 ml angegeben

Herrliche Sonne – aber nicht unbedingt für die Haut

Die Sonne wird seit Monaten immer stärker. Wir merken das nicht nur an den längeren Tagen, sondern auch an der erwachenden Natur. Und an uns selbst: Es ist eine Labsal, die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren.

Wirklich, immer eine Labsal? Für die Seele sicher. Aber für die Haut kann’s auch gefährlich werden. Das gilt besonders für die Kinder. Für sie ist ein guter Sonnenschutz wichtig. Als Kinder und Jugendliche erfahren die Menschen etwa 80% der UV-Strahlung ihres Lebens. Also gerade in diesem Alter ist ein konsequenter Schutz wichtig, um das Risiko für ein Melanom – den „schwarzen Hautkrebs“ – nicht zu erhöhen. Abbildung 1 zeigt, dass die UV-Strahlung von uns – im Gegensatz zur Infrarotstrahlung, die sich als Wärme äußert – subjektiv nicht wahrgenommen werden kann. Wir müssen also unseren Verstand walten lassen, bevor ein Sonnenbrand uns die Information im Nachhinein vermittelt.

Und lassen Sie sich nicht täuschen: Auch wenn die Temperaturen noch nicht so hoch sind, die Sonne ist schon stark. Die Sonne am 21. April ist ebenso stark wie die am 21. August. Hierzu war im praxisblättle letzte Woche der Beitrag „Sonne, liebe Sonne“ zu lesen.

Hier nun einige praktische Tipps, die einfach umzusetzen sind.

Intensive Sonne meiden

  • Die Mittagszeit im Haus verbringen
  • UV-Index (hier für’s Ländle) gibt Hinweis auf die Stärke der Sonne

Dichte Kleidung

  • Kopfbedeckung mit Ohren- und Nackenschutz
  • Kleidung mit Bedeckung der Schultern
  • Schuhe, die den Fußrücken schützen

Sonnenbrille

  • Kindersonnenbrille, wenn möglich seitlich geschlossen
  • ideal mit Kennzeichnung DIN E 836 und UV-400

Sonnencreme

  • Lichtschutzfaktor 30 mit UVA- und UVB-Schutz
  • Wasserfest
  • Dick auftragen
  • alle 2 Stunden neu eincremen + immer nach dem Baden im Wasser

Schatten

  • Schatten ist immer der beste Sonnenschutz
  • Schatten wandert mit der Sonne – also nicht einschlafen
  • ein breitkremiper Hut bietet dem Hals Schatten

Letztlich ist es nicht so schwierig ein Kind gut vor der Sonnenstrahlung zu schützen. Einzig wichtig ist dabei, konsequent zu bleiben und immer daran denken: Der einfachste Schutz ist der Schatten. Beim Sparziergang einfach den Kinderwagen immer so fahren, dass das Kind keine direkte Sonne abbekommt. Denn je kleiner die Kinder sind, umso eher kann die UV-Strahlung Schäden an der Haut anrichten.

Und noch eines. Den absoluten Schutz vor UV-Strahlung gibt es natürlich nicht. UV-Strahlung geht durch die Kleidung hindurch (sehr abgeschwächt), auch durch einen Sonnenschirm (immerhin bis zu 50%) und sie erreicht uns auch im Schatten durch Streustrahlung.